Ey, Scholz! He, Fegebank!

Bitte das hier in eurem Bewerbungs-Portfolio für die Olympischen Sommerspiele 2024 nicht vergessen (Stichwort „Lodging“):

Die Kälte wird in den ungeheizten Hamburger Flüchtlingszelten immer mehr zum Problem. Viele Flüchtlinge frieren – zum Beispiel in Bahrenfeld oder im Jenfelder Moorpark. Etwa 100 von ihnen protestierten am Dienstag vor dem Rathaus gegen ihre Unterbringung in unbeheizten Zelten. „Uns ist kalt“, hieß es auf einem der Transparente. (…)
Auch Mediziner, die in den Zeltunterkünften arbeiten, sind besorgt über die Lebensbedingungen in den ungeheizten Zelten. Sie berichten, daß vor allem Familien verzweifelt seien. Viele hätten kleine Kinder, oftmals mehrere. Mütter würden Dringlichkeitsscheine von den Ärzten erbitten, damit sie aus den unbeheizten Unterkünften in Container verlegt werden. Die Menschen würden vor allem an hartnäckigen Erkältungs- und Atemwegserkrankungen leiden. Sogar für eine heiße Tasse Tee müßten sie oft stundenlang anstehen. Die Situation sei physisch und psychisch unterträglich.
(NDR.de, 13. Oktober 2015)

Das gibt‘s hoffentlich nur einmal.


Dienstag, 13. Oktober 2015 18:03
Abteilung: Die beste aller Welten, Kaputtalismus, Man schreit deutsh

10 Kommentare

  1. 1

    Der Herr Scholz und alle anderen neugroßdeutschen Stadt- und StaatsväterInnen müssen sich ja vielleicht bald gar keine Sorgen mehr machen wegen der kostspieligen Bereitstellung geheizter Zelte und heißer Getränke. Einer der Flüchtlingskriegsberichterstatter der SPIEGEL ONLINE-Propagandakompanie vermeldete nämlich heute morgen diese Neuigkeit von den im heldenhaften Abwehrkampf stehenden Einheiten an der EU-Außenfront: „Wachmann erschießt afghanischen Flüchtling“. Die Verantwortlichen sind laut SPIEGEL ONLINE umgehend dingfest gemacht worden. Sie werden ihrer gerechten Strafe nicht entgehen: Der nicht erschossene Rest der um die 50 Menschen zählenden Flüchtlingsgruppe wurde Gewehr (wieder) bei Fuß von unseren todesmutigen bulgarischen Verbündeten „festgenommen und Ermittlungen zum genauen Tathergang (sind) eingeleitet worden“.
    Aber sind denn hier so mühsame und sicher auch recht kostspielige Ermittlungen wirklich vonnöten? Die derzeitige Situation ist doch so klar wie der eiskalte dünne Hamburger Flüchtlingstee! Sogar unsere Opas wußten doch schon ganz genau, was im Nah- und Fernkampf gegen den fremdvölkischen Angreifer Sache ist. „Der Ansturm der Steppe gegen unseren ehrwürdigen Kontinent ist … mit einer Wucht losgebrochen, die alle menschlichen und geschichtlichen Vorstellungen in den Schatten stellt“, klärte zum Beispiel seinerzeit ein trotz seiner Gehbehinderung recht beliebter deutscher Politiker sein geneigtes deutsches Publikum auf, angesichts ähnlich massenhaft-fremdvölkischer Bedrohung. Also wieso nicht auch heute die angemessen totalen Schutzmaßnahmen ergreifen? Wie die in Angriff zu nehmen wären, erklärte besagter recht beliebter Volksaufklärer dem begeisterten Sportpalast-Auditorium ebenfalls sehr eingängig: „Die deutsche Wehrmacht bildet dagegen mit ihren Verbündeten den einzigen überhaupt in Frage kommenden Schutzwall.“
    Nun ist vielleicht unsere aktuelle deutsche Bundeswehrmacht noch nicht ganz bereit für die Bildung dieses einzig überhaupt in Frage kommenden Schutzwalls, die wartet ja immer noch auf halbwegs funktionierendes Schießgerät, und die schönen neuen Euro-Flugzeuge sind dem Vernehmen nach momentan ja auch irgendwie grad ein bißchen zu kaputt fürs gezielte Töten aus großer Höhe. Aber immerhin hat sich nun wenigstens einer unserer treuen alten WK II-Verbündeten daran erinnert, wie unser ehrwürdiger Kontinent am wirkungsvollsten vor dem neuerlichen Ansturm der asiatischen Horden zu schützen ist. Und da diese Horden diesmal nicht mit Panzern und Geschützen, sondern bloß mit Kind und nur gelegentlich auch noch mit Kegel ausgerüstet anstürmen, kann es doch diesmal nur ein Leichtes sein, für die Endlösung der Flüchtlingsfrage zu sorgen: Einfach draufhalten und abdrücken. Dann muß in Hamburg und anderswo bald kein kostspieliger Flüchtlingstee mehr gekocht werden.
    PS.
    Daß es hierzulande irgendwelche offiziellen Gedenkfeiern für das erste (von der Qualitäts-Journaille) offiziell gemeldete erschossene (EU-Außen-)Maueropfer geben wird, mag ich trotz der hierzulande blühenden Maueropfergedenkkultur nicht glauben. Daß diese erste (?) hinterhältige Tötung eines Flüchtlings vielfach Schule machen wird, das weiß ich mit tödlicher Sicherheit. KP

    Lieber Kai Pichmann, dies war leider nicht die erste hinterhältige Tötung eines Flüchtlings. Mehrere tausend durch Wegsehen und -drängen im Mittelmeer Ertrunkene gingen dem voraus, was heute fast niemanden kratzt. Ich werd’s ja leider nicht mehr erleben, stelle mir aber gern vor: Wie kommende Generationen sich wundern, daß man hierzulande simultan über die an der innerdeutschen Mauer Verstorbenen heulte, über die Opfer von Frontex aber nicht mal die Achseln zuckte, ja, sogar bedauerte, wenn es immer noch welche ans Ufer schafften. Das Selbstmitleid und die Bigotterie der Stolzdeutschen, vorgetragen mit einer geradezu trotzigen Großfressigkeit, eingeübt seit 1914, ist nämlich noch etwas, das uns keiner vor- und auch nicht nachzumachen vermag. KS

  2. 2

    Allerdings geschah schon zuvor vieltausendfacher Mord, befördert durch EU-finanziertes Abdrängen auf hoher See. Und über die Zahl derer, die bereits auf dem Weg zu den maroden Flüchtlingsbooten hingemacht wurden, gibt es (soweit ich weiß) noch nicht mal Schätzungen. Über die Zahl derer, die schon vor ihrem Aufbruch hingemacht wurden, als Folge der idiotischen US-amerikanischen und europäischen „Geopolitik“ der jüngeren Vergangenheit, durch Bomben und Raketen Made in USA oder durch Kriegsgerät aus hiesiger Fabrikation, gibt es allerdings Statistiken, und die bewegen sich längst im fünfstelligen Bereich.
    Aber vielleicht war dieser eine Mord an einem afghanischen Flüchtling doch der erste Mord durch „Schußwaffengebrauch“ innerhalb der Grenzen eines Staatenbundes, der laut Präambel seiner Verfassung „auf Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität in der Welt hinwirken will“. Das hat wohl bisher nicht so recht hingehauen. Aber Papier ist bekanntermaßen geduldig; beziehungsweise, wie ein altrömischer Dichter einst bemerkte: In großen Dingen genügt es auch, sie gewollt zu haben. Genau das sollte das offizielle Motto unserer Frontex-EU werden, finde ich. Immerhin, der namenlose tote Afghane hat dank EU-Munition endlich seinen Frieden gefunden, er muß nun nicht mehr vor irgendwas weglaufen.
    Aber die EU-regierenden Stolzdeutschen haben ja ohnehin momentan ein viel gravierenderes Problem zu bewältigen als das irgendwelcher abgesoffener oder abgeknallter Flüchtlinge irgendwo am Arsch der Welt: Ihr wunderschönes WM-Sommermärchen anno 2006 soll doch damals wirklich gekauft worden sein! Für ganz viel gutes deutsches Geld! „Was für ein Beben in Deutschland!“, überschreibt SPIEGEL ONLINE dieses Thema gerade. Und dazu fällt mir jetzt wirklich nichts mehr ein. KP

    Und mir fällt alles ein, was mir schon 2006 den Spaß an der Freude verhagelte. – Und wenn Sie jetzt mal richtig schlechte Laune bekommen wollen, schauen Sie doch mal nach, was der weltbekannte Aufklärer und Philanthrop H. M. Broder in der „Welt“ ausgerechnet hat betr. der Kosten für einen minderjährigen afrikanischen Flüchtling [ http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article145576852/Wer-nur-Mitleid-empfindet-der-hat-keinen-Verstand.html ] . – Sobald ich ein passendes, nicht justiziables Synonym für „mieser Scheißkerl“ gefunden habe, werde ich mich hier zu diesem Abfall äußern. Kann dauern! KS

  3. 3

    Wozu lange suchen? Was spräche denn angesichts der vulgärmarxistisch legierten kryptofaschistischen Ausscheidung, die der verkrachte Welt-Aufklärer da neulich unter sich ließ, gegen ein simples „Arschloch“?
    Das wäre die eine Frage. Eine andere vielleicht, was seinerzeit des Ausscheiders abgebrochene geisteswissenschaftliche Ausbildung am akademischen Tischleindeckdich einer westdeutschen Uni gekostet haben mag. Oder was das Gymnasium davor. Und eine weitere, ob der Ausscheider diese Kosten aus eigener Tasche zahlte. Ob die Ausbildung in seinem Geist irgendwie aufgeholfen hat, das frag ich mich nicht, denn diese Frage beantwortet sich von selbst.
    Was ich jedoch fraglos nicht begreife: Wie kann ein Mensch, dessen Eltern einst knapp der nazistischen Mordmaschinerie entkamen, eine Kosten-Nutzen-Rechnung für Menschen auf der Flucht vor Elend und Vernichtung aufstellen? Zumal besagte Mordmaschinerie ja nicht zuletzt auch eine monströse betriebswirtschaftliche Rechenmaschine war, die die möglichst effiziente Ausbeutung von Millionen von hungernden Arbeitssklaven kalkulierte, bis diese nicht mehr zu brauchen waren.
    Am Ende muß ich mich doch noch korrigieren: Das ursprünglich vorgeschlagene Synonym erscheint mir jetzt zu freundlich; abgesehen davon ist es vielleicht auch justiziabler Natur. Auf jeden Fall aber bedeutete sein Gebrauch in diesem Zusammenhang eine harsche Beleidigung für jene Körperöffnung, die mir von Geburt an unermüdlich und fast kostenfrei dabei behilflich ist, meine Ausscheidungen loszuwerden. KP

    Lieber Kai – H. M. Broder ist ganz sicher kein Arschloch; Du korrigierst Dich in diesem Punkt zurecht. Er ist etwas erheblich Ekelhafteres: nämlich H. M. Broder. Allein die Vorstellung, mit soviel Gift und Geifer wie dieser Reaktionär durch Tag und zumal Nacht gehen zu müssen – entsetzlich! Es ist übrigens gar kein Wunder, daß der Brüllaffe Pirincci seine ersten Goebbels-Remakes auf Broders Weblog „Achse des Guten“ aufführen durfte. Da wichst zusammen, was zusammengehört. KS

  4. 4

    Stimmt. Da geifert und giftet zusammen, was zusammengehört. Aber den ausgetickten Katzenkrimikriminellen und (ziemlich miesen) Goebbels-Imitator einen Brüllaffen zu heißen, ist ja schon wieder eine Beleidigung: und zwar für den gelegentlich vielleicht schon ein wenig lauten, aber ansonsten doch recht putzigen Klammerschwanzprimaten!
    Es gibt eben eine ganz besondere Gattung von Abfall aus der Menschenwelt, vor der jede tierische Metapher zwangsläufig versagen muß. Den kann man nur beim eigenen Namen nennen, um ihn zu exorzieren. KP

    Ja, es ist immer was Bedenkliches um die Mensch-Tier-Vergleiche. Zumal A. P. bei seinem Gehetz vor den Pegidazis eher leise und leiernd vortrug. – Ach, glücklich der Autor, dem seine Leser gerechte Rüffel erteilen! KS

  5. 5

    Gern geschehen! Übrigens hab ich jetzt herausgefunden, wie man das (Un-)Wesen des A. P. beschreiben kann, ohne dabei unschuldige Tiere in den allzu menschlichen Dreck zu zerren. Zitat: „Aber auch er lebte. Er haßte das Werk des anderen. Er wütete dagegen, heimlich als Dieb, öffentlich als Lästerer (…) Er gesellte sich zu seinesgleichen. Nie wahrte er Frieden, nie gab er Ruhe. Denn er brauchte das Halbdunkle, das Chaos. Er scheute das Licht des kulturellen Fortschritts. Er brauchte zur Selbsterhaltung den Sumpf, die Hölle, nicht aber die Sonne.“
    Also das ist doch schon der A. P. zu Gast bei Pegida-Freunden und wie er sonst so leibt und schreibt, oder? Zugegeben: Ich hab das Zitat ganz leicht verändert. Ich hab, weil mir dieser Ausdruck so widerlich war, den originalen „Untermenschen“ rausgestrichen und durch „er“ ersetzt. Selbst der A. P. ist ja ein Mensch, wenn auch ein ausgesprochen unangenehmer Vertreter der Spezies.
    Das Zitat erscheint mir übrigens vor allem deshalb so angemessen, weil der eklige Wortbrei, aus dem ich es eben herausfischte, im Auftrag einer deutschen Behörde zusammengerührt wurde, die sich einst ähnlich für die Bewahrung der Herrenrasse vor der Zersetzung durch allerlei minderwertig Fremdvölkisches engagierte wie aktuell der leierstimmige braune – ich bitte alle echten Vertreter der ehrenwerten Familie der Bufonidae um Entschuldigung! – Sumpfkröterich und Vaterlandsverehrer A. P. („Ich liebe Deutschland sehr!“) heute darum bemüht ist. Das Pamphlet „Der Untermensch“, aus dem obiges Zitat stammt, wurde 1942 vom SS-Hauptamt beim Reichsführer SS herausgegeben. Ich nehme an, daß die dort Beschäftigten Deutschland auch sehr geliebt haben.
    Ein Psychologe würde nun vielleicht sagen, daß es sich bei der SS-amtlichen Hetze ebenso wie bei den kruden Auslassungen des möchtegerndeutschen Schmierfinken um klassische Projektionen des (hier durchaus berechtigten) Bewußtseins der eigenen Minderwertigkeit und des dadurch entstandenen Selbsthasses handelt, projiziert auf eine menschlichere Umwelt. Wie dem auch sein mag, und jetzt wirklich zum letzten Mal, ich schwör’s: Wozu lange nach der passenden Nomenklatur für menschliche Abfälle suchen oder nach müßigen Erklärungen für deren unerfreuliche Genese? Möglichst rückstandslose Entsorgung des Abfalls zu besorgen ist ja viel wichtiger. Und das braune Gesindel beschreibt (und entlarvt) sich ohnehin immer noch am allerbesten selbst mit seinen eigenen Worten, siehe oben.
    Ich meinerseits hab wieder mal viel zu viele davon gemacht. Und bitte dieserhalb sehr um die freundliche Nachsicht des Blog-Meisters! KP

    Lieber Kai, in diesem Blog gibt es weder für meine Texte noch für Leserkommentare eine Zeichenzahlgrenze, da ist also nichts nachzusehen. – Aber mein Limit, was den A. P. betrifft, ist vorerst erreicht. Es sind ja noch so viele andere völkische Zumutungen unterwegs, um die sich vor lauter Akifferei leider niemand kümmert. Ich sage nur: Thomas Strobl! Winfried Kretschmann! Boris Palmer! – Aber um die werde ich mich einstweilen auch nicht kümmern. Ich hab schließlich nur einen Magen. KS

  6. 6

    So ein Abfall ist ja ohnehin nicht dem menschlichen Magen zuzumuten, sondern gehört unsortiert in die nächste Mülltonne. In des baden-württembergischen Gauleiters Fall vielleicht aber doch in eine Bio-Tonne? Diesen müden Kalauer konnte ich mir jetzt einfach nicht verkneifen; ich hab wohl zu wenig geschlafen.
    Und es stimmt leider, daß das gewaltige Blätterwaldrauschen um den ausgetickten Flüchtlingshasser und Verschwulungs-Propheten wesentlich Schlimmeres übertönt, nämlich das Mahlen der frisch sanierten bundesrepublikanischen Antiasyl-Mühle. Und die verlogenen Rechtfertigungen ihrer Betreiber. KP

  7. 7

    Ein Frage, Herr Sokolowsky! Gibt es diesen Kai Pichmann wirklich oder ist das Ihr Kommentar-Alter-Ego, das Sie erfunden haben, um endlich mal das zu lesen, was Sie für einen intelligenten Kommentar halten? Schon spannend, wie Sie hier eine Diskussion führen,die hauptsächlich darin besteht, in allem einig zu sein.
    K.S.: Deutschland ist sch..!
    K.P.: Nee, Deutschland ist extra sch..!
    Das hat Stil, das hat Klasse, das hat Niveau!
    Sollte es Herr Pichmann wirklich geben, heiraten Sie ihn! Was Gott zusammenführt, soll der Mensch nicht trennen!

    Was haben Sie denn für Sorgen? Oder ist das Eifersucht? KS

  8. 8

    Hallo (Herr? Frau? Fräulein?) Lebowski,
    bitte jetzt bloß nicht erschrecken – mich gibt’s wirklich. Und leider bin ich schon vergeben, davon abgesehen hab ich’s eh nicht so mit der bürgerlichen Ehe, und mit Gott eher auch nicht. Aber sonst hätten Sie meinethalben liebend gern das Brautsträußchen auffangen dürfen!
    Daß Sie mich für ein Sokolowsky-Alter-Ego halten, ist jedenfalls eins der nettesten Komplimente, die ich in der letzten Zeit im www bekommen habe. Hätten Sie sich meine Kommentare hier aber ein wenig genauer angesehen, wäre Ihnen wohl aufgefallen, daß K.S. und K.P. zwar häufig, jedoch durchaus nicht immer einer Meinung sind und außerdem, daß K. P. gelegentlich zu schwer verdaulichen Längen, nervigen Satzverschachtelungen und überflüssig-anstrengender Häufung von Haupt- und Nebenworten, Semikola, Binde- und Gedankenstrichen neigt; eine stilistische Unart, die dem Blogbetreiber so gut wie nie unterläuft, dem K.P. aber immer noch viel zu oft – sehen Sie, es ist schon wieder passiert!
    Stilfragen beiseite: Wenn ich die Meinung von jemandem teile, warum sollte ich dann wohl mit ihm diskutieren? Wenn Sie selbst aber Lust auf eine Diskussion haben, dann diskutieren Sie doch ganz einfach los, und zwar am besten zur Sache – dafür ist ein Blog wie dieser (auch) da, meine ich, obwohl ich hier nur Gast bin.
    Und falls Ihnen vor Schreck erst mal nichts Diskussionswürdiges einfallen sollte, hab ich hier einen kleinen Fragebogen für Sie vorbereitet:
    ___Wie finden Sie unser heutiges Deutschland?
    (A) Einfach herrlich.
    (B) Sommermärchenhaft schön zu jeder Jahreszeit.
    (C) Herrlich, aber derzeit ganz schön gefährdet von Flüchtlingen und Volksverrätern.
    ___Wie viel ist zwei mal zwei?
    (A) 3,0815
    (B) Mathematik ist was für Klugscheißer, die Angst vor ergebnisoffenen Diskussionen haben.
    (C) Egal. Hauptsache, es kommt nicht immer dasselbe raus, sonst wär’s ja Meinungsdiktatur.
    ___Gibt’s den Lebowski wirklich und will er mit K.S. oder K.P. diskutieren?
    (A) Ja.
    (B) Nein.
    (C) Vielleicht.
    Sollten Sie bei der letzten Frage Position A in Betracht ziehen: Fein, dann diskutieren Sie doch einfach mal kräftig los!
    Falls nicht, drucken Sie sich das Ganze aus, knüllen es zusammen und werfen’s mit Schwung aus dem Fenster. Wenn Sie auf Anhieb einen Gulli treffen, gewinnen Sie vielleicht einen flotten Dreier mit K.S. und mir. Vielleicht aber auch nicht. Darüber müßte ich nämlich erst mal mit meinem anderen Ich diskutieren. Und das könnte eine durchaus kontroverse Diskussion werden!
    Mit real-existierenden Grüßen, KP

    Lieber Kai, ich frage mich, ob das nicht zuviel der Mühe gewesen ist. Aber warten wir’s ab. (Flotte Dreier mache ich, damit das klar ist, nur beim Skat.) Mit den üblichen doppeldeutigen Grüßen, KS

  9. 9

    Moin, mein lieber und (in lateinischer Bedeutung) alter Kay,
    also Skat find ich echt doof, ich hab nie recht begriffen, wie es funktioniert; echte flotte Dreier machen wesentlich mehr Sinn und Spaß, finde ich – entschuldige die abweichende Meinung! Aber jetzt, wo ich ne Nacht drüber geschlafen hab, bin ich eigentlich sowieso nicht mehr so furchtbar scharf drauf. Der oder die Eingeladene, so scheint’s, ja irgendwie auch nicht. Insofern hat sich die Frage, ob’s die Mühe wert war, vermutlich bereits von selbst beantwortet. KP

    Sieht so aus – aber Lebowski wird bestimmt irgendwann wieder hier auftauchen und vergeblich versuchen, witzig zu sein. Ob ich den Kommentar dann veröffentliche? Mal gucken. – Ein Rüffel nun aber für Dich, mein junger Padawan: Nichts „macht“ Sinn. Etwas HAT Sinn oder ERGIBT ihn. Sinn läßt sich nun mal nicht „machen“, jedenfalls nicht auf Deutsch. KS

  10. 10

    Immer sehr gut auf seine Worte der Autor achtgeben soll, o Meister des Blogs – das ganz bestimmt auch meine Meinung ist! Aber ich meine auch, daß das fröhlich-flotte englische Sinn-Machen dem kategorisch-imperativen deutschen Sinn-(an-sich-)Haben im hiesigen Sprachgebrauch sehr bald mindestens ebenbürtig sein wird. Falls es das nicht schon ist. Warum also Kraft aufwenden, dagegen anzukämpfen? Wo doch schon der Kampf mit der dunklen Seite der Macht mehr als genug Kraft verlangt … Und in diesem Sinne wünsch ich Dir wie immer und von ganzem Herzen: May the force be with you! KP

    Die Kraft, gegen Sprachdummheiten zu kämpfen, muß schon aufbringen, wer die allwaltende Dummheit überwinden will; das hat mich der größte aller Meister gelehrt, der heilige Herr Kraus. (Aber natürlich rutscht auch mir, beim Reden, immer wieder dieses „Sinn machen“ aus dem Quatschmund.) KS

Kommentar abgeben (Kommentare unter Moderation - Regeln siehe HIER)