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Die Wette gilt

Samstag, 26. Oktober 2019 0:48

Weil ich – aus artistischem Verdruß und allgemeiner Scheißegalität – mit dem letzten Teil meiner Schlz-Serie nicht & nicht zu Topfe komme und weil ich andererseits bereits in der ersten Episode großmäulig behauptete, die künftigen SPD-Häuptlinge längst zu kennen –:

Plaudere ich nun und auf die Schnelle* aus, wer demnächst die grauste der Parteien abwickeln wird. – Seit sie am 28. August ihre Kandidatur erklärten, sind Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans die Favoriten, auf die ich setze und auf die ich viel Geld wettete, gäb‘s für so was einen legalen Buchmacher.

Ach ja –: In der Stichwahl, die vor der Inthronisierung erfolgt, müssen die beiden sich mit den Seeheimer-Zmbs Schlz & Gwtz messen. Howgh! ich habe gesprochen, und ha! ich weiß das seit zwei Monaten. Aber mich fragt leider keiner, schon gar nicht honoriert.

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* Denn in ein paar Stunden wird das Resultat der „Ersten Mitgliederbefragung“ veröffentlicht.

Photo: „CrystalGlobebyMathildeWeil“,
by Mathilde Weil [Public domain],
v
ia Wikimedia Commons

Thema: Bored beyond belief, Kaputtalismus, Man schreit deutsh | Kommentare (11) | Autor:

Schlz der Retter (2 1/2 von 3)

Sonntag, 29. September 2019 0:23


Bei der Sozialdemokratie frommt‘s nur der herrschenden Klasse
(der Bourgeoisie innerhalb und außerhalb der Partei);
und den Geführten wird, im Leerlauf der Organisation,
vor der ewigen Taktikerfrage: „Also was tan mr jetzt?“ –
bald die Antwort einfallen: „Jetzt tan uns die Füß‘ weh“.

Karl Kraus (1932)

In meinem Plan für diese Serie war das, was folgt, nicht vorgesehen. Aber wie‘s beim Recherchieren öfters geht, tauchen Details auf, die sogar den Rechercheur überraschen, und er muß neu disponieren.

Dabei ging es anfangs wirklich bloß um Details, die „überraschende“ Kandidatur O. Schlz‘ für den Chefposten der SPD betreffend. Ich wollte wissen, wer dem gar nicht beliebten Genossen geholfen hatte, überhaupt kandidieren zu können. Denn das Verfahren, welches der Parteivorstand Ende Juni beschloß, verlangt, daß Bewerber um den Parteivorsitz „die Unterstützung von mindestens 5 Unterbezirken oder einem Bezirk bzw. einem Landesverband“ brauchen, um antreten zu dürfen. Schlz, der seine Kandidatur am 18. August auf den vorletzten Drücker verkündete, war bis dahin von keinem Bezirk oder Verband nominiert worden. Also mußte er Unterstützer finden, und schnell.

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Thema: Man schreit deutsh, Qualitätsjournalismus | Kommentare (8) | Autor:

Schlz der Retter (2 von 3)

Samstag, 7. September 2019 17:55


Nachdem er sich in der anarchistischen Partei unmöglich gemacht hatte,
blieb ihm nichts mehr übrig als ein nützliches Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft
zu werden und in die Sozialdemokratie einzutreten.

Karl Kraus (1907)

Sollte O. Schlz mit seiner Komplizin Klara Geywitz den nächsten SPD-Vorsitz stellen, ist die Partei Geschichte; und diese lange Geschichte wird ein Ende finden, so peinlich, dämlich, scheußlich, nicht zu sagen. Denn Schlz steht wie kein anderer Spitzenkader der Sozialdemokratie für ihre Selbstzerstörung, und zwar seit vielen Jahren.

Wie bigott und selbstherrlich der Möchtegern-Bonaparte agiert, seit er politisch handeln darf, skizziert das folgende Stück. Es dürfte vielen „Abfall“-Lesern bereits bekannt sein, denn es ist ziemlich identisch bereits in KONKRET 5/2018 erschienen. „Aber warum“, höre ich rufen, „schreiben Sie nicht mal was neues?“

Nun ja. Die Charaktermaske Schlz kann ich heute nicht besser darstellen als seinerzeit. Tatsächlich halte ich diese Polemik für eine der besten, die ich je verfaßt habe. Ob sie auch gut ist, mögen Sie, liebe Leserin, werter Leser, entscheiden. KS

***

Der Kotzomat
Die SPD ist am Arsch, und er hat einen Namen. So tief sank die Sozialdemokratie bei der vergangenen Bundestagswahl, daß nun ein Mann ganz oben hockt, der am Absturz der Partei maßgeblich mitwirkte, ein autoritäts- und marktgläubiger Betonkopf, den das Soziale und die Demokratie nur als Feindbilder interessieren. Ein Polizeistaatsmann, der bis heute nicht bereut, daß unter seiner Verantwortung ein kleiner Drogendealer nach gewaltsamem Einflößen eines Brechmittels elend verreckte. Seine Verachtung für die Menschenrechte hat dem Kotzbrocken Olaf Schlz keineswegs geschadet – als Bundesfinanzminister, Stellvertreter der Kanzlerin und oberster Parteikommissar hat er den Höhepunkt seiner Laufbahn erreicht. Doch es ist der Zenit einer Mitternachtssonne, der Anfang vom Untergang.

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Thema: Kaputtalismus, Man schreit deutsh | Kommentare (7) | Autor:

Schlz der Retter (1 von 3)

Donnerstag, 5. September 2019 22:01


Sozialdemokratie
Sie wissen jeweils die Richtung zu nehmen,
sie sind halb von dem, halb vom anderen Schlage,
und erleiden ihn von beiden Extremen,
indem sie trotzdem je nachdem sich bequemen:
halbschlächtig mit ganzer Niederlage.
Karl Kraus (1930)

Vielleicht sollte ich mein Geld fortan mit Wetten verdienen. Selbstverständlich nicht mit Sportwetten – ich würde sogar beim Toto keinen Cent gewinnen, und meine Vorhersagen etwa bei WM-Tippspielen sind notorisch absurd. Wetteinsätze auf Politiker bzw. politische Entscheidungen könnten sich jedoch – eine ordentliche Quote vorausgesetzt – mehr als günstig auf mein Konto auswirken. Ich behielt in den vergangenen Jahren so oft recht mit meinen Prognosen wie sämtliche Leitartikler des Landes zusammen nicht; und wenn ich mich mal vertat (etwa bei der Stichwahl zwischen Hillary Clinton und Bernie Sanders), lag es daran, daß die siegreiche Truppe massiv (und straffrei) betrogen hatte.

Ich war mir – um nur Beispiele aus diesem Jahr und hiesiger Provenienz zu nennen – schon im Januar sicher, daß Ursula v. d. Leyen für ihre herausragende Inkompetenz und vorsätzliche Verschwendung von öffentlichen Geldern mit einem Spitzenposten belohnt werden würde, auf dem sie wie in allen Ämtern zuvor gar nichts zu suchen, weil nichts verloren hat. Hätte der clevere, mit H. Kohl zu reden: „Friseurkopf“ Macron die Allwetter-Taft-Niete aus Niedersachsen nicht als EU-Kommissionschefin erkiest, sie wäre vermutlich zur Nato-Generalsekretärin befördert worden.

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Thema: Kaputtalismus, Man schreit deutsh, Qualitätsjournalismus | Kommentare (6) | Autor:

G20: Splitter und Kehraus

Montag, 10. Juli 2017 3:25

Da nich für

Das –

und das –

und das –

auch das –

und das –

– all das für das:

Auch inhaltlich hat das G20-Treffen nichts gebracht. Man kann es nicht anders sagen. […] Nicht einmal Donald Trump hat etwas gegen faire Handelsgeschäfte, solange sie nach seinen Bedingungen laufen. Und in Sachen Klimaschutz steht nach dem Gipfel von Hamburg auch nur fest: Alle machen mit, nur Trump verweigert sich. Das wußten wir schon vorher. […]
Welchen Sinn aber haben solche Treffen, wenn es – erstens – nur Scheinkompromisse in wichtigen Fragen gibt und wenn – zweitens – selbst diese dürftigen Ergebnisse noch nicht einmal bindend sind?
Damir Fras: „Fiasko statt Weltshow“, Frankfurter Rundschau, 8.7.2017

Und für dies, natürlich:

Dies alles für dies Nichts? Für dieses Aufsichtsratstreffen ohne Entscheidungsbefugnis, aber mit buntem Programm und nächtlichen Feuerwerken? Ich hab ja nichts, nichts Gutes jedenfalls, vermutet, aber wenn es dann kommt, und so dick vor lauter Nichts: fällt einem doch nichts mehr ein.

***

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Thema: Kaputtalismus, Man schreit deutsh, Stadtstreicherei, Zeuge der Geschichte | Kommentare (9) | Autor:

Die Gewaltbereiten, oder: Willkommen in HHell

Donnerstag, 6. Juli 2017 15:05


Eine Revue am Rande des Ausnahmezustands

Alle visuellen Beiträge zu diesem Posting verdanke ich meinem Freund Eberhard Kehrer und seinen hellwachen Augen.


Vorspiel

Der G20-Gipfel wird auch ein Schaufenster moderner Polizeiarbeit sein. Im Prinzip ist das ein Festival der Demokratie.
Innensenator Andy Grote,
Mitglied der SPD sowie des FC St. Pauli, 14.5.2017

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Thema: Kaputtalismus, Stadtstreicherei, Zeuge der Geschichte | Kommentare (0) | Autor: