Schnipsel: Die Humburg-Wahl

Die Frage heißt: Soll ich überhaupt wählen oder tue ich besser, zu Hause zu bleiben?
Überlege jeder, daß er mit jedem Schritte, den er zum Wahllokal lenkt, sich öffentlich
zur Erhaltung des kapitalistischen Staatssystems bekennt.
Erich Mühsam: Der Humbug der Wahlen (1912)

Ich blieb nicht zu Hause (obwohl es Hunde und Katzen regnete), und ich bekannte mich (obschon ich nicht als Stütze des kapitalistischen Staatssystems bekannt bin). Hernach mußte ich, wie immer, Erich Mühsam recht geben und ging, wie immer, mit Kopfweh von all den Dummheiten, Phrasen, Lügen, die stundenlang aus dem TV-Gerät in meine Ohren tropften, zu Bett. Und ich werde beim nächsten Mal, wie immer, den Humbug wieder mitmachen.

Vielleicht hänge ich an dummen Gewohnheiten. Vielleicht bin ich ein bißchen in Cansu Özdemir verknallt. Vielleicht tun mir einfach die Helfer in meinem Wahllokal leid, die sonst noch weniger zu wirken hätten und sich am Sonntagnachmittag, als die Liebste und ich auf- und ankreuzten, sichtlich ödeten. (Wahlbeteiligung in unserem Beritt: 39,1 Prozent.)

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Anläßlich der Humburger Bürgerschaftswahl vor fünf Jahren verspottete ich in vielen ordentlich gesetzten Reimen sowohl Kandidaten als auch System. Die beste Strophe lautete:

Denn wie immer bei den Wahlen
zähl’n am Ende nur die Zahlen.

Die zweitbeste ging so:

Lieber macht die Fegebank
mich mit ihrer Mimik krank.

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Überhaupt muß ich mir kaum was Neues ausdenken, um das aktuelle Wahlresultat zu kommentieren; ich habe, gleichfalls vor fünf Jahren, fast alles Nötige geschrieben. Ein paar Namen sind veraltet, das meiste jedoch ließ der Zahn der Zeit unberührt:

Die Aussicht, künftig einen sprechenden Honigkuchen als Zweite Bürgermeisterin ertragen zu müssen, ist keine schöne. Aber ich habe einen ertappten Kokser mit Neigung zum Größenwahn überstanden, dann sollte eine mopsfidele Nichtraucherin gerade noch zu schaffen sein. Das denkt der Scholzomat ebenfalls, und deshalb will er mit niemand sonst über eine Koalition reden als mit den Dümmsten, Schmiermittelkompatibelsten, und das sind, trotz harter Konkurrenz durch das Suding-Syndikat, nachweislich die Grünen.
Es brauchte nämlich nur ein paar Minuten nach der ersten Hochrechnung, bis die Bundesvorsitzende des Freundeskreises Poroschenko, stop, Quatsch, der Grünen, Simone Peter, ins Mikrophonbüschel quakte: „Wir werden uns nicht billig verkaufen.“ Hier werden ökonomische und politische Sphäre nicht vermischt, sondern vereint. Trotzdem dürfte Frau Peter ihr Armutszeugnis für ein trotziges Statement halten. Im Selbstbetrug lassen sich die Grünen nun mal von keinem was vormachen; außer, vielleicht, von ihren Wählern. Wo die parlamentarische Demokratie vergammelt, wo republikanische Werte begeistert der Verwertung zugeführt werden, ist nichts leichter (und billiger) zu kaufen als eine Partei. Den aktuellen Tarif entnehmen Sie demnächst der Tagespresse.

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Die Hamburger Grünen und insonderheit ihre Spitzenfrau sind ein vitaler Beweis dafür, daß Blödheit in Deutschland nicht bestraft, vielmehr belohnt wird. Eine „Wissens- und Innovationsmetropole“ solle diese herzlos zusammengeklatschte Großgemeinde an der Biegung des Flusses werden, krähte Fegebank Sonntagabend circa tausendmal, und selbstverständlich mußte sie nicht erläutern, was sie en détail unter ihrer PR-Floskel versteht. Weiß eh jeder, daß sie bloß blubbert, daß weder sie noch ihre Partei mehr als Geblubber zu bieten haben, daß die Wähler dieser Blubberer damit zufrieden sind, wie Fegebank blubbert.

Aber ich möchte schon für die Nachwelt aufheben, was das heißen soll, „Wissens- und Innovationsmetropole“. Nämlich nichts. Aus dem (ogottigitt:) Zukunftsprogramm“ der Grünen:

Wir gestalten den Strukturwandel und wollen Hamburg zur Metropole des Wissens machen, in der sich Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vernetzen. Wir entwickeln mit der Science City Bahrenfeld einen solchen Ort für Innovationen „made in Hamburg“, wo erfolgreiche Startups und Firmengründungen stattfinden können und neue Arbeitsplätze entstehen. Mit der Förderung von Reallaboren und anderen Formaten binden wir die Zivilgesellschaft in Forschungsprozesse ein.

Diesen dampfenden Silbendung, diese Pleonasmenpleite, dieses Sprachdesaster, in dem „sich“ irgendwas vernetzt, die Gesellschaft zivil ist und die Forschung prozessiert, diese Kumulation von Werbegefasel, Wortdurchfall und Kleinhirnschleim kann man bequem auf zwei Wörter runterbrechen: „Kapitalismus forever“. (Die scheußliche Scheißvokabel „Reallabor“ liest sich von hinten übrigens genauso sinnvoll: „Roballaer“. Ohne Vokale eventuell noch sinnhafter: „Rllbr“.)

Die Grünen sind die FDP der nachwachsenden Bourgeoisie, und nur deshalb, wegen Überholtheit, nicht etwa wegen Thüringen, ist die traditionelle FDP nurmehr mit einer einzigen Charakterlosmaske in der Bürgerschaft vertreten. Ideologisch passen die beiden Interessengemeinschaften der Funktionselite zusammen wie Topf und Deckel, Real und Labor, Fegefels und Treuenbank.

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Zu Jahresbeginn, als Hamburger Grüne und Sozen in den „Sonntagsfragen“ noch gleichauf lagen, nahm ich mir vor, im Blog ein Dossier zu veröffentlichen, das die Verrätereien der Fegebankster versammelt. Möglicherweise haben einige „Abfall“-Leser darauf gewartet; ich bitte um Entschuldigung, falls ich Sie enttäuscht habe.

Tatsächlich erstellte ich eine meterlange Link-Liste mit Nachrichten aus der verhöhnten Welt. Denn die Vorstellung, eine schlecht verkappte FDP‘lerin wie Fegebank (die nienienie mit den Linken koalieren möchte) künftig als Regentin meiner Stadt ertragen zu müssen, diese diesseits von Schimpfwörtern nicht zu beschreibende Zumutung, diese intellektuelle Hohlform, diese, freilich, Symbolfigur für alles, was an den Grünen und ihren Anhängern so lächerlich und lästig ist –: Also, die schiere Angst vor einer Oberbürgermeisterin, die sich und alle unter ihr blamiert, sobald sie quietschvergnügt die Plaudertasche auftut, wäre ein solides Motiv gewesen, die hiesigen Kunstrasengrünen im „Abfall“ zu verklappen. Ich gebe zu, daß ich bereit gewesen wäre, den Pappenseeheimer Tschentscher zu wählen, allein um eine Ohbäh Fegebank zu verhindern.

Ähnlich wie ich dachten aber auch viele Mitinsassen meiner Hanselstadt. Kaum hatten die Grünen begonnen, die Straßen mit Porträts der Großen Vorgrinsenden zu pflastern, stürzten deren Umfragewerte und kletterten zugleich die des Tschentscher-Wahlvereins. Die Demoskopen melden, daß bei einer Direktwahl 53 Prozent der Stimmberechtigten Tschentscher, aber nur 30 von Hundert Fegebank angekreuzt hätten. Ich nehme an, daß die meisten Hamburger beim großformatigen Anblick der Herausforderin dachten: „Wä‘ss‘n däs?“ Denn wenn sie nicht grad Wahlkampf machte oder für Homestorys posierte, war K. Fegebank im vergangenen Jahrfünft praktisch unsichtbar resp. ließ sich nur dort sehen, wo bourgeoise Nichtsnutze sich am liebsten blicken lassen: Zum Beispiel beim Herrschaftsaufgalopp in Hamburg-Farmsen (dieweil der Polizeistaat die Hamburger Innenstadt den G20-Autokraten zuliebe abriegelte).

Fegebank steht für nichts als ihren ökonomischen Vorteil sowie für eine Partei, die für nichts steht als den ökonomischen Vorteil ihrer Parteigänger. Prinzipien haben diese Korrumpels nicht, Ideen sowieso keine, und sie reden sich ein, innovativ zu sein, indem sie das Quatschwort „Innovation“ ad nauseam wiederholen. Dabei sind sie bloß geil auf Diäten, Pensionen, Dienstwagen und Wichtigtun. Für diese Prämien geben sie alles preis, was grüne Politik sein könnte; und außer ihren Wählern, die haargenauso käuflich sind wie die Gewählten, ist dies aller Welt klar. Die Hamburger Grünen haben ihre 24 Prozent nicht wegen, sondern trotz Fegebank kassiert. Wäre Peter Tschentscher nicht ein schauriger Parteizombie, neben dem sogar sein Amtsvorgänger Olaf Schlz wie ein Charismatiker wirkt, die SPD hätte so gut wie keine Wähler an die Grünen verloren. Denn Hamburgs Grünsen und Sozdems sind zwei Scheiben vom selben Schmalzbrot; Lakaien des Kapitals, Freunde der Pfründe, Feinde des Proletariats.

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Ich habe mein Grünen-Dossier auch deshalb auf der Dateienhalde gelassen, weil in Thüringen CDU und FDP mit den Faschisten paktierten und in Hanau ein rassistisches Massaker geschah. Wie abgrundtief ich die angeblich progressiven, tatsächlich erzkonservativen Stiefellecker bei SPD und Grünen auch verabscheue – noch sind sie Verbündete gegen die faschistische Brut, noch sind sie jenen bourgeoisen Lumpen vorzuziehen, die mit Nazis klüngeln, bloß um einen Linken als Ministerpräsidenten zu verhindern.

Noch sind die Hamburger Grünen unverdächtig, Rassisten zu sein. Noch wäre es idiotisch, ihnen zu unterstellen, bei Gelegenheit die AfD zu unterstützen. Noch gehe ich davon aus, daß sie zwar jeden neoliberalen Wahnsinn mitmachen, vorm Rassenwahn aber zurückschrecken.

Darum hatte ich keine Lust, die Grünen vor der Wahl in meiner Hanselstadt zu dissen. So widerwärtig sie sind, sie sind keine Nazis. So weich in Hirn und Überzeugung sie sind, sie sind keine überzeugten Menschenhasser. Ich weiß, daß diese eingebildet „woken“ Einfaltspinsel denkbar jämmerliche Verbündete gegen die Alternativnazis abgeben; lauter Feigebänkler. Aber sie stehen gegen den gefährlichsten Feind auf unserer Seite. Noch.

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Ein großartiger Abend“ sei dies, knödelte Tschentscher, nachdem der Exit-Poll vermeldet hatte, die SPD liege satte sieben Prozent unter dem Resultat von 2015. Neusprech der Postdemokratie: verlieren heißt siegen, Verkleinerung ist großartig.

Derweil behauptete die Zumutung, sie habe zwar nicht gesiegt, aber irgendwie doch gewonnen, und außerdem sei ihr Entschluß, sich um die Regentschaft zu bewerben, „mutig“ gewesen. Daß eine Opportunistin wie Fegebank sich erfrecht, ihren eigennützigen Ehrgeiz „mutig“ zu nennen, ist einerseits eine Unverschämtheit gegen wahrhaft mutige Frauen wie etwa Carola Rackete, andererseits ein klarer Beleg für die Selbstüberschätzung und -herrlichkeit, mit denen sich solche postdemokratischen Politiksimulanten ihre eigene Hohlheit und Beliebigkeit wegflunkern. Und, ja, es stimmt, die selbsternannte Klimaretterin Fegebank braust nur zu gern mit dem Ferrari ihres Lebensabschnittsgefährten über Land. Leider kehrt sie jedesmal zurück.

***

Was aber ist von einem System zu halten, wie ist es um dessen Legitimität bestellt, wenn gerade einmal 63,2 Prozent der Stimmberechtigten ihre Schritte zum Wahllokal lenken? Warum haben mehr als ein Drittel der über 16-jährigen Hamburger – anders als ich – auf Erich Mühsam gehört und sich den Humbug der Wahlen erspart? Es ist ja nicht so, daß es an Auswahl mangelte; für jeden Geschmack, jeden Spinner war was dabei, sogar eine Kongregation namens „Menschliche Welt“.

Diese überaus wichtigen Fragen spielten weder am Wahlabend noch in den Tagen danach eine Rolle. Nun ist nicht zu erwarten, daß der Verdruß so vieler Bürger an der repräsentativen Demokratie sich durch Verschweigen und Ignoranz verflüchtigt. Das ahnen alle, die was zu sagen haben bzw. zu allem anderen sogar ungefragt ihren Senf abgeben. Die Weigerung, den Bankrott des Parteienparlamentarismus anzuerkennen, rührt aus derselben Haltung, welche ins Elend führte. Noch einmal Mühsam:

(Die) Masse wird von ihren streberischen Führern geflissentlich in Untätigkeit gehalten. Überall wird ihr der Wille der „Vertreter“ aufoktroyiert, und mit dem Humbug der Wählerei wird ihr vorgespiegelt, daß sie selbst die Herrin ihrer Geschicke sei.

Mehr als ein Drittel der Hamburger Wahlberechtigten fallen auf die Gaukelei nicht mehr herein. Ganz bestimmt ist dies ein Beweis für Resignation, vielleicht aber auch ein Schimmer der (anarchistischen) Hoffnung. Noch einmal ich:

Anderswo in dieser Welt
herrscht allein das dicke Geld.

Nur in Hamburg sagt der kleine
Mann zum großen: „Mann, zieh Leine!“

Photos:
Aufmacher (Ausschnitt): „Bundesarchiv Bild 183-83579-0001,
Tauche, Bauern im Wahlbüro“,
by Bundesarchiv, Bild 183-83579-0001
[CC-BY-SA 3.0 / CC BY-SA 3.0 DE],
via Wikimedia commons

Schlußbild: „Der Kandidat – Überhaupt Natürlich Sowieso“,
by DrHok [CC BY-SA],
via Wikimedia commons


Mittwoch, 26. Februar 2020 19:51
Abteilung: Kaputtalismus, Schnipsel

5 Kommentare

  1. 1

    Tischgespräch, Stimme aus dem Drittel: „Wäre doch ausgezeichnet, wenn der Merz Kanzler wird. Dann können wir endlich den Lobbyisten direkt bei ihrer Arbeit zusehen und müssen uns nicht mehr mit den Marionetten zufrieden geben.“

    Das nenne ich mal einen Realisten. Volltreffer. KS

  2. 2

    Chapeau! Das ging mir aber runter, wie feinste Sahne (ohne Fischfilet). Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Der reinste Lesegenuss. Allein der Satz: „Die Hamburger Grünen und insonderheit ihre Spitzenfrau sind ein vitaler Beweis dafür, daß Blödheit in Deutschland nicht bestraft, vielmehr belohnt wird.“ gehört eingerahmt und an exponierter Stelle im Wohnzimmer aufgehängt.
    Wer „Die Transformation der Demokratie“ von Johannes Agnoli gelesen hat, kann sich nur mit schweren Bauchschmerzen an der Stimmzettelfolklore beteiligen.
    Zu den Grünen hat vor einiger Zeit Rainer Trampert einen interessanten Text geschrieben:
    https://www.rainertrampert.de/artikel/die-gruenen-moderne-volkspartei-ohne-soziales-gewissen
    Er ähnelt Deiner Beschreibung sehr stark. So sind sie nun mal – verwahrlost.

    Du darfst Dich – was das Loben betrifft – gern wiederholen, es tut mir nämlich jedesmal gut. KS

  3. 3

    Die Hamburg-Warburger hat doch so einen Erfolg eingefahren, nicht etwa weil sie antikapitalistisch wäre, sondern weil sie bewiesen hat, dass sie das komplette Gegenteil davon ist. Wer braucht schon irgendwelche AFDPs, wenn die SPD das selber kann? Das sieht (woanders) sogar noch besser aus! Dem Bürger gefällt’s.

    Und deshalb bringen Schlz und seine Funkenmariechen in der Qual.presse jetzt wieder den Kotzomaten als Kanzlerkandidaten ins Gespräch. Sollte er es tatsächlich werden, schreib ich aber wirklich ein Buch über ihn. Kein sachliches, versprochen. KS

  4. 4

    Lieber Kay,
    seit einigen Jahren lese ich stets interessiert deine Produkte in der Warenwelt. Habe mich dann sogar irgendwann zum Abo entschieden, bisher aber von Kommentaren abgesehen. Zum einen, da deinen Ausführungen in der Regel nichts hinzuzufügen ist. Zum anderen, weil andere es tun und schon vieles sagen was gesagt werden sollte. Und da heute fast jeder seinen Senf zu allem gibt muss meiner nicht unbedingt dabei sein.
    Hier komme ich meiner Regel aber einmal nicht nach. Zum einen, um dir vollkommen zuzustimmen. Zum anderen um kund zu tun, dass ich mich gern mit Fr. Fegebank und Herrn Tschentscher abfinden würde hätte die blau-braune Soße vor der Tür bleiben müssen. So schäme ich mich still für meine angeblich so weltoffene und tolerante Heimatstadt. Und bedaure ebenso, dass die FDP nun doch noch mit einem Sitz herein gerutscht ist. Hat man doch dem öffentlich rechtlichen Rundfunk gegenüber am Wahlabend noch ausdrücklich betont, nur bei einigen (nützlichen) Anträgen zusammen mit der AFD gestimmt zu haben. Mir ist schon von geringfügigeren Dingen schlecht geworden.
    Und dieser Kommentar wurde jetzt schon länger als beabsichtigt.
    Es grüßt dich
    Katja (ehemalsVollmer) aus lang vergangenen Grundschultagen

    Liebe Katja, danke für den (gar nicht langen) Kommentar! Schön, Dich als als Leserin zu haben, noch schöner, nach so langer Zeit wieder von Dir zu hören. Aber nun bitte nicht wieder so lange mit einem Kommentar warten! Für gescheite Anmerkungen ist in diesem Blog immer Platz. KS

  5. Kommerzienrat Wahnschaffe
    Freitag, 28. Februar 2020 14:32
    5

    Ich lese Ihre Seite noch nicht sehr lange, aber von allen linken Bloggern, die ich kenne, sind Sie mit Abstand der sprachbegabteste – im Grunde müsste man Ihren Text laut rezitieren. Besonders begeisternd:
    „Diesen dampfenden Silbendung, diese Pleonasmenpleite, dieses Sprachdesaster, in dem „sich“ irgendwas vernetzt, die Gesellschaft zivil ist und die Forschung prozessiert, diese Kumulation von Werbegefasel, Wortdurchfall und Kleinhirnschleim kann man bequem auf zwei Wörter runterbrechen: „Kapitalismus forever“.“
    So muss man Sätze schreiben! Ich freue mich auf viele weitere dieser Art.

    Und ich freue mich über Ihr Kompliment, freue mich sehr! – Die Schreibkrisen und -blockaden, die mich leider immer wieder und öfter heimsuchen, haben jedenfalls nichts mit fehlendem Zuspruch des Publikums o. dgl. zu tun. Ich habe lauter Leser und Leserinnen, wie ich sie mir nur wünschen kann. Das ist ein Glück, und ich schätze es hoch. KS

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