Tag-Archiv für » Alice Schwarzer «

Timmi und die Arkonigel (7)

Samstag, 11. August 2012 19:20

Was bisher geschah.

Die Igelin legt sich ins Gras und ruht aus vom Jagen und Fressen. Sie hört den Nachtwind in den Blättern schnüffeln und schnieft leise mit. Dann verzieht sie die Schnauze, weil in der Manteuffelstraße irgendein Idiot versucht, mit seinem Auto die Schallmauer zu durchbrechen. Marion kann Autos nicht leiden. Wie alle vernünftigen Igel schaut sie mindestens dreimal nach links und viermal nach rechts, bevor sie eine Straße überquert. – Ihr wißt ja, warum trotzdem immer wieder Igel zwischen Reifengummi und Asphalt geraten. Wenn ihr es vergessen haben solltet, blättert bitte zurück zum Anfang des ersten Kapitels und stört nicht die anderen, die im Gegensatz zu euch aufgepaßt haben und wissen wollen, was als nächstes geschieht. Danke!

   Es wird kühler, und die alte Buche, unter der Marion liegt, entspannt sich mit einem Knacken. Da ertönt aus der Tiefe, weit unten von der Elbe, ein gewaltiger Laut. Er klingt, als riefe das größte Tier der Welt nach seinen Freunden und als wüßte es schon beim Rufen, daß niemand ihm antworten wird. Marion hat diesen Ton schon oft gehört, und wie jedes Mal wird ihr seltsam zumute, während das ungeheure „Booo-uuuh“ in ihren Öhrchen vibriert. Wenn Igel weinen könnten, würde sie es jetzt tun. Statt dessen beißt sie die Zähne fest zusammen und stellt die harten Haare halb auf. Sie hat tatsächlich ein bezauberndes Stachelkleid, da kann man Timmi nicht widersprechen.

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Thema: Erzählungen, Timmi und die Arkonigel | Kommentare (0) | Autor:

Timmi und die Arkonigel (6)

Dienstag, 31. Juli 2012 21:45

Was bisher geschah.

Etwa zur selben Zeit tut ein anderer Igel, genauer gesagt: eine Igelin, das, was Igel in der Abendstunde normaler-
weise tun. Sie schnuppert mit ihrer hübschen Nase, die sich
wie ein Finger biegt und streckt, nach Leckereien und läßt sich nichts entgehen, was zu einem gesunden Frühstück gehört. Sie beginnt mit drei makellos mehligen Motten-
maden, findet anschließend eine Kreuzspinne, deren acht Beine angenehm den Gaumen kitzeln, und spürt etwas später eine Dämmerungsparty von Ohrwürmern auf, der sie ein grausiges Ende bereitet.

   Ohrwürmer sind bekannt dafür, ständig Partys zu feiern. Und selbst-
verständlich können Igel einer solchen Ansammlung von Naschzeug nicht widerstehen. Die Ohrwürmer wären also gut beraten, beim Feiern zurückhaltender zu sein, möchte man meinen. Sie sehen das freilich anders. Gerade weil der Tod ihnen jederzeit auflauert, möchten sie wenigstens in netter Gesellschaft sein, wenn‘s passiert.

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Thema: Erzählungen, Timmi und die Arkonigel | Kommentare (0) | Autor:

„Wer Angst hat, der hat schon verloren“ (2)

Montag, 16. Juli 2012 14:25

Er zählte zu den führenden Karikaturisten der alten BRD. Seine Cartoons waren Tagesgespräch und oft auch Skandal. Doch mit der Wiedervereinigung wurde es still um Satyricos: Sein hintersinniger Humor war in der „Spaßgesellschaft“ der 90er nicht mehr gefragt. Im „Abfall aus der Warenwelt“ feierte der Altmeister vor kurzem ein sensationelles Comeback. Teil zwei eines Porträts der legendären „spitzen Feder“.

Ein Strich schreibt Geschichte
In den folgenden Monaten flatterten fast täglich neue Flugblätter von Satyricos durch die „Frontstadt“. Vor seinem scharfem Spott war niemand sicher – auch nicht „Heilige“ der Studentenbewegung wie die Bewohner der „Kommune 1“. Allerdings gab es ein Problem: Die frühen Bewunderer des zeichnenden Spötters wußten oft nicht, wie sein Pseudonym ausgesprochen wird. „Mein erster Autograph“, bekennt er heute schmunzelnd, „war etwas zu ambitioniert. Die einen sagten ‚Atyricos‘, andere ‚Tyricos‘. Und diejenigen, die den Kringel richtig entzifferten, stritten sich mit dem Rest. So kann man natürlich nicht berühmt werden.“ Also änderte er – wiederum von der Liebsten klug beraten – das Logo in die bis heute gültige Form.


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Thema: Die spitze Feder, Selbstbespiegelung | Kommentare (0) | Autor:

Alice in love

Samstag, 16. Juni 2012 13:30

Vor der Macht der Liebe sind auch die Mächtigen nicht gefeit: Alice Schwarzer, Andrea Nahles, Ursula von der Leyen, Margot Käßmann und Claudia Roth berichten, wie Amors Pfeil ihre Herzen verwundete. Als Ghostwriter der intimen Bekenntnisse war Kay Sokolowsky exklusiv für die „Taz“ dabei.

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Thema: Sokolowsky anderswo | Kommentare (0) | Autor: