Aphone Aphorismen (8): NS Agents

Dienstag, 6. Dezember 2016 21:23


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Neulich der Gefährtin gedankenfrei auf die Voice-box gesprochen: „Ruf mich bitte zurück, wenn du dies abgehört hast.“

Sie antwortete vorher. Verdächtig.

Photo unter Verwendung von.: „phone signal“
by Mwtoews (Own work) [CC BY-SA 3.0],

via Wikimedia Commons

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Abteilung: Aphone Aphorismen, Die beste aller Welten, Schwammintelligenz | Kommentare (0)

Zeuge der Geschichte (7)

Samstag, 26. November 2016 23:15


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Gleich nachdem ich vom Tod des unerschrockenen Antiimperialisten Fidel Alejandro Castro Ruz erfuhr, habe ich nachgezählt, wie viele US-Präsidenten er im Amt bzw. buchstäblich überlebt hatte (9 bzw. 6) und wie viele CIA-Direktoren (15 bzw. 6). – Da bin ich nicht mehr so traurig gewesen und habe zu Ehren eines tapferen Revolutionärs Rum getrunken.

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Die Zukunft war gestern – Epilog

Samstag, 19. November 2016 23:00

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Wegen der Fülle des Materials, das hier verarbeitet werden soll, aber auch aufgrund einer Frage, deren Lösung mein Schreiben blockierte, habe ich beschlossen, diesen Epilog nicht erst vollständig, sondern als work in progress zu publizieren, bevor das geschätzte Publikum die Geduld komplett mit mir verliert. Eine Publikationsweise, die allerdings recht gut zum Medium, in dem dies publiziert wird, paßt. Ich hoffe, dem Blogpost täglich alle paar Tage einen weiteren Abschnitt hinzufügen zu können.
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I. Legenden

(Indem er von diversen Illuminationen berichtet, gibt der Autor eine hoffentlich nicht zu umständliche Erklärung ab, warum dieser Epilog eines Nachworts so viel Zeit und Raum braucht.)

Was das Bild links oben in diesem Zusammenhang bedeuten soll, ist ohne ein anderes Bild nicht erschöpfend zu erklären.

Oberflächlich dagegen scheint die Sache klar: Sie, diese Milchstraße, dies kosmische Juwel, steht für alles, was Science Fiction (SF) sein sollte. Ein Ausblick in die Unendlichkeit, die Abgründe der Welt. Eine Erkenntnis unserer menschlichen Grenzen, zugleich eine Herausforderung, diese Grenzen zu erweitern. Eine unwiderstehliche Anregung, über den Platz der Menschheit im Universum nachzudenken und über den Sinn dieses Weltalls, mithin unseres Daseins in mindestens so vielen Facetten zu spekulieren, wie die Galaxis Sonnen hat. Und, im besten Fall, vereint sich mit den anderen Aspekten die schiere Schönheit der Ausführung, sei diese Schönheit nun dem Zufall oder der Inspiration geschuldet.

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Fashion victims

Freitag, 18. November 2016 2:27

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Eine Frau aus New York verklagt den Klamottenvertrieb Zara, weil sie angeblich in einem Kleid der Marke einen in den Saum genähten Rattenkadaver gefunden hat. Ein Firmensprecher äußerte zu dem Vorfall das Übliche: Zara habe „strenge Qualitätskontrollen sowie Gesundheits- und Sicherheitsstandards“. Das mag glauben, wer mag. Greenpeace glaubt dran. In Kleidungsstücken von Zara stellten die Grünfriedler noch 2012 „fortpflanzungsschädigende und krebserregende Chemikalien“, u. a. Nonylphenolethoxylate, fest. Nach Publikation der peinlichen Testergebnisse gelobte das Unternehmen, bis spätestens 2020 auf die Verwendung der Gifte verzichten zu wollen, und hat mittlerweile, wiederum laut Greenpeace,

eine Liste seiner Naßproduktionsstätten veröffentlicht und untersucht, welche gefährlichen Chemikalien in seiner Lieferkette vorkommen. Auch werden Entwicklungen in verschiedenen Produktionsregionen analysiert. Zudem forscht Inditex nach den Quellen gefährlicher Chemikalien, wenn diese in Abwässern auftauchen.

Inditex heißt der Konzern, zu dem Zara gehört. Greenpeace hat es nicht für nötig befunden, die Angaben des Multis zu überprüfen. Es wird bloß ein bißchen gerüffelt:

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Die Zukunft am Mittwoch

Montag, 14. November 2016 23:51

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Spread the word!“ ist eine der beiden Devisen, die der Autor, der einen selbstgewählten Auftrag ausführt, immer befolgen sollte (die andere: „Don‘t cheat with words!“). In den vergangenen Jahren habe ich keine Mission so eifrig und so gern erfüllt wie meine Werbung für die literarische Science Fiction und ihre Klassiker. Obschon meine 24-monatige Serie in Konkret seit Oktober beendet ist, sehe ich mein Säen der frohen Botschaft lange nicht ans Ende gekommen. Leser dieses Blogs, die mein Nachwort zum Epilog von „Die Zukunft war gestern“ verfolgt haben, wissen, daß noch vieles ungesagt ist. Ich hätte übrigens gar nix dagegen, von einem freundlichen Mäzen für ein paar Wochen vom schnöden Broterwerb befreit und beim Verbreiten der Botschaft unterstützt zu werden. (Aber da kann ich leider lange warten.)

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State of the Union, Vol. 2

Sonntag, 13. November 2016 21:06

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Bert Brecht wußte alles voraus, was uns Zeitgenossen entsetzt, und zwar bereits vor 86 Jahren, nämlich in Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny. BB kannte den Trump längst, als der noch nicht mal ein Glitzern im Auge seines Vaters war:

Erstens, vergesst nicht, kommt das Fressen,
zweitens kommt der Liebesakt,
drittens das Boxen nicht vergessen,
viertens Saufen, laut Kontrakt.
Vor allem aber achtet scharf,
daß man hier alles dürfen darf.
(Wenn man Geld hat.)

Der Dichter sah den US-Wahlkampf 2016 vorher mit allen bestialischen Parolen:

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Abteilung: Ironie off, Kaputtalismus, Litterarische Lustbarkeiten, Zeuge der Geschichte | Kommentare (5)

State of the Union

Mittwoch, 9. November 2016 4:06

Das Resultat der Präsidentschaftswahlen in den USA kommentieren für uns Kinky Friedman (Gesang) und Warren Zevon (Text):



Alles weitere entnehmen Sie bitte dem feinen Live-Ticker der Prinzessinnenreporter.

PS. Mein nächtliches Highlight: Birgit Langhammer gegen 2 Uhr morgens bei NDR Info: „Wieviel zählen diese Zahlen?“ (Und wer wählte diese Wahl?)

 

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Abteilung: Discovery Channel, Kaputtalismus, Musicalische Ergetzungen, Zeuge der Geschichte | Kommentare (7)

Zwei Reden und die Welt dazwischen

Montag, 24. Oktober 2016 2:43

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Für so was gibt‘s den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 25.000 Taler:

Auch als ich längst eine eigene Wohnung hatte, behielt ich dieses Ritual bei: Ich betrachtete den Friedenspreis vom Fußboden aus. Irgendwie schien das auch angemessen zu sein. Seit der Preisverleihung an David Grossman saß ich dort, wo Sie jetzt sitzen.

Und für so was gibt‘s bestenfalls eine Aufwandsentschädigung:

Durch meinen Roman Ich hasse dieses Internet zieht sich unter anderem der Gedanke, daß es doch seltsam ist, wenn Menschen mit Hilfe von Twitter und Facebook andere dazu bringen, sich beschissen zu fühlen, indem sie sich in diesen sozialen Netzwerken zu Moralpredigten aufschwingen. Vom Tippen über das Versenden, Speichern und Zustellen bis zum Lesen geschieht das auf Geräten, die unter unmenschlichen Bedingungen und zu katastrophalen Löhnen gebaut wurden. Die Leute, die sich hier in Rechtschaffenheit hüllen, beteiligen sich an einem weit größeren und weit schädlicheren Übel als die Menschen, die sie anprangern.

Mit so was darf man sich vor den Bundespfaffen stellen und den Mund artig aufmachen:

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Abteilung: Kaputtalismus, Litterarische Lustbarkeiten, Qualitätsjournalismus | Kommentare (6)