Archiv für die Abteilung 'Bored beyond belief'

Round midnight: Cinéma vérité (2)

Dienstag, 12. April 2016 1:00

Marginalien zu Kino & Wirklichkeit
Heute:

Der tote Baron

Vielleicht kennen Sie das: Sie haben den schönen Abend mit der vermaledeiten Steuer vertan, und obwohl diese Beschäftigung unfaßbar langweilig ist, bringt sie Sie jedesmal an den Rand der Hysterie. So wie mich vorhin. Meine Nerven waren nach Ende des buchhalterischen (Akzent auf „-te“ oder auf -hal“? Ich lern das nie) so gespannt, daß man Paganini-Cappricci drauf hätte fiedeln können. Da hilft nur ein Bier (eher drei) oder das Fänsän.

Ich entschied mich fürs TV, weil ich sowieso schon Kopfschmerzen hatte. Um was passend Abregendes zu finden, meinetwegen eine Dokumentation über die Fugger (aber nicht über doppelte Buchführung), besuchte ich die Website Klack*. Und las nach zwei Umdrehungen des Scrollrads das hier:

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Zeuge der Geschichte (2)

Freitag, 1. April 2016 21:39


Google_Genscher-tot

Als ich vom Tod Hans-Dietrich Genschers hörte, beschloß ich sofort, mir keinen gelben Pullunder zu kaufen.

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Angewandte Legasthenie (1): Schon obszön

Mittwoch, 30. März 2016 22:44

Alle naslang beglückt das Spitzennetzwerkertopnetwork Xing mich mit einem unglaublich interessanten Newsletter. Heute habe ich, während der Mauspfeil schon die Schaltfläche fürs Löschen ansteuerte, zum ersten Mal seit langem etwas genauer hingeguckt. Eine Betreffzeile las ich da, mit der meinetwegen auch einmal das manager magazin titeln darf, damit es endlich seine Eigenwerbung

steht seit 1971 für unabhängigen, erstklassigen Wirtschaftsjournalismus

– mit Leben füllt. Was aber las ich? Dies:

So fickt das deutsche Management

Eine Sekunde später erkannte ich meinen Fehler, und Xing mußte abermals auf mich verzichten (wie das manager magazin schon immer). Denn tatsächlich stand im Betreff:

————XING-Letter_30-03-16

Die Enttäuschung! – Arno Schmidt hätte mir den Verleser gewißlich nicht übelgenommen. Horst Tomayer, denk ich, ebenfalls nicht. Und Sie, liebe Leserin, werter Leser? Sind Sie jetzt enttäuscht von mir? Sehr? Da wären Sie leider nicht der erste Mensch.

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The Happy Eggheads in: Versemmelt

Dienstag, 29. März 2016 23:30

 Für Eric Rohmer
Late_Eggheads_01_(c)_Kay_Sokolowsky


MANN.
Du könntest wirklich etwas kooperativer sein.
FRAU. Wieso das denn? Du hast es versemmelt.
MANN. Das ist jetzt aber etwas hart ausgedrückt. Versemmelt … Ich hab
doch dran gedacht, am Karfreitag!
FRAU. Und es dann versemmelt.
MANN. Ich hab‘s bloß vergessen, ich war abgelenkt …
FRAU. Und jetzt soll ich davon ablenken, daß du es versemmelt hast.
MANN. Nichts lenkt die Leute besser ab als ein schönes Gesicht …Das
Hollywood-Geheimnis!
FRAU. Den Film drehst du mal schön ohne mich. Du hast es versemmelt.

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Round midnight: Minusebene

Mittwoch, 16. März 2016 0:00

Heiner Flassbeck gewidmet

Die Geisterstunde hat soeben begonnen, als ich, um die Wartezeit auf die nächste S-Bahn zu vertreiben, für eine schnelle Kippe aus dem Bahnhof Altona laufe. Und, ein bißchen fröstelnd (daher der Verwackler), dies Leuchtplakat am Durchgang sehe:

Minusebene_Altona_(c)_Kay_Sokolowsky


„Die Geschäfte der Minusebene“ …: Schöner läßt sich, glaube ich, die Austeritätsdiktatur der EU
nicht umschreiben.

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Round midnight: Alptraum No. 6287

Montag, 7. März 2016 0:00

Ringing_the_elevator_alarm_(c)_Dieselducy_Andrew_R

Falls es Sie interessiert, warum ich nach 18 Uhr so ungern in Fahrstühle einsteige, obwohl ich dafür immer wieder „Hast-du-eine-Meise“-Blicke kassiere – ich finde immer wieder neue Gründe für meine Phobie. Zum Beispiel heute im Guardian:

Und wer war wieder mal schuld an dieser Horrorgeschichte? Handwerker, natürlich, Zwiebelmettbrötchenfresser, Blaumanntypen wie der Möbeltischler in „The Texas Chainsaw Massacre“:

The Gaoling district government in the north-western city of Xi’an, Shaanxi province, said on Saturday that two maintenance workers turned off the power source on 30iJanuary in a residential building after they were called to check on a glitch. However, they failed to check if anyone was inside the elevator.

Die beiden Schlauköpfe sitzen jetzt in U-Haft, aber das wird dem Opfer ihrer Expertise, einer 43-jährigen Frau, auch nicht mehr helfen. So wenig wie mir mit meiner Angst, nach 18 Uhr Fahrstühle zu benutzen. Falls überhaupt jemals wieder. Zum Glück wohne ich in der ersten Etage.

Schlafen Sie gut!

Photo: „Ringing the elevator alarm“
by Dieselducy, Andrew R (Own work) [CC BY-SA 3.0 ],
via Wikimedia Commons

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Hokuskrokus

Samstag, 27. Februar 2016 22:55

Abendrot_Groenenweg_02_(c)_Kay_Sokolowsky

Ernst Jandl und Willy Steputat zugeeignet;
auf die Romanza des Hornkonzerts KV 417 zu jodeln


Abendrot o Abendrot
Gaa Gnadenbrot
Abendbrot
Aa Aufgebot o rot a Brot
Abendbrot o rot o a Gebot
Aa Atemnot o a ooo Abendrot
Abendrot o Abendroot oo Abendrooot gaaa Gnaaadenbrooot oaa

Abend o Abend o o o Abendrot
Sapperlot
Abendrot o Kot
Schockschwerenot
Brot o Abend o rot a Aaabend o rot ooo Nooot
Ooo Iiidiot o Kotverbot

Abendrot rot rot a rot aaa rooot
Halb a halb aaa halb o a ooo halbverloht loooht
Angedroht rot o Abend o Aaabend ooo
Abendrot a Abend aaa Abendrot o, oo, ooo
Hlllbvrrrloooht
O a Abendrot!

Abendrot_Groenenweg_01_(c)_Kay_Sokolowsky

KlGV Grönenweg, 27. Februar, 18.25 Uhr

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Der Blogger ist schon noch da, keine Sorge …

Montag, 15. Februar 2016 18:08

Meles-meles-tracks-on-snow_(c)_James_Lindsey… und sollten Sie keine gehabt haben, bin ich nicht gram, i wo.

Bevor ich gleich wieder den Kopf in die Höhle einziehe, darf ich mitteilen, daß das, was ich in Bezug auf dieses Weblog zur Zeit tue bzw. lasse, bei manchen Tieren, Bären zum Beispiel –, ja, eben nicht Winterschlaf, sondern, Achtung!, „Winterruhe“ heißt. Das lernte ich heute morgen gemeinsam mit einem aufgeweckten Neunjährigen (was eine eigene Geschichte ist, doch die erzähle ich, wenn überhaupt, ein anderes Mal).

In dem Buch unseres neu erworbenen Wissens wird die „Winterruhe“ so beschrieben:

Das ist zwar kein richtiger Winterschlaf, aber sie schlafen trotzdem die meiste Zeit. Die Bären atmen dann nur noch ganz wenig, ihr Herz schlägt sehr langsam, und sie leben bis zum Frühjahr von ihrem Winterspeck.

Für Dachse gilt das Gleiche. Und, stellen Sie sich vor: Ich hab bestimmt um zwei Kilo, auch Altpapier, abgenommen seit Neujahr!

Nun jedoch die Schneeglöckchen in Büscheln aus dem Boden wachsen und die Amseln bereits Liebeslieder proben, werde ich mich hier wohl schon bald mehr (wow, fünf Adverbien am Stück!) regen.

PS. Eine aufrichtige Bitte um Entschuldigung für meine „Bärenhäuterei“ (Schopenhauper, u. a. Par. und Par. II) und das daraus folgende, elend lange Nichtveröffentlichen ihrer interessanten Kommentare geht an Ted Eichinger und Kai Pichmann. Sie kommt hoffentlich an.

Photo: „Meles meles tracks on snow“ by
James Lindsey at Ecology of Commanster [CC BY-SA 2.5 or CC BY-SA 3.0],
via Wikimedia Commons

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