Schöne Bescherung (fürs Gemüt)

Sonntag, 25. Dezember 2016 1:51

Thomas Küster ist einer der Gäste meines Blogs, die mir regelmäßig das Gefühl geben: Es lohnt sich, trotz allem. Neulich hat Küster ein Jubiläum im Kommentarbereich dieses Blogs begangen. Dafür schenkte ich ihm was:

Sie dürfen im „Abfall“ ein zur dunkelsten Jahreszeit besonders gut passendes Lied empfehlen, möglichst mit ein paar begründenden Worten, möglichst mit YouTube-Link.

Und ein Wunderwerk an Schönheit bekam ich von Thomas Küster retour. Ich habe die Veröffentlichung eigens für Weihnachten aufgehoben, denn dies ist ja die Zeit, um Präsente zu machen, welche die Herzen rühren. Dem klugen Gastautor und seinem feinen Geschmack danke ich sehr und bezaubert; und Sie, liebe Leserin, lieber Leser, werden es hoffentlich auch tun. Sie müssen sich nur etwas Zeit nehmen, doch davon sollte an Feiertagen ja einiges vorhanden sein (zumal bei diesem Dreckwetter).

Beauty und der schlimme alte Mann
Hilary Hahn spielt Mozart im Vatikan
Von Gastautor Thomas Küster

Der Impuls beim ersten Schwenk von der Bühne ins Publikum, wo der Ratzingerpapst im Mittelgang thront, flankiert von zwei weiteren Hochwürdens: weiterklicken! Es gibt unendlich viele schöne Musik auf YouTube, warum muß ich mich da von einem Ratzinger runterziehen lassen? Doch dann fängt Hilary Hahn zu spielen an; und ich muß zuhören.

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Abteilung: Adventskalender, Discovery Channel, Musicalische Ergetzungen | Kommentare (8)

Möge die Nacht mit dir sein!

Sonntag, 18. Dezember 2016 2:09

In Volker Schönenbergers löblichem, ungemein rührigem Filmblog „Die Nacht der lebenden Texte“ als Gastautor aufzutreten, ist mir jedes Mal eine Ehre und ein Vergnügen. Die Offenheit der „Nacht“ für alles, wirklich alles, was mit bewegten Bildern zu tun hat, die überhaupt nicht verdruckste, im Gegenteil ausdrücklicke Zuneigung des Chefbloggers und seiner Adjutanten auch zu den Schmuddelkindern des Mediums ist ganz nach meinem Herzen. Und wenn ich Schönenberger irgendetwas übel nehme, dann einzig dies: Er ist viel, viel fleißiger als ich. „Streber!“ hätte ich vor 40 Jahren gekräht. Heute bin ich klüger und blamiere mich auf höherem Niveau.

Mein neues Cameo in der „Nacht“ verdankt sich dem „Star Wars“-Spin-off „Rogue One“. Sie, liebe Leserin, werter Leser, sollen jetzt nicht überredet werden, diesen Auswuchs einer Affenliebe zu begutachten. Denn wie fast alles, was ich veröffentliche, habe ich es vor allem für mich aufgeschrieben. – Wenn Sie jedoch meine Rezension als Ausgangspunkt für eine Expedition durch das Schönenberger-Weblog nehmen mögen, können Sie, eine gewisse Kino-Vernarrtheit vorausgesetzt, in der „Nacht der lebenden Texte“ (welch ein großartiger Titel, nebenbei) eine amüsante Überraschung nach der anderen erleben. Ischwör!

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Abteilung: Moving Movies, Sokolowsky anderswo | Kommentare (3)

Aphone Aphorismen (8): NS Agents

Dienstag, 6. Dezember 2016 21:23


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Neulich der Gefährtin gedankenfrei auf die Voice-box gesprochen: „Ruf mich bitte zurück, wenn du dies abgehört hast.“

Sie antwortete vorher. Verdächtig.

Photo unter Verwendung von.: „phone signal“
by Mwtoews (Own work) [CC BY-SA 3.0],

via Wikimedia Commons

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Abteilung: Aphone Aphorismen, Die beste aller Welten, Schwammintelligenz | Kommentare (0)

Zeuge der Geschichte (7)

Samstag, 26. November 2016 23:15


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Gleich nachdem ich vom Tod des unerschrockenen Antiimperialisten Fidel Alejandro Castro Ruz erfuhr, habe ich nachgezählt, wie viele US-Präsidenten er im Amt bzw. buchstäblich überlebt hatte (9 bzw. 6) und wie viele CIA-Direktoren (15 bzw. 6). – Da bin ich nicht mehr so traurig gewesen und habe zu Ehren eines tapferen Revolutionärs Rum getrunken.

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Abteilung: Kaputtalismus, Qualitätsjournalismus, Zeuge der Geschichte | Kommentare (20)

Die Zukunft war gestern – Epilog

Samstag, 19. November 2016 23:00

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Wegen der Fülle des Materials, das hier verarbeitet werden soll, aber auch aufgrund einer Frage, deren Lösung mein Schreiben blockierte, habe ich beschlossen, diesen Epilog nicht erst vollständig, sondern als work in progress zu publizieren, bevor das geschätzte Publikum die Geduld komplett mit mir verliert. Eine Publikationsweise, die allerdings recht gut zum Medium, in dem dies publiziert wird, paßt. Ich hoffe, dem Blogpost täglich alle paar Tage einen weiteren Abschnitt hinzufügen zu können.
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I. Legenden

(Indem er von diversen Illuminationen berichtet, gibt der Autor eine hoffentlich nicht zu umständliche Erklärung ab, warum dieser Epilog eines Nachworts so viel Zeit und Raum braucht.)

Was das Bild links oben in diesem Zusammenhang bedeuten soll, ist ohne ein anderes Bild nicht erschöpfend zu erklären.

Oberflächlich dagegen scheint die Sache klar: Sie, diese Milchstraße, dies kosmische Juwel, steht für alles, was Science Fiction (SF) sein sollte. Ein Ausblick in die Unendlichkeit, die Abgründe der Welt. Eine Erkenntnis unserer menschlichen Grenzen, zugleich eine Herausforderung, diese Grenzen zu erweitern. Eine unwiderstehliche Anregung, über den Platz der Menschheit im Universum nachzudenken und über den Sinn dieses Weltalls, mithin unseres Daseins in mindestens so vielen Facetten zu spekulieren, wie die Galaxis Sonnen hat. Und, im besten Fall, vereint sich mit den anderen Aspekten die schiere Schönheit der Ausführung, sei diese Schönheit nun dem Zufall oder der Inspiration geschuldet.

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Abteilung: Litterarische Lustbarkeiten, Selbstbespiegelung, Sokolowsky anderswo | Kommentare (15)

Fashion victims

Freitag, 18. November 2016 2:27

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Eine Frau aus New York verklagt den Klamottenvertrieb Zara, weil sie angeblich in einem Kleid der Marke einen in den Saum genähten Rattenkadaver gefunden hat. Ein Firmensprecher äußerte zu dem Vorfall das Übliche: Zara habe „strenge Qualitätskontrollen sowie Gesundheits- und Sicherheitsstandards“. Das mag glauben, wer mag. Greenpeace glaubt dran. In Kleidungsstücken von Zara stellten die Grünfriedler noch 2012 „fortpflanzungsschädigende und krebserregende Chemikalien“, u. a. Nonylphenolethoxylate, fest. Nach Publikation der peinlichen Testergebnisse gelobte das Unternehmen, bis spätestens 2020 auf die Verwendung der Gifte verzichten zu wollen, und hat mittlerweile, wiederum laut Greenpeace,

eine Liste seiner Naßproduktionsstätten veröffentlicht und untersucht, welche gefährlichen Chemikalien in seiner Lieferkette vorkommen. Auch werden Entwicklungen in verschiedenen Produktionsregionen analysiert. Zudem forscht Inditex nach den Quellen gefährlicher Chemikalien, wenn diese in Abwässern auftauchen.

Inditex heißt der Konzern, zu dem Zara gehört. Greenpeace hat es nicht für nötig befunden, die Angaben des Multis zu überprüfen. Es wird bloß ein bißchen gerüffelt:

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Abteilung: Die beste aller Welten, Ironie off, Kaputtalismus | Kommentare (3)

Die Zukunft am Mittwoch

Montag, 14. November 2016 23:51

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Spread the word!“ ist eine der beiden Devisen, die der Autor, der einen selbstgewählten Auftrag ausführt, immer befolgen sollte (die andere: „Don‘t cheat with words!“). In den vergangenen Jahren habe ich keine Mission so eifrig und so gern erfüllt wie meine Werbung für die literarische Science Fiction und ihre Klassiker. Obschon meine 24-monatige Serie in Konkret seit Oktober beendet ist, sehe ich mein Säen der frohen Botschaft lange nicht ans Ende gekommen. Leser dieses Blogs, die mein Nachwort zum Epilog von „Die Zukunft war gestern“ verfolgt haben, wissen, daß noch vieles ungesagt ist. Ich hätte übrigens gar nix dagegen, von einem freundlichen Mäzen für ein paar Wochen vom schnöden Broterwerb befreit und beim Verbreiten der Botschaft unterstützt zu werden. (Aber da kann ich leider lange warten.)

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Abteilung: Litterarische Lustbarkeiten, Selbstbespiegelung, Sokolowsky anderswo | Kommentare (1)

State of the Union, Vol. 2

Sonntag, 13. November 2016 21:06

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Bert Brecht wußte alles voraus, was uns Zeitgenossen entsetzt, und zwar bereits vor 86 Jahren, nämlich in Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny. BB kannte den Trump längst, als der noch nicht mal ein Glitzern im Auge seines Vaters war:

Erstens, vergesst nicht, kommt das Fressen,
zweitens kommt der Liebesakt,
drittens das Boxen nicht vergessen,
viertens Saufen, laut Kontrakt.
Vor allem aber achtet scharf,
daß man hier alles dürfen darf.
(Wenn man Geld hat.)

Der Dichter sah den US-Wahlkampf 2016 vorher mit allen bestialischen Parolen:

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Abteilung: Ironie off, Kaputtalismus, Litterarische Lustbarkeiten, Zeuge der Geschichte | Kommentare (5)