Archiv für die Abteilung 'Man schreit deutsh'

Eine Schanze für den Polizeistaat

Mittwoch, 19. Juli 2017 16:28

Vorbemerkung: Wegen der ungeheuren Fülle des Materials und der sich täglich mehrenden Berichte über die Ungeheuerlichkeiten während der G20-Tage ist dieses Dossier weit über das geplante Maß hinausgewachsen, hat die Veröffentlichung dieses Blogposts länger gedauert, als ich es mir mal wünschte. Anläßlich der am heutigen Mittwochabend stattfindenden Demonstration wider die „Hetze gegen alles, was links ist“, habe ich mich entschlossen, zumindest die fertigen Passagen des Manuskripts im „Abfall“ zu plazieren und die Sache als Work-in-progress zu behandeln. Abonnenten des Newsletters werden automatisch über die Fortsetzungen informiert.
KS, 19.7.2017

§ 1 – In der Hetze der Nacht


„Hier ist die gesamte Gesellschaft gefragt: Niemand sollte sich mit Linksextremisten gemein machen, auch wenn es um die vermeintlich gleichen Ziele einer besseren Welt geht.“
Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz,
Regierungserklärung, 12.7.2017

„Wer sich unsolidarisch mit seinem eigenen Stadtteil und den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt verhält, der kann nicht immer wieder die Solidarität der Stadt und der Bürgerinnen und Bürger einfordern.
[Frage: War das jetzt an die Autonomen in der Roten Flora gerichtet?]
Ja.“
Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank,
Welt.de
, 9.7.2017


Es läuft eine massive Kampagne, alle und alles links von Scholz und Fegebank als „-extrem“, „-radikal“ und – grotesker Höhepunkt des Revanchismus – „-faschistisch“ zu brandmarken. Diese Kampagne verfängt bei denen, die sowieso immer wußten, warum sie ihre Feinde „Zecken“ nennen, aber auch bei solchen, die das Interesse ihrer Klasse bedroht sehen von z. B. 76.000 Menschen,
die in allem Frieden ihrer Hütten den Palästen den Krieg erklärten.

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Abteilung: Kaputtalismus, Man schreit deutsh | Kommentare (19) | Autor:

1834 = 2017

Mittwoch, 12. Juli 2017 2:54

Der Hessische Landbote, erste Fassung, Ende Juli 1834:

Wer sind denn die, welche diese Ordnung gemacht haben, und die wachen, diese Ordnung zu erhalten? Das ist die Großherzogliche Regierung. Die Regierung wird gebildet von dem Großherzog und seinen obersten Beamten. Die anderen Beamten sind Männer, die von der Regierung berufen werden, um jene Ordnung in kraft zu erhalten. Ihre Anzahl ist Legion: Staatsräte und Regierungsräte, Landräte und Kreisräte, Geistliche Räte und Schulräte, Finanzräte und Forsträte u.s.w. mit allem ihrem Heer von Sekretären u.s.w. Das Volk ist ihre Herde, sie sind seine Hirten, Melker und Schinder; sie haben die Häute der Bauern an, der Raub der Armen ist in ihrem Hause; die Tränen der Witwen und Waisen sind das Schmalz auf ihren Gesichtern; sie herrschen frei und ermahnen das Volk zur Knechtschaft. Ihnen gebt ihr 6,000,000 fl. Abgaben; sie haben dafür die Mühe, euch zu regieren; d.h. sich von euch füttern zu lassen und euch eure Menschen- und Bürgerrechte zu rauben. Sehet was die Ernte eures Schweißes ist.

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Abteilung: Kaputtalismus, Litterarische Lustbarkeiten, Man schreit deutsh | Kommentare (20) | Autor:

G20: Splitter und Kehraus

Montag, 10. Juli 2017 3:25

Da nich für

Das –

und das –

und das –

auch das –

und das –

– all das für das:

Auch inhaltlich hat das G20-Treffen nichts gebracht. Man kann es nicht anders sagen. […] Nicht einmal Donald Trump hat etwas gegen faire Handelsgeschäfte, solange sie nach seinen Bedingungen laufen. Und in Sachen Klimaschutz steht nach dem Gipfel von Hamburg auch nur fest: Alle machen mit, nur Trump verweigert sich. Das wußten wir schon vorher. […]
Welchen Sinn aber haben solche Treffen, wenn es – erstens – nur Scheinkompromisse in wichtigen Fragen gibt und wenn – zweitens – selbst diese dürftigen Ergebnisse noch nicht einmal bindend sind?
Damir Fras: „Fiasko statt Weltshow“, Frankfurter Rundschau, 8.7.2017

Und für dies, natürlich:

Dies alles für dies Nichts? Für dieses Aufsichtsratstreffen ohne Entscheidungsbefugnis, aber mit buntem Programm und nächtlichen Feuerwerken? Ich hab ja nichts, nichts Gutes jedenfalls, vermutet, aber wenn es dann kommt, und so dick vor lauter Nichts: fällt einem doch nichts mehr ein.

***

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Abteilung: Kaputtalismus, Man schreit deutsh, Stadtstreicherei, Zeuge der Geschichte | Kommentare (9) | Autor:

CDU und SPD – bald keine Staatsknete mehr?

Donnerstag, 22. Juni 2017 23:04



Wie sich die Zerstörer der Grundrechte selber reingelegt haben. Theoretisch. Eine Deduktion mit Hilfe Hegels.

These:

Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich. Beschränkungen dürfen nur auf Grund eines Gesetzes angeordnet werden.
Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
v. 23. Mai 1949, Art. 10

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Abteilung: Kaputtalismus, Man schreit deutsh, The real pulse of Europe | Kommentare (2) | Autor:

#FreeDeniz (2): Lumpazilitanei

Donnerstag, 16. März 2017 1:51

Der deutsche Journalist Deniz Yücel sitzt seit dem 14. Februar in türkischer Haft. Diese Freiheitsberaubung wird mit nichts als Lügen begründet. Doch erst nach Wochen und wachsendem außerparlamentarischen Druck hat unsere Regierung sich bequemt, das offenbare Justizverbrechen an einem eidlich Schutzbefohlenen wahrzunehmen.

Spiegel online meldete Dienstagnachmittag:

Deutsche Diplomaten dürfen weiter nicht mit Yücel sprechen – obwohl der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim dies Kanzlerin Angela Merkel persönlich zugesichert hatte.

Und was tut das Auswärtige Amt nun? Schmollen?

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Abteilung: Die Spezies hat‘s verkackt, Kaputtalismus, Man schreit deutsh, Qualitätsjournalismus, Schwammintelligenz | Kommentare (0) | Autor:

Aufgelesen (5): Dr. Köhler übers Vadderland

Mittwoch, 8. März 2017 0:36


Jeden Tag les ich allerlei, das mir allen Mut nehmen will. Ich finde aber auch täglich etwas, das mein Herz stärkt.

Folgendes zum Beispiel ist ein ABC-Schüler-Merksatz, wenn es je einen gab – der große Peter Köhler hat ihn ins neue KONKRET-Heft graviert:

Nun mag Patriotismus in anderen Ländern harmlos sein. In Deutschland ist Patriotismus ein Verbrechen gegen die Menschheit.

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Abteilung: Aufgelesen, Man schreit deutsh | Kommentare (3) | Autor:

Zeuge der Geschichte (8)

Dienstag, 10. Januar 2017 21:23

Als das Küchenradio mir vom Ableben des Lieblingsassis eines führenden Nazijuristen erzählte, ging abermals kein Ruck durch mich.

In diesen dunklen Tagen, dachte ich, kann ich mich echt über gar nichts freuen, und ich machte mich wieder ans schmutzige Geschirr.

Auch hier waren die braunen Spuren beim Wegsortieren verschwunden.


Photo: „Tropical Rucksack 3“ by Ironmonger
(Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0
oder GFDL],

via Wikimedia Commons

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Abteilung: Man schreit deutsh, Unerhört nichtig, Zeuge der Geschichte | Kommentare (8) | Autor:

Kreatiphe Orthogravie (6): Rohentwurf

Dienstag, 4. Oktober 2016 22:38

Ich bin sicher, daß „jotka26“ es gut bzw. nicht so gemeint hat mit seinem Kommentar zu einem Tagesspiegel-Artikel über die Nazis in Dresden und ihre Freunde und Helfer. Aber nun steht er dumm da mit seiner Sprachkritik und sorgt für den einzigen Lacher, den ich den Vorgängen abgewinnen kann:

tagesspiegel-forum_04-10-16

Nämlich bei der Verstopfung angekommen. In „weiteren“ 18 Monaten ist die Sprache dann vollends versaugt.

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Abteilung: Kreatiphe Orthogravie, Man schreit deutsh, Schwammintelligenz | Kommentare (7) | Autor: