Schnipsel (3): 6. April 2018

Robins in the Hood

Beim Spaziergang durchs Viertel zehniRotkehlchen gesichtet und mindestens 20 gehört und irgendwann vor Rührung ein bißchenigeweint.

Wie aus etwas so Kleinem so große Musik kommen kann, solch ein Wohlklang, solch entzückender, beglückender Gesang! Wie diese munteren Gesellen sich gegen die Kakophonie der Killeraffen, den Krach der Autos, der Jets, der Baumaschinen behaupten! Wie sie die glühende Brust aufpumpen, die Schnäbelchen aufsperren und flöten und trillern, kolorieren und jubilieren –: Das ist ein wahres Wunder und ein Segen und eine Freude, und all die Zombies, die an mir vorbeihuschen, den Blick stier aufs Smartphone-Display geheftet, blicklos für das Gottesgeschenk fünf Meter über ihnen, taub für die betörende Schönheit der Töne, sind zusammen nicht halb so viel wert wie dieses eine Rotkehlchen, dieser eine Winzling, diese Krone der Schöpfung.

Was bleibt einem Menschen da übrig als ein bißchen zu weinen?

Ein Robin from the hood besuchte mich von Dezember bis Februar täglich zwei- oder dreimal auf dem Balkon, während ich blauen Dampf ein- und ausatmete. Der Vogel landete auf einem der Pflanzenkübel, die an der Brüstung hängen, musterte mich ein paar Sekunden, flatterte dann herab und hüpfte zu den Getreideflocken, die ich auf dem Boden ausgestreut hatte. Dann futterte das Tierchen in aller Seelenruhe, keine zwanzig Zentimeter von meinem gewaltigen Plattfuß entfernt, sah manchmal zu mir auf mit seinen schimmerschwarzen Augen, kehrte mir beim Flockenschnappen sogar den Rücken zu; und diese Zutraulichkeit, dieses Vertrauen erfüllten mich mit solcher Demut, auch Dankbarkeit, daß ich keine Lust hatte, weiterzurauchen. Ich hockte wie eingefroren da, und versengte mir mehr als einmal die Finger an der Kippe, weil ich es nicht wagte, mich zu bewegen und das zwei Dezigramm leichte Mirakel da unten zu verschrecken. Und gelegentlich tränten mir die Augen, aber nicht aus Schmerz und nicht des kalten Windes wegen.

Besser, als ich es vermöchte, haben Thomas und Jürgen Roth in ihrem nicht oft genug zu lobenden Meisterwerk Kritik der Vögel ausgedrückt, was das Rotkehlchen zum „Liebseelchen“ (Brentano) macht. Ich zitiere gern:

Unter den Augen des Rotkehlchens wächst in uns die Idee eines wohleingerichteten, harmonischen, von mildem Sonnenschein erwärmten Lebens. […]
[Was] das Rotkehlchen uns vorträgt, ist eine Ahnung vom Üblen in dieser Welt, vom Ende der Unschuld, vom Verlust der Kindheit, von der Brüchigkeit des Zutrauens, der Bedrohung des Friedens und nachhaltiger Forstwirtschaft. Letztlich ist es, mit Alfred Brehm zu reden, „unser Abendrot“, welches die Brust des Rotkehlchens färbt. Aus seiner Kehle singt es: Vanitas, Vanitas.
Als hätten wir nicht schon genug Anlaß zur Melancholie.

Der Osdorfer Born ist in diesem Frühjahr ein Rotkehlchenland, und das ist ein Glück, das wie jedes Glück nicht verdient, das nur geschenkt werden kann. – Und ich weine ein bißchen und fühle mich seltsam wohl dabei, wisch mir die Augen, gehe weiter und bleibe ein paar Meter später wieder stehen, starre wieder hinauf ins Geäst und lausche.

Und schon weine ich wieder, jedesmal ein bißchen leichter.

***

Help!

John Michael Godier ist ein aufstrebender Science-Fiction-Autor und ein hochgescheiter Science-Fact-Essayist, der hoffentlich bald weltberühmt wird (zumindest unter unsereins Nerds). In einem brillanten Hörstück spekuliert er über die „10 SETIBotschaften, die wir eher nicht empfangen möchten“.

Zu diesen irritierenden Nachrichten aus dem All zählt Godier unter anderem solche Klassiker der SF-Literatur wie „Ergebt euch!“, aber auch Exoten wie „Laßt uns in Ruhe!“ Das Erschütterndste freilich und Bestürzendste, was die Wesen from outer space uns mitteilen können, ist zweifellos dieses Telegramm: „Helft uns!“

Der unvorstellbare Abgrund, der unser Sternsystem von allen anderen trennt, die Unmöglichkeit, eine Brücke zu denen zu schlagen, die uns um Hilfe anflehen, die Ahnung zumal, daß jene fremde Zivilisation schon vergangen sein dürfte in all den Jahren, die der Funkspruch brauchte, um unsere Radioteleskope zu erreichen –: Welch einen großen und tragischen Stoff dies für einen SF-Roman abgibt! So mein erster Gedanke.

Und mein zweiter (und vor dem erschrecke ich bis ins Mark): Welche Botschaft werden die Aliens da draußen vielleicht einmal von uns erhalten, irgendwann, nachdem wir einen Sender gebaut haben, der die dunklen Lichtjahre zu durchdringen vermag, in der größten kollektiven Anstrengung unserer Spezies, der alles final überragenden Großtat unserer Wissenschaft und Technik –? Was werden wir den ET‘s anderes mitteilen können als eben diese Worte: „Helft uns!“

Doch wenn (bzw. falls) unsere Brüder im Kosmos das hören, sind wir schon nicht mehr zu retten. Es singt dann bestimmt kein Vogel mehr. Eventuell sollten wir also keine Wörter senden, sondern schöne Töne, als erhabene Erinnerung an einen leider zum Teufel gejagten Planeten; Töne wie diese:


Möglicherweise verzeiht uns die kosmische Gesellschaft dafür, für dieses Artefakt, was wir vermasselt haben. Und gewährt uns wenigstens eine Fußnote in der milliardenjährigen galaktischen Geschichte. Mehr als ein Asteriskus sind wir, wie wir zur Zeit sind, bedauerlicherweise nicht wert.

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Wasserstandsmeldungen

Aus der Antarktis:

Hidden underwater melt-off in the Antarctic is doubling every 20 years and could soon overtake Greenland to become the biggest source of sea-level rise, according to the first complete underwater map of the world’s largest body of ice.
Warming waters have caused the base of ice near the ocean floor around the south pole to shrink by 1,463 square kilometres – an area the size of Greater London – between 2010 and 2016 […].
Until recently, the Antarctic was seen as relatively stable. Viewed from above, the extent of land and sea ice in the far south has not changed as dramatically as in the far north.
But the new study found even a small increase in temperature has been enough to cause a loss of five metres every year from the bottom edge of the ice sheet, some of which is more than 2km underwater.
The Guardian“, 2.4.2018 [LINK]

Aus dem Pazifik:

In den Meeren sammelt sich der Müll dieser Welt. Durch die Strömungen wird er zu riesigen Feldern zusammengetragen, der Abfall kreist hier für Jahre und Jahrzehnte. […]
[Eine dieser Regionen], der Große Pazifische Müllstrudel, ist sogar wesentlich größer und enthält deutlich mehr Plastik als bisher angenommen. Nach mehreren Forschungsfahrten und -flügen kommt ein internationales Forscherteam zu dem Schluss, dass knapp 80.000 Tonnen Plastik in einem Gebiet von 1,6 Millionen Quadratkilometern treiben.
Das entspricht der mehr als vierfachen Fläche von Deutschland. Die Masse übersteigt frühere Schätzungen mindestens um das Vierfache, wie die Forscher im Fachblatt „Scientific Reports“ schreiben.
Welt.de, 23.3.2018

Aus Fukushima:

Water is still being continuously pumped through all of the reactors to keep the fuel cool, and there are now about 1,000 tanks on site storing 1 million tons of water that has been contaminated in the cooling process. And this burden increases by about 100 more tons or 26,500 gallons [100.313 Liter] every day.
A subsurface refrigeration system was constructed at a cost of $325 million in an attempt to build an ice wall around the entire site as a way to eliminate water flowing beneath the reactors and carrying additional radiation to the sea. This experimental approach hasn’t worked as well as hoped, and there is still no plan for how to deal with the one million tons of contaminated water sitting in the 1000 tanks. This is a massive problem that was never anticipated and its not going away anytime soon.
Santa Cruz Sentinel“, 31.3.2018 [LINK]

Und aus der Heimat:

Die wenigsten Flüsse und Bäche in Deutschland sind ökologisch in gutem Zustand. In 93 Prozent der Fließgewässer lebten nicht mehr die Gemeinschaften aus Fischen, Pflanzen und Kleintieren, die man dort eigentlich vorfinden müßte, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen.
Zudem seien 79 Prozent der Fließgewässer durch Ausbau „in ihrer Struktur deutlich bis vollständig verändert“, heißt es weiter. Nur 6,6 Prozent der bewerteten Fließgewässer-Abschnitte sind demnach nach EU-Kriterien ökologisch in gutem Zustand, gerade mal 0,1 Prozent in sehr gutem Zustand. […]
Laut Umweltbundesamt (UBA) sind die häufigsten Gründe für einen mäßigen, unbefriedigenden oder schlechten Zustand Belastungen aus der Landwirtschaft, etwa mit Dünger oder Spritzmitteln, sowie eine Begradigung, Verbauung oder Unterbrechung durch Wehre.
n-tv.de, 2.4.2018

Und da soll man nicht zum Menschenfeind werden? Bzw.: wie kann man denn da nicht?

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A quantum of solace

Gegen die Misanthropie hilft das Studium der Schlagzeilen nicht mal dann, wenn sie harmlos oder, haha, „konstruktiv“ erscheinen. Um sich den Restglauben ans Menschengeschlecht zu bewahren, sollten Nachrichten aus der Warenwelt vorsichtshalber generell gemieden werden.

Das reichlich poröse Verhältnis zur eigenen Spezies wird zum Glück gelegentlich repariert. Durch die Liebe vor allem, die eins erfahren und geben darf. Durch Akte einer Solidarität, die das neoliberale Gift noch nicht korrumpieren konnte. Und durch die Zeugnisse der Kunst.

Denn so viel Mühe die Kulturindustrie sich auch gibt, um die Reklameästhetik für alle Formen artifizieller Kommunikation verbindlich zu machen, und so weit vorangeschritten diese Bemühungen auch sind: Es gibt immer noch Künstler, die den Namen verdient haben, immer noch Beglückendes aus dem Menschenreich, das mit dem Gesang der Rotkehlchen halbwegs mithalten kann.

Zum Beispiel die Musik von Adam Ben Ezra, einem Kontrabassisten aus Israel, der mit seinem sperrigen Instrument Dinge anstellt, die an Magie grenzen. Folgendes Stück z. B. könnte sogar den glubschäugigen Monstren da draußen in der Milchstraße behagen. Ich jedenfalls werde nicht satt, es zu hören. Sei tausendmal bedankt dafür und für alles andere auch, verehrter Adam; live long and prosper (und dein ungemein unmusikalischer Hund desgleichen)!


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Die Blödheit hat ein Maas

In den 1960er-Jahren fragte „The Times“ aus London die Leser, welches Wesen sie als britisches Wappentier wünschten statt des Löwen. (Der schon deshalb nicht so recht paßt, weil er vor Jahrtausenden für immer von der Insel verschwand.) Die meisten Stimmen erhielt das Rotkehlchen. 2015 wurde die Umfrage wiederholt, und abermals gewannen in der Gunst des gemeinen Volkes Mr. und Mrs. Robin.

Vielleicht hätte ein so sympathisches und leutseliges Tier wie das Rotkehlchen in der Landesflagge verhindert, daß ein notorischer Lügenbold und Hetzer wie Boris Johnson (aka „BoJo the Clown“) und eine geistesschwache Thatcher-Imitatorin wie Theresa May das Land regieren dürfen. Sie wären, unter diesem Zeichen, nicht mal in die Nähe von Westminster gelangt, sondern zügig in die nächste Ausnüchterungs- oder Gummizelle verfrachtet worden.

Doch sie stehen an den Hebeln der Macht, und sie legen in der Skripal-Affäre all jene Hebel um, die mit roter Warnfarbe lackiert sind und Richtung Krieg mit Rußland weisen. Halbe Faschisten, die BoJo und „Treeza“ mit Aplomb sind, benehmen sie sich ungeniert wie ganze. Und nun, da die erbärmlichen Lügen, die sie und ihre Lakaien in den Qual.medien seit vier Wochen in die Welt blasen, ihnen um die Ohren fliegen wie Scheiße aus dem Ventilator, erfinden sie völlig von Sinnen immer noch jämmerlichere, stinkendere. Ich will die Einzelheiten hier nicht aufführen, das wird an anderer Stelle schon getan, und aus weit berufenerem Mund als meinem. Und zwar vor allem von Craig Murray, ehemals Botschafter Ihrer Majestät in Usbekistan und intimer Kenner der labyrinthischen Wege britischer Außen- und Geheimpolitik. Wer wissen will, wie fragwürdig und hohl, wie abgrundtief verlogen die offizielle Darstellung der Skripal-Affäre ist, der sollte das Weblog Murrays gründlich studieren. Auf die Gefahr hin, für immer das Vertrauen in den „Wertewesten“ und seine „Qualitätsmedien“ zu verlieren; doch es gibt Riskanteres.

Zum Glück für die enthemmten Lügner in London hat die neue Bundesregierung einen geborenen Opportunisten namens Maas als Außenminister am Start, einen Schwätzer sui generis, der angeblich „wegen Auschwitz“ in die Politik ging. Ob er dabei mehr an die Wärter oder die Gefangenen dachte, ist mir täglich weniger klar. Jedenfalls scheint mir dieser Politzombie noch dümmer als sein Kollege Johnson; und dafür, daß ein derart ahnungsfreier und serviler Hampelmann wie Maas jetzt den Minister des Äußersten spielen darf und jede Lüge aus London brav nachplappert, haben alle Spezialdemokraten, die sich im Mitgliedervotum für die abermalige Regierungskoalition mit der CDU aussprachen. ein ordentliches „Fuck you“ verdient.

Soeben lese ich, daß der Cousine Yulia Skripals aus nicht näher benannten Gründen ein Visum fürs Vereinigte Königreich und damit der Besuch ihrer Verwandten im Krankenhaus verweigert wurde. Das ist keine Farce mehr, das ist galoppierender Schwachsinn, primitivste Provokation und die Aufkündigung jeglicher Diplomatie. Dem geistesverwandten Herrn Maas wird solcher Bullshit sicherlich gefallen. (Sofern bei Typen wie BoJo und Heiko das schöne Wort „Geist“ verwendet werden darf.)

Und, nein: Ich weiß nicht, wer hinter dem Anschlag auf die Skripals steckt. Ich spekuliere auch nicht über die Täter. Ich weiß bloß, daß die Story, die uns seit Anfang März verkauft wird, keinen Heller wert ist, daß die Verkäufer moralisch weit unterhalb von Enkeltrickbetrügern rangieren.

***

Prophezeiung

Neulich sahen die Liebste und ich – sie, kaum zu glauben, zum ersten, ich zum x-ten Mal – Sidney Lumets und Paddy Chayefskys Meisterwerk „Network“. Dieser Spielfilm war vor 42 (!)iJahren eine beißend böse Satire. Heute wirkt er wie eine Zustandsbeschreibung unserer „Qualitätsmedien“ und frisch wie am ersten Tag. Der Geniestreich Lumets und Chayefskys hat, obzwar mehrfach preisgekrönt und vieldiskutiert, leider gar nichts verhindern können, was in den Jahrzehnten seither die Massenmedien zu Werbeträgern resp. Schmutzschleudern verkommen ließ. „Die Satire“, meinte Tucholsky, „darf alles“, und damit hatte er für alle Zeiten recht. Aber vielleicht darf die Satire nur deshalb alles, weil sie so gut wie nichts ausrichtet.

Trotzdem werde ich folgende Szene aus „Network“ empfehlen, bis ich schimmele; trotzdem hoffe ich, daß die unterdrückten und verarschten Massen wenigstens diesen Protestschrei (ab 1‘32“) mal aus sich rauslassen:


Und bis dahin spaziere ich durchs Quartier, lausche den Liebseelchen und weine ein bißchen. Aber um wen? Um uns?

Aufmacherphoto (Ausschnitt):
Rotkehlchen WP“, by Diba Dwagener at the German language Wikipedia
[GFDL 
or CC-BY-SA-3.0],
via Wikimedia Commons

Tondatei Rotkehlchen:
Erithacus rubecula“, by Arkhivov [CC BY-SA 3.0],
via Wikimedia Commons

12 Kommentare

  1. 1

    Danke und eine Träne (mindestens).

    De nada. KS

  2. 2

    Das wäre jetzt mal eine sehr interessante Frage, ob der Hund wirklich unmusikalisch ist. Immerhin gibt er sich in der ersten Hälfte des Videos völlig gelöst der Atmosphäre hin, die die Musik im Raum erschafft. (Erst als ihn etwas zwickt, ist er abgelenkt.)
    Aber vielleicht würde er genauso daliegen, wenn sein Herrchen als Maler an der Staffelei sitzen würde.
    Davon abgesehen mußte ich auch daran denken, wie schön es ist, mal wieder zu sehen, daß Musik mich mit einfachsten Mitteln in ganz andere Sphären schicken kann – ohne daß man für mehrere hundert Millionen Euro ein Konzerthaus um den Künstler herumbaut.

    In welchem Konzerthaus DIESER Künstler auch nie zu sehen sein wird; für solche Musiker ist das Elbvieh-Publikum schlicht zu doof. KS

  3. 3

    Ich hab’s vergessen, wer, hat einmal gesagt, die Menschen tun alles, um ihrer Seele nicht ins Gesicht sehen zu müssen. Trifft auf Sie nicht zu. Für mich einer der Gründe, Ihre Texte zu lesen. Gezwitscherten Dank.

    Ich gackere erfreut. KS

  4. 4

    Bei meinem fast täglichen Spaziergang um den hiesigen See begleitete mich neulich ein Rotkehlchen. Lange flatterte es neben mir her, und immer wieder sah es mich an. Sein Gesang war Zwiesprache und der einzige Laut an diesem sonnigen Morgen. Die zinnoberrote Brust leuchtete wie eine reife Frucht in dem noch winterbraunen Gezweig zwischen Wasser und Weg. Mir ging es wie Ihnen. Es rührte mich an. – Dankeschön. Ohne Ihren Bericht hätte ich das vielleicht vergessen.

    Das wäre freilich sehr schade gewesen. KS

  5. 5

    Lieber Kay, ich freue mich über Rotkehlchen, Tränen kommen mir bei ihrem Anblick nicht in die Augen. Dafür oute ich mich jetzt aber gerne mal als ein Kloßindenhalsbekommer, dem man mit dem unten verlinkten Video doch noch auf vielleicht kitschige Weise mit vermeintlich ausgelutschtem Songmaterial zeigen kann, daß alle (oder die allermeisten) Menschen auf der Welt eigentlich doch nur das Gleiche wollen. (Und außerdem ist da der erste Harfenist seit Harpo Marx bei, der mich begeistert.)
    https://www.youtube.com/watch?v=hEHpXaivtj4&list=PLf3NhM82FJCXG-M2RrOAkWdQw68mdLeoM

    Magisch, hinreißend, sehr, sehr tröstlich! Ich bin sowieso seit geraumer Zeit überzeugt, daß die Rettung der Erde und der Menschheit nur von denen kommen kann, die der Freie Wertewesten schamlos ausplündert, schikaniert und diffamiert. Das Stück belegt’s auf sehr charmante Art. KS

  6. 6

    Lieber Kay,
    schönen Dank für die wertvolle Musik,
    aber bei „glubschäugigen Monstren da draußen in der Milchstraße“ möchte ich bitte nicht annehmen dürfen, Du meintest damit Musikstudenten von der Hamburger Musikhochschule? Oder etwa deren Professoren?
    Mit Verlaub,
    Daniel Lüdke

    Nee, nee, lieber Daniel, ich dachte schon an Wesen, die ein paar Trilliarden Kilometer weiter weg zuhause sind. Und nicht an Leute, die bloß hinterm Mond sind. KS

  7. 7

    Übrigens: wer Bass liebt, liebt auch das da:
    https://www.youtube.com/watch?v=J2qsb26ANHQ

    Fabelhaft – vielen Dank dafür! KS

  8. 8

    Ben Ezra erinnert mich spontan und eindringlich an den ebenfalls famosen Colin Stetson, auch aus der Kategorie „Was man mit einem Instrument nicht alles machen kann“. In diesem Video (https://www.youtube.com/watch?v=O20MvVzOy6I) gibt’s sogar einen musikalischen Hund (man beachte das Wedeln des Schwanzes). Paßt auch irgendwie zum nahenden Weltuntergang.
    Cheers!

    Überwältigend – danke für dieses großartige Stück! KS

  9. 9

    Ich will ab sofort keine Neidklagen mehr über meine Tierbegegnungen auf der Landstraße hören! Zum persönlichen Rotkehlchenrauchkompagnon habe ich es noch nicht gebracht. Wäre fast schon ein Grund, wieder mit der Qualmerei anzufangen …
    Vielen Dank für die schönen Baß-Videos an den Blogger, Daniel Lüdke und F.P. Ich steh ja auf Tal Wilkenfeld:
    https://www.youtube.com/watch?v=slBB10vhVaU

    Und Sie stehen total richtig. Aber, wie einer der YouTube-Kommentatoren zu Recht anmerkt: Tals Baß „needs about 15% more volume in the mix“. – Danke für die Empfehlung!
    (Ich nehme übrigens an, daß Sie mit Haferflocken bei Rotkehlchen mehr erreichen als mit Tabak. Bleiben Sie abstinent!) KS

  10. 10

    Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich hier das „wir schicken uns alle YouTube-Links“ vielleicht zu weit treibe, aber der coolste Bassist, den ich im Laufe des letzten Jahres irgendwo gesehen habe, spielt hier mit (von den anderen Musikern nicht zu schweigen):
    https://www.youtube.com/watch?v=1yRhacGLGEs

    Stimmt, Mike Ballard ist ein saucooler Typ. Aber bitte nicht den mindestens genauso saucoolen Posaunen-Shorty beim Loben vergessen! (Und nun ist wirklich mal gut mit diesen YouTube-Links.) KS

  11. 11

    Adam Ben Ezra ist phantastisch. Chapeau! Die Kreativität der Spezies zu erleben, die es eindeutig verkackt hat, macht nur noch traurig. Zu sehen, daß der mitreißende Film eines Sidney Lumet absolut nichts bewirkt, und die Medien ungestraft weiterlügen, bis sie endlich den Krieg herbeigelogen haben, auch. Daß über Fukushima die letzten Nachrichten noch nicht gesprochen wurden, war klar. Ist doch schließlich egal, woran die Fische sterben, an Radioaktivität, oder weil sie so voller Plastikmüll sind, daß sie keine Nahrung mehr aufnehmen können. Wen interessiert es, daß unsere Flüsse sterben oder BP nun auch die Australische Südküste in Öl tauchen will. Wen wundert es da noch, daß die meditative Musik eines Bassisten traurig stimmt oder daß einem bei dem Gesang und dem Anblick eines Rotkehlchens die Tränen kommen? Über allem Schönen hängt zentnerschwer die Trauer des Abschieds. – ‚Denn das Schöne ist nichts, als des Schrecklichen Anfang, den wir noch gerade ertragen, und wir bewundern es so, weil es gelassen verschmäht, uns zu zerstören. Ein jeder Engel ist schrecklich.‘ (Rilke)

    Merci für dieses schöne Rilke-Zitat! KS

  12. 12

    Zu BP in Australien:
    https://youtu.be/rNUxQ-9AZss
    Danke, lieber Kay Sokolowsky, für die Schnipsel!

    Und Ihnen vielen Dank für den Hinweis auf diesen Clip – großartige Satire! KS

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