Archiv für die Abteilung 'Sokolowsky anderswo'

Matinee mit Mozart

Freitag, 15. November 2019 17:51



Die folgende Liebeserklärung an den unvergleichlichen Filmkünstler Martin Scorsese erschien erstmals in KONKRET 5/2000, anläßlich der deutschen Premiere von „Bringing Out the Dead“. Aus Anlaß des neuen, vermutlich finalen Spielfilms des einzigartigen Kinogenies Scorsese, „The Irishman“, hat Kay Sokolowsky den alten Aufsatz aus dem Dateidschungel geborgen, durchgeflöht und (von Kleinigkeiten abgesehen) für sehr gut erhalten befunden.
Sokolowskys (selbstredend hymnische) Besprechung des „Irishman“ finden Sie übrigens im befreundeten Weblog „Die Nacht der lebenden Texte“.
Der Abfall-Admin

***

Hüter des Schreins
Ich kann über Martin Scorsese nicht reden, ohne persönlich zu werden. Kein anderer Regisseur, dessen Werke mir ebenso viel bedeuten, dessen ästhetisches Programm mir gleich einleuchtet, dessen Blick auf die Welt und ihre Einwohner ich mir mit ähnlicher Passion angeeignet habe. Vor anderen, und gar nicht einmal wenigen, Regisseuren rutsche ich ehrfürchtig auf den Knien. Vor, mindestens, fünf liege ich anbetend auf dem Bauch. Mein Pantheon ist wirklich gut bestückt. Aber neben diesem kleinen, asthmatischen, freundlichen, wütenden Italoamerikaner schrumpfen all die Götterbilder, selbst Kubrick, Ford, Hitchcock, Spielberg und Eisenstein, zu Götzen. Ihn, Marty, liebe ich; ich liebe ihn wie, mindestens, Frau von Bingen ihren mystischen Bräutigam.

Weiterlesen

Abteilung: Director's Cut, Moving Movies, Selbstbespiegelung, Sokolowsky anderswo | Kommentare (7) | Autor:

Schnipsel: Politur und Kultik

Montag, 8. April 2019 23:22

Anti-Trumputin-Demo, Los Angeles, 21.1.2017

Das Rußlandtor ist geschlossen
Die populärste Verschwörungstheorie des laufenden Jahrzehnts hat sich erledigt. Eine Narretei globalen Ausmaßes, ein auf nichts als Spekulation, Gerücht, Chauvinismus, Idiotie und Fake News beruhendes Komplottmärchen namens „Russiagate“ ist als der Quatsch erwiesen, der es von Beginn an war. Die Riesenhysterie um einen vermeintlichen Deal des Kreml mit Donald Trump zwecks Präsidentenwahl war blanker Wahn. Was nun bleibt, sind die Trümmer der „vierten Gewalt“, die Leichenteile einer Demokratie und zahllose belämmerte Gesichter. Es bleibt aber auch (und das sollte uns alle sorgen) trotz der Blamage der „Russiagater“ eine „Doomsday Clock“, die auf zwei Minuten vor der ewigen Mitternacht steht.

Vor drei Wochen übergab Sonderermittler Robert Mueller dem US-Generalstaatsanwalt William Barr, was er, Mueller, an Erkenntnissen und Dokumenten betreffs einer „Collusion“ des Trump-Teams mit Putin zusammengetragen hatte. Es war so gut wie nichts. Barr teilte am 24. März dem US-Senat und -Kongreß sowie dem Rest der Welt mit:

The Special Counsel’s investigation did not find that the Trump campaign or anyone associated with it conspired or coordinated with Russia in its efforts to influence the 2016 U.S. presidential election.

Das kann nur für jene eine Überraschung sein, die sich die Hose mit der Kneifzange anziehen bzw. glauben, ihre Art Journalismus habe Qualität, bloß weil sie es penetrant behaupten. Die anderen, die leider viel zu wenigen Journalisten, die von Beginn an rochen, daß an „Russiagate“ was faul ist, wurden entweder von der Qual.presse totgeschwiegen oder, wenn sie nicht so leicht zum Schweigen gebracht werden konnten – wie zumal Glenn Greenwald – unter den Verdacht gestellt, ebensolche Kremlsklaven zu sein wie das Mons-Trump (Pardon für den Kalauer).

Weiterlesen

Abteilung: Inside "Abfall", Kaputtalismus, Musicalische Ergetzungen, Qualitätsjournalismus, Schnipsel, Sokolowsky anderswo | Kommentare (9) | Autor:

Empfehlung des Hauses

Samstag, 23. Februar 2019 23:32


Sie, liebe Leserin, werter Leser, haben lange nichts von mir gehört (außer ein paar kryptischen Reimen),
und das hat seine Gründe. Aber die will ich nicht ausbreiten, grund- und bodenlos, wie sie sind. Ich bin ja kein norwegischer Schriftstellerdarsteller.

Einige unter Ihnen haben es vielleicht vermißt, mein Geräusch zu vernehmen, und (wenn ich das schreiben darf, ohne peinlich zu erscheinen) ich auch. Ich habe viel zu lange nichts Ordentliches gebloggt. Das wird sich bald ändern. So viel kann ich versprechen, ohne falsch Zeugnis abzulegen. In meiner digitalen Kladde lauern drei dreiviertelfertige Essays über „Russiagate“, Relotius und richtiges Kino, die ich nirgendwo als hier, im „Abfall“, ablegen kann. Bzw. will.

Bis dahin bleibt mein Weblog eine trostlose Ödnis, sorry. Wer mich aber vorher wiederhören will, der findet am 25. Februar eine reelle Gelegenheit. Mein Kollege Fritz Tietz wird nämlich an diesem Tag um 20 Uhr anläßlich des „5. Hörkiosk“ in der Jupi-Bar (Caffamacherreihe 37-39) sein famoses Audio-Feature „Es darf ein bißchen mehr sein!vorstellen. Das sollten Sie sich nicht entgehen lassen, wenn Sie Einwohner meiner Hanselstadt sind.

Weiterlesen

Abteilung: Qualitätsjournalismus, Sokolowsky anderswo | Kommentare (0) | Autor:

Viel Glück und viel Segen auf allen Radwegen

Donnerstag, 27. Dezember 2018 18:52


Mein werter Freund und verehrter Kollege, der Autor, Darsteller und Spezialist Fritz Tietz, feiert heute seinen 60. Geburtstag; und falls es je einen jüngeren 60-Jährigen gab, dann zeigt ihn mir. Wer das Vergnügen und den Lebensgewinn erfahren durfte, diesen gentilen Mann kennenzulernen, wird sich umstandslos mit ihm über das runde Jubiläum freuen und Meister Tietz nur das Beste wünschen. Wem es noch nicht vergönnt ward, dem empfehle ich dringend das Geburtstagsbukett, das die löblichen „Prinzessinnenreporter“ ihm geflochten haben. (Den Kennern selbstverständlich genauso.)

Weiterlesen

Abteilung: Gute Nachrichten, Lieder ohne Werte, Moving Movies, Sokolowsky anderswo | Kommentare (1) | Autor:

Der Tag des Ruhms ist da

Montag, 16. Juli 2018 0:53

Dieses Match gehört meinen Jungs.
Das ist die Krönung.
Didier „Le Général“ Deschamps



Ich hab ja gewußt, daß meine Blauen gewinnen werden, ich hatte überhaupt keinen Zweifel, daß sie die Ustascha-Kameraden bezwingen würden, ich konnte mir gar nicht vorstellen, daß Didier „Dieu“ Deschamps etwas falsch machen könnte … Aber wenn ES dann doch geschieht – wenn dann doch die Mannschaft, der ich so gern zujuble und mit der ich so oft getrauert habe seit 1982 bzw. 2006, den Pokal erringt – wenn dann doch die Besten als die Besten vom Platz gehen – wenn dann doch eintritt, woran ich öffentlich nie zweifelte –: In solch einem endlosen Augenblick des Glücks und der Erleichterung und der Bewunderung und der Schadenfreude tauchen die heimlichen Zweifel einer nach dem anderen auf und versinken sogleich, einer nach dem anderen, für immer. Wenn es doch immer so wäre!

En avant

Abteilung: Lieder ohne Werte, Selbstbespiegelung, Sokolowsky anderswo, Unerhört nichtig | Kommentare (8) | Autor:

Der letzte Ödi

Donnerstag, 14. Dezember 2017 22:11

Im Partnerblog „Die Nacht der lebenden Texte“ hat Kay Sokolowsky vor ein paar Stunden veröffentlicht, was er vom neuesten „Star Wars“-Spektakel „Die letzten Jedi“ hält. (Nicht viel.)


Sokolowsky ist in seine Nerd-Neurosen zu tief verstrickt, um einen brutalen Verriß schreiben zu können. Freundlich ist sein Text aber auch nicht geworden. Vielleicht wollen Sie selbst mal gucken? Click!

Wo wir grad beieinander sind: Der Blogger bittet durch mich alle Kommentatoren um Entschuldigung, die teils schon seit Wochen auf Freischaltung ihrer Meinung warteten. Diese unhöfliche Verzögerung hat bloß mit dem Blogger und nichts mit IHNEN, liebe Kommentatoren, zu tun.

Gez. „Abfall“-Admin
__

Abteilung: Moving Movies, Sokolowsky anderswo | Kommentare (3) | Autor:

Programmempfehlung

Donnerstag, 16. November 2017 21:51

Der geschätzte Freund und Kollege Fritz Tietz hat für den Deutschlandfunk ein Feature realisiert, das ich mir gespannt anhören werde, morgen abend, ab 20.10 Uhr. Zum einen bin ich sehr interessiert, weil es hier um die Wirklichkeit geht, nicht umidas, was die Kanzlerin gernIgut hätte. Zum anderen, weil der TV-Veteran Tietz hier sein Debüt als Radio-Autor gibt. Ich zweifle nicht daran, daß es ihm glanzvoll gelingen wird. Zum letzten werde ich hinhören, weil Fritz Tietz mich für das Stück interviewte und ich schon aus Eitelkeit wissen will, was Sokolowsky so und wie erzählt hat. Erst danach guck ich mir das Manuskript an (spicken gilt nicht)!

Weiterlesen

Abteilung: Die beste aller Welten, Kaputtalismus, Sokolowsky anderswo | Kommentare (3) | Autor:

Replay mit Replikanten

Donnerstag, 5. Oktober 2017 23:42

Kay Sokolowsky hat sich Denis Villeneuves neuen Spielfilm „Blade Runner 2049“ angesehen und für das löbliche Filmblog „Die Nacht der lebenden Texte“ aufgeschrieben, was er von dieser Fortsetzung eines Meisterwerks hält.


Wenn Sie mehr erfahren möchten über einen hochpeinlichen Vorgang vor der Aufführung, über Wunder aus dem Computer und die gemischten Gefühle eines durchaus wohlwollenden Kritikers, klicken Sie bitte hier.

Gez. „Abfall“-Admin (aka Soko-Replikant)

Abteilung: Moving Movies, Sokolowsky anderswo | Kommentare (0) | Autor: