Muttertags-Song (mit Akkordeong)

Sonntag, 10. Mai 2015 9:00

Hamburg-finkenau-brunnenfigur-ehemalige-frauenklinik_(c)_Roland_H_Bueb


Zur Welt kam ich auf einem Kutter.

Der Kommandant hieß Käptn Luther.
Charakterlich ein arg Kaputter,
erkor er mich zum Fischefutter.

Wir lagen östlich von Kalkutta,
als seine Frau, ich nenn sie Jutta,
entschied: „Ist gut, alles in Butter.“
Das war mein Ende. Danke, Mutter!




Photo: By Roland.h.bueb (Own work)
[CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

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Wörter zerstören, wo sie nicht hingehören

Freitag, 8. Mai 2015 12:08

Regelmäßigen Besuchern dieses Weblogs wird es nicht entgangen sein, daß der Blogger sich seit einigen Wochen rar macht. Dafür gibt es allerlei Gründe, aber keine gravierenden oder gar besorgniserregenden. Manchmal hat Kay Sokolowsky einfach keine Lust, sich mit den Wörtern abzugeben, manchmal haben die Wörter keine Lust auf ihn, und manchmal, das heißt, ziemlich oft will er die Wörter einfach für sich behalten. Diese Phasen der Unlust bzw. Privatisierung könnten ein Thema für ein Blogpost sein. Aber dazu müßte Sokolowsky sehr viel Lust aufs Wörterstanzen haben undiaußerdem den Antrieb, etwas zu veröffentlichen, was höchstwahrscheinlich kein Aas interessiert. Sowieso sind, meint Sokolowsky, erheblich zu viele Wörter unterwegs, bloß um unterwegs zu sein. Ein Schwallen und Schwafeln und Schwätzen ist in der Welt, das nicht zuletzt den Wörtern schadet: Ein Verstummen und Schweigen von Zeit zu Zeit täte sowohl ihnen als auch den Lesern recht gut.

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8. Mai 1945: Lied der Sieger

Freitag, 8. Mai 2015 10:45

Royal_Air_Force_Bomber_Command,_1942-1945._CL3400_(c)_Dowd_J

So geht’s den Deutschen, den Deutschen, den geht’s so!

Photo: Royal_Air_Force_Bomber_Command,_1942-1945._CL3400, by Dowd J (Fg Off),
Royal Air Force official photographer [Public domain], via Wikimedia Commons

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Krass: der neue Grass!

Donnerstag, 16. April 2015 15:48

In der Donnerstags-Taz führt Kay Sokolowsky den Begriff „Ghostwriter“ auf dessen Kern zurück und leiht die, äh, Feder dem Ersatz-Goethe* und Zwangsschwätzer** Günter Grass für ein finales, öh, Gedicht. (Das Dorthe Landschulz um eine der gelungensten Grass-Karikaturen ever bereichert hat.)

Grassens Abschiedsstück „Mit letzter Finte“ sollte in keiner Werksammlung des Verschiedenen fehlen! Es kann in jedem gut sortierten Kiosk auf edlem Recyclingpapier erworben und anschließend, vorzugsweise in Trauerweide gerahmt, an beliebigen Orten (Kulturstaatsministerium, Keller, Klo etc.) aufgehängt werden.

Verächter der Holzmedien können die Verse übrigen auch online auf den Bildschirm beamen, um so einen idealtypischen Nobelpreisträger in bleibender Erinnerung zu behalten. Sokolowsky warnt allerdings eindringlich davor, die digitale Version einfach so, für lau, zu lesen. Wer keinen lumpigen Euro für „taz. zahl ich“ übrig hat, der sei dazu verflucht, sämtliche, hm, Dichtungen Grassens nicht nur zu lesen, sondern auswendig zu lernen! Die Günter-Grass-Stiftung behält sich eine Überprüfung der Geizhälse vor und droht überführten Schnorrern wahre Hundejahre an.

* „Günter Grass war ein Weltliterat, sein literarisches Vermächtnis wird neben dem von Goethe stehen.“
Monika Grütter, Kulturstaatsministerin
und peinliche Vollnärrin

** Was ja auch mal gesagt werden muß

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The Happy Eggheads: Vor dem Tor

Sonntag, 5. April 2015 13:24

Vom Eiweiß befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick.

Osterspaziergang_05-04-15_01_(c)_Martina_Sokolowsky

Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlt‘s im Revier
Sie nimmt geputzte Eier dafür.

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Mars in oppositio

Samstag, 4. April 2015 23:59

Kay Sokolowsky hat bereits vor längerer Zeit (ca. Herbst ‘89) die Hoffnung aufgegeben, seine Meinung könne mehrheitsfähig werden. Die allgemeine Einverstandenheit mit dem Status quo erscheint ihm seit dem Fall der Mauer wie eine neue, viel mächtigere, weil unsichtbare Wand, an der er sich beim Versuch, sie einzurennen, nichts als Beulen und Kopfweh holen kann (und geholt hat). Was Sokolowsky allerdings nicht davon abhält, immer wieder dagegenzupoltern.

Ähnlich fest auf dem eisernen Thron wie heute saß der Kaputtalismus seit seiner Gründerzeit nicht; und anders als damals ist keine soziale Bewegung in Sicht, die ihm das Plündern und Verwüsten sauer machen könnte. Syriza? Ach je. Podemos? Schön wär‘s. Der Abgang der Marktwirtschaft ist weiter weg als ein (s.iunten) bemannter Flug zum Mars.

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Die beste aller Welten (12): Bad jokes

Mittwoch, 1. April 2015 14:39

Der hier hat den Hals nie voll gekriegt:

Der ehemalige Spitzenmanager Thomas Middelhoff hat nach Angaben des Amtsgerichts Bielefeld einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über sein eigenes Vermögen gestellt. […]
Dem Ex-Manager sitzen Gläubiger im Nacken. Mehr als 90iMillionen Euro soll Middelhoff ihnen nach einem Bericht des Westfalen-Blatts schulden. […] Middelhoff selbst fordert wiederum vom Bankhaus Sal. Oppenheim in einer Zivilklage […] insgesamt rund 100 Millionen Euro. […]
Vor zwei Wochen war er mit dem Versuch gescheitert, gegen die Zahlung einer Kaution von rund 900.000 Euro auf freien Fuß zu kommen.
(Zeit online, 31.3.2015)

Die hier hingegen haben den Hals zu voll gekriegt:

Ein Ehepaar, das in der vergangenen Woche tot in seiner Wohnung in Oberpframmern gefunden wurde, ist sehr wahrscheinlich Opfer seiner Armut geworden. […] Die Eheleute sind an den Folgen einer Vergiftung durch die Abgase eines Notstromaggregats gestorben, das sie in ihrer Not in der Wohnung aufgestellt hatten. Beide waren auf Hartz IV-Leistungen angewiesen. […]
[Der] Betrag für Strom im Hartz IV-Regelsatz [sei] viel zu niedrig, betont Günther Reiser von der Schuldnerberatung der Diakonie im Gespräch mit dem Blatt. Er beobachtet, daß zunehmend mehr Menschen ihre Stromrechnungen nicht bezahlen können.
(gegen-hartz.de, 24.3.2015)

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Ich adoptiere einen Aphorismus

Sonntag, 29. März 2015 23:59

Über die „Pflicht“ knarzt der Geheime Rat Goethe in den Maximen und Reflexionen:

Pflicht: Wo man liebt, was man sich selbst befiehlt.
No. 1089 in der Hamburger Ausgabe

Als schöne Pflicht galt mir, so lange ich es liebte, jenen Guten Vorsatz vom 1.iJanuar zu erfüllen, in welchem ich mir befohlen hatte, täglich etwas zu verbloggen.

Vorsätzliches Ende, Trümmerdetail

Vorsätzliches Ende, Trümmerdetail

Inzwischen beansprucht die Einlösung des in ziemlich naiver Unbekümmertheit rausgeplatzten Versprechens einen übergroßen Teil meiner Freizeit. Wie sie den Blogposts seit dem 22. März gewiß anmerkten, habe ich die Partien nicht mehr aus Liebe zum Werkstück, sondern unter Schüben der Wut und Frustration verfaßt. Das sollte kein Autor sich auf Dauer antun; gleich gar nicht einer mit Neigung zu Durchblutungsstörungen. Die Pflicht erlischt, Goethe weitergedacht, am Verdruß. (Et hoc: 81 Tage lang habe ich meinen guten Willen bewiesen; das übertrifft die Prinzipienfestigkeit und Kondition der Hamburger Grünen um immerhin 79 Tage!)

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