Archiv für die Abteilung 'Selbstbespiegelung'

γνῶθι σεαυτόν

Sonntag, 24. Juli 2022 0:04


Was ich nimmer lernen werde
in der Zeit auf dieser Erde –
Skisprung Eistanz Dribbeln Segeln
oder Hummeressensregeln –

– Schornsteinfegen Gipfelstürmen
Schwindelfreiheit auf den Türmen
Hundertfünfzigkiloheben
oder Untermfallschirmschweben –

– Harfe Flöte Violine
immer eine gute Miene
nett zu Menschen wie zu Tieren
Zenbuddhismus ausprobieren –

– Alles was ich nimmer knacke
und nicht mal im Traume packe
wird mit jedem Jahre mehr.
Auch als Neunundfünfziger

Hab ich reichlich Illusionen
will ein Schloß aus Luft bewohnen
doch die Luft wird dünn und dünner
für mich unerwachsnen Spinner.

Letztlich zählt nur was es gibt:
daß Martina mich noch liebt.

Abteilung: Lieder ohne Werte, Selbstbespiegelung | Kommentare (4) | Autor:

Jubiläumsansprache

Montag, 6. Juni 2022 19:08

Vor genau zehn Jahren startete ich – ohne besondere Erwartungen, aber mit etwas ästhetischem Ehrgeiz – meine Art Internetnotizbuch und war ziemlich stolz auf seinen doppel- bis dreideutigen Titel; bin es übrigens noch heute.

Mir gefiel, als alles anfing, die Vorstellung, Textbrocken und dubiose Gedankenfragmente, die sonst in der Schublade verschwunden wären, in die Wucherwüste des WWW zu pflanzen, wo sie, wie der kluge Stefan Ripplinger mal bemerkte, erst recht vergessen werden. Ich hatte keinen anderen Ehrgeiz als den, Satzgefüge, Skizzen und Spielereien zu veröffentlichen, die einem seriösen Redaktör anzudrehen ich nie den Schneid hätte. An diesem Vorsatz hat sich in zehn Jahren nur wenig geändert, auch wenn ich mich nicht immer daran hielt

Weiterlesen

Abteilung: Bored beyond belief, Inside "Abfall", Selbstbespiegelung | Kommentare (13) | Autor:

Zeuge der Geschichte (26)

Donnerstag, 20. Januar 2022 18:49


Als ich vom Ableben des Schauspielers Eberhard August Franz Ewald „Hardy“ Krüger hörte, fiel mir sofort ein, wie gern ich als Knabe damit prahlte, daß mein Onkel Kurt dem Star zum Verwechseln ähnlich sah.

Weiterlesen

Abteilung: Moving Movies, Selbstbespiegelung, Zeuge der Geschichte | Kommentare (2) | Autor:

No comment?

Freitag, 3. Dezember 2021 23:34

Vor gut einem Jahr schaltete ich die Kommentarfunktion in meinem Weblog ab. Ich hatte dafür gute Gründe und ich fühlte mich anschließend wie um einen Mühlstein erleichtert. Seit meinem ersten „Abfall“-Posting am 6. Juni 2012 hatte ich den Ehrgeiz, daß mein Blog eine arschlochfreie Zone sein soll. Aber wie‘s so geht im Leben, ging es nicht gut aus, denn irgendwann kaperten einige Figuren von ebenso miesem Charakter wie megalomanem Geltungsdrang die Kommentarspalte und klebten sich hinein wie die Kletten. Mit ihrem von jeder Rücksicht auf Grammatik, Interpunktion, Semantik und Etikette freien Gemöhre kosteten sie mich mehr und mehr Nerven sowie Lektoratsaufwand und bereiteten mir schließlich einen Verdruß, der auch durch die vielen freundlichen, klugen, gesitteten Kommentare nicht mehr ausgeglichen wurde.

Die Aussicht, weiterhin mit bigotten Schlaumeiern und falschen Autonomen, die sich in meinem „Abfall“ breitmachten, Zeit zu vergeuden, Zeit, von der ein Mann Ende 50 so viel nicht mehr übrig hat –: Diese Aussicht war mir zu trüb in ohnehin düsteren Tagen.

Weiterlesen

Abteilung: Inside "Abfall", Selbstbespiegelung | Kommentare (6) | Autor:

Tadel und Lob

Freitag, 1. Oktober 2021 22:13


Zugegeben – ich hab’s vergeigt. Versemmelt, vergurkt, verdattelt. Erst die ganz dicke Hose markiert, nun sooo klein mit Hut. Wer sich lustig machen will über den Auguren Sokolowsky, der darf und soll es tun; ich habe Spott verdient.

Weiterlesen

Abteilung: Inside "Abfall", Selbstbespiegelung | Kommentare deaktiviert für Tadel und Lob | Autor:

Confessio cholerica

Freitag, 6. August 2021 15:22


Ich leide unter jähem Zorn
seit je, ja, seit ich zürnen kann.
Ich habe auch als alter Mann
den Hitzkopf leider nicht verlorn.

Verloren ging mir in der Zeit
bloß Gutes Jahr um Jahr. Und zwar
zum Beispiel auf dem Haupt das Haar
und in dem Kopf die Leichtigkeit.

Was habe ich kaputtgehaun
in meiner raschen rohen Wut !
Es reißt so leicht die Schnur vom Hut
sehr schwer ist das Zusammenbaun.

Mein Ärger gleicht dem frischen Pils
nein, seinem Hut aus hohem Schaum.
Er ist verzischt bevor ich kaum
vom Kelch genippt and felt the thrills.

Moral:
Der Rausch des wilden Augenblicks
tut mir nicht wohl und bringt auch nix.

Photo: „The Bitter Potion (SM 1076)“,
by Adriaen Brouwer (artist)/Horst Ziegenfusz
(photographer), [CC BY-SA 4.0],
via Wikimedia Commons

Abteilung: Lieder ohne Werte, Selbstbespiegelung | Kommentare deaktiviert für Confessio cholerica | Autor:

Ich sing mir eins (Nachtrag)

Donnerstag, 29. Juli 2021 0:09

Das Schönste an einem Geburtstag ist auch für einen alten Zausel wie mich immer noch (bzw. immer mehr), Gaben zu empfangen, die von Herzen kommen und zu Herzen gehen. Deshalb muß ich Ihnen, liebe Leserin, werter Leser, unbedingt zeigen, was ich am Morgen des 24. Juli 2021 auspacken durfte – nämlich THE BEST BIRTHDAY CARD EVER (from the best Martina ever):

Weiterlesen

Abteilung: Selbstbespiegelung, Sokolowsky anderswo | Kommentare deaktiviert für Ich sing mir eins (Nachtrag) | Autor:

Ich sing mir eins

Samstag, 24. Juli 2021 0:01


Mein Sternbild ist der Löwe
vorne heiß ich Kay.
Ich wär gern eine Möwe
nicht so gern ein Hai.

Doch von allen Wesen
bleibt ganz ohne Flachs
im Guten wie im Bösen
mein Totemtier der Dachs.

Ooch nach achtenfümpzich Jahren
kann ick dat getz glatt so saren.

Photo:
„North American badger (22840922527)“,

by Thomas Quine [CC BY 2.0],
via Wikimedia commons

Abteilung: Lieder ohne Werte, Selbstbespiegelung | Kommentare deaktiviert für Ich sing mir eins | Autor: