Aphone Aphorismen (1): Schall und Rauch

Dienstag, 28. Mai 2013 23:37

Durch Zwielicht und Regenluft den Katzenstieg passiert. Vor mir ein Hund mit Menschen-
anhang, hinter mir ebenso. In Ahorn und Buche tönt Wettgesang der Amseln. Doch nirgendwo: eine Katze. Ist dergleichen Irreführung mit Namen in dieser Welt der Schwindeletiketten nicht längst die Norm? War je schon jemand im Entsorgungspark sorglos? Wo wurde auch nur ein Mal Energie erneuert, die Entropie widerlegend? Fließt aus den Alpen Milch? Paßt ein Tiger in den Tank? Wer hat eine Augenklappe bei den Piraten? Was wäre, bitteschön, engelhaft an Angela (Merkel)? Sah man irgendwann ein Schiff vertäut am Kay? Was Wunder, daß Katzen prinzipiell nicht auf die Namen hören, die wir ihnen geben.

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Daniel Bahr muß jetzt ganz tapfer sein

Sonntag, 12. Mai 2013 19:28

Busfahren ist nicht nur gut fürs Klima, sondern bisweilen auch lehrreich. Am Freitagabend sitze ich mit meinen Einkaufstüten voller, wie heißt das heutzutage? Nährmittel? – und ziemlich schlaff im Bus nach Hause. Es chauffiert eine Frau um die 40, die einen gewissen ruppigen Charme ausstrahlt, wie ich alter Proletenkultist ihn außerordentlich zu schätzen weiß. Hinter ihr steht eine etwas ältere Frau; eine Kollegin auf dem Weg in den Feierabend, was ich dank meiner übermenschlichen Kombinationsgabe aus einem Nebensatz („die Linie hier möcht‘ ich auch mal haben – so schön ruhig“) entnehme.

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Das sind doch zwei „m“ zuviel …?

Montag, 6. Mai 2013 22:19

Tschuldigung, den konnt‘ ich mir nicht verkneifen.

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Kirchentag: No place to go in Hamburg

Samstag, 4. Mai 2013 16:27

Gesichtet am 4. Mai um 14 Uhr im Botanischen Garten zu Klein Flottbek.
Wir waren zum Glück schon auf dem Heimweg.

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Ditt is ming Baalin! (1)

Freitag, 3. Mai 2013 19:57


Mit herzlichem Gruß an Mias, den Förster vom Schilderwald

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Derrick im Dreck

Freitag, 3. Mai 2013 12:39

Was passiert wäre, wenn Ex-SS-Mann Horst Tappert und sein Waffengenosse, der begeisterte Nazi-Propagandist sowie nachmalige „Kommissar“- und „Derrick“-Stammautor Herbert Reinecker, den inneren Schweinehund von der Kette gelassen hätten: Das hat sich Kay Sokolowsky für die „Wahrheit“-Seite der Taz ausgemalt.

Obwohl der Autor den Kauf der Print-Ausgabe dringend empfiehlt, erlaubt er ausnahmsweise den Aufruf der Online-Version. Denn was sich dort in den Leser-Kommentaren abspielt, ist an Blödheit, Ignoranz und Nazi-Sympathisantentum nicht zu überbieten. – Eine Auswahl der dumpfesten Zuschriften finden Sie hier:

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Schöner wohnen ohne Kronen

Donnerstag, 2. Mai 2013 22:01

Wer mag der Herr wohl von diesem Häuschen sein? Einer, der das Laubharken haßt? Jemand, der das Bauhaus-Konzept etwas zu ernst nimmt? Beziehungsweise die Idee vom Hochbunker (mit äußerster Energieeffizienz)? Oder einer, dessen ästhetisches Empfinden über den Anfängerkasten von Lego nie hinausgewachsen ist? – Um Erklärungen wird gebeten.

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Schwammintelligenz (2): Meinung und Mob

Donnerstag, 2. Mai 2013 14:15

Die Mehrheit stellen in jedem Kollektiv die Arschlöcher.
Hermann L. Gremliza, Konkret 4/2013

Es ist nichts Besonderes, eine Meinung zu haben. Jeder Mensch hat eine, manchmal sogar eine eigene. Leider neigen Menschen dazu, ihre Meinung für etwas Letztgültiges zu halten. Dabei ignorieren sie, daß unter dem Druck der äußeren Umstände nichts sich schneller ändert als die Meinung. Karl Marx hat das als erster erkannt und prägend benannt: „Das Sein bestimmt das Bewußtsein.“ So wandelt sich der Maoist auf der Suche nach einem Auskommen zum Chefredakteur der Welt und der Rechtsanwalt, dem antizionistische linke Meuchelmörder als Mandanten ausbleiben, zum Advokaten judenhassender rechter Totschläger.

Bevor das Internet Karriere machte, war die Veröffentlichung einer Meinung Wenigen vorbehalten. So schimmerte um den Leitartikler, ganz gleich, ob man ihn verehrte oder verachtete, der Nimbus von Auserwähltheit, erglänzte die Meinung, die er zwischen Frühkonferenz und Druckabgabe aus sich preßte, im Schein von Bedeutung. Intellektuelle Brillanz störte dabei eher; der Leser wird nicht gern überfordert und möchte das Gefühl nicht missen, es sowieso besser zu wissen als der Autor. Je schiefer die Metapher, je trivialer die Reflexion, je opportunistischer die Moral, desto wohler fühlte das Publikum sich mit dem Leitartikel. Der heimliche Traum aller treuen Abonnenten war es von jeher, die Stelle des Vorbeters einzunehmen und die Gemeinde „Ja“ und „amen“ sagen zu hören, wenn sie losplärrten: „Rem publicam hab ich stets im Sinn. Man weiss es ja, dass ich ein codex bin. / Alt und jung ruft mir zum Preise, ich bin Saardams größtes Licht.“ Um sich so „klug und weise“ zu fühlen wie der Bürgermeister in Lortzings „Zar und Zimmermann“, setzte der Leser gelegentlich einen Brief auf; aber was der Durchschnittsdepp ergoß, schaffte es so gut wie nie in die kostbaren Spalten.

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Abteilung: Schwammintelligenz, Undichte Denker | Kommentare (4)