Sokolowsky am Boden!

Mittwoch, 21. Januar 2015 1:20

Den ganzen Abend an einer Änderung des Blog-Designs gefummelt – und keinen Nanometer weitergekommen. Das raubt Nerven; außerdem sehr viel Zeit. Deshalb bin ich etwas zu spät für das Dienstags-Posting; ich bitte meine Millionen treuen Leserinnen und Leser in aller Welt um Pardon. Leute, ihr seid die Größten!

Es gibt jetzt aus o. a. Grund auch nicht viel Text zu sehen. Bloß einen Schnappschuß von dem, was ich gestern abend beim Abstellen des Fahrrads vorm Supermarkt entdeckte. Und was man meinetwegen für ein Sinnbild dieses Blogs halten darf:

Abfall_Sinnbild_(c)_Kay_Sokolowsky


Oder einfach für die Photographie eines verlorenen Schnullers, eines Werbe-Buttons sowie einer Zigarettenkippe.

(Sofern es Sie interessiert, woran ich so lange und erfolglos bastelte: Ich wollte dieses Bild in den „Header“ des Weblogs integrieren. Klingt ganz schön aufregend, was? – Wie bitte? Nein, Sie müssen jetzt nicht antworten.)

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Zeilenschinderei (2)

Montag, 19. Januar 2015 23:45


Sag, lieber Freund, was bist du so politisch,

so streng, so biestig und verbissen,
als seist du dieser Welt Gewissen,
und weshalb, bitte, wirst du gleich so kritisch?

Versteh, mein Freund, die Frage nicht als Angriff!
Ich frage bloß, weil ich dich leiden mag.
Doch stört mich, daß du jeden jungen Tag
zum Anlaß machst für einen schrillen Anpfiff.

Ich bin ja selber manchmal analytisch.
Wenn‘s paßt, wenn‘s sein muß … Muß es sicher sein!
Viel lieber freilich sind mir Sonnenschein
und frische Luft und Lust statt jesuitisch.

„Okay, ich bin dir offenbar zu nölig.
Stimmt aber nicht! Ich bin beim Nörgeln fröhlich.“

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Die beste aller Welten (10): Land of the free

Sonntag, 18. Januar 2015 21:43

Anfang Dezember wurde die Dokumentation eines US-Senatsausschusses über die Foltermethoden der CIA veröffentlicht. Der Bericht erscheint in deutscher Fassung morgen beim Westend Verlag. Auszüge des Reports sind auf der Website der Frankfurter Rundschau nachzulesen:

Verhörmethoden wie Schläge oder das „Walling“ (Gefangene werden gegen eine Wand geschleudert) wurden in Kombination eingesetzt, häufig verbunden mit Schlafentzug und Nacktheit. (…)
Die Methode des Waterboardings war körperlich schädlich; sie verursachte Krampfanfälle und Erbrechen. Abu Zubaydah zum Beispiel wurde „völlig unansprechbar, und aus seinem offenen, vollen Mund quollen Blasen“. (…)
Bei mindestens fünf Gefangenen wurden eine „rektale Rehydrierung“ oder rektale Einläufe vorgenommen, ohne dass dafür eine dokumentierte medizinische Notwendigkeit bestand. Die CIA setzte die Gefangenen in „Bäder“ mit Eiswasser. Die CIA versetzte mehrere Gefangene in den Glauben, sie würden den Gewahrsam der CIA nie mehr lebend verlassen, und einem Gefangenen wurde suggeriert, er werde die Einrichtung nur in einer sargförmigen Kiste verlassen. (…)
Während des gesamten Programms zeigten mehrere CIA-Gefangene, die den verschärften Verhörmethoden der CIA und länger dauernder Isolation unterworfen wurden, psychische und verhaltensmäßige Auffälligkeiten wie Halluzinationen, Paranoia, Schlaflosigkeit sowie Versuche der Selbstverletzung und Selbstverstümmelung.

And the star-spangled banner in triumph shall wave.

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Man schreit deutsh (12): Weiberkram

Samstag, 17. Januar 2015 23:39

Was unterscheidet den gemeinen Pegidazi vom gewöhnlichen Islamisten? Nichts außer den Klamotten und den Eßgewohnheiten. Der Haß auf alles, was libertär, tolerant, emanzipativ ist, eint die Prediger beider Parteien.

Halt – eine weitere Differenz gibt es: Die Typen mit den Kopfwindeln geben gar nicht erst vor, etwas anderes zu sein als reaktionäre Barbaren.

Die Muslimfeinde hingegen verwenden ziemlich viel Zeit und Energie darauf, sich als Vertreter von Demokratie und Zivilisation aufzumanteln. Das ist eine, leider, ziemlich erfolgreiche Taktik, aber nicht mehr als das. Herrschte hierzulande ein Bürgerkrieg wie im Irak, die verkappten Nazis würden sofort zur Sache kommen.

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Kreatiphe Orthogravie (4): Alme Sau

Freitag, 16. Januar 2015 21:30

Almemania_(c)_Kay_SokolowskyDen Deutschen, der stolz ist, einer zu sein, denn er hat ja sonst nix, erkennt man zuverlässig daran, daß er seine schöne Mutter Sprache in Wort und Schrift nach Kräften schändet. Das liegt an den dumpfen Gedanken, die sein nicht besonders komplexes Gehirn beschäftigen und die er ausdrückt wie seine Eiterpickel. So was sieht nie schön aus.

Anläßlich einer Spiegel online-Meldung über die Angst Dresdener Unternehmer, durch die „Abendspaziergänge“ der Pegidazis in schlechten Ruch zu kommen und wirtschaftlichen Schaden zu erleiden, knörzt im Forum ein Musterexemplar teutschen Trutzes dies:

Coolweldernst_(c)_Spiegel_online
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Empfehlung des Hauses: Weltmeister Wolf

Donnerstag, 15. Januar 2015 23:00

Es waren seine „WM-Moritaten“, die mich, ich war grad 18 geworden, bei ihrer Erstveröffentlichung in Titanic erstmals auf den Meisterdichter Ror Wolf aufmerksam machten. So etwas Witziges, Aufregendes, Kunstvolles hatte ich vorher noch nie gelesen, wenn es um Fußball ging:

Zwölf Uhr in Mexico, in einer heißen
zerpfiffnen Schüssel, Celsius sechzig Grad.
Es kochte furchtbar, doch das Resultat
gilt als Bonbon in den Expertenkreisen.

(WM-Moritat „Neunzehnhundertsiebzig“)

Tatsächlich gab es seinerzeit auch nichts, was dieser Art, mit dem Thema schreibend umzugehen, gleichkam, nicht einmal von fern. Übrigens hat sich an diesem Zustand wenig geändert, aber das ist kein Wunder. Denn Ror Wolf hat nie wie andere Schriftsteller versucht, den Fußball plan nachzuerzählen. Das geht nämlich nicht, ohne den Leser in Grund und Boden zu langweilen.

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Abteilung: Litterarische Lustbarkeiten | Kommentare (0)

Zeilenschinderei (1)

Mittwoch, 14. Januar 2015 23:27


Bin so müde wie ein Stein,
fällt mir leider gar nichts ein,
laß das Bloggen einfach sein,
schleich in meine Heia rein.

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Respekt, Lutz Bachmann!

Dienstag, 13. Januar 2015 22:02

Bei der Ansprache vor den Pegidazis am Montagabend fiel Ihnen folgendes aus dem Mund:

„Die Medien überschütten uns momentan mit Anti-Pegida-Karikaturen, aber genau das empfinde ich als Vertrauensbeweis! Ja, ihr hört richtig, ich bin stolz darauf, denn sie tun dies nur, weil sie sicher sind, daß wir uns nicht auf eine barbarische Art wie die Täter von Paris rächen werden, sondern weil sie wissen, daß Pegida eine Bewegung von Menschen ist, die mit Satire umgehen können und sich auch mal selbst auf die Schippe nehmen, ohne gleich zur Kalaschnikow zu greifen oder Brandsätze in Redaktionen zu werfen wie in Hamburg.“*

Das schafft nicht jeder: fünf Lügen in nur zwei Sätzen! Und oben drauf ein Selbstvergleich mit den islamistischen Mördern … Chapeau!

Und da Sie ja nicht „gleich“ zur Kalaschnikow greifen wollen – wären Sie eventuell so freundlich, Ihre Aufräumaktionen bei der „Lü-gen-pres-se“ vorab anzukündigen? Geht über Facebook doch ganz leicht. Danke!

* Die verheerende Rechtschreibung und Interpunktion des Originals wurden stillschweigend korrigiert.

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