The real pulse of Europe (1): Spain

Ab jetzt in unregelmäßiger Reihenfolge:

Fundstücke*, den Zustand der
abendländischen Werte betreffend.

Aus einem Artikel von Hans-Christian Rössler über die Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit in jenem Euroschäubleausteritätslabor unter offen korrupter, postfranquistischer, in Brüssel wohlgelittener Führung:

„Es gibt keine Unschuldsvermutung wie im Strafprozess. Alles, was die Polizei angibt, gilt als wahr. Der Beschuldigte muss das Gegenteil beweisen“, sagt der Anwalt David Amelang López. In dem Gesetz, das Geldstrafen bis zu 600.000 Euro vorsieht, geht es nicht nur um den Respekt vor den Beamten: Ohne Erlaubnis dürfen sie nicht während eines Einsatzes fotografiert und diese Bilder im Internet veröffentlicht werden. Es verbietet auch, direkt vor den Parlamenten zu demonstrieren und Protestplakate an Gebäuden anzubringen, wie es Umweltschützer von Greenpeace immer wieder tun. Wer versucht, Zwangsräumungen von Wohnungen zu verhindern, macht sich ebenfalls strafbar. Auch spontane Sitzstreiks und Zeltlager sind verboten, wie es sie monatelang an der Madrider Puerta del Sol gegeben hatte. Zugleich können Polizisten eine Geldstrafe von 601 Euro gegen alle verhängen, die in der Öffentlichkeit Alkohol trinken.
[FAZ.net, 2.6.2017]

Für wen die 600 Euro sind, kann ich mir denken. Aber der alberne Euro obendruff – ist das Schmerzensgeld? Für die armen Büttel, die ganz wund sind vom Bürgerschikanieren?

* Sachdienliche Hinweise nimmt der „Abfall“-Admin gern entgegen.

Photo: „EU flag-map“, by Own [Public domain],
via Wikimedia Commons

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Samstag, 3. Juni 2017 1:23
Abteilung: Aufgelesen, Kaputtalismus, The real pulse of Europe

2 Kommentare

  1. 1

    Es gibt drei Strafkategorien in Spanien. Bis zu 600 € zahlst du unter anderem für das Erklettern von Gebäuden, Hausieren oder öffentlichen Alkoholgenuß. Bei 601 € beginnt eine Kategorie, die dem Richter bis 30.000 € Spielraum lässt, z. B. für die Bestrafung von Streikposten(!). Der FAZ-Autor hat einfach etwas zu schnell gearbeitet, aber Schwamm drüber. Es gibt weit schwerer wiegende Anklagepunkte gegen dieses Medium.

    Danke für die Klarstellung! Die Verhältnisse in Spanien sehen damit noch vorbildlicher aus. Jedenfalls für alle Autokratien im Werden. – Ich vermute, daß Rösslers Text einem schlampigen Redigat zum Opfer fiel. Schlampigkeit ist freilich ein schwerwiegender Anklagepunkt gegen jede Zeitung. KS

  2. 2

    Zu dem Text kann ich leider keine sachdienlichen Hinweise geben, ich wollte hier nur mal auf etwas hinweisen, was mir immer und immer wieder auffällt: Dieses Schweden ohne Norwegen links, aber mit Finnland rechts dran, erinnert mich grundsätzlich zuallererst an einen baumelnden Penis mit Hodensack dran.
    Muß ich mir Sorgen machen?
    Mit freundlichen Grüßen, Daniel Lüdke

    Sorgen um Europa kann man sich jederzeit und aus sehr vielen Gründen machen. Aber wegen so was? Ich glaube nicht. KS

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