Die Katastrophenkanzlerin (1): Im Spital



[Angela Merkel] ist die Repräsentantin einer Zeit, in der,
mit Hannah Arendt zu reden, Tag für Tag die „Tatsachenwahrheiten“
„fortgelogen“ werden, in der „das organisierte Lügen“
das Rüstzeug der politisch Handelnden ist.
Jürgen Roth*


Hat der Polemiker beim Umgang mit der SPD das etwas klamme Gefühl, auf einen toten Gaul einzudreschen,
fragt er sich andererseits, wenn die ewige Kanzlerin an der Reihe ist, ob die AfD-Faschisten und „Hau ab! Hau ab!“-Pegidazis ihm möglicherweise die Invektiven klauen könnten. Schrecklicher Gedanke, so ein geistig armes Nazischwein ginge mit Formulierungen hausieren, die es aus meinen Texten geklaubt hat!

Nun mache ich den Halbalphabeten, die aufs Vaterland so stolz sind wie sie ihre schöne Mutter Sprache entehren, das Stehlen möglichst bitter. Schon ein Relativsatz, ein Konjunktiv oder ein Wort aus der Fremde schrecken den Volksgenossen ab, und wenn doch mal ein brauner Eiferer sich durch meine Perioden beißen sollte, wird er dabei eine Menge Zeug schlucken müssen, das ins größte teutsche Maul nicht paßt.

Die Gefahr, vom Feind reklamiert zu werden, ist also eher gering. Größer das Risiko, von übelmeinenden Dritten mit den Alternativnazis in einen Topf gerührt zu werden. Ich habe es oft genug erlebt, wie Sätze von mir so lange beschnitten wurden, bis sie ins Hirnkastl des Rufmörders paßten und sein Vorurteil gegen mich bestätigten. Aber mach einer was gegen Denunzianten – in Deutschland widmet man solchen Typen gesetzliche Feiertage!

Merkel-Diffamierung muß sein, trotz den Rechten, die einem recht geben könnten. Denn die Fama, es handele sich bei A. Merkel um eine „Pragmatikerin“, die „nüchtern“ und „besonnen“, „Naturwissenschaftlerin“ halt!, außerdem mit „trockenem Humor“ und „ohne Eitelkeit“ die Dinge anpacke –, dieses Gerücht, das unsere Qual.medien seit vielen Jahren verbreiten, gilt es ebenso zu bekämpfen oder wenigstens zu ridikülisieren wie Merkel selbst. Die Kanzlerin kann nichts und tut nichts, und wenn sie doch mal was tut und nicht wie sonst delegiert, dann zeigt sich, daß sie‘s nicht kann. Gegen die fatalen Folgen ihrer Stümperei tut sie dann abermals nichts. Was allerdings besser ist, denn ihr So-tun-als-ob würde alles bloß verschlimmern.

Betrachten wir die Katastrophen, in und mit denen es „uns“ so „gut geht“, besuchen wir die Notstandsgebiete, die das Jahrdutzend Gemerkel angerichtet hat. Und weil unter „Mutti“ (noch so ein von keiner Tatsache gedecktes Gemunkel) nichts geschieht, was die Jungs vom BDI bäh finden, werden wir mit solch erbärmlichen Verhältnissen auch in den nächsten vier Merkeljahren leben müssen. Korrektur: mit noch miserableren.

Dann freilich, die Marktkonforme wird‘s vorm Bundestag erzählen, ohne mehr als sonst zu stammeln, nicht nur „gut“, sondern auch „gerne“. Sie wird es verkünden, ihre Unionskriecher werden applaudieren, die Mentorinnen Friede Springer und Liz Mohn huldvoll lächeln. Und draußen sterben die Leut‘.

***

Die Regeln dürfen sich nicht nach dem Schwächsten richten,
sondern sie müssen sich nach den Starken richten, meine Damen und Herren.
Angela Merkel*


Die aktuelle Ausgabe der ver.di-Mitgliederzeitung „Publik“ widmet sich ausführlich dem Zustand in den Krankenhäusern. Die Lektüre der betreffenden Artikel hat mich an eine Episode erinnert, die aus der Hamburger Cholera-Epidemie von 1892
überliefert ist. Der große Robert Koch war aus Berlin angereist, um den Pfeffersäcken Nachhilfe in Hygiene und Humanität zu erteilen. Nachdem er die Proletarierslums in der Neustadt besichtigt hatte, wo die Seuche die meisten Opfer forderte, wandte Koch sich an seine Begleiter und sagte:

„Meine Herren, ich vergesse, daß ich in Europa bin.“

„Publik“ faßt die üblichen Zustände an deutschen Krankenhäusern im Jahr 2017 zusammen:

ver.di liegen zahlreiche […] Überlastungs- und Gefährdungsanzeigen vor. Kliniken aller Träger und Beschäftigte aller Arbeitsbereiche sind betroffen […]. Während hierzulande eine Pflegefachkraft im Durchschnitt 13 Patienten versorgt, sind es in den Niederlanden nur sieben Patienten pro Nacht. Nachts ist eine Pflegefachkraft in Deutschland durchschnittlich sogar für 26 Patienten allein verantwortlich.

Die Folgen jahrzehntelanger Privatisierung und Profitmaximierung im hiesigen Gesundheitswesen beschreibt eine anonyme Pflegerin so:

Kontinuierliche Überwachung geht nicht mehr. Medikamente und Essen gibt es nur zeitverzögert, ein Kind nach Kopf-OP mußte lange schreien, da keine Kapazität zum Füttern vorhanden war, auch Säuglinge mußten auf ihre Mahlzeiten warten. […] Ein Patient lag zwei bis drei Stunden in seiner vollen Windel, eine zeitnahe Reaktion auf Alarme ging auch nicht mehr. Die Praktikantin muß üblicherweise die Vitalzeichen der Frischoperierten überwachen.

Was sofort nötig wäre, damit Säuglinge in deutschen Krankenhäusern nicht mehr hungern und lebenswichtige Aufgaben nicht von Ungelernten übernommen werden müssen, könnte die Merkelsche wissen, wäre es ihr nicht wurscht wie alles, was Reiche nicht reicher macht:

Für eine gute und sichere Versorgung der Patienten muß es laut Berechnungen von ver.di 162.000 Stellen in Krankenhäusern mehr geben, davon 70.000 allein im Pflegebereich.

Nein, ich habe ebensowenig wie Sie davon gehört, daß Merkel hier was unternehmen will. Es kümmert sie einen Mückendreck, was ihre betriebsame Faulheit, ihre souveräne Feigheit vorm Kapital jenen Menschen antut, die, anders als die Merkel-CDU über sich selbst behauptet, tatsächlich „nah am Menschen“ sind:

[Pastor Michael Brems von der Koordinierungsstelle für Krankenhausseelsorge der Nordkirche] berichtete von ungenutzten Pausenräumen, weil Pausen nicht mehr genommen werden, von Pflegekräften, die sich mit Kaffee, Nikotin, Tabletten und Alkohol arbeitsfähig halten oder die weinend zu den Seelsorgern kommen, und von solchen, die durch ihre Arbeitsbedingungen abstumpfen.
Publik“ 7/2017, S. 7

Dazu paßt wie das C zur DU ein Wahlplakat, mit dem Merkels kongenialer Parteikomplize Reiner Haseloff 2011 die Sachsen-Anhaltiner verhöhnte:

Marion Lühring stellte, das Szenario realen Schreckens zu runden, für das Gewerkschaftsblatt Protokolle von Angestellten der Berliner Charité zusammen. Das Elend, von dem hier erzählt wird, hat Merkel als die Erste verschuldet.

Ulla Hedemann arbeitet als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin in der Kinderintensivstation. Sie sagt:

Bei uns liegen die Schwerstkranken. Kinder, die nicht einmal mehr selbständig atmen können, Kinder im Koma, Kinder mit schwachem Herzen, Organversagen. […]
Auf dem Nachhauseweg denke ich oft über meinen Dienst nach und gehe alles noch einmal durch, ob ich nichts übersehen habe. Ich habe den Anspruch, die Patienten so zu betreuen, wie ich es gelernt habe, doch die Zeit ist oft zu knapp. Das belastet und nährt Zweifel. […] Auf der Kinderintensivstation haben wir momentan fünf bis zehn offene Stellen. Wir arbeiten mit Leasingkräften, die wir brauchen, um den Schichtplan aufrechtzuerhalten. Das aber bedeutet auch mehr Arbeit für uns, um sie anzuleiten.

Ulla Hedemann übernimmt zweifellos jeden Tag mehr Verantwortung, sie trägt an ihrer Verantwortung jede Sekunde schwerer als A. Merkel in ihrer gesamten politischen Laufbahn.

David Wetzel, kürzlich zum Gesundheits- und Krankenpfleger umgeschult, schafft in der Abteilung Hämatologie/Onkologie. Er sagt:

[Es] passiert hier ständig, daß wir Arbeitsprozesse nicht zu Ende bringen können, weil wir Dringenderes vorziehen müssen. Zeitnot und paralleles Arbeiten [sind] die Normalität. Gute Arbeitsbedingungen sehen anders aus. […]
Ausbildung und Realität widersprechen sich häufig. So habe ich als Neuer zwar noch genau im Kopf, wie bestimmte Pflegehandlungen ablaufen sollten. Doch in der Praxis muß es immer viel schneller gehen. Das führt zu Überforderung und ist belastend.

Jeder einzelne Patient, der sterben muß, weil seine Pflege aus Zeitnot nicht sachgemäß erfolgen kann, weil die markthörige Spitzenniete das Gesundheitswesen ungerührt verkommen ließ, sollte A. Merkel wie ein Himalaya auf dem Gewissen lasten. Nur ist bei Angela M. nichts Belastbares.

Daniela Dittner schuftet als examinierte Krankenschwester in der Abteilung Neurologie/Schlaganfall. Sie sagt:

Im Laufe der Jahre haben wir immer mehr Betten bekommen und wurden immer weniger Leute. Anfangs hatten wir auf dem Flur nur Epilepsiepatienten. Dann kamen vier Monitorplätze dazu. Damals hatten wir noch eine Betreuung für zwei Monitorpatienten. Es wurden weitere Betten aufgestellt, doch es kam nicht mehr Personal. Heute haben wir sechs mobile Monitore und 15 weitere Patienten auf einem Flur. Dafür gibt es im besten Fall drei Pflegekräfte. Doch oft sind wir in der Frühschicht nur zu zweit, für alle Patienten. […] Ich habe den Einsatzplan für November angeschaut. Darin haben wir circa 60 nicht besetzte Dienste. […]
Es ist sehr belastend, zum Nachtdienst zu gehen und zu wissen: Man ist wieder alleine. Erst vor kurzem hatten wir zusätzlich noch sechs isolierte Patienten mit einem Keim. Wir mußten kalten Kartoffelbrei als Abendessen ausgeben, weil wir durch die Unterbesetzung keine Zeit mehr hatten, das Essen zu erwärmen. Und da war es schon 20 Uhr. Ich habe mich so mies gefühlt und geschämt, mit Menschen so umgehen zu müssen. Zuhause habe ich geweint.

Und solche Arbeit „schafft Würde“? Ausbeutung und Verzweiflung schaffen Würde?! Dergleichen können nur Kreaturen behaupten, die wie Haseloff oder seine Meisterin allein deshalb eine Würde haben, weil das Grundgesetz sie ihnen garantiert.

Daniela Dittner fließen die Tränen, denn sie nimmt ihren Beruf und ihre Schutzbefohlenen ernst. Die Kanzlerin hingegen wird nie einer weinen sehen.

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* Die Motti habe ich in Jürgen Roths voluminösem Hörspiel „Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort!“ gefunden.

Ohne die Satire, die Finesse, die Gescheitheit und Komik der anderen Kapitel über „Lügen und Lumpereien aus siebzig Jahren deutscher Politik“ irgend schmälern zu wollen – die „Viertelstunde der Unwahrheit“, eine unkommentierte O-Ton-Collage, die Roth der Unerträglichen widmet, dokumentiert unübertrefflich den Gipfelpunkt politischer Lumperei in der BRD und ist, dem Objekt zum Trotz: ein großes Kunstwerk.

Diese Komposition aus aberdutzend Crashs mit der Sprache, der Moral und dem Menschenverstand zu hören und anschließend die Nullität der Kanzlerin, ihre brunzende Dummheit, ihre Unfähigkeit, auch nur einen Satz gerade zu sprechen, ihre komplette Unberufenheit zu egal welchem Amt zu bestreiten, vermögen allenfalls Wesen, die ignorant sind wie, sagenwirmal, eine Topfpflanze aus der Uckermark.

Angela Merkel ist ein Desaster sui generis, das beweist Jürgen Roth schlagend, ja, niederschmetternd, doch zugleich höchst belustigend. Es gäbe diesen Blogpost nicht ohne Roths brillante Pionierarbeit. Wenn Ihnen, liebe Leserin, werter Leser, daran gelegen ist, die Frau ohne Eigenschaften, die Aus- und Spottgeburt der Postdemokratie unverkleidet zu sehen, müssen Sie das hören. Sie tun sich damit einen Gefallen, ich gebe Ihnen mein Ehrenwort.

Photos:
„Angela Merkel – CDU Wahlkampf Heidelberg“ (Ausschnitt),
by Sven Mandel (Own work) [CC BY-SA 4.0],
via Wikimedia Commons

„KAS-Würde-Bild-38550-2“,
by CDU [CC BY-SA 3.0 de],
via Wikimedia Commons

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Freitag, 3. November 2017 0:42
Abteilung: Kaputtalismus

4 Kommentare

  1. 1

    Zu den Attributen dieser Blendgranate aus der Uckermark gehören noch „Klimakanzlerin“, „unbestechlich“ und „Kanzlerin aller Deutschen“!
    Wenn ich allein an ihr Versprechen gegenüber den Angehörigen der NSU-Opfer denke, kommt mir die Galle hoch. Sie hätte dafür sorgen müssen, daß alles, was bei den Behörden als Wissen vorhanden ist, auf den Tisch kommt. Sie hätte über die im Kabinett Verantwortlichen dafür sorgen müssen, daß Beamte, die uns belogen oder Beweise geschreddert haben, entsprechend belangt werden.
    „Mit mir wird es keine Maut geben!“ Später relaitiverte sie diese Aussage, daß sie damit nur deutsche Autofahrer gemeint habe, wohl wissend, daß aufgrund des Rechtsstaatlichkeitsprinzips, das ja auch in der EU gilt, der Gleichbehandlungsgrundsatz in Bezug auf andere Länder verletzt ist und eine Klage Erfolg hätte.
    Zusammen mit Peer Steinbrück stellte sie sich im Wahlkampf vor laufende Kameras und sagte: „Die Sparguthaben der kleinen Leute sind sicher.“ Heute werden dank Minizinsen durch den Kaufkraftschwund genau diese Spareinlagen zugunsten der EZB-Kreditgeber abgeschmolzen.
    Wenn jemand z. B. erst über ein „Wir schaffen das“ konsequenterweise viele Flüchtlinge nach Deutschland einreisen läßt, danach jedoch die Asylrechtsbestimmungen verschärft und rigorosere Abschiebungen auch in unsichere Drittstaaten politisch befürwortet, handelt es sich um eine in sich tief gespaltene Persönlichkeit. (Die Industrie freute sich über billige Arbeitskräfte – aber doch nicht so viele.)
    Entschuldige diesen langen Kommentar, aber dieses Thema triggert mich dermaßen, daß mein Wutpegel sofort durch die Decke schießt.
    Guter Text mit guten Beispielen, die unter die Haut gehen.

    Lieber Altautonomer, ich muß und werde gar nichts entschuldigen. Dein langer Kommentar spricht mir nämlich aus der Seele. – Wenn ich was blogge, hoffe ich immer auf solche Kommentare wie deinen – mitfühlend, mitdenkend. Also, bitte, weiter so, wenn dich was „triggert“! KS

  2. 2

    @altautonomer, ich glaube nicht einmal, daß die „Unerträgliche“ – treffendes Wort! – gespalten ist. Das würde ja bedeuten, daß sie Überzeugungen hat, wenn diese auch gegensätzlich sein mögen. Ihr einziges Ziel: sie will Kanzlerin sein. Punkt.
    Gibt es Probleme, wartet sie so lange, bis sie sicher ist, in welche Richtung ihr kurzes Jäckchen weht, das sie in den Wind gehalten hat. Die großherzige Einladung im Sommer 2015 war human und sinnvoll. Aber was danach kam, war erbärmlich. Kein Plan, keine Hilfe für die Kommunen, keine Abweichung von der schwarzen Null, keine Kontrolle bei weiteren Flüchtlingen, nichts, nur Leere, dieselbe bräsige Leere wie in ihrem Gesicht.
    Mein Zorn auf diese unsäglich dreiste Person nähert sich der Schmerzgrenze. Ich komme nicht umhin, in ihrem Verhalten noch ein anderes Ziel zu sehen, nämlich den, dieses Land und die EU zu zerstören. Ist das der, aus ihren DDR Tagen stammende Neid auf „den Westen“? Ihr jämmerlicher Gehorsam gegenüber ihren transatlantischen Freunden und ihr idiotisches Verhalten in Bezug auf Rußland sind brandgefährlich. Für den Schaden, den sie bis jetzt schon angerichtet hat, gehört sie längst vor Gericht.
    Dank an den Autor. Guter Text.

    Sie trauen Merkel zuviel zu, wenn Sie hinter all dem Gestümper einen großen Plan vermuten. Da ist nichts außer Opportunismus, Herzenskälte und eine gänzlich unreflektierte Vergötterung des „Markts“. KS

  3. 3

    Die Lösung naht, in welcher Form auch immer. Ich arbeite selber im Krankenhaus. Die überlasteten Mitarbeiter nehmen inzwischen den einzigen Ausweg, den ihnen dieses System noch bietet: Krankheit. Die Leute werden entweder richtig krank oder sie feiern krank. Der Rest muß dann noch mehr arbeiten, obwohl auch er schon am Limit ist. So bricht das System zusammen.
    Uns ist schon klar, daß weder Arbeitgeber noch Politik etwas für uns tun werden. Und ein paar Kröten mehr sind keine Entschädigung für ein verpfuschtes leben. Ich wage mal zu bezweifeln, daß Mutti noch eine ganze Legislaturperiode damit durchkommt, den Kopf in den Sand zu stecken.

    Ich würde gern mit Ihnen zweifeln. Wenn ich mir freilich ansehe, wie die Unerträgliche die Koalitionsverhandlungen verschleppt – sechs Wochen nach der Wahl ist mit diesen Verhandlungen nicht einmal BEGONNEN worden! -, läuft es wohl darauf hinaus, daß Merkel kommissarisch im Amt bleiben wird, bis die Legislaturperiode vorbei ist. Was momentan in Sachen Regierungsbildung abläuft, ist nicht mal mehr eine Farce auf die Demokratie, es ist de facto eine Bankrotterklärung des alten Systems. Merkel besiegelt das Ende jeder Politik im klassischen Sinn. KS

  4. 4

    @KS, da stimme Ihnen zu. Ich hab mich ungenau ausgedrückt. Einen Plan hat Merkel nicht, hat sie nie gehabt, und wahrscheinlich weiß sie gar nicht, was das ist. Aber unsere ‚Schutzmacht‘ hat Pläne, für deren Verwirklichung wir fest eingeplant sind, nicht zu unserem Besten, fürchte ich.
    Sanktionen gegen Rußland! In diesem Land will das niemand, sie schaden uns, und es ist ihr nicht mal peinlich, daß ihre Herren sich selbst nicht daran halten. Das sind wohl noch die harmlosen Pläne. In ihrem bedingungs- und geistlosen Gehorsam ist Merkel bereit, dieses Land zu zerstören, ja, das denke ich.
    Putin, als böser Feind, ist jetzt Staatsraison. Ich habe gestern mal etwas gezappt. Mir fiel auf, daß der „böse“ Putin praktisch in jedem Zusammenhang einmal genannt wird. Auch wenn gar kein Grund besteht. Ich wundere mich jedesmal, wie die Moderatoren diesen Schlenker wieder hinbekommen haben. Steter Tropfen höhlt den Stein. Ich jedenfalls würde mich lieber von Putin beschützen lassen, echt.

    Na ja. Unter Putin würde es Leuten wie mir auf jeden Fall schlechter gehen als unter Merkel. Ich will auch gar nicht „beschützt“, sondern als Bürger respektiert werden; das allerdings gehört zu den Prioritäten Putins ebenso wenig wie zu denen der Unerträglichen. – Ich bin übrigens nicht so sicher wie Sie, daß Merkel wider Rußland sanktioniert, weil das in Washington befohlen worden ist. Die Kanzlerinnenkatastrophe hat von Kooperation mit Rußland noch nie viel gehalten, so wie der Großteil des deutschen Establishments. KS

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