Archiv für die Abteilung 'Inside „Abfall“'

Schnipsel: Politur und Kultik

Montag, 8. April 2019 23:22

Anti-Trumputin-Demo, Los Angeles, 21.1.2017

Das Rußlandtor ist geschlossen
Die populärste Verschwörungstheorie des laufenden Jahrzehnts hat sich erledigt. Eine Narretei globalen Ausmaßes, ein auf nichts als Spekulation, Gerücht, Chauvinismus, Idiotie und Fake News beruhendes Komplottmärchen namens „Russiagate“ ist als der Quatsch erwiesen, der es von Beginn an war. Die Riesenhysterie um einen vermeintlichen Deal des Kreml mit Donald Trump zwecks Präsidentenwahl war blanker Wahn. Was nun bleibt, sind die Trümmer der „vierten Gewalt“, die Leichenteile einer Demokratie und zahllose belämmerte Gesichter. Es bleibt aber auch (und das sollte uns alle sorgen) trotz der Blamage der „Russiagater“ eine „Doomsday Clock“, die auf zwei Minuten vor der ewigen Mitternacht steht.

Vor drei Wochen übergab Sonderermittler Robert Mueller dem US-Generalstaatsanwalt William Barr, was er, Mueller, an Erkenntnissen und Dokumenten betreffs einer „Collusion“ des Trump-Teams mit Putin zusammengetragen hatte. Es war so gut wie nichts. Barr teilte am 24. März dem US-Senat und -Kongreß sowie dem Rest der Welt mit:

The Special Counsel’s investigation did not find that the Trump campaign or anyone associated with it conspired or coordinated with Russia in its efforts to influence the 2016 U.S. presidential election.

Das kann nur für jene eine Überraschung sein, die sich die Hose mit der Kneifzange anziehen bzw. glauben, ihre Art Journalismus habe Qualität, bloß weil sie es penetrant behaupten. Die anderen, die leider viel zu wenigen Journalisten, die von Beginn an rochen, daß an „Russiagate“ was faul ist, wurden entweder von der Qual.presse totgeschwiegen oder, wenn sie nicht so leicht zum Schweigen gebracht werden konnten – wie zumal Glenn Greenwald – unter den Verdacht gestellt, ebensolche Kremlsklaven zu sein wie das Mons-Trump (Pardon für den Kalauer).

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Abteilung: Inside "Abfall", Kaputtalismus, Musicalische Ergetzungen, Qualitätsjournalismus, Schnipsel, Sokolowsky anderswo | Kommentare (8) | Autor:

Hinter den blauen Bergen

Sonntag, 24. März 2019 0:18

Neben zwei kleinen Mädchen, die vergnügt ein Puschelhündchen gassiführen, warte ich auf Grün. An dieser Ampel müssen Fußgänger eeewig ausharren, denn sie ist, obwohl mitten in einem Wohnviertel, nicht für Menschen, sondern Automobile da. Die Mädchen vertreiben sich die Zeit mit dem Absingen eines Liedes, das ich seit gut vier Jahrzehnten nicht mehr gehört habe, und ich vergesse ein paar Sekunden lang zu atmen vor Staunen, daß Kinder immer noch diese Verse kennen: „Von den blauen Bergen kommen wir, unser Lehrer ist genauso doof wie –“

Nein, ruft eins der Mädchen, das heiße nicht „doof“, sondern „dumm“. Die beiden probieren die alternative Version aus, aber das bringt sie derart aus dem Konzept, daß ihnen der dritte Vers nicht richtig einfallen will: „Mit der Brille auf der Nase … auf der Nase so ein Hase …“ Sie merken, daß es nicht weitergeht und kichern im Kanon. Meinetwegen? Die lachen doch nicht über mich?! Ich schaue zu ihnen hinunter, und sie sehen einander an, die hübschen Fratzen rosé vor Fröhlichkeit. Ob sie mich überhaupt wahrnehmen?

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Abteilung: Inside "Abfall", Selbstbespiegelung | Kommentare (17) | Autor:

Comment ça va ?

Montag, 29. Oktober 2018 21:56

Nach einem deftigen, übrigens berechtigten Arschtritt meines Meisters ist es mir gelungen, die Kommentarfunktion wieder funktionieren zu lassen.

In diesem peinlichen Zusammenhang sprechen sowohl mein Herr als auch sein säumiger Diener allen Lesern dieses Blogs, die auf die Störung hinwiesen, herzlichen Dank aus. Gleichzeitig möchten mein Gebieter und dieser Nichtsnutz hier das geschätzte Publikum um Entschuldigung für die Unannehmlichkeit bitten.

Wir hoffen, daß der Ärger über stümperhaft gewartete Technik sich an dem inkompetenten Administrator entlädt und nicht an einem genugsam geplagten Autor, der sich (seine Worte:) „nicht um jeden Scheiß kümmern“ mag.

Wie Sie zweifellos ahnen, muß ich seit einigen Tagen ohne Nachtisch ins Bett. Heute, seufz, dito.

Gez. Der Admin

Abb.: „Speech Bubble (89036)“,
by Nice and Serious [CC0],
via Wikimedia Commons

Abteilung: Inside "Abfall" | Kommentare (2) | Autor:

Wie es sich im Writersblock wohnt

Donnerstag, 19. Juli 2018 22:38

Schreibblockaden sind keineswegs einem Mangel an Themen oder einem Unterschuß an Ideen geschuldet. Im Gegenteil: Die Blockierer bauen, was mich betrifft, ihre Mauern erst dann, wenn zu viele Motive, viel zu viele Gedanken sich aufdrängen und der Autor daran verzweifelt, der Invasion Herr zu werden. Wenn ihn die Angst quält, der Sache in der, in seiner Sprache nicht gewachsen zu sein. Wenn das wenige, was er auf seiner Seite hat, die Wörter, die Lettern, ihm zu leise erscheint, zu blaß, verglichen mit den Bildern und Begebenheiten, den Gerüchten und Geräuschen, welche ihn von allen anderen Seiten bedrängen.

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Abteilung: Inside "Abfall", Selbstbespiegelung | Kommentare (7) | Autor:

Weshalb der Abfall gammelt

Mittwoch, 13. Juni 2018 23:04


Ich bin nicht weg, bloß stumm.
Warum?
Ich bin die meiste Zeit nicht froh.
Wieso?

Ich hab die Wörter nicht mehr gern.
Inwiefern?
Ich hab beim Schreiben so ein Loch.
Und was noch?

Ich schweige, weil es mir zuviel wird.
Haben Sie kapituliert?
Ich hab vielzuviel zu sagen.
Wie geht‘s weiter, darf man fragen?

Geht schon weiter. Irgendwann.
Und dann?
Keine Ahnung. Keine Pläne.
Bene.

Ach … Dürft‘ ich was bemerken?
Zu Ihren Werken?
Nein. Zu meiner Leserschar.
Ja, klar.

Danke, daß Sie treu geblieben!
Das war Kultur live um sieben.

Photo: „Frontmic“, by LuckyLouie
at English Wikipedia [Public domain],
via Wikimedia Commons

Abteilung: Inside "Abfall", Lieder ohne Werte, Selbstbespiegelung | Kommentare (15) | Autor:

Off limits

Dienstag, 21. November 2017 0:24

Aus aktuellem Anlaß sei darauf hingewiesen, daß der „Abfall aus der Warenwelt“ keineswegs eine Müllhalde ist. Der Ehrgeiz des Betreibers besteht nicht darin, möglichst viele, sondern darin, möglichst kluge Leser zu finden. Die Idioten, Trolle, Charakterlosmasken, die sich hierher verirren – warum auch immer –, sind nicht willkommen. Allein der Gedanke, von solchen Humanoiden gelesen zu werden, bereitet dem Blogger Kopfschmerz und Brechreiz.

Dieses Weblog dient keinen Interessen außer denen des Autors. Es ist für ihn da, nicht für die Kommentatoren. Frei ist die Meinung hier nur, wenn sie keine Hetze ist. Kay Sokolowsky hat den Vorsatz, sein Blog als arschlochfreie Zone zu erhalten. Deshalb wird jeder Arschlochkommentar zensiert, jeder Arschlochkommentator beschimpft oder entfernt. Im „Abfall“-Forum darf jeder und jede schreiben, was sie oder er will. Ein Anrecht auf Veröffentlichung ist damit nicht verbunden.

Noch mal zum Mitschreiben, „ihr Wichser, ihr Scheißköpfe“ (Travis Bickle): Hier ist arschlochfreies Gebiet.

Gez. „Abfall“-Admin

Abteilung: Inside "Abfall" | Kommentare (6) | Autor:

Menopausenzeichen

Donnerstag, 21. September 2017 23:18

Einen Monat ist es her, daß ich hier was hinterließ. Ältere Wühler im „Abfall“ kennen solche langen Auszeiten von mir. Sie erinnern sich vielleicht auch an ein Gedicht, das ich mal darüber schrieb, eins meiner besseren. Trotzdem fragte jemand aus der guten alten Garde neulich (und besorgt) nach, wo ich denn nur geblieben sei, ob es dieses Blog noch gäbe. Nun – ich war da. Aber nicht hier. Das Bloggen reizte mich schlicht nicht. Das lag keineswegs an fehlender Resonzanz. So klein mein Publikum auch sein mag, an Zuspruch und Gentilezza hat es mir hier nie gemangelt. Ich freue mich über jeden Leser, der mich lobt (klar), und jeden, der mich kritisiert (echt). Solche Signale des Interesses sind wie Leuchtfeuer in der Dunkelheit des nächtlichen Meers, ein Wegweiser zur Zivilisation und manchmal ein Trost.

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Abteilung: Inside "Abfall", Qualitätsjournalismus, Selbstbespiegelung | Kommentare (6) | Autor:

Ein Merci an Sie

Dienstag, 6. Juni 2017 21:00


Heute vor fünf Jahren ist dieses Blog zur Welt gekommen, und obwohl mir seitdem öfters danach war, die Brocken hinzuschmeißen, hab ich‘s gelassen. Vielleicht um mir selbst etwas zu beweisen, vielleicht weil mir hier keiner dreinredet. Ziemlich sicher aber wegen mancher Rezipienten. Denn wenngleich ich öfters behauptet habe, mir sei es schnurz, ob irgendwer außer mir diese Notizen wahrnimmt, freue ich mich doch jedesmal, wenn sie nicht nur gelesen, sondern sogar verständig kommentiert werden.

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Abteilung: Inside "Abfall", Lieder ohne Werte, Selbstbespiegelung, Studio Soko | Kommentare (2) | Autor: