Archiv für die Abteilung 'Man schreit deutsh'

#FreeDeniz (2): Lumpazilitanei

Donnerstag, 16. März 2017 1:51

Der deutsche Journalist Deniz Yücel sitzt seit dem 14. Februar in türkischer Haft. Diese Freiheitsberaubung wird mit nichts als Lügen begründet. Doch erst nach Wochen und wachsendem außerparlamentarischen Druck hat unsere Regierung sich bequemt, das offenbare Justizverbrechen an einem eidlich Schutzbefohlenen wahrzunehmen.

Spiegel online meldete Dienstagnachmittag:

Deutsche Diplomaten dürfen weiter nicht mit Yücel sprechen – obwohl der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim dies Kanzlerin Angela Merkel persönlich zugesichert hatte.

Und was tut das Auswärtige Amt nun? Schmollen?

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Abteilung: Die Spezies hat‘s verkackt, Kaputtalismus, Man schreit deutsh, Qualitätsjournalismus, Schwammintelligenz | Kommentare (0) | Autor:

Aufgelesen (5): Dr. Köhler übers Vadderland

Mittwoch, 8. März 2017 0:36


Jeden Tag les ich allerlei, das mir allen Mut nehmen will. Ich finde aber auch täglich etwas, das mein Herz stärkt.

Folgendes zum Beispiel ist ein ABC-Schüler-Merksatz, wenn es je einen gab – der große Peter Köhler hat ihn ins neue KONKRET-Heft graviert:

Nun mag Patriotismus in anderen Ländern harmlos sein. In Deutschland ist Patriotismus ein Verbrechen gegen die Menschheit.

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Zeuge der Geschichte (8)

Dienstag, 10. Januar 2017 21:23

Als das Küchenradio mir vom Ableben des Lieblingsassis eines führenden Nazijuristen erzählte, ging abermals kein Ruck durch mich.

In diesen dunklen Tagen, dachte ich, kann ich mich echt über gar nichts freuen, und ich machte mich wieder ans schmutzige Geschirr.

Auch hier waren die braunen Spuren beim Wegsortieren verschwunden.


Photo: „Tropical Rucksack 3“ by Ironmonger
(Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0
oder GFDL],

via Wikimedia Commons

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Kreatiphe Orthogravie (6): Rohentwurf

Dienstag, 4. Oktober 2016 22:38

Ich bin sicher, daß „jotka26“ es gut bzw. nicht so gemeint hat mit seinem Kommentar zu einem Tagesspiegel-Artikel über die Nazis in Dresden und ihre Freunde und Helfer. Aber nun steht er dumm da mit seiner Sprachkritik und sorgt für den einzigen Lacher, den ich den Vorgängen abgewinnen kann:

tagesspiegel-forum_04-10-16

Nämlich bei der Verstopfung angekommen. In „weiteren“ 18 Monaten ist die Sprache dann vollends versaugt.

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Deutsche Leibkultur (3): Nachtisch

Sonntag, 10. Juli 2016 18:09

Deutschland_auf_dem_Grabbeltisch_(c)_Kay_Sokolowsky


Wer das Gewinnen, nein, Siegen so gewohnt ist, daß er bei Fußballturnieren am liebsten „Ssieg!“ schreit (mit einem gepaukten „Rumms-rumms-rummspapapa-rumms“ vorweg), dem fällt das Verlieren verständlicherweise nicht so leicht wie, sagen wir mal, den Anderen, also allen, die nicht wir Deutsche und deshalb allesamt geborene Verlierer sind. „Ssieg!“ ist dem Deutschen in den Charakter gestempelt wie der Geschmack, von dem hier neulich die Rede war, oder das Seelische, um das es vor knapp einer Woche hier
ging.

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Am Tag danach

Freitag, 8. Juli 2016 0:12

Wasserball_(c)_Kay_Sokolowsky


Zersprungen jede Hoffnung,

zertreten alle Träume und zerstört,
zerschmettert und zermahlen und zermalmt.

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Deutsche Leibkultur (2): Fladen der Freiheit

Donnerstag, 7. Juli 2016 19:36

Pizza-Freiheit_Aufmacher

Vorgestern wurde hier geklärt, warum heute abend in Marseille die Deutschen gegen die Französlinge gar nicht unterliegen können (Seele!) bzw. wer schuld sein wird, sollte das Undenkbare Wirklichkeit werden (Rizzoli!). Vor dem „vorweg genommenen Finale“ (zit. n. so gut wie allen Qualitätsmedien) wollen wir uns schnell (na ja) um zwei der ragenden, wo nicht gar ragendsten Merkmale deutschen Wesens kümmern, die Toleranz und die Genußfreude.

Allein Spiel-, Spaß- und (es gibt kein anderes Wort dafür:) Volksverderber bestreiten, was seit dem Märchen vom Sommer 2006 die ganze Welt weiß, auch wenn sie‘s vielleicht nicht kapiert hat: Die größten Sportsfreunde aller Zeiten sind zwischen Rhein und Oder daheim. Ihrer reinen Liebe zu Fairness und/oder „Respect“ (UEFA) kommt allenfalls ihr guter Geschmack gleich (dazu Näheres unten).

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Deutsche Leibkultur (1): Soul foot

Montag, 4. Juli 2016 23:38

Aufmacher_Leibkultur_(c)_Netto-Prospekt_EM-2012

Die kyffhäuserhohe Überlegenheit deutschen Wesens über alles, was kein deutsches Wesen, also: Unwesen ist, manifestiert sich nicht nur in Weltkriegen. Sondern auch bei Fußball-Europameisterschaften – wie etwa, extraschön, Michael Rosentritt für den Tagesspiegel
notierte:

(Vielleicht) ist es genau das, was den Deutschen auf dem Weg zum Titel noch gefehlt hat. Ein Niederringen Italiens! […] Sicher, der Sieg im Elfmeterschießen von Bordeaux nach intensiven 120 Minuten wird den Spielern von Joachim Löw in den Knochen stecken. Aber, und das ist das Feine daran, er wird eben auch in den Köpfen stecken. Eben Spuren hinterlassen, in Leib und Seele. Das stärkt, das läßt Spieler ausreifen, das lebt fort. Was soll jetzt noch kommen?

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