Die Spezies hat‘s verkackt (9)

Dienstag, 28. November 2017 17:21

Mit jedem Eintrag in diese Abteilung des „Abfall“ bedrängt mich stärker die Frage nach dem Sinn vons Janze. Denn jeder neue Beleg für die Vernichtung der Biosphäre läßt mich weniger hoffen, es könnte sich je was ändern, läßt mich mehr daran zweifeln, es sei der Menschheit gegeben, sich zu besinnen. Ich frage mich, ob ich mit diesen Postings noch warnen oder bloß der Archivar sein soll, ob die Spezies zu retten oder der Appell an ihren Selbsterhaltungstrieb blanker Selbstbetrug ist.

Ich bestreite nicht, daß meine wachsende Skepsis, die Verhinderung des „Ökozids“ (Peter Bertholdbetreffend, auch biographische Motive hat. Ich bin nicht mehr der Jüngste, ich weiß über die flächendeckende Gemeinheit und Torheit des Homo s. mehr, als mir lieb ist, und ich habe leider auch tiefe Einblicke in die Erbärmlichkeit und die Endlichkeit menschlichen Seins nehmen müssen. Neulich las ich irgendwo, daß sich jedes Jahr rund 10.000 Deutsche das Leben nehmen, und mein erster Gedanke war: Wie, nur 10.000?

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Abteilung: Die Spezies hat‘s verkackt, Kaputtalismus | Kommentare (10)

Off limits

Dienstag, 21. November 2017 0:24

Aus aktuellem Anlaß sei darauf hingewiesen, daß der „Abfall aus der Warenwelt“ keineswegs eine Müllhalde ist. Der Ehrgeiz des Betreibers besteht nicht darin, möglichst viele, sondern darin, möglichst kluge Leser zu finden. Die Idioten, Trolle, Charakterlosmasken, die sich hierher verirren – warum auch immer –, sind nicht willkommen. Allein der Gedanke, von solchen Humanoiden gelesen zu werden, bereitet dem Blogger Kopfschmerz und Brechreiz.

Dieses Weblog dient keinen Interessen außer denen des Autors. Es ist für ihn da, nicht für die Kommentatoren. Frei ist die Meinung hier nur, wenn sie keine Hetze ist. Kay Sokolowsky hat den Vorsatz, sein Blog als arschlochfreie Zone zu erhalten. Deshalb wird jeder Arschlochkommentar zensiert, jeder Arschlochkommentator beschimpft oder entfernt. Im „Abfall“-Forum darf jeder und jede schreiben, was sie oder er will. Ein Anrecht auf Veröffentlichung ist damit nicht verbunden.

Noch mal zum Mitschreiben, „ihr Wichser, ihr Scheißköpfe“ (Travis Bickle): Hier ist arschlochfreies Gebiet.

Gez. „Abfall“-Admin

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Die Katastrophenkanzlerin (2): In Europa

Montag, 20. November 2017 0:36


Sie macht Politik mit dem Wind“, schreibt Dirk Kurbjuweit,
mit – noch einmal Hannah Arendt – dem
„Flugsand unwahrer Behauptungen aller Art“.

Jürgen Roth*

Berechtigt ist die Frage, ob Unheil, Unglück, Ungemach, die nach einem Dutzend Jahre Kanzlerinnenschaft entstanden sind, ursächlich der Unerträglichen anzulasten seien. Sie trägt eine Schuld, doch nicht als einzige: Hier stimme ich zu.

Merkels Trick aber war immer, so zu tun, als hätte sie überhaupt nichts verschuldet, als wäre sie, obzwar Regentin, Opfer der Verhältnisse. Eine Frau voller Wohlwollen, bedrängt von einem Heer aus Übelmännern, eine Samariterin, die so gern alles täte, uns das Leben „gut und gerne“ zu erleichtern, es jedoch der Umstände halber nicht immer vermag … Aus diesem Schwindel entstand der Populärmythos „Mutti“.

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Die letzte Instanz

Samstag, 18. November 2017 19:48

Eine „Konferenz der Trippelschritte beim Klimaschutz“ nannte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger die COP23. Der BUND kritisiert, daß die beschlossenen Regeln für die Überprüfung der nationalen Klimaschutzpläne sehr schwammig formuliert sind.
Pressemitteilung des BUND zum Abschluß der UN-Klimakonferenz in Bonn

Heute tagt das Weltgericht!
Angeklagt sind Sie und du
und die Menschheit noch dazu.
Hier kommt unser Live-Bericht.

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Abteilung: Die Spezies hat‘s verkackt, Lieder ohne Werte | Kommentare (1)

Programmempfehlung

Donnerstag, 16. November 2017 21:51

Der geschätzte Freund und Kollege Fritz Tietz hat für den Deutschlandfunk ein Feature realisiert, das ich mir gespannt anhören werde, morgen abend, ab 20.10 Uhr. Zum einen bin ich sehr interessiert, weil es hier um die Wirklichkeit geht, nicht umidas, was die Kanzlerin gernIgut hätte. Zum anderen, weil der TV-Veteran Tietz hier sein Debüt als Radio-Autor gibt. Ich zweifle nicht daran, daß es ihm glanzvoll gelingen wird. Zum letzten werde ich hinhören, weil Fritz Tietz mich für das Stück interviewte und ich schon aus Eitelkeit wissen will, was Sokolowsky so und wie erzählt hat. Erst danach guck ich mir das Manuskript an (spicken gilt nicht)!

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Abteilung: Die beste aller Welten, Kaputtalismus, Sokolowsky anderswo | Kommentare (3)

Blütenpresse

Mittwoch, 15. November 2017 1:22



Die Novemberausgabe meiner Lieblingszeitschrift Konkret bringt eine Polemik von mir (die auch online zu lesen ist). Das Pamphlet richtet sich wider all die bigotten Aufklärer, die behaupten, das Schimpfwort „Lügenpresse“ sei weiter nichts als Schimpf, und jeder, der die Lügen der Presse anprangert, eine Schande für die Demokratie und ein Zersetzer des Staats. Gleich zu Beginn behaupte ich:

Die biegsame Behandlung von Tatsachen ist [der Presse] eingeschrieben wie die Verachtung der Sprache, die sie zu beherrschen meint.

Da die Zeichenzahl auf Holz limitiert ist, konnte ich meine Behauptung nicht belegen. Das hole ich nach. Aber erst mal hol ich aus.

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Abteilung: Qualitätsjournalismus | Kommentare (4)

Lüber schrübe ich darüber

Montag, 13. November 2017 21:29



Ich hab Worte, Macht hat Waffen.
Was ich schreib, macht mir zu schaffen.
Denen nicht, den Alpha-Affen.
Raffen gar nix außer raffen.
Kleiber, Keiler, Bienen, Biber:
Lüber schrübe ich darüber.

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Abteilung: Lieder ohne Werte, Selbstbespiegelung | Kommentare (2)

Nie wieder Frieden

Sonntag, 12. November 2017 22:17

Laß deinen Kanzler, deine Diplomaten
durch dieses Meer von Blut und Tränen waten!
Fluch, Kaiser, dir und Fluch auch deiner Brut,
hinreichend Blut, ertränk sie in der Flut!

Karl Kraus: Die letzte Nacht (1917)


Einerseits.
Am 10. November stellten die Präsidenten Macron und Steinmeier sich hoch über die Gedenkstätte auf dem Hartmannswillerkopf
und weihten ein weiteres Museum jener „Menschheitsschande“ (Karl Kraus) ein, die Erster Weltkrieg heißt. Im Bulletin des Deutschlandfunks lese ich:

Steinmeier sagte […], das massenhafte Sterben an diesem Ort stehe für den Irrsinn des Krieges. Ursache des Übels sei der Irrglaube an die Überlegenheit der eigenen Nation gewesen.

Nein! du Null im Anzug – Ursache des Übels waren Kapitalismus und Imperialismus. Nationalismus diente vor allem der Dekoration.

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Abteilung: Die Spezies hat‘s verkackt, Kaputtalismus, The real pulse of Europe, Zeuge der Geschichte | Kommentare (11)