Portrait of the Artist as a Middle-aged Man


Dies ist, glaube ich, das gelungenste Selbstbildnis, das ich je gezeichnet habe. Und außerdem ein nachdrücklicher Beleg dafür, daß mein Blog wirklich bloß eine Art Notizbuch ist.

Demnächst wird hier wieder was Politisches oder sonstwie Bedeutsames erscheinen, versprochen! Bis dahin danke ich für Ihre Geduld.


Donnerstag, 20. April 2017 1:07
Abteilung: Bored beyond belief, Selbstbespiegelung, Unerhört nichtig

4 Kommentare

  1. 1

    Ich dachte bisher, wir seien einander noch nicht persönlich begegnet, ihr Bildnis kommt mir aber sehr bekannt vor. Waren Sie auch anwesend bei Herrn Walsers mutiger Paulskirchenrede? Oder war es die Inauguration von Joachim Gauck, die wir gemeinsam feierten? Der Club 4 in St. Tropez? Nein, nichts von alledem! Jetzt erinnere ich mich, Sie bei der Einweihung der Elbphilharmonie gesehen zu haben! Sie weinten vor Freude. Es war doch Freude, oder?

    Müssen Sie denn alles verraten? KS
    Eine Bitte um Entschuldigung dafür, daß ich Ihren Kommentar heute erst freischalte, ich hatte ein paar Tage Blogferien. Der Admin

  2. 2

    Komisch, hier kommentiert keiner.
    Ob sie sich scheuen, weil es ihnen so ergangen ist wie mir neulich, als ich bis morgens um fünf in der Kneipe war?
    Da sahen dann nämlich plötzlich alle so aus wie der Middle-aged artist.

    Nein, ein anderer, nämlich Andreas Schmid, hat auch kommentiert (und dann noch einer, aber der will es nicht veröffentlichen). Warum es so lange gedauert hat mit den Freischaltungen, kannst Du, lieber Karsten, hier nachlesen. KS

  3. 3

    Na gut, ich kommentier‘ dann auch mal was:

    Während eine durchdringende Beschäftigung mit Fragen zur Identität der künstlerischen Vergangenheit zu Sokolowskys zeichnerischem Werk in den 2000ern noch wenig verbreitet ist, schauen wir hier nun retrospektiv in die Zukunft — das heißt, Sokolowsky unternimmt retro-utopische Exkursionen in seine „blaue Phase“, um dort uneingelöste und verborgene Potentiale für ein neues Verständnis von Subjektivität und Filzstift zu entdecken.
    In einer post-utopischen Zeit, in der Sokolowskys Schaffen während seiner blauen Phase nicht länger als ein Versprechen, als Utopie oder Vision angesehen wird, sondern als ein Ereignis aus der Vergangenheit – und ein mitnichten ausrangiertes politisches Projekt -, läßt sich beobachten, daß in Sokolowskys Kunst eine neuerliche Konzentration auf die Filzstiftmalerei stattfindet, die dazu dient, eine kritische Distanz zur Gegenwart zu etablieren und eine andere Zukunft zu imaginieren.

    Findet:
    Daniel Lüdke

    Endlich fühl ich mich verstanden, danke, Meister Lüdke! Und Filzstift = utopisch – das muß einem erst mal einfallen. Respekt! KS

  4. 4

    Noch’n Kommentar:

    Sokolowsky widmet sich Selbstportraits von Zeitlichkeit im Hinblick auf Funktion, Produktion, Nutzung und Bedeutung von Filzstiften in post- und dekolonialen Filzstiftbildern. Sich daraus ergebende Fragen an Sokolowsky können sein: Wie werden zeitliche Querungen von Filzstiftbildern verursacht? Welches transformatorische Potential hat Sokolowsky den Filzstiften zugedacht? Können Filzstiftbilder übersetzt werden oder übersetzen Filzstiftbilder selbst etwas? Können sich Filzstifte – oder ihre Handhabung und Wahrnehmung – von ihren Kontexten emanzipieren?

    Zumindest die letzte Frage kann ich mit einem klaren „Ja“ beantworten. Der Filzstift emanzipiert sich, wenn er beim Zustöpseln einen Klecks auf der Fingerspitze hinterläßt. – Die übrigen Fragen sollten am besten offen bleiben. KS

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