Die G20-Penner

Samstag, 6. Mai 2017 21:30

Am 7. und 8. Juli dieses Jahres wird in Hamburg der „G20-Gipfel“ hochgestapelt. Weil das Treffen der 20 mächtigsten Hackfressen der Erde auf dem Messegelände dieser Freier- und Handelsstadt stattfinden soll – und leider nicht auf einer jener Schwerölrußschleudern mit Plantschwanne, die am Kreuzfahrerkai festmachen –, muß die City der Cité hermetisch abgeschirmt werden. Die Kosten für den Spaß kann man nur ahnen. Jedenfalls hat die Bundesregierung schon mal 235 Millionen Euro zugesagt. Cansu Özdemir, die Fraktionschefin der Linken in der Hamburger Bürgerschaft, erinnert daran, daß der G20-Summit in Toronto 2010 nach Kehraus und Kassensturz 900 Millionen Euro verschlang.

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Abteilung: Kaputtalismus | Kommentare (1)

Die Zukunft war gestern – Epilog

Sonntag, 30. April 2017 0:01

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Aktuelle Marginalie:
Meister Brunners Schäflein

Wegen der Fülle des Materials, das hier verarbeitet werden soll, aber auch aufgrund einer Frage, deren Lösung mein Schreiben blockierte, habe ich beschlossen, diesen Epilog nicht erst vollständig, sondern als work in progress zu publizieren, bevor das geschätzte Publikum die Geduld komplett mit mir verliert. Eine Publikationsweise, die allerdings recht gut zum Medium, in dem dies publiziert wird, paßt. Ich hoffe, dem Blogpost täglich alle paar Tage je nach Laune einen weiteren Abschnitt hinzufügen zu können.
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I. Legenden

(Indem er von diversen Illuminationen berichtet, gibt der Autor eine hoffentlich nicht zu umständliche Erklärung ab, warum dieser Epilog eines Nachworts so viel Zeit und Raum braucht.)

Was das Bild links oben in diesem Zusammenhang bedeuten soll, ist ohne ein anderes Bild nicht erschöpfend zu erklären.

Oberflächlich dagegen scheint die Sache klar: Sie, diese Milchstraße, dies kosmische Juwel, steht für alles, was Science Fiction (SF) sein sollte. Ein Ausblick in die Unendlichkeit, die Abgründe der Welt. Eine Erkenntnis unserer menschlichen Grenzen, zugleich eine Herausforderung, diese Grenzen zu erweitern. Eine unwiderstehliche Anregung, über den Platz der Menschheit im Universum nachzudenken und über den Sinn dieses Weltalls, mithin unseres Daseins in mindestens so vielen Facetten zu spekulieren, wie die Galaxis Sonnen hat. Und, im besten Fall, vereint sich mit den anderen Aspekten die schiere Schönheit der Ausführung, sei diese Schönheit nun dem Zufall oder der Inspiration geschuldet.

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Abteilung: Litterarische Lustbarkeiten, Selbstbespiegelung, Sokolowsky anderswo | Kommentare (15)

Discovery Channel (6): A little bit easier

Donnerstag, 27. April 2017 23:30

We‘re tired of being blamed
for the mistakes that you constantly make
Ndidi O

Screenshot (Ausschnitt): YouTube/Le Live

Ach und ach ja – es gibt viele, es gibt mehr als sieben Milliarden Gründe, an der Menschheit zu verzagen, sich die Welt so trostlos vorzustellen wie Arthur Schopenhauer und gleich ihm alle Hoffnung auf bessere Zustände fahrenzulassen:

Man versetze dies Geschlecht in ein Schlaraffenland, wo Alles von selbst wüchse und die Tauben gebraten herumflögen, auch jeder seine Heiß-Geliebte alsbald fände, und ohne Schwierigkeit erhielte. – Da werden die Menschen zum Theil vor Langerweile sterben, oder sich aufhängen, zum Theil aber einander bekriegen, würgen und morden, und so sich mehr Leiden verursachen, als jetzt die Natur ihnen auflegt. – Also für ein solches Geschlecht paßt kein anderer Schauplatz, kein anderes Daseyn.1

Was aber hält einen am Laufen, weshalb tut man sich jeden Tag aufs neue und zugleich sattsam bekannte eine Wirklichkeit an, die meistens zum Heulen, ja, wie die Machination eines omnipotenten Sadisten erscheint?

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Abteilung: Discovery Channel, Musicalische Ergetzungen | Kommentare (2)

Portrait of the Artist as a Middle-aged Man

Donnerstag, 20. April 2017 1:07


Dies ist, glaube ich, das gelungenste Selbstbildnis, das ich je gezeichnet habe. Und außerdem ein nachdrücklicher Beleg dafür, daß mein Blog wirklich bloß eine Art Notizbuch ist.

Demnächst wird hier wieder was Politisches oder sonstwie Bedeutsames erscheinen, versprochen! Bis dahin danke ich für Ihre Geduld.

Abteilung: Bored beyond belief, Selbstbespiegelung, Unerhört nichtig | Kommentare (4)

The Happy Eggheads in: Ostergrüße

Sonntag, 16. April 2017 16:31


FRAU EIERMANN. Wo bleibst du denn?

HERR EIERKOPF. Sekunde, bin gleich da.

FRAU EIERMANN. Okay … Fünfsechs Die Sekunde ist um!

HERR EIERKOPF. Bin sofort da!

FRAU EIERMANN. Ja – da. Aber hier bist du nicht.

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Abteilung: Bored beyond belief, Unerhört nichtig | Kommentare (3)

Zeuge der Geschichte (11)

Mittwoch, 12. April 2017 23:34


Als der Typ im Radio beiläufig mitteilte, daß Michael Ballhaus
gestorben ist, senkte ich den Blick und sah in eine Leere, für die niemand außer Ballhaus die richtige Brennweite kennt.

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Abteilung: Moving Movies, Zeuge der Geschichte | Kommentare (2)

Neues vom Elbvieh

Freitag, 7. April 2017 23:38


Also sprach die Kanzlerin vor drei Monaten:

Eines Tages werden wir alle sehr stolz sein, daß auch zu unseren Zeiten mal etwas gebaut wurde, wo Menschen vielleicht in 50 und 100 Jahren noch sagen: Guck mal, das war damals im Jahr 2017 am 11. Januar.

Und Olaf Scholz, Hamburgs Erster Bürgermeister, flunkerte zur Eröffnung der Elbphilharmonie:

Die Welt wird hierher sehen und immer wieder hören, was heute diesen Saal erfüllt: Freude!

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Abteilung: Kaputtalismus, Stadtstreicherei | Kommentare (1)

Die Grenzen des Humors

Sonntag, 2. April 2017 16:15


„Hast du das hier schon gehört?
Ich bin megakraß verstört.“

„Was denn, bitte, ist passiert?
Siehst ja aus wie umgerührt.“

„Daß du das noch gar nicht weißt!
Ahnst du nicht, was das jetzt heißt?“

„Sag‘s mir endlich klipp und klar!
Mensch, ich frag dich: Was geschah?“

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Abteilung: Bored beyond belief, Lieder ohne Werte, Unerhört nichtig | Kommentare (1)