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Der schreckliche Iwan (8): Veräppel mich!

Dienstag, 2. September 2014 23:35

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Wissen Sie, wie Kriegssprech geht? Wenn nicht, dann gucken Sie mal auf der Website des Tagesspiegel vorbei.

Verweigert beispielsweise Rußland dem Obst aus der EU den Zugang, dann bedeutet dies beim Tagesspiegel: „Obst gegen Rußland“. So, genau so, mit diesem Unterstellungsvokabular beginnen die Weltkriege – und wir Deutsche hetzen wie immer vornweg.

Weil es, das Obst, die Menschheitsverbrechen, die Putin so gern begeht (wie zum Beispiel diese abscheulichen Medikamententransporte in die Ostukraine), nicht aushält, ohne zu verfaulen, gibt es bloß eine Rettung:

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Und ich? Esse ab sofort nur noch Bananen. Die kommen nämlich bestimmt nicht aus Rußland.

Das ist meinen polnischen Verwandten aber völlig egal. Die sind nämlich – wenn die Presse nicht lügt, aber wie könnte sie – streuobstbombenmäßig eingenordet:

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Mümmeln für den Frieden! Im Akkord auch noch! Putin ist erledigt.

Screenshots: „Der Tagesspiegel“ 

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Der schreckliche Iwan (5): April, April! – Oder?

Mittwoch, 2. April 2014 0:35

Dahinter steckt immer ein, äh, Kopf (Symbolphoto)

Aprilscherze waren, seit es sie gibt, noch nie zum Lachen. Zum Heulen sind sie, wenn Journalisten sich ihrer annehmen und – einer sehr überflüssigen Tradition folgend – die Zeitungen damit bestücken.

Manchmal kann man diese Scherze sogar zum Kotzen finden. Etwa gestern, am 1. April 2014, als Berthold Kohler, Mitherausgeber der FAZ, notierte, warum Wolfgang Schäubles Warnung vor Wladimir Putin als Wiedergänger Adolf Hitlers erstens gar kein Vergleich des einen Unholds mit dem anderen gewesen und zweitens falsch gewesen sei. Und zwar deshalb:

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Der schrecklich kluge Iwan

Samstag, 22. März 2014 2:00

Eddie versucht vergeblich, wie Putin auszusehen (kein Symbolphoto)

Als einsame Stimme der Vernunft unter lauter Eiferern fiel Iwan Rodionow, Chefredakteur der russischen Nachrichtenagentur Ruptly, vor einigen Tagen in der Krawall-Show Hart aber fair angenehm auf. Konfrontiert mit diesem ebenso unaufgeregt wie durchdacht argumentierenden Mann, erwies Frank Plasberg sich als ein Moderator, neben dem Markus Lanz geradezu wie ein Moderater wirkt. (Das „Propagandaschau“-Blog des Freitag hat die Fisimatenten und Fiesheiten der Sendung ordentlich detailliert und außerordentlich angeekelt beschrieben.)

Plasberg jemals wieder für einen objektiven Journalisten zu halten, sollte spätestens jetzt jedenfalls nur noch anderen objektiven Journalisten gelingen. Solchen etwa wie dem Lakaien von Bild.de, der seine Sendungskritik derart überschrieb: „Russen-Journalist blamiert sich bei Plasberg“. (Rodionows „Blamage“ bestand darin, die Begeisterung der Krimbewohner für einen Anschluß an Russland mit dem Ruf der Ostdeutschen 1989 nach der Wiedervereinigung zu vergleichen. Es gehört sich natürlich nicht, slawische Untermenschen mit unsereins zu vergleichen.)

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Der schreckliche Iwan (3): Cosa nostra

Freitag, 21. März 2014 1:26

Putin zeigt sich entsetzt über den Vergleich mit Thaçi (Symbolphoto)

Gregor Gysi wird nicht müde zu bemerken – etwa in seiner Antwort auf Kanzlerin Merkels gestrige Regierungserklärung –, daß Putin sich mit der Krim einfach mal dasselbe Unrecht genehmigt wie Ende der 90er die Nato mit dem Kosovo. Dem erwiderte der bislang eher zurechnungsfähig wirkende SPD-Fraktions-
chef Thomas Oppermann, er finde es „unerträglich“, würde der russische Völkerrechtsbruch auf der Krim durch Hinweise auf „tatsächliche oder angebliche Verstöße durch andere“ relativiert. Wahrscheinlich erträgt Oppermann dies nicht, weil er schwer erklären kann, warum er einst daran mitwirkte, daß Deutsche ohne UN-Mandat (aber mit einer gigantischen Propagandalüge namens „Hufeisenplan“) gegen Jugoslawien Krieg führten und anschließend dessen territoriale Einheit zerschlugen, während er heute dagegen ist, daß die Russen die Ukraine zerstückeln. Obwohl die dafür nicht mal Bomben abwerfen, sondern bloß Reisepässe.

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Der schreckliche Iwan (1): Null-Logik

Dienstag, 18. März 2014 22:49

Putin verleibt sich die Krim ein (Symbolphoto)

Über die Politik der EU und der USA im Umgang mit der Putschistenregierung in Kiew sowie mit Putins Fans auf der Krim kann man vieles sagen und schreiben, bloß nichts Nettes – sofern man noch bei Groschen ist.

Cristina Fernandez de Kirchner, die Präsidentin Argentiniens, hat sich nicht doof machen lassen und die imposante Verlogenheit des Westens heute schön auf den Punkt gebracht. Sie sagte:

Many of the major powers, which have secured the Falklands’ people right to self-determination, do not want to do the same in relation to the Crimea now. How can you call yourselves guarantors of world stability, if you do not apply the same standards for everyone? It looks like the Crimeans cannot express their will, but the residents of the Falklands can. There is zero logic in that.

Stimmt. Ob deshalb die Grünen die momentan ärgsten Russenverhetzer sind? Weil Logik noch nie die Stärke der Grünen war? Ach ja, immer diese rhetorischen Fragen.

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