Congratulazione, adorato dott. Jürgen Roth,

Der Gratulant (hier an einem der schönsten Orte Frankens) wehrt in ungespielter Bescheidenheit die Komplimente ab

Der Gratulant (hier an einem der schönsten Orte Frankens) wehrt in ungespielter, doch unnötiger Bescheidenheit die Komplimente ab

et bon anniversaire, geschätzter Kollege, Всего наилучшего!, verständiger Genosse, happy birthday, lieber Freund – laß mich mal auf den Hocker steigen, Großer, und Dich kräftig umarmen! (Was ichDir fürs frische Lebensjahr wünsche, bleibt im stillen, danngeht‘s auch in Erfüllung.)

Hat mein Weblog Leser, die Dich noch nicht kennen und schätzen? Sollte es so sein, habe ich etwas falsch gemacht. Darum weise ich jetzt nachdrücklich auf Dein und Matthias Egersdörfers herz- und hirnerweiterndes Buch Die Reise durch Franken hin. Das mir in diesem grauen Winter immer wieder mal wie ein guter Schnaps war, ein Trost nämlich und eine Stärkung.

Aber so ergeht’s mir ja stets mit Deinen Schriften, lieber Freund. Denn sie geben den ganzen Mann, sind witzig, hochintelligent, reflektiert, geradeaus; sanft und melancholisch angesichts des Schwachen und Bedrohten, erbarmungslos, doch niemals ungerecht gegen das, was man sich hierzulande von den Eliten, ja, was man sich in diesem albernen Land überhaupt an „Eliten“ bieten lassen muß.

Gleichsam in einer Nußschale aufgehoben sind Deine Stärken und Dein Stil, Deine tadellose Haltung und Dein vorbildliches Deutsch, alter Kombattant, in Deiner jüngsten, mirakulös zwischen Wehmut und Wut oszillierenden, simultan zu Tränen des Zorns und der Nostalgie aufrührenden Taz-Glosse über die Entseelung des Würzburger Hauptbahnhofs.

„Herzmerci!“ dafür, mit unser beider verewigtem Kumpel Horst zu rufen, „Herzmerci!“ zumal für Deine nicht so leicht zu erschütternde Freundschaft, mein Alter, mein Guter, Bester.

Was ich mir zu Deinem Geburtstag wünsche, darf ich, glaube ich, verraten; im Aberglaubenslexikon finde ich keine Warnung. Ich wünsche mir also, Dich endlich mal wieder hier, im weltgrößten Provinzkaff, begrüßen zu können. Meister Radbruchs sagenhafte Bauernwurst soll für Dich geschlachtet, die ein’ oder andere Flasch Flens geopfert werden, den hohen Besuch zu ehren. Und, hüstel, ich möchte vor meinem Abtritt in das Land, aus des Bezirk etc., mit Dir ein Buch schreiben, endlich mal wieder. Hat aber noch ein paar Jahrzehnte Zeit.

In schöner Erinnerung an einen Spätsommer aus Gold im Odenwald werde ich jetzt, dem „horror vacui waffelii“ zu wehren, eine Tüte Keksbruch aufreißen, die Hifi-Anlage aufdrehen, „Smoke on the Water“ (Made in Japan-Version) starten und zu Blackmores welthistorischem Solo brüllen: „Mr.President, we are already involved!“

Ti auguro un anno di mille sorrisi, ragazzo mio! Laß et krachen, Junge! Wir heben den Kelch des Rock!


Montag, 16. Februar 2015 19:50
Abteilung: Ironie off, Litterarische Lustbarkeiten, Selbstbespiegelung

Ein Kommentar

  1. 1

    Sehr fein!
    Ich sage Ihnen Prost!

    Dankeschön! – Aber auf den Dr. Roth sollten Sie bitte auch ein Glas leeren. KS

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