Filme aus dem Fleischwolf, Folge fwei

Samstag, 15. September 2012 23:51

Das Spielfilmdebüt von Margot Honecker sowie ein interessanter Blick hinter die Kulissen von Bayreuth, wo an der Weltherrschaft gearbeitet wird: Solche Thrills und noch viel mehr bieten die originaldeutschen „Mash up“-Movies, die Kay Sokolowsky in der Taz vorstellt. Gänsehaut (Christine Neubauer), Humor (Til Schweiger) und Romantik (Rainer Brüderle) garantiert!

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Bored beyond belief (8): mfG

Montag, 10. September 2012 22:30

Sonntagnachmittag beim Radeln durch Hamburg-Nienstedten, gleich neben der Carl-von-Clausewitz-Kaserne, werden wir an der S-Bahn-Unterführung solcherart begrüßt: 

„Scheißwurst“ ist klar: Das paßt auf mindestens jeden Zweiten in diesem Revier der Milliardäre und Obristen. Aber „Brudi“? Wofür steht das? Eine Abkürzung für „Brutaler Dickwanst“? Oder soll‘s die Koseform von „Bruder“ sein? Und zwar „Bruder“ im Sinn des US-amerikanischen „Brother“ bzw. „Bro“, mit dem sich die schwarzen Slum-Einwohner einst gegenseitig der Solidarität versicherten? Ist es schon so weit mit dem Klassenkampf? Daß die Oligarchen einander rauhe Namen geben resp. die „Brudi“-schaft beschwören, weil sie sich zusammenschweißen und geistig härten müssen wider die aufziehenden Stürme der Revolution?

   So viele Fragen, so wenig Klarheit. Vielleicht sieht „Brudi“ sein Graffito auf dieser Seite und klärt mich auf. Sofern es ihm die Sache leichter macht, darf er mich auch als „Scheißwurst“ adressieren. Wäre ja, siehe oben, nicht das erste Mal.

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Filme aus dem Fleischwolf

Samstag, 8. September 2012 13:00

„Mash-up“ rules: Hollywood läßt Abraham Lincoln auf die Vampire los und demnächst die Heldinnen aus Jane Austens Pride and Prejudice gegen Zombies antreten. Da kann das hiesige Kino nicht nachstehen. Für die Taz hat Kay Sokolowsky aufgeschrieben, was beispielsweise Michael Haneke vorhat, wenn Goethe und Werther dem verrückten Baron von Frankenstein begegnen, oder wie bei Tom Tykwer der junge Otto von Bismarck die Weltverschwörung des Dr. Mo zerschlägt. In lauter sehr speziellen Gastrollen: Christine Neubauer, die große Untote des deutschsprachigen Films.

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Bored beyond belief (7): Jesus lebt in Ottensen

Freitag, 7. September 2012 23:57

… und ER hat eine Sprühdose, und, siehe!, ER hat sie gerichtet auf eine Eisentür in der Borselstraße, um uns zu richten:

Das ist eine Offenbarung! Bzw. offenbar die zeitgemäße (SMS! Twitter!) Kurzfassung jenes rätselhaften Befehls aus der Bergpredigt: „Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.“ (Matthäus-Evangelium V, 37)

   Eines aber wüßt‘ ich schon gern: Macht auch Jesus jetzt in Medien? Ja, ja? Wie alle anderen in diesem gentrivertierten Quarree zwischen Barner- und Gaußstraße? Das wär‘ vom Übel. Denn dann ginge sogar der HERR auf den Schrägstrich. Nein, nein!

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Bored beyond belief (6): Na ja … so ähnlich

Sonntag, 2. September 2012 0:51

An wen erinnert Sie dieser Mann?

a   Colonel Kurtz in „Apocalypse Now“.

b   Marlon Brando in „Apocalypse Now“.

c   Die Szene in „Apocalypse Now“, in der Captain Willard alias Martin Sheen zum ersten Mal das Gesicht von Marlon Brando in seiner Rolle als Colonel Kurtz sieht.

d   Kay Sokolowsky.

Unter den richtigen Einsendungen (a – c) verlosen wir unser Wohlwollen. Alle anderen Schlauberger seien verflucht; und bis zum Ende ihrer überflüssigen Tage sollen sie jammern und klagen: „Das Grauen! Das Grauen!“

Photo: Martina Sokolowsky

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Spaßmacher und Totmacher

Donnerstag, 30. August 2012 23:45

Gleich zwei Mal reicht Kay Sokolowsky im Septemberheft von Konkret seine Meinung ein. Warum „To Rome With Love“ leider nicht zu Woody Allens Meisterwerken zählt, wird durchaus einleuchtend in einer Kurzrezension beschrieben. Die sich bei aller Knappheit jedoch Zeit nimmt, einer betörenden Neapolitanerin namens Alessandra Mastronardi den Hof zu machen.

Im zweiten, erheblich längeren Stück „Rauch über Aurora“ wird zwar nicht erklärt, warum James Holmes am 20. Juli 2012 bei einer Mitter-
nachtsaufführung von „The Dark Knight Rises“ zwölf Menschen abgeschlachtet hat. Wie denn auch? Aber dummschwätzende Schlaumeier wie Ines Geipel, Iris Radisch und etwa 99 % der Weltpreßhalunken dürfen hier gern nachlesen, wie sie jeder Lüge aufsitzen bzw. selber lügen, nur um der unerträglichen Wahrheit auszuweichen, die in jedem Amoklauf steckt. Außerdem enthält der Aufsatz eine tiefe Verbeugung vor dem Soziologen Götz Eisenberg und seinem großartigen Buch „… damit mich kein Mensch mehr vergißt!“

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Auf dem Gänsemarkt, nachts um halbelf

Donnerstag, 23. August 2012 23:39

Warum die Freie und Handelsstadt Hamburg 1881 von Fritz Schaper eine Statue Gotthold Ephraim Lessings anfertigen ließ, ist mir lange ein Rätsel gewesen. Lessing steht für alles, was ein Hamburger Pfeffersack haßt: Humor, Herzenstakt, humanistische Bildung. Er mochte die kleinen Leute, die Verachteten und Verstoßenen, sie waren ihm sogar – man lese die Minna von Barnhelm! – viel lieber als die Herrschaften mit den dicken Taschen und Backen. An den Herrgott, wie so ein Handelsmann ihn sich vorstellt, hat er nie glauben mögen, dazu war ihm der Schöpfer viel zu lieb. Wie sehr er auf ein Jenseits ohne mitgeführte Privilegien und Vorurteile hoffte, das steht groß und erhaben in Nathan der Weise.

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Wer nix ist, wird Analyst

Montag, 20. August 2012 0:03

Vor dem Börsengang:

„Facebook ist heute in einer ähnlichen Ausgangsposition wie einst Google. Mehr als 800 Millionen Nutzer haben sich in dem sozialen Netzwerk angemeldet, viele von ihnen geben dort immer intimere Daten preis. Facebook hat schon die Reichweite, jetzt muß es nur noch den Milliarden-Dollar-Knopf finden und drauf drücken. So kalkulieren Investoren.“
Stefan Schultz, Spiegel online, 31.1.2012

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„Angesichts dieses Potenzials sehen die meisten Beobachter Facebook gut gerüstet für den rauhen Wind an der Wall Street.“
Thorsten Schröder, Zeit online, 1.2.2012

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„Dennoch hält der Experte [Maik Haufe, Quirin Bank] einen Zusammenbruch nach dem Börsengang für unwahrscheinlich. ‚Das hat den einfachen Grund, daß Facebook schwarze Zahlen schreibt.‘“
N. N., Süddeutsche.de, 2.2.2012

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