Am Tag danach

Freitag, 8. Juli 2016 0:12

Wasserball_(c)_Kay_Sokolowsky


Zersprungen jede Hoffnung,

zertreten alle Träume und zerstört,
zerschmettert und zermahlen und zermalmt.

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Deutsche Leibkultur (2): Fladen der Freiheit

Donnerstag, 7. Juli 2016 19:36

Pizza-Freiheit_Aufmacher

Vorgestern wurde hier geklärt, warum heute abend in Marseille die Deutschen gegen die Französlinge gar nicht unterliegen können (Seele!) bzw. wer schuld sein wird, sollte das Undenkbare Wirklichkeit werden (Rizzoli!). Vor dem „vorweg genommenen Finale“ (zit. n. so gut wie allen Qualitätsmedien) wollen wir uns schnell (na ja) um zwei der ragenden, wo nicht gar ragendsten Merkmale deutschen Wesens kümmern, die Toleranz und die Genußfreude.

Allein Spiel-, Spaß- und (es gibt kein anderes Wort dafür:) Volksverderber bestreiten, was seit dem Märchen vom Sommer 2006 die ganze Welt weiß, auch wenn sie‘s vielleicht nicht kapiert hat: Die größten Sportsfreunde aller Zeiten sind zwischen Rhein und Oder daheim. Ihrer reinen Liebe zu Fairness und/oder „Respect“ (UEFA) kommt allenfalls ihr guter Geschmack gleich (dazu Näheres unten).

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Deutsche Leibkultur (1): Soul foot

Montag, 4. Juli 2016 23:38

Aufmacher_Leibkultur_(c)_Netto-Prospekt_EM-2012

Die kyffhäuserhohe Überlegenheit deutschen Wesens über alles, was kein deutsches Wesen, also: Unwesen ist, manifestiert sich nicht nur in Weltkriegen. Sondern auch bei Fußball-Europameisterschaften – wie etwa, extraschön, Michael Rosentritt für den Tagesspiegel
notierte:

(Vielleicht) ist es genau das, was den Deutschen auf dem Weg zum Titel noch gefehlt hat. Ein Niederringen Italiens! […] Sicher, der Sieg im Elfmeterschießen von Bordeaux nach intensiven 120 Minuten wird den Spielern von Joachim Löw in den Knochen stecken. Aber, und das ist das Feine daran, er wird eben auch in den Köpfen stecken. Eben Spuren hinterlassen, in Leib und Seele. Das stärkt, das läßt Spieler ausreifen, das lebt fort. Was soll jetzt noch kommen?

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Zeuge der Geschichte (4)

Dienstag, 28. Juni 2016 1:33

Als ich vom Tod Bud Spencers benachrichtigt wurde, wollte ich trotz Plattfuß wie ein Himmelhund auf dem Weg zur Hölle vier Fäuste für ein Hallelujah nach Westen schicken. Vorher aber mußte ich mir das Ende meiner Kindheit eingestehen.

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Gottes Wege sind unerforschlich

Mittwoch, 15. Juni 2016 0:52

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Zeuge der Geschichte (3)

Samstag, 4. Juni 2016 23:45


Als ich vom Ableben Muhammad Alis erfuhr, wollte ich dem Tod einen Jab inidie Rippen, einen Uppercut ans Kinn und eine rechte Gerade in die Visage verpassen.

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Nachricht von Parzelle 73

Donnerstag, 2. Juni 2016 23:09


Bestürzt teilen wir mit, daß unsere Ziehkinder Gurkula I., II. und III. trotz energischer Entfaltung in der Kinderstube, d. h. auf der Fensterbank, die Umsiedlung ins Gemüsebeet nicht überlebten.

Gurkentod_(c)_Kay_Sokolowsky

—-Vergilbte Hoffnung: Gurkula I.


Fraglich ist, ob die Schößlinge nach vielen Wochen betreuten Wohnens vor den Ungewißheiten des Freilands zu Tod erschraken (→ Stockholm-Syndrom) oder ob sie ein Zeichen setzen wollten; und zwar gegen die anstehende Versklavung bzw. Ausschlachtung durch ihre Zieheltern. Abschiedsbriefe liegen nicht vor. Was auch immer – wir werden die Kleinen vermissen!

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Zur Lage im Mai

Montag, 30. Mai 2016 22:12

Buchfink_am_Wegrand_(c)_Kay_Sokolowsky


Man hat ja so viel zu sagen
so viel zu sagen zu melden
Man steckt so voll mit Wörtern und Worten
mit Bildern so nett und mit Witzen aha
Man denkt so tief oder krumm vielleicht schräg
so um sich rum um Kragen und Kopf

Und dann sitzt man so da mit den Gedanken
mit den Witzen den Bildern den Wörtern den Worten
Man sitzt oder kauert so da und man sucht
nach Ecken gut zum Verstecken
Vor den Sätzen den langen den kurzen vorm Setzen
vor der Not des Notats

Man sitzt ziemlich viel und man liest ziemlich viel
so wie man denkt – durcheinander
Man weiß aber nicht was das soll dieses Sitzen
und dies Lesen dies Denken was soll‘s
Man weiß es nicht weiß nichts weiß rein nichts
ohne Pause

Man merkt einen Klumpen ein dumpfes Gelumpe
aus halben Ideen
Man spürt einen Druck zwischen Herz und
man weiß nicht der Leber
Man will reden und singen und der Mund
geht immer nur zu immerzu

Das ist im Mai die Lage im Kopf und im Mund
und auch sonst
Es gärt und es sprudelt versickert
so fort
Die Welt ist ein Traum ist ein Wort
aus der Welt
Und man ist auf der Welt
nicht von dieser

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