Discovery channel (2): Will Dubya

Ferrell-Bush_Screenshot_(c)_YouTube

George W. Bush (Will Ferrell, l.) plaudert mit George W. Bush (Will Ferrell, r.)


Ich erging mich heute nachmittag in den albernen Abteilungen von YouTube. Nach einigen Klicks empfahl mir der Algorithmus unter anderem eine George-W.-Bush-Parodie von Will Ferrell. Weil ich Ferrells komisches Talent zwar schätze, ihm jedoch diese Nummer nicht zutraute, erwartete ich einen eher zähen spätpubertierenden Quark. Und dann das. Ich habe in einem Stück, fast dreizehn Minuten lang, gelacht geschrien gebrüllt und nach Luft geschnappt, gewiehert gegrunzt gegackert und nach Luft geschnappt, gejault gehechelt gewinselt und … Ich denke, daß Sie sich eine Vorstellung machen können.

Seit George Carlins sel. unvergleichlichem Stand-up-Monolog über Religion und Joe Pesci saß ich nicht mehr so ohnmächtig, so gebannt und entzückt vor einer komischen Darbietung. Das Stück hat übrigens schon einige Jahre auf dem geschmeidigen Rücken; solche Sehrspätentdeckungen passieren mir dauernd. Wahrscheinlich kennen bereits die meisten meiner hochgescheiten, keinen guten Witz auslassenden Leser Master Ferrell in seiner Doppelrolle als Ex-Präsident-Bush, der sich selbst interviewt. Nun – ich habe mir den Clip soeben ein drittes Mal angesehen, und wieder ging mein Atem schwer.

Sollten Sie allerdings wie ich diesem Meisterwerk bis heute keine Beachtung geschenkt haben, flehe ich Sie an, auch um Ihrer Gesundheit willen, diese Zerlegung eines humanoiden Zellhaufens anzuschauen und -staunen. Bezeugen auch Sie einen äußerst seltenen Vorgang, wie nämlich in Ferrells Parodie die Nullperson, dieser ewige Vierzehnjährige, der Idiot als Weltenherrscher, dieser feige und faule Opportunist sich ähnlicher wird als im wirklichen Leben, bis der Tölpel aus dem Oval Office, um Tolkien zu paraphrasieren, in das Nichts verschwindet, das ihn und seine Herren hoffentlich erwartet. Welch eine Genugtuung dies ist! Nach den furchtbaren acht Jahren, in denen wiederum der reale Bush sein Amt als Travestie darbot.

Es gibt in diesem Sketch keine bzw. ausschließlich Highlights. Wenn z. B. Ferrell-Bush über Dick Cheney klagt („that guy is creepy“), weil der gern in der Nacht, eine Petroleumlampe schwenkend, durch die Gänge des Weißen Hauses geisterte. Wie Will Dubya sich selbst erzählt, einmal das Steuer von Air Force One übernommen zu haben; mit Not konnte die Maschine in stabile Lage gebracht werden. Einer der Sicherheitsleute, erinnert sich Bush-Ferrell, warnte, ihn beim nächsten Flugversuch zu erschießen Und der Präsident warnte heroisch zurück: „You‘re getting fired for that.“ Oder wie die welthistorische Niete bekennt, welches Tier sie am liebsten wäre: „The turkey vulture. It‘s frigthening and beautiful at all the same time.“

Es ist schier nicht zu fassen, mit welcher Hingabe Will Ferrell die gestischen, mimischen, sprachlichen Macken dieses erbärmlichsten POTUS ever assimiliert hat. Bei allem Respekt vor Olli Dittrichs Parodistenhandwerk – das hier befindet sich zwei Etagen höher, mindestens, dort, wo Heino Jaeger residiert. Will Ferrell impersonating George W. Bush scares the shit out o‘ me – weitersagen!

 


Mittwoch, 7. Oktober 2015 23:00
Abteilung: Discovery Channel

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