Archiv für die Abteilung 'Man schreit deutsh'

Schnipsel (4): 22. April 2018

Sonntag, 22. April 2018 21:18



Verbrecher und ihre Helfershelfer

Den Vereinten Nationen gehören 193 Staaten an. Um Mitglied der Organisation werden zu können, mußten sie die Charta der UNO ratifizieren. UN-Mitglieder, die gegen die Charta verstoßen, brechen den Vertrag und ebenso die eigene Gesetzgebung, die sich qua Ratifikation den supranationalen Regeln der UN unterworfen hat. Es gibt hier keine Hintertüren, keine Sophisterei, keine Ausreden. Mitglieder, die sich nicht an die Charta der UN halten, verletzen einen Kontrakt, den sie selbst und ohne Zwang gebilligt haben.

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Abteilung: Der schreckliche Iwan, Kaputtalismus, Man schreit deutsh, Qualitätsjournalismus, Schnipsel, The real pulse of Europe | Kommentare (9) | Autor:

Just kidding

Donnerstag, 29. März 2018 20:48


Keine Bündnissolidarität um jeden Preis“ – Außenminister Maas plädiert für Mäßigung und Deeskalation und warnt vor einem Atomkrieg.

Aupenminister Maas (Archivbild)


(Eigener Beitrag
*.) Berlin. Die Bundesregierung wird in der Affäre Skripal vorerst keine Sanktionen gegen Rußland erlassen. Vor den Vertretern der Bundespressekonferenz appellierte Außenminister Heiko Maas an alle beteiligten Parteien, den laut britischer Regierung mit einem Nervengift verübten Anschlag auf den britisch-russischen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Yulia nicht vor Abschluß der Untersuchungen durch die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW)
zur Grundlage von Sanktionen oder Diplomatenausweisungen zu machen.

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Abteilung: Gute Nachrichten, Kaputtalismus, Man schreit deutsh, Qualitätsjournalismus, The real pulse of Europe | Kommentare (4) | Autor:

Schnipsel (1): 24. Februar 2018

Samstag, 24. Februar 2018 23:57

Wenn die Dummheit, mit der Dumme uns verdummen wollen, so kolossal anschwillt wie dieser Tage (und täglich kolossaler), wenn beinah jede Schlagzeile ein Schlag ins Gesicht ist, läßt sich den Ereignissen in geschlossener Prosaform nicht mehr beikommen, außer um den Preis der langen Weile. Daher befindet der Blogger, daß er aus seiner „Art Notizbuch“ gelegentlich ein richtiges machen darf – Fragmente, abgebrochene Gedanken und Momentaufnahmen statt ordentlicher Essays, ausgefeilter Glossen oder didaktischer Gedichte.
Überwältigt vom Tempo, in dem die spätbürgerliche Gesellschaft ihren sittlichen und politischen Untergang betreibt, hat der „Abfall“-Hüter beschlossen, seinen literarischen Ehrgeiz beiseitezulegen und auf eine Gesellschaft, die im Zeitraffer zerbricht, mit Splittern und Fragmenten zu reagieren. Immer noch besser fassungslos zu stammeln als zu schweigen. Deshalb ab sofort und regelmäßig:
Schnipsel aus der Wahnwelt.
Der Admin

(Notate, die schon viel zu lange liegen:)

Sag ich am Abend des 8. Februar noch zu meinem besten und klügsten Freund: „Ist doch klar, in zwei Wochen wird Martin Schulz für immer weg vom Fenster sein. Den opfern die Seeheimer wie nix, der war und ist die Geisel dieser Banditen.“ Und dann ist Dienstag, 13. Februar, und Martin ganz weg, für immer. Grad mal fünf, nicht 14 Tage bis zur Ewigkeit.

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Abteilung: Man schreit deutsh, Qualitätsjournalismus, Schnipsel | Kommentare (7) | Autor:

Regeln für den Deutschenpark

Donnerstag, 28. Dezember 2017 21:37


Von Unmenschen regiert werden wir nicht.
Klaus Theweleit (Konkret 1/2018)

De Maizière führt zehn Eigenschaften auf, die seiner Auffassung nach
Teil einer deutschen Leitkultur sind. Etwa soziale Gewohnheiten:
In Deutschland gebe man sich zur Begrüßung die Hand, zeige sein Gesicht
und nenne seinen Namen. „Wir sind nicht Burka“, schreibt de Maizière.

Welt.de, 30.4.2017

Die Amadeu Antonio Stiftung und Pro Asyl dokumentieren
in einer gemeinsamen Chronik flüchtlingsfeindliche Vorfälle –
2017 wurden bundesweit 1713 davon verzeichnet. […]
Besonders erschreckend [sind] die Willkür und Brutalität,
mit [denen] dabei vorgegangen wird. Unvermittelte Hammerschläge
ins Gesicht eines Geflüchteten am hellichten Tag im mecklenburg-
vorpommerschen Neubrandenburg oder Angreifer, die im niedersächsischen
Burgdorf einen Flüchtling niederschlagen und anschließend ihre
Hunde auf ihn hetzen, sind nur zwei Beispiele aus den letzten Wochen
des Jahres 2017.
Unter den insgesamt 1713 Fällen befinden sich 23 Brandanschläge
und 1364 sonstige Übergriffe wie Sprengstoffanschläge, Steinwürfe,
Schüsse, aber auch Hakenkreuz-Schmierereien, andere Formen
von Volksverhetzung und weitere Haß-Propaganda.
Pro Asyl, 28.12.2017

Mach es wie die Leitkultur,
zähl in deutschen Zahlen nur.

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Abteilung: Lieder ohne Werte, Man schreit deutsh | Kommentare (2) | Autor:

Doktor Lügners feine Freunde

Mittwoch, 1. November 2017 19:56


Es geht ein stilles Walten, eine heilige Nemesis durch die Weltgeschichte;
und die Vergangenheit ruft es der Zukunft zu: „Fürchtet Gott und übet Gerechtigkeit!“
Wilhelm Zimmermann


Warum die herrschende Klasse der beherrschten, welcher sie sonst keinen Bissen Brot, zum Reformationsjubiläum einen dienstfreien Tag gönnt –, weshalb sie Martin Luther dem viel größeren Reformator Thomas Münzer vorzieht, hat Friedrich Engels schon vor anderthalb Jahrhunderten gültig analysiert.
Die Regentschaft schätzt am Mann, der als Revolutionär antrat und sich bei der ersten Probe auf die eigene Lehre selbst verleugnete, der überdies all jene verleumdete, ja, verfolgte, die seine frühen Schriften ernster nahmen als deren Verfasser es wagte –, die Machthaber also schätzen am „Doktor Lügner“ (Münzer) genau dies: Unterwürfigkeit, Verrat, „Tellerleckerei“ (Engels).

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Abteilung: Kaputtalismus, Man schreit deutsh | Kommentare (12) | Autor:

Doktor Lügners Ehrentag

Dienstag, 31. Oktober 2017 0:00



Heute begeht die protestantische Kirche das 500. Jubiläum des Thesennagelns zu Wittenberg. Es ist der Höhepunkt des sogenannten „Lutherjahrs“. Obschon der 31. Oktober in vielen evangelisch dominierten Bundesländern seit langem kein gesetzlicher Feiertag mehr ist, geben heuer ausnahmsweise und bundesweit die Landesregierungen den Untertanen frei, „mit Blick auf die welthistorische Bedeutung der Reformation“ (Luther2017.de).

So erfreulich ein Mußetag stets ist – der Blick aufs Welthistorische usw. scheint der Regentschaft nur deshalb eine Pause von der üblichen Fron wert, weil sie in Luther vor allem den vorbildlichen Opportunisten schätzt, den Revolutionär, der ganz schnell abschwur, seine eigene Klasse verriet und ohne Zwang zum brutalen Apostel der Zwingherren wurde.

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Abteilung: Kaputtalismus, Man schreit deutsh, Zeuge der Geschichte | Kommentare (1) | Autor:

Eine Schanze für den Polizeistaat

Samstag, 14. Oktober 2017 22:15

Vorbemerkung: Wegen der ungeheuren Fülle des Materials und der sich täglich mehrenden Berichte über die Ungeheuerlichkeiten während der G20-Tage ist dieses Dossier weit über das geplante Maß hinausgewachsen, hat die Veröffentlichung dieses Blogposts länger gedauert, als ich es mir mal wünschte. Anläßlich der am heutigen Mittwochabend stattfindenden Demonstration wider die „Hetze gegen alles, was links ist“, habe ich mich entschlossen, zumindest die fertigen Passagen des Manuskripts im „Abfall“ zu plazieren und die Sache als Work-in-progress zu behandeln. Abonnenten des Newsletters werden automatisch über die Fortsetzungen informiert.
KS, 19.7.2017

§ 1 – In der Hetze der Nacht


„Hier ist die gesamte Gesellschaft gefragt: Niemand sollte sich mit Linksextremisten gemein machen, auch wenn es um die vermeintlich gleichen Ziele einer besseren Welt geht.“
Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz,
Regierungserklärung, 12.7.2017

„Wer sich unsolidarisch mit seinem eigenen Stadtteil und den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt verhält, der kann nicht immer wieder die Solidarität der Stadt und der Bürgerinnen und Bürger einfordern.
[Frage: War das jetzt an die Autonomen in der Roten Flora gerichtet?]
Ja.“
Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank,
Welt.de
, 9.7.2017


Es läuft eine massive Kampagne, alle und alles links von Scholz und Fegebank als „-extrem“, „-radikal“ und – grotesker Höhepunkt des Revanchismus – „-faschistisch“ zu brandmarken. Diese Kampagne verfängt bei denen, die sowieso immer wußten, warum sie ihre Feinde „Zecken“ nennen, aber auch bei solchen, die das Interesse ihrer Klasse bedroht sehen von z. B. 76.000 Menschen,
die in allem Frieden ihrer Hütten den Palästen den Krieg erklärten.

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Abteilung: Kaputtalismus, Man schreit deutsh | Kommentare (23) | Autor:

Die blödeste der Parteien

Donnerstag, 28. September 2017 1:39

Es reicht, Sozis.

Eure historische Mission – die Atomisierung der arbeitenden Klasse – ist seit 1914 erfüllt. Eure Bedeutung entspricht, bestenfalls, der des HSV in der Bundesliga: Ihr seid zwar noch da, doch außer euch selbst hält niemand dies für eine Leistung oder gar Notwendigkeit, sondern alle Welt findet euch grottenpeinlich. Sperrt den Laden zu, geht nach Hause und sagt, falls einer fragen sollte, wie ihr so tief sinken konntet: „Wir wollten auf Augenhöhe mit unserem Programm sein.“

Weiterkotzen

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Abteilung: Kaputtalismus, Man schreit deutsh, The real pulse of Europe | Kommentare (9) | Autor: