Fake News Blues

Aaron „Pinetop“ Sparks gewidmet


Tag für Tag, Nacht für Nacht bin ich konfus.

Tag für Tag, Nacht für Nacht denk ich nur Mus.
Sobald ich Twitter klicke,
fühl ich den Fake-News-Blues.

Wo, ach, wo stehn die Fakten?
Wo bleibt die Qualität?
Wer, ach, wer liest noch Akten
mit Objektivität?
Was ich will, das sind die nackten
Daten, nüchtern, nicht gebläht.

Ich pack jetzt meinen Koffer,
schreibe einen Gruß.
Ich pack jetzt meinen Koffer
ohne Fake-News-Blues.
Und ich fahr in eine Gegend
ziemlich nah bi mi to hus.

Tag für Tag, Nacht für Nacht bin ich konfus.
Tag für Tag, Nacht für Nacht freß ich News-Grus.
Wenn ich Spiegel online lese,
ham die auch den Fake-News-Blues.

Wer, ach, wer kennt die Wahrheit?
Wer, ach, wer hat sie gern?
Wer, ach, wer schätzt die Klarheit
zwischen Flensburg und Bern?
Was mir fehlt, ist To-do-Voodoo.
Ich such des Pudels Kern.

Ich tret in meinen Koffer,
mit dem linken Fuß.
Ich scheiß in meinen Koffer
und auf den Fake-News-Blues.
Und ich bleib in dieser Gegend
ziemlich nah bi mi to hus.

Tag für Tag, Nacht für Nacht war ich konfus.
Tag für Tag, Nacht für Nacht dacht ich nur Mus.
So lang ich nix mehr klicke,
fühl ich keinen Fake-News-Blues.

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Mittwoch, 26. September 2018 23:49
Abteilung: Bored beyond belief, Lieder ohne Werte, Qualitätsjournalismus

3 Kommentare

  1. 1

    Als Langstrecken- und Bergläufer ist mir in diesem Jahr etwas zum Thema aufgefallen, das zwar banal, aber bezeichnend ist.
    Der jährliche Nebenhornberglauf in Oberstdorf wird beworben als der höchste (2.220 m) und härteste (1.405 HM auf 10,5 Entfernungs-km). Stimmt nicht.
    Der höchste Berglauf Deutschlands ist jedes Jahr in Mittenwald. Auf die westl. Karwendelspitze (2.374) sind es 1.462 Höhenmeter auf 11 km (hab selber 3 x daran teilgenommen).
    Meine Bitten an den Oberstdorfer Laufverein und an die Lokalpresse, die diese Superlative ebenfalls übernommen hat, blieben bis heute ohne Resonanz. An der Ausschreibung wird sich demnach auch nichts ändern.
    Dies zeigt m. E., daß bereits in unpolitischen Dingen gefaket wird.

    Aber aus Dummheit und Faulheit, glaube ich, nicht absichtlich. Was die Sache selbstverständlich nicht besser macht. KS

  2. 2

    Diese Verse beschreiben gut meine anhaltende Stimmung. Wer hätte ihn nicht, den Fake-News-Blues? Die ununterbrochenen Lügen der Hofmedien verbunden mit der intendierten Beeinflussung der Bürger, den Feind außen zu sehen, um von den wahren Feinden innen abzulenken,führen bei mir zu Schwermut und Hilflosigkeit. Das Gefühl des Nobody loves me ähnelt dem Gefühl, belogen zu werden. Da ist es gut, daß es die kreativen Blogger gibt. Oft helfen sie nämlich gegen den Fake-News-Blues. Schöne Wortschöpfung! Dankeschön – für ein blaues Lächeln.

    Und ich danke Ihnen für das schön passende Wort „Hofmedien“. Das werd ich bestimmt mal klauen. KS

  3. 3

    Wie schön, ein lange erwartetes Lebenszeichen des geschätzten Autors. Oder sollten auch diese Zeilen Fake News sein? Immerhin geriet ich durch Klicks dorthin. Ach, was mag und kann man heut’ noch glauben? Erzählen Sie mir es bitte doch recht bald – vorzugsweise an diesem geheimnisvollen Ort, den Sie mit „nah bi mi to hus“ beschreiben. Ich habe da so eine Ahnung…
    Der Ebs-O-Mat

    Mein Lieber, Sie werden mich bestimmt bald zu hören und zu sehen kriegen! – Danke für diesen liebenswürdigen Kommentar. KS

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