Die beste aller Welten (5)

Samstag, 29. Juni 2013 0:11

„Weltweit bleibt ein großer Teil der Kinder und Jugendlichen in den Entwicklungs- und Schwellenländern immer noch ohne ausreichende Bildung und ist von sozialen und technologischen Fortschritten ausgeschlossen. Dies ist Ergebnis des Unicef-Reports 2013 ‚Das Recht auf Zukunft‘ […].

So gehen in den Entwicklungs- und Schwellenländern immer noch über 132 Millionen Mädchen und Jungen im Schulalter weder in eine Grund- noch in eine weiterführende Schule. Ihre Lernmöglichkeiten sind häufig zusätzlich durch Unterernährung in den ersten Lebensjahren beeinträchtigt. Schon jetzt machen junge Menschen fast 40 Prozent der weltweit rund 200 Millionen Arbeitslosen aus.

Anläßlich seines Geburtstags ruft Unicef Deutschland die Regierungen dazu auf, die bislang nicht erreichten Millenniumsziele mit Nachdruck zu verfolgen. Alle Staaten müssen ihre Verpflichtungen erfüllen, die sie mit der UN-Kinderrechtskonvention eingegangen sind. […] ‚Das Wissen und die Wege sind heute vorhanden, damit alle Kinder gesund aufwachsen und ihre Fähigkeiten entfalten können‘, erklärte Dr. Jürgen Heraeus, Vorsitzender von Unicef Deutschland. ‚Doch bis heute profitieren gerade die ärmsten Kinder zu wenig von sozialen und technologischen Fortschritten. […]‘“

Pressemitteilung von Unicef Deutschland, 27.6.2013

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Die beste aller Welten (4)

Freitag, 28. Juni 2013 11:24

„Keine Turnhalle, verschimmelte Toiletten und Unterricht im Werkraum, weil es an Klassenzimmern fehlt: Die Zustände an der Marieluise-Fleißer-Realschule in München sind katastrophal. Eine Generalsanierung stellt das städtische Bildungsreferat jedoch erst in zwei Jahren in Aussicht – frühestens.

Der Geruch, der einem aus dem Zimmer der Deutschförderklasse 1b entgegenschlägt, ist unbeschreiblich. Es ist eine Mischung aus abgestandener Luft und Schimmel. Drei Stunden täglich sitzen neun Kinder mit ihrer Lehrerin in dem winzigen Kellerraum der Grundschule an der Schwanthalerstraße und versuchen, Deutsch zu lernen. Tageslicht fällt nur durch einen schmalen Schacht herein. ‚Wir weisen die Stadt seit 14 Jahren darauf hin, daß wir nicht genügend Räume haben‘, sagt Ursula Lindner, die stellvertretende Leiterin. ‚Das Bauamt antwortet nicht einmal.‘ Und dann bricht es aus ihr heraus: ‚Kein Kind aus Grünwald würde da sitzen, das sind nur unsere.‘“

Süddeutsche.de/Tina Baier, 28.6.2013

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Die beste aller Welten (3)

Donnerstag, 27. Juni 2013 19:59

„Heute wurde im Bundesbildungsministerium die aktuelle Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes (DSW) vorgestellt, die sich seit 60 Jahren der Erforschung der wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studierenden im Lande widmet und immer wieder auch Mißstände in den Fokus rückt. […]

Achim Meyer auf der Heyde [Generalsekretär des DSW:] […] Auch wenn das Bildungsniveau in der Gesellschaft insgesamt gestiegen ist, auch wenn es immer mehr akademisch Qualifizierte gibt: In Deutschland entscheidet noch immer die soziale Herkunft über den Bildungsweg. […] Von 100 Akademiker-Kindern studieren 77; von 100 Kindern aus Familien ohne akademischen Hintergrund schaffen nur 23 den Sprung an eine Hochschule. Die soziale Selektivität beim Hochschulzugang in Deutschland ist erschreckend stabil, und dagegen hat die deutsche Bildungspolitik kein Konzept. Auch die neue Studienstruktur mit Bachelor/Master hat die sozialstrukturelle Bildungsbeteiligung nicht verändert.“

Studi‘s online, 26.6.2013

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Die beste aller Welten (2)

Dienstag, 25. Juni 2013 14:35

„Zu viele Psychopillen für Kinder […] – zu diesen Feststellungen kommt der ‚Arzneimittelreport 2013‘ der Barmer GEK.

[…] Besorgniserregend hoch stufen die Bremer Forscher die Verordnungszahlen von Antipsychotika für Kinder und Jugendliche ein. Von 2005 bis 2012 sind die Verschreibungen um 41 Prozent gestiegen. Verursacht werden die Zuwächse vor allem durch neuere Präparate (plus 129 Prozent), während die Verschreibungen älterer Medikamente leicht rückläufig sind. Ein differenziertes Bild zeigt der Blick auf einzelne Altersgruppen. Bei Kleinkindern bis vier Jahren verschreiben Ärzte kaum noch Antipsychotika. Bei allen anderen steigen die Verordnungszahlen, am stärksten bei den 10- bis 14-Jährigen. ‚Eine medizinische Erklärung dafür läßt sich nicht direkt herleiten‘, betont [Untersuchungsleiter Prof. Dr. Gerd] Glaeske. Weder zeigten Studien einen Anstieg psychia-
trischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen noch hätten sich die relevanten Therapieempfehlungen geändert.“

Pressemitteilung der Barmer GEK, 11.6.2013

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Die beste aller Welten (1)

Sonntag, 23. Juni 2013 13:21

„In ihrem am 12. Juni veröffentlichten Bericht zum Welttag gegen Kinderarbeit schätzt die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) die Zahl der weltweit als Hausangestellte arbeitenden Kinder auf 10,5 Millionen. Mehr als 71 Prozent seien Mädchen. Sie arbeiteten oft unter gefährlichen oder sklavenähnlichen Bedingungen. Die Kinder seien meist isoliert von der Öffentlichkeit und der eigenen Familie.“

ver.di publik 4/2013

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„Shades of Grey“ und die Folgen …

Montag, 17. Juni 2013 21:45

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… gesichtet heute im S-Bahnhof Hamburg-Bahrenfeld. – Aber wohin sollte Jörg, der Doofi, denn korrekt treten? Ins Gesicht? Gekröse? Mumu? Popomatong? Ich kenn‘ mich einfach nicht aus mit diesen neumodischen Vergnügungen.

Obwohl, einen gewissen Vorläufer der akuten „Nichts ist feuchter als mein Blut“-Mode habe auch ich in meinen Teenie-Jahren erlebt, Ende der Siebziger, als Torfrock mit „Der Boxer“ für Lacher der rustikalen Art sorgte: „Hau mir doch bidde nich mähr auffie Libbe / Box mir doch bidde nich mähr auffen Munt … Die Underlibbe steht schon vor wie ne Schibbe / Man kannoch auch in Magen haun / Oder auffie Augenbraun“.

Mal ehrlich – sooo groß ist der Unterschied zum Sub- und Dom- und Pitschepatschepeitsche-Blödsinn doch nicht, oder? Sag selbst, Jörg!

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Hochwasserkatastrophe jetzt auch in Hamburg!

Mittwoch, 12. Juni 2013 17:14

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Gedenke Banks

Sonntag, 9. Juni 2013 23:10

Diese ganzen Systeme dunkler Planeten, diese Billionen von Quadratkilometern leeren Papiers repräsentierten die Zukunft des Gehirns, die Räume, die es in seinem zukünftigen Leben
füllen würde.

Falls es ein zukünftiges Leben hatte.
Bedenke Phlebas

Daß Iain Banks, der neben Robert Charles Wilson erheblichste Science-Fiction-Autor unserer Zeit, unheilbar an Krebs erkrankt war, wußte ich schon; er gab es ja vor ein paar Monaten mit seltener Gelassenheit und Würde bekannt. Daß Iain Banks tatsächlich sterben würde, habe ich bis vor ein paar Minuten für unmöglich gehalten. Ein Mann, der so überwältigend gescheite und phantasievolle Riesenschnurren wie Exzession, Welten und natürlich das singuläre Bedenke Phlebas geschrieben hat, darf nicht mit 59 Jahren sterben. Ein Mann mit soviel Geist und Takt und Stil und Witz und Menschenliebe soll sich noch mit 100 bester Gesundheit und, wenn er so gnädig sein mag, auch uns erfreuen. Aber der Krebs, der Scheißkrebs, der elende, verfluchte, brunzdumme Scheißkrebs liest keine Romane, jedenfalls keine guten, und knöpft sich zielsicher immer die Falschen vor. Immer. Immer.

Ich ziehe mich jetzt ein paar Tage vom Bloggen zurück und schnalle mir statt dessen Bedenke Phlebas, diese brillanteste Space opera der Literaturgeschichte, vor die Augen. Dann sieht es wenigstens niemand, sollte ich anfangen zu heulen.

 

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