Weihnachtslied der Gelbwesten

Sonntag, 9. Dezember 2018 0:15


Knecht Ruprecht ist ein Kinderhauer

liegt das ganze Jahr auf Lauer.
Schreibt in seine fiese Liste
was wirklich niemand wissen müßte.
Echt, von diesem Knecht
Ruprecht wird uns schlecht.

Sankt Niklas steht total auf Watschen
und potzblitz polierte Latschen.
Schleicht sich schleimig vor die Türen
Stiefelchen zu inspizieren.
Niklas, meine Schuh
laß man schön in Ruh!

Weitersingen

Abteilung: Allgemein | Kommentare (0)

O je, der schon wieder

Mittwoch, 28. November 2018 23:00

[Zum Glück sind meine Leser klüger als ich und haben mich auf einen Riesenochsenfehler in meiner Polemik hingewiesen, der sie zwar nicht komplett entwertet, aber etwas blöd aussehen läßt. Ich habe die betreffenden Stellen – wie heißt das? „transparent“? – korrigiert, danke allen, die mich auf mein Versagen hinwiesen und bitte das geehrte Publikum um Entschuldigung. In Sack und Asche, Ihr KS.]

Meine Meinung zur grünen Partei ist, um es freundlich zu sagen, unfreundlich. Jedem Wähler dieser Kongregation bourgeoiser Schleimer gilt meine Verwunderung, in den meisten Fällen Verachtung.

Daß die Grünen das Haupthaßobjekt der AfD-Nazis darstellen, irritiert mich nicht: Beide Parteien buhlen um Stimmen aus der „bürgerlichen Mitte“, und deshalb wird von Seiten der AfDeriten der „versiffte“ Einfluß des Feindes auf die Sitten unserer feinen Gesellschaft höher gebrüllt, als er tatsächlich ist.

Solange Grüne keine Vorbehalte dagegen haben, mit Gestalten wie Volker Bouffier zu koalieren, muß niemand ihnen abkaufen, sie würden nie, nie, nie mit Alternativdeutschen paktieren. Zur Erinnerung: Die Grünen wollten mal, keine 30 Jahre ist es her, den gesamten Militärapparat entsorgen. Kaum durften sie im Bund mitregieren, stimmten sie für den ersten deutschen Kriegseinsatz seit 1945 (und den Bruch des Völkerrechts). Etwas später waren sie mit Leib und ohne Seele dabei, den Sozialstaat zu verschrotten. In meinem privaten Thesaurus gibt es eine breite Schnittmenge zwischen „Grüne“, „Opportunismus“, „Prinzipienlosigkeit“ und „Stiefelleckerei“.

Weiterlesen

Abteilung: Man schreit deutsh | Kommentare (21)

Schnipsel: 21. November 2018

Mittwoch, 21. November 2018 23:30


Nutz und Nullität der EEG-Diagnose
Im Radio erzählt mir ein Neurologe, daß chronische Schlafstörungen oft eine Depression zur Folge hätten und schon deshalb behandelt gehörten.

Was aber, wenn jemand nicht schlafen kann, weil er deprimiert ist?

Weiterlesen

Abteilung: Die Spezies hat‘s verkackt, Kaputtalismus, Moving Movies, Musicalische Ergetzungen, Schnipsel | Kommentare (6)

Chanson sur le bourdon

Mittwoch, 14. November 2018 23:36

Für U. T.

Du bist nicht schlank und eher träg
Du fliegst nicht grade sondern schräg
Du trägst sogar im Sommer Pelz
Du bist fürs Eis im Herz der Schmelz.

Wer Hummeln nicht mag, ist ein dummer Geselle
Ein Fall für den Arzt oder gleich für die Zelle
Solch ein Kerl kippt bestimmt auch Gift in die Quelle
Wer Hummeln nicht mag, hat im Hirn eine Delle.

Weiterbrummeln

Abteilung: Lieder ohne Werte, Timmis Freunde | Kommentare (1)

Zeuge der Geschichte (16)

Dienstag, 13. November 2018 22:55


Als mir zugetragen wurde, daß Stan Lee verstorben ist, klingelte mein Spinnensinn wie verrückt, fühlte mein Fleisch sich an wie Stein, verfärbte meine Haut sich grau grün silbern, fiel der Schatten des Weltenverschlingers über alles und schien die kosmische Kraft zu versiegen.

Aber wie wir wissen: Superhelden sterben nicht, sie sind nur kurz weg.

Weiterlesen

Abteilung: Zeuge der Geschichte | Kommentare (1)

Schnipsel: 9. November 2018

Freitag, 9. November 2018 23:30


Schwermut als Chance

Also schon wieder Herbst, schon wieder kurze Tage, schon wieder schwarze Nächte, schon wieder kahle Bäume, schon wieder kalte Füße, schon wieder Tod, wohin du trittst.

Also wieder ein Jahr fast umgebracht, wieder viele schöne Momente verpaßt (von den häßlichen leider keinen).

Also schon wieder älter geworden, ohne es zu wünschen, also: dies Altsein.

Aber nie noch habe ich mehr gestaunt über die Farben, die Maler Herbst über die Welt kippt. Der Ahorn so rot! Der Boden unter den Bäumen so gelb! Die Wolken am Horizont so blau! Und zum ersten Mal in meinen 55 Herbsten denke ich: Hoffentlich darf ich das wiedersehen. (Wo ich sonst dachte: Warum muß ich das denn schon wieder sehen?)

Weiterlesen

Abteilung: Aufgelesen, Die Spezies hat‘s verkackt, Kaputtalismus, Lieder ohne Werte, Man schreit deutsh, Per sempre addio, Qualitätsjournalismus, Schnipsel, Selbstbespiegelung | Kommentare (5)

Comment ça va ?

Montag, 29. Oktober 2018 21:56

Nach einem deftigen, übrigens berechtigten Arschtritt meines Meisters ist es mir gelungen, die Kommentarfunktion wieder funktionieren zu lassen.

In diesem peinlichen Zusammenhang sprechen sowohl mein Herr als auch sein säumiger Diener allen Lesern dieses Blogs, die auf die Störung hinwiesen, herzlichen Dank aus. Gleichzeitig möchten mein Gebieter und dieser Nichtsnutz hier das geschätzte Publikum um Entschuldigung für die Unannehmlichkeit bitten.

Wir hoffen, daß der Ärger über stümperhaft gewartete Technik sich an dem inkompetenten Administrator entlädt und nicht an einem genugsam geplagten Autor, der sich (seine Worte:) „nicht um jeden Scheiß kümmern“ mag.

Wie Sie zweifellos ahnen, muß ich seit einigen Tagen ohne Nachtisch ins Bett. Heute, seufz, dito.

Gez. Der Admin

Abb.: „Speech Bubble (89036)“,
by Nice and Serious [CC0],
via Wikimedia Commons

Abteilung: Inside "Abfall" | Kommentare (2)

Quizás

Mittwoch, 17. Oktober 2018 22:00

Vielleicht sollte ich nur noch über die schönen Phänomene schreiben. Über das Klagen der Bussarde da oben oder das Plappern der Spatzen hier unten. Über den Halbmond, wie er nachts die Wolken versilbert, oder über die Sonne, wie sie sich abends in Purpurtücher hüllt. Über das Tuscheln der Bäume oder das Taumeln der Hummeln. Über die Marienkäfer, die sich vorm Winterschlaf zu einem letzten Tanz versammeln, oder die Eichkater, die das Vorrätehorten aussehen lassen wie den größten Spaß der Welt. Über das neptunische Blau der Korn- oder das saturnische Orange der Ringelblumen, satt und warm sogar jetzt noch, Mitte Oktober.

Vielleicht sollte ich den Rest meines Lebens, will ich das Schreiben nicht ganz lassen, nur mehr über das Gute schreiben, das ja doch in diesem einen oder jenem anderen Menschen steckt, und nicht mehr über das Schlechte, das die meisten Artgenossen, leider, kultivieren. Vielleicht sollte ich über den Krankenpfleger schreiben, der von seinem lächerlichen Lohn DVDs mit berückenden Naturaufnahmen anschaffte, damit die Patienten, die Stunden über Stunden vor der OP-Schleuse darauf warten müssen, in der Hospitalfleischfabrik verwurstet zu werden, etwas anschauen können, das sie von ihrer Angst und Ohnmacht ablenkt. (Der Betrieb, von lauter BWL-Zombies organisiert, sieht nämlich nicht mal Tröstungen dieser geringsten Art vor; es kümmert ihn nicht, was seine Objekte bekümmert.)

Weiterlesen

Abteilung: Selbstbespiegelung | Kommentare (9)