Archiv für die Abteilung 'Qualitätsjournalismus'

Eine Heldin unserer Zeit

Freitag, 19. Mai 2017 0:30

Wenn in kommenden, hoffentlich aufgeklärten Geschichtsbüchern über die wahrhaft großen Menschen, die echten Helden und moralischen Autoritäten, die kompromißlosen Humanisten unserer Zeit geschrieben werden wird, dürften ihr Name und ihre Geschichte prominent erwähnt, ihre unfaßbare Courage und vorbildliche Tapferkeit endlich angemessen gewürdigt werden: Chelsea Manning.

Nach sieben Jahren einer politischen Haft, wie sie außerhalb von Diktaturen und Einparteiennationen eher unüblich ist, nach sieben Jahren Isolation, Demütigung, physischem und psychischem Terror wurde Obamas nobelste und vorletzte Amtshandlung, die „Begnadigung“ Mannings, am 17. Mai endlich exekutiert.

Weiterlesen

Share

Abteilung: Kaputtalismus, Qualitätsjournalismus, Zeuge der Geschichte | Kommentare (0) | Autor:

#FreeDeniz (2): Lumpazilitanei

Donnerstag, 16. März 2017 1:51

Der deutsche Journalist Deniz Yücel sitzt seit dem 14. Februar in türkischer Haft. Diese Freiheitsberaubung wird mit nichts als Lügen begründet. Doch erst nach Wochen und wachsendem außerparlamentarischen Druck hat unsere Regierung sich bequemt, das offenbare Justizverbrechen an einem eidlich Schutzbefohlenen wahrzunehmen.

Spiegel online meldete Dienstagnachmittag:

Deutsche Diplomaten dürfen weiter nicht mit Yücel sprechen – obwohl der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim dies Kanzlerin Angela Merkel persönlich zugesichert hatte.

Und was tut das Auswärtige Amt nun? Schmollen?

Weiterlesen

Share

Abteilung: Die Spezies hat‘s verkackt, Kaputtalismus, Man schreit deutsh, Qualitätsjournalismus, Schwammintelligenz | Kommentare (0) | Autor:

#FreeDeniz !

Mittwoch, 22. Februar 2017 23:16



Ganz gleich, was eins von den Arbeiten des Journalisten Deniz Yücel oder seinem Hausblatt hält – die mittlerweile acht Tage währende Einkerkerung Yücels ist zweifelsfrei ein Justizverbrechen und Solidarität mit diesem politischen Gefangenen eine Selbstverständlichkeit für alle, die ihren Kopf nicht im Anus spazierentragen.

Warum Protest gegen die Verknastung Yücels ein Gebot der Humanität ist, warum sich jede Süffisanz vor dem Opfer eines Willkürregimes verbietet, haben besonders eindrucksvoll Hasnain Kazim für Spiegel online, Samael Falkner für das Weblog Prinzessinnenreporter und Mely Kiyak für die Zeit aufgeschrieben.

Man hat weniger Ärger mit [Yücel], wenn man ihm seine Freiheit gibt. Und man hat weniger Ärger mit mir, denn ich kann niemals Ruhe geben, solange mein Kollege, Hate-Poetry-Bruder und Freund Deniz Yücel nicht frei ist

sagt Kiyak; nur Dummbeutel und Drecksäcke kämen auf die Idee, ihr nicht beizupflichten, sich ihrer Sache nicht uneingeschränkt anzuschließen.

Weiterlesen

Share

Abteilung: Ironie off, Kaputtalismus, Qualitätsjournalismus | Kommentare (3) | Autor:

Aufgelesen (4): Biermann, Merkel, NSA

Freitag, 17. Februar 2017 3:36


Das Unbelehrte an den albernen, gleichermaßen beleidigten und gestelzten resp. düpierten Gesten der Qualitätsjournalisten, das Publikum, das sie mit ihrer Masche vergrämten, wieder zu vergähnen, läßt sich klar erkennen, wo diese Qualitätsjournalisten eine Schreckschraube schönschreiben, die so plan- und gewissenlos, so opportunistisch usw. ist wie, fälltmirgradein: Kanzlerin Merkel. Sie, die Qualitätsjournalisten, möchten sie, die Schnurzundschönschwaflerin*, unbedingt behalten, weil die und sie im Wesen identisch einfältig sind. Und darum zeichnen die edlen Federn, wenn die Kanzlerin ihre Verachtung für das Amt und die Moral des Amts vor einem Parlamentsausschuß grienend preisgibt, so was Phantasmagorisches:

Weiterlesen

Share

Abteilung: Aufgelesen, Kaputtalismus, Qualitätsjournalismus | Kommentare (3) | Autor:

Live-Blog: President erect

Freitag, 20. Januar 2017 17:55


23.59 Uhr
Erlösung: Phoenix beendet die Live-Übertragung! Und ich desgleichen.
Gute Nacht, liebe Leserin, werter Leser; und freuen Sie sich ab sofort jeden Morgen, daß die Welt noch da ist! Verlassen dürfen Sie sich nämlich nicht mehr darauf:

The Trump Administration is committed to a foreign policy focused on American interests and American national security. Peace through strength will be at the center of that foreign policy.
(„The White House“)

23.49 Uhr
Bislang der ansehnlichste Teil der Parade: Die vier Straßenkehrer zwischen den beiden Blaskapellen. Leider war ich zu langsam für einen Screenshot. Verdammtes Alter – mit 20 hätte ich das nicht vergeigt! Mit 20 hatte ich allerdings auch keinen Computer. (Und wenn ich so weiterquassel, laden sie mich demnächst als Gastkommentator bei Phoenix ein.)

Weiterlesen

Share

Abteilung: Bored beyond belief, Kaputtalismus, Qualitätsjournalismus | Kommentare (5) | Autor:

Elbvieh

Donnerstag, 12. Januar 2017 22:32

Ohne hier von „Lügenpresse“, „Mainstream-“ oder gar „Systemmedien“ dünnpfeifen zu wollen – aber es kann einen schon das kalte Kotzen ankommen, wenn der größte Skandal in der sowieso eklatanten Geschichte steuerfinanzierten Hamburger Protzbautentums titel- und bundesländerübergreifend so vehement ignoriert wird:

Screenshot „Google News“ 12.1.2017

Weiterlesen

Share

Abteilung: Kaputtalismus, Qualitätsjournalismus, Sokolowsky anderswo | Kommentare (8) | Autor:

Zeuge der Geschichte (7)

Samstag, 26. November 2016 23:15


cuba_fidelcastro_01_c_ricardo_stuckert

Gleich nachdem ich vom Tod des unerschrockenen Antiimperialisten Fidel Alejandro Castro Ruz erfuhr, habe ich nachgezählt, wie viele US-Präsidenten er im Amt bzw. buchstäblich überlebt hatte (9 bzw. 6) und wie viele CIA-Direktoren (15 bzw. 6). – Da bin ich nicht mehr so traurig gewesen und habe zu Ehren eines tapferen Revolutionärs Rum getrunken.

Weiterlesen

Share

Abteilung: Kaputtalismus, Qualitätsjournalismus, Zeuge der Geschichte | Kommentare (20) | Autor:

Zwei Reden und die Welt dazwischen

Montag, 24. Oktober 2016 2:43

pharyngeal_flap_procedures_c_felsir

Für so was gibt‘s den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 25.000 Taler:

Auch als ich längst eine eigene Wohnung hatte, behielt ich dieses Ritual bei: Ich betrachtete den Friedenspreis vom Fußboden aus. Irgendwie schien das auch angemessen zu sein. Seit der Preisverleihung an David Grossman saß ich dort, wo Sie jetzt sitzen.

Und für so was gibt‘s bestenfalls eine Aufwandsentschädigung:

Durch meinen Roman Ich hasse dieses Internet zieht sich unter anderem der Gedanke, daß es doch seltsam ist, wenn Menschen mit Hilfe von Twitter und Facebook andere dazu bringen, sich beschissen zu fühlen, indem sie sich in diesen sozialen Netzwerken zu Moralpredigten aufschwingen. Vom Tippen über das Versenden, Speichern und Zustellen bis zum Lesen geschieht das auf Geräten, die unter unmenschlichen Bedingungen und zu katastrophalen Löhnen gebaut wurden. Die Leute, die sich hier in Rechtschaffenheit hüllen, beteiligen sich an einem weit größeren und weit schädlicheren Übel als die Menschen, die sie anprangern.

Mit so was darf man sich vor den Bundespfaffen stellen und den Mund artig aufmachen:

Weiterlesen

Share

Abteilung: Kaputtalismus, Litterarische Lustbarkeiten, Qualitätsjournalismus | Kommentare (6) | Autor: