Round midnight: Alptraum No. 6287

Montag, 7. März 2016 0:00

Ringing_the_elevator_alarm_(c)_Dieselducy_Andrew_R

Falls es Sie interessiert, warum ich nach 18 Uhr so ungern in Fahrstühle einsteige, obwohl ich dafür immer wieder „Hast-du-eine-Meise“-Blicke kassiere – ich finde immer wieder neue Gründe für meine Phobie. Zum Beispiel heute im Guardian:

Und wer war wieder mal schuld an dieser Horrorgeschichte? Handwerker, natürlich, Zwiebelmettbrötchenfresser, Blaumanntypen wie der Möbeltischler in „The Texas Chainsaw Massacre“:

The Gaoling district government in the north-western city of Xi’an, Shaanxi province, said on Saturday that two maintenance workers turned off the power source on 30iJanuary in a residential building after they were called to check on a glitch. However, they failed to check if anyone was inside the elevator.

Die beiden Schlauköpfe sitzen jetzt in U-Haft, aber das wird dem Opfer ihrer Expertise, einer 43-jährigen Frau, auch nicht mehr helfen. So wenig wie mir mit meiner Angst, nach 18 Uhr Fahrstühle zu benutzen. Falls überhaupt jemals wieder. Zum Glück wohne ich in der ersten Etage.

Schlafen Sie gut!

Photo: „Ringing the elevator alarm“
by Dieselducy, Andrew R (Own work) [CC BY-SA 3.0 ],
via Wikimedia Commons

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Anständige Menschen

Sonntag, 6. März 2016 1:20

Emmakreuz_(c)_Kay_Sokolowsky

Vorschlag für ein zeitgemäßes Emma-Logo (zu verschenken)

Jeder hat die Bewunderer, die er verdient:

Auf die Frage, warum er den Islam alsi„Aggressionsreligion“ bezeichne, erklärt ein NPD-Autor [vor dem Bundesverfassungsgericht; K. S.], auch Alice Schwarzer habe doch vor der Islamisierung der Gesellschaft gewarnt.
Spiegel online, 4.3.16

Sie hat noch weiteres getan, was in den Mördergruben, die gewisse Autoren statt Herzen haben, gut aufgehoben sein dürftei–: Leni Riefenstahl, beispielsweise, zum Opfer* umdeklariert oder, betreffs der Zustände zu Silvester zwischen Kölner Dom und Bahnhof, dies daherspekuliert:

Doch der Terror kam (noch) nicht aus der Kalaschnikow oder von Sprengstoffgürteln, er kam aus Feuerwerkspistolen und von Feuerwerkskrachern. Und von den grabschenden Händen der Männer. Die Jungs üben noch. (…)
Hat der deutsche Staat also punktuell sein Gewaltmonopol schon verloren und gibt es längst rechtsfreie Räume, auch mitten in Deutschland? (…)
Wenn wir sie [die männlichen Flüchtlinge; K.S.] nun bei uns aufnehmen, haben auch sie das Recht darauf, eine Chance zu bekommen: die Chance, anständige Menschen zu werden.
Aliceschwarzer.de, 5.1.16 [Kursivierung von K. S.]

Und was tun anständige Menschen so? Darüber weiß jemand mehr als punktuell bescheid, der bei der NPD zweifellos auch einen guten Ruf hat, ein staatlicher Gewaltmonopolist namens Heinrich Himmler:

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Hokuskrokus

Samstag, 27. Februar 2016 22:55

Abendrot_Groenenweg_02_(c)_Kay_Sokolowsky

Ernst Jandl und Willy Steputat zugeeignet;
auf die Romanza des Hornkonzerts KV 417 zu jodeln


Abendrot o Abendrot
Gaa Gnadenbrot
Abendbrot
Aa Aufgebot o rot a Brot
Abendbrot o rot o a Gebot
Aa Atemnot o a ooo Abendrot
Abendrot o Abendroot oo Abendrooot gaaa Gnaaadenbrooot oaa

Abend o Abend o o o Abendrot
Sapperlot
Abendrot o Kot
Schockschwerenot
Brot o Abend o rot a Aaabend o rot ooo Nooot
Ooo Iiidiot o Kotverbot

Abendrot rot rot a rot aaa rooot
Halb a halb aaa halb o a ooo halbverloht loooht
Angedroht rot o Abend o Aaabend ooo
Abendrot a Abend aaa Abendrot o, oo, ooo
Hlllbvrrrloooht
O a Abendrot!

Abendrot_Groenenweg_01_(c)_Kay_Sokolowsky

KlGV Grönenweg, 27. Februar, 18.25 Uhr

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Der Blogger ist schon noch da, keine Sorge …

Montag, 15. Februar 2016 18:08

Meles-meles-tracks-on-snow_(c)_James_Lindsey… und sollten Sie keine gehabt haben, bin ich nicht gram, i wo.

Bevor ich gleich wieder den Kopf in die Höhle einziehe, darf ich mitteilen, daß das, was ich in Bezug auf dieses Weblog zur Zeit tue bzw. lasse, bei manchen Tieren, Bären zum Beispiel –, ja, eben nicht Winterschlaf, sondern, Achtung!, „Winterruhe“ heißt. Das lernte ich heute morgen gemeinsam mit einem aufgeweckten Neunjährigen (was eine eigene Geschichte ist, doch die erzähle ich, wenn überhaupt, ein anderes Mal).

In dem Buch unseres neu erworbenen Wissens wird die „Winterruhe“ so beschrieben:

Das ist zwar kein richtiger Winterschlaf, aber sie schlafen trotzdem die meiste Zeit. Die Bären atmen dann nur noch ganz wenig, ihr Herz schlägt sehr langsam, und sie leben bis zum Frühjahr von ihrem Winterspeck.

Für Dachse gilt das Gleiche. Und, stellen Sie sich vor: Ich hab bestimmt um zwei Kilo, auch Altpapier, abgenommen seit Neujahr!

Nun jedoch die Schneeglöckchen in Büscheln aus dem Boden wachsen und die Amseln bereits Liebeslieder proben, werde ich mich hier wohl schon bald mehr (wow, fünf Adverbien am Stück!) regen.

PS. Eine aufrichtige Bitte um Entschuldigung für meine „Bärenhäuterei“ (Schopenhauper, u. a. Par. und Par. II) und das daraus folgende, elend lange Nichtveröffentlichen ihrer interessanten Kommentare geht an Ted Eichinger und Kai Pichmann. Sie kommt hoffentlich an.

Photo: „Meles meles tracks on snow“ by
James Lindsey at Ecology of Commanster [CC BY-SA 2.5 or CC BY-SA 3.0],
via Wikimedia Commons

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Dschungelexpertise

Donnerstag, 21. Januar 2016 0:36

Gar nicht leicht zu sagen, wer peinlicher und blöder ist: die Leute, die bei „Ichibin ein Star, holt mich hier raus“ mitwirken, oder ihre Zuschauer. Am peinlichsten aber, am allerblödesten und außerdem erbärmlichsten sind jene Journalisten, die täglich das Nichtgeschehen im australischen Freiluftstudio fürs stumpfe Presspublikum referieren. Dieser Show zuzusehen oder Farbe beim Trocknen, macht schon keinen großen Unterschied. Über die infantile Nullität jedoch nicht bloß zu quatschen, sondern professionell zu reden, und zwar so, als handele es sich um ein Ding von Relevanz und Witz statt von Nichtigkeit und Deppenhumor -: Das faßt das ganze Elend des Journalistenlebens, seine Verächtlichkeit und Miserabilität wie in einer Dumpfnußschale.

Es geht freilich immer noch schlimmer, und deshalb mußte ich heute nachmittag auf der Website der Hamburger Morgenpost das hier sehen:

MOPO_Dschungelexpertin_Screen_01_20-01-16

Mopo.de, 20.1.2015

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2016: Sokolowsky schaut voraus

Dienstag, 5. Januar 2016 22:38

Augen_auf_(c)_Kay_Sokolowsky

Ich weiß natürlich genausowenig wie Sie, liebe Leserin, lieber Leser, was in den nächsten 361 Tagen auf uns zukommt. Aber mit den Jahren – von denen ich inzwischen einen ordentlichen Haufen zusammen habe – lernt der Mensch, die Zeichen zu deuten, die sich zeigen, wenn das Vergangene an der Schwelle zum Zukünftigen hockt, das heißt, so um Silvester herum.

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Abteilung: Bored beyond belief, Kaputtalismus, Selbstbespiegelung, Stadtstreicherei, Unerhört nichtig | Kommentare (0)

2015: Sokolowsky blickt zurück

Mittwoch, 30. Dezember 2015 0:03

Jahresrueckblick_(c)_Kay_Sokolowsky

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(Das mußte einfach mal sein. – Und wenn Sie darüber nicht lachen können, versuch ich‘s mal mit diesem Dialog, neulich am Nebentisch belauscht:

JUNGE FRAU. Willste auch n Wasser?
IHRE MUTTER. Nee, das is Beschiß an der Leber.

Na dann: Prost Altjahr!)

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Weihnachtsbratten

Donnerstag, 24. Dezember 2015 15:49

Weihnachtskrippe_Ausschnitt_(c)_Andreas_Praefcke

Die Familie versammelt sich am Tisch mit Festschmaus (unten)


Die richtig interessanten Spam-Mails erhalte ich zur Zeit in meiner Dritt- oder Viertbeschäftigung als Administrator dieses Weblogs. Eva zum Beispiel, die ich zwar nicht kenne, die aber bestimmt anders heißt, fragt mich ein paar Stunden vor der Bescherung:

Weihnachtsratten_(c)_Kay_Sokolowsky

Das möchte ich eher nicht. Deshalb bleibe ich zu Hause und lasse niemanden rein, auch wenn er Knecht Ruprecht heißt. Oder Chris T. Kind.

Schwieriger als Evas Frage ist dagegen folgende:

Gans_Redezeit_23-12-15

Aufgeworfen wurde sie am Mittwochabend in der Call-in-Show „Redezeit“ auf NDRkInfo. (Einige unter Ihnen werden sich vielleicht erinnern, daß ich dort vor einer Woche als Fachkraft für Sternenkriege eingeladen war.)

Tja … Tierliebe und Weihnachten: Paßt das zusammen? Dürfen Vegetarier zu den Feiertagen ausnahmsweise Fleisch essen? (Aber nur, wenn sie mit Ratten feiern?) Eine Zuhörerin, gleichermaßen von christlichen wie veganen Motiven bewegt, sorgte für jene Klarheit, derer wir in diesen dunklen Tagen bedürfen:

 

Und darum gibt es bei uns Hirsch. – Jutdlime pivdluarit ukiortame pivdluaritlo!


Photo (Ausschnitt): By Andreas Praefcke (Own work (own photograph))
[GFDL or CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

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