Nie wieder Frieden

Laß deinen Kanzler, deine Diplomaten
durch dieses Meer von Blut und Tränen waten!
Fluch, Kaiser, dir und Fluch auch deiner Brut,
hinreichend Blut, ertränk sie in der Flut!

Karl Kraus: Die letzte Nacht (1917)


Einerseits.
Am 10. November stellten die Präsidenten Macron und Steinmeier sich hoch über die Gedenkstätte auf dem Hartmannswillerkopf
und weihten ein weiteres Museum jener „Menschheitsschande“ (Karl Kraus) ein, die Erster Weltkrieg heißt. Im Bulletin des Deutschlandfunks lese ich:

Steinmeier sagte […], das massenhafte Sterben an diesem Ort stehe für den Irrsinn des Krieges. Ursache des Übels sei der Irrglaube an die Überlegenheit der eigenen Nation gewesen.

Nein! du Null im Anzug – Ursache des Übels waren Kapitalismus und Imperialismus. Nationalismus diente vor allem der Dekoration.

Auch Macron sagte was:

Er sprach von einer „Pflicht zur Erinnerung“.

Von Pflicht an einem Ort zu reden, wo „Pflicht“ vor hundert Jahren nichts als Leichenhaufen produzierte: dazu gehört ein Gemüt, für das ein Bluthund sich schämen würde.

Da standen nun also die Präsidenten vorm frischpolierten Museum, standen so da über den Gebeinen von 30.000 zerfetzten, zersprengten, zermalmten, zerschroteten, zerquetschten, zerrissenen Männern, die Jungs waren, als man sie an die Front verfrachtete … Standen da und hatten keine Träne für dieses Verbrechen. Sie hatten nicht mal betrübte Worte. Sie verrichteten ihr Geschäft.

Sie, die höchsten Repräsentanten ihrer Staaten, gerade sie haben keine Ahnung vom Kanonenfutter. Kein Wort stimmt, alles ist geheuchelt bei solchen Gedenkansprachen. Hinterher gibt‘s gewiß was zu fressen.

Andererseits.
Zwei Tage, bevor Steinmeier den „Irrsinn des Krieges“ verurteilte (und dabei klang wie ein Zuhälter, der sich über die Unterdrückung der Frau mokiert) –, zwei Tage, bevor die 30.000 Hingemordeten vom Hartmannswillerkopf museal wurden –, zwei Tage vorher erteilte Nato-Generalsekretär Stoltenberg den Verbündeten eine Order:

„Wir brauchen eine Kommandostruktur, die sicherstellen kann, dass die richtigen Truppen am richtigen Ort sind – mit der richtigen Ausrüstung und zur richtigen Zeit“ […]. Nur so könne in Europa eine glaubwürdige Abschreckung sichergestellt werden. Gleichzeitig machte er klar, dass sich auch die EU und die Privatwirtschaft an den Anstrengungen beteiligen müssten.
Die zivile Infrastruktur – Straßen, Schienennetze und Flughäfen – müsse militärischen Anforderungen entsprechen […]. „Die nationalen Regierungen, der private Sektor und die Europäische Union haben Schlüsselrollen“, sagte Stoltenberg.
Zeit online, 8.11.2017

„Ja, schlimm“, mag das Publikum einwenden, „aber Frankreich ist nicht in der Nato, also lassen Sie bitte Monsieur Macron aus der Polemik raus!“ Doch den Wunsch, so schnell wie möglich Panzer wider den Russ‘ zu werfen, den hat wie die Nato so die EU, und in der mischt Macron ganz vorne mit. Zur selben Zeit, als die Präsidenten scheingerührt auf den Kalvarienberg niederblickten, meldete EU-Transportkommissarin Violeta Bulc, daß sie verstanden hat, wohin die Reise gehen soll. Nämlich an die Ostfront [die Kursivierungen sind von mir; KS]:

The European Union has a modern transport network that serves the needs of Europeans. These needs can also be of a military nature. The swift movement of military personnel and equipment is hindered by physical, legal and regulatory barriers. This creates inefficiencies in public spending, delays, disruptions, and above all a greater vulnerability. It is high time we maximise civil and military synergies also through our transport network in an efficient and sustainable manner.
Pressemitteilung der EU-Kommission, 10.11.2017

„Aber von Rußland“, mögen Schlauköpfe abermals geltend machen, „ist hier doch gar keine Rede!“ Das ist richtig. Denn wozu über etwas reden, das sich von selbst versteht?

Die Kommission geht übrigens noch weiter; sie verlangt panzer- und artilleriefähige Straßen und Gleise nicht nur Richtung Osten, sondern in jeden Ort der Union, wo sich eventuell die Massen mal rühren könnten, um die Betrüger und Kriegstreiber zum Teufel zu jagen:

[…] with the aim of facilitating and expediting their mobility to react in a fast and effective way to internal and external crises.
a. a. O.

Sie wünschen sich, diese Erfüllungsgehilfen des Kapitals, wieder ein richtig großes Gemetzel. Und sei es bloß, um in hundert Jahren irgendwo auf einem Massiv aus Massakrierten feierlich ein Museum eröffnen zu können.

Fazit.
Da stehen sie also, die Präsidenten Steinmeier und Macron, auf ihrem Podest mit herrlichem Blick auf einen Acker von zigtausend Knochen. Stehen da, beschwören den Frieden und präparieren nebenbei den nächsten Krieg, protegieren ihn, provozieren ihn. Was ist das? Dummheit? Opportunismus? Zynismus? Ignoranz? Selbstgerechtigkeit? Schizophrenie? Ja.

Und es juckt niemanden, das Trommeln zum Krieg bei simultanem Friedensgesäusel. Keiner schert sich einen Husten, während an der Grenze zu Rußland die Nato-Divisionen aufgestellt und im Hinterland die Nachschubwege kriegstauglich gemacht werden. Keinen kümmert‘s, daß Nato und EU den Pfad zum nächsten Weltkrieg eingeschlagen haben. Statt dessen helfen alle brav dabei mit, den Pfad zu befestigen und nicken jenen Erzlügnern zu, die den Krieg einen Irrsinn nennen, sofern er nur lange genug vorbei ist. Was ist das? Dummheit? Opportunismus? Zynismus? Ignoranz? Selbstgerechtigkeit? Schizophrenie? Ja.

Würden sie aber gezwungen sein, die Herren Präsidenten, über den Massengräbern die Wahrheit zu sprechen, sie müßten sich nicht einmal eigene Worte ausdenken. Es steht alles bereits bei Karl Kraus:

Wir sagen es ins Ohr euch, ihr solltet uns danken:
dadurch, daß ihr hier liegt, gehts besser den Banken.
Durch die Bank konnten sie das Kapital sich vermehren,
die Fusion mit der Schlachtbank kann man ihnen nicht wehren.
Ihr könnt noch von Glück sagen, so ruhig zu liegen,
wenn zugleich mit den Kugeln die Tausender fliegen.
Doch ihr seid entschädigt: ein jeder ein Held!
Ihr schwimmt ja in Blut, und wir nur in Geld.

Photo: „German machine-gun nest and dead gunner.
Villers Devy Dun Sassey, France“, by Unknown
or not provided (U.S. National Archives and Records Administration)
[Public domain], via Wikimedia Commons

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11 Kommentare

  1. 1

    „Sie verrichteten ihr Geschäft.“ Schön gesagt. Es wird ein ziemlich großes gewesen sein. Und wie endgeil es die blonde Uschi und der nicht mehr ganz so dicke Siggi heute fanden, daß die EU endlich eine „militärische Komponente“ (ich glaube, so hat es die „Tagesschau“ elegant formuliert) hat.
    Nach Lesen dieses sehr guten Beitrags (danke!) bin ich gestern auf YouTube hängen geblieben auf der Suche nach einer Pogues-Version von „Green Fields of France“ (die es nicht zu geben scheint; die haben wohl nur „The Band Played Waltzing Matilda“ gecovert, schade.) Der langen Rede kurzer Sinn: Ich bin dabei auf ein Video gestoßen, das ich nicht mehr loswerde. Eine enthusiastische Mutter filmt im Auto ihre kleine Tochter, die das Lied ziemlich perfekt zur CD mitsingt. Ein sechsjähriges, zahnlückiges Mädchen schmetternd den Willie McBride fragen zu hören, ob sein Tod „slow and obscene“ war … Ich weiß nicht, aber mir ist das Lied noch nie so nahe gegangen. Aber sehen Sie selbst. Es ist irgendwie so falsch, und doch auch so richtig:
    https://www.youtube.com/watch?v=6g78X7Pw7WM

    Meine Güte, ist das berührend, ist das bezaubernd! Ein guter Grund, der Menschheit noch mal eine Chance zu geben. Und sei es nur um dieses kleinen Genies willen. Vielen Dank für den Hinweis! KS

  2. 2

    Sehr beeindruckend ist die Gegenüberstellung der Nachrichten in den Zeitungen mit den Texten von Karl Kraus. Da wird einem schlecht. Die Verantwortlichen müssen schizophren sein. Und dumm. Laut „Independent“ war Willie McBride „the favourite anti war song of Tony Blair“. Danke für den Beitrag und den Link. „Irgendwie falsch und doch auch so richtig“ trifft es genau.

    Die Verantwortlichen sind für nichts verantwortlich – deshalb kann ein Kriegsverbrecher wie Blair sich für ein Antikriegslied begeistern. KS

  3. 3

    Zeihen Sie mir meine Spielverderberei, aber:
    „Es ist irgendwie so falsch …“ Ganz genau, es ist falsch! Ich empfinde es immer als zweifelhaft, wenn Kinder auf welche Art auch immer für eine Erwachsenen-Agenda als Projektionsfläche dienen. Unabhängig davon, daß die Sechsjährige natürlich beeindruckend mitsingt.
    Die Rührung jedoch entsteht nur im Hirn des (ausschließlich erwachsenen) Betrachters, der zur Emotionsdosis – Erhöhung kindliche „Unschuld“ mit „seiner“ Idee gepaart sieht.
    Also umgedreht: Es könnte fast die gleiche Art ehrlicher Rührung sein, die bestimmte Erwachsene ergriffen hat, wenn Sie 1914 kleine Kinder mit Pickelhauben hat aufmarschieren lassen, oder vor noch nicht allzu langer Zeit Kinder bei Demonstrationen mit Sprengstoffgürtel-Attrappen ausgestattet haben?

    Für Sie ist es also dasselbe, wenn ein Kind einen pazifistischen Song perfekt (und beseelt) performt und ein anderes Kind eine Sprengstoffgürtelattrappe aus blindem Gehorsam pazieren trägt? So was ist für Sie ein und das Gleiche? Das glauben Sie doch selber nicht. Sie wollen bloß ätzen.
    Sofern Sie allerdings diesen reaktionären Blödsinn GLAUBEN … Wird die Sache nicht besser, mein Befremden nur größer. Wir haben, fürchte ich,
    Bitte verlassen Sie mein Blog und kommentieren Sie hier nie wieder. Lesen Sie mich nie wieder. Halten Sie Ihre Augen fern von meinen Buchstaben! Please! Prego! Bitte. KS

  4. 4

    „Was ist das? Dummheit? Opportunismus? Zynismus? Ignoranz? Selbstgerechtigkeit? Schizophrenie? Ja.“
    Die „Pflicht zur Erinnerung“ geht dabei auch Hand in Hand mit „Aus der Geschichte lernen“, wobei dies nur heißt, diese aufzufrischen und zu wiederholen.
    Kapitalismus, Imperialismus & Co lassen keine sonstigen Spielräume.
    Wehret den Anfängen … Nie mehr wieder … Ja sischa dat …
    https://1.bp.blogspot.com/-OTL7ffq1fyE/TOcjvAvyMvI/AAAAAAAABMU/mKllvNC7v_4leBqTj9S3tqGXxol859kNACPcB/s1600/JohnHeartfieldWarAndCorpses.jpg

    Unsere „Staatsmänner“ sind allein deshalb ins Amt gelangt, weil sie Geschichte schreiben, aber auf keinen Fall lesen wollen. KS

  5. 5

    Nun nötigt mich der Kommentar M. Lunds zu erklären, welches Unbehagen ich mit der unpräzisen Phrase „so falsch und doch so richtig“ ausdrücken wollte.
    Ich sehe da keinesfalls die Instrumentalisierung eines Kindes zu politischen Zwecken. Das Video kann nur so zustandegekommen sein, dass das Mädchen das Lied so gern und so gut mitgesungen hat, dass die Mutter meinte, das dokumentieren zu müssen. Meine Güte, wir befinden uns auf einer alltäglichen Autofahrt, die filmende Mutter achtet mit auf die kleine Schwester der Sängerin und redet sogar rein. Weniger Inszenierung geht gar nicht. Dadurch – und durch die Tatsache, daß diesem Video keine weiteren gefolgt sind – hat sich bei mir Unbehagen Numero 1 erledigt, daß hier auf Castingshows geschielt werden könnte. Nein, wirklich nicht, höchstens insoweit, als diese Shows wahrscheinlich jedes Singen leicht vergiftet haben.
    Unbehagen Numero 2 geht nicht weg und kann das auch nicht; es rührt aus der schlichten Tatsache, daß da ein kleines Kind von diesen furchtbaren Dingen singt, daß es sie also zur Kenntnis nehmen mußte (und hoffentlich noch nicht völlig versteht, wovon es da singt). Da war mein erster Impuls, die Eltern zu fragen, warum sie ihren Kindern denn solche Lieder vorspielen müssen; aber das ist dann doch die ziemlich arrogante Quatschidee eines Kinderlosen. Die Welt ist schließlich so, wie sie ist, und spätestens, wenn ein Kind in die Schule geht, kann es mit allem konfrontiert werden, was es auf der Welt gibt.
    Unbehagen Numero 2 liegt deshalb im Lied selbst und ist genau das, was es zu solch einem guten Antikriegslied macht: der schier unerträgliche Widerspruch zwischen der wunderschönen Melodie und den Grausamkeiten, von denen der Text handelt, der Schmerz, der daraus entsteht, daß gleichzeitig spürbar wird, wozu Menschen sowohl im Guten wie im Bösen fähig sind. Diese Unerträglichkeit wird durch die Tatsache, daß da ein kleines Kind singt, nur auf die Spitze getrieben.
    Und weil dieser Kommentar inzwischen eh schon klingt wie eine Predigt, hole ich jetzt auch noch die Dylan-Zeile hervor, die mir seit zehn Minuten durch den Kopf geht, die, in der er die Glocken läuten läßt „for the child that cries when innocence dies“. Amen.

    Danke für diese Erwägungen! Ich würde alles, was mit Krieg zu tun hat, ebenfalls sehr gern von den Kindern fernhalten. Leider hält sich der Krieg nicht fern von den Kindern. Und da scheint mir ein kleines Mädchen, das den Krieg als etwas Grauenhaftes, durch nichts zu Rechtfertigendes zumindest im Ansatz begreift, eben nicht indoktriniert, sondern gut vorbereitet, um auf die Kriegstreiber nicht hereinzufallen. KS

  6. 6

    Moin, Hr. Sokolowsky, auch auf die Gefahr hin, den Platzverweis zu erhalten, habe ich Beitrag/These des M. Lund versucht objektiv zu betrachten. Ich kenne den M. Lund nicht, lese hier das zwote o. dritte Mal mit.
    M. M. nach ist die These aber stimmig. Ich denke, da sind bei ihnen Emotionen im Wege, die sein Post bei Ihnen eine Abwehrhaltung hat auslösen lassen.

    Sie finden die These stimmig, liefern aber keine Begründung für ihre Annahme. Was soll ich damit anfangen? KS

  7. 7

    Eine Ergänzung noch, auch der sog. Matrosenanzug wurde nicht allein, weil er sooo modisch & schick war, den Kindern angezogen.
    Zurück zum Thema.
    Sie glauben gar nicht, wie viele Familienangehörige ich den z. T. schwülstigen Worten bei einer sog. Auslaufparade (German Navy) habe lauschen gesehen, mit Pipi in den Augen und großem Rammtatta. Aber hinterher wollte es keiner weder gewußt noch gewesen sein.
    It`s all in your brain, stupid.

    Was immer Sie mitteilen wollen – ich versteh’s leider nicht. It’s all in my brain. KS

  8. 8

    Die „Staatsmänner“ dürfen auch stolz sein, als billige Exekutivhuren dem guten alten Industriefaschismus seine Geschichte weiterhin zu gewährleisten.
    Natürlich kennen sie diese Geschichte, womit man sich aus der obigen „Was ist das“-Liste die Gründe etc. für ihr Verhalten picken kann … Sad.

    Der Vergleich von Steinmeier und Macron mit Prostituierten ist ehrenrührig. Allerdings nicht so sehr für S. und M. KS

  9. 9

    Da schäme ich mich nachträglich, daß ich fahrlässig das altehrwürdige Gewerbe mit den schäbigen Politik*** verglich.

    Es ist eben ein Unterschied, ob jemand nur seinen Körper oder auch noch die Seele verkauft. KS
    [Lösch-*** wg. mögl. Justiziabilität. „Abfall“-Admin]

  10. 10

    Guten Morgen, Hr. Sokolowsky, zu ihren Kommentaren folgendes.
    Da habe ich mich wohl mißverständlich ausgedrückt, ich versuche es nochmal. Vorneweg, ihren Beitrag fand ich sehr gut. Und das von mir eingeworfene „It`s all in your brain, stupid“ sollte keinesfalls eine Beleidigung o. Ä. ihnen gegenüber sein.
    Zur These und meiner Begründung: Ich denke daß mit solchen Bildern (Liedern) eine emotionale Seite angesprochen werden soll, die man sehr schnell mißbrauchen kann. Bsp. hungernde Kinder (Brot für die Welt). Das neue Smartphone xy, noch geiler, Bilder von hippen Typen beim …usw., usw. Es soll bewußt die Emo-Ebene angesprochen werden, um eine bestimmte Reaktion abzurufen. So sehe ich das gesungene Lied hinsichtlich des Textes „richtig“, aber durch den sechsjährigen Interpreten, dem ich unterstelle, daß das, was er singt, voll umfasst, als falsch, weil als Emo-Träger dem Mißbrauch hier die Tür geöffnet wird.
    Wenn ich im Radio „Don`t fear the reaper“ höre (B.O.C.), denke ich immer an den Film „the Stand“ (S. King). Aber wer wei,ß vielleicht liege ich auch voll daneben. Es ist in meinem Hirn.

    Ich glaube zu ahnen, worauf Sie hinauswollen (und ich fühlte mich übrigens nicht beleidigt). Trotzdem: Gegen emotionale Bilder usw. ist erst mal überhaupt nichts einzuwenden, nur gegen den Zweck, zu dem sie gebraucht werden. Anders liegt die Sache beim Kitsch, den es leider besonders oft dort gibt, wo die Leute eigentlich was Gutes im Schilde führen. Vielleicht meinen Sie ja das, das gefälschte „echte“ Gefühl? KS

  11. 11

    Die kleine Interpretin hat mich einfach ganz tief getroffen und zugleich beglückt. Zudem glaube ich, daß sie – mit dem Genie eines Kindes – die Tragik des Geschehens, von dem dieser Song erzählt, vollständig erfaßt hat. Das Besondere an ihrer hinreißenden Vorstellung ist der Gegensatz zwischen der Schönheit der Kunst und der abgrundtiefen Häßlichkeit des Krieges, zwischen der Unschuld des Kindes und der schlimmsten, sinnlosesten Erfindung, die sich die Erwachsenen jemals haben einfallen lassen. Das Gefühl, daß es auch „irgendwie falsch“ ist, verschwand ganz schnell.

    Sie haben die Worte gefunden, die mir fehlten; vielen Dank dafür. KS

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