Trumpology

Minneapolis, 21.1.2017

In den vergangenen Tagen habe ich viel Zeit auf dezidiert linken US-Websites verbracht und noch mehr Stunden auf YouTube, zumal im Kanal von „Democracy Now!“ Denn die gleichermaßen stupide wie stumpfe Machtvorführung des neuen US-Präsidenten seit Tag 1 vermögen jene Menschen am besten zu erklären, die das Unheil unmittelbar erleiden und die im Aufstieg Trumps weder einen „Unfall“ noch eine russische Verschwörung sehen, wie es die neoliberalen Qualitätsquatschköpfe tun. Sondern im 45sten die Konsequenz eines Systems erkennen, das Colin Crouch „Postdemokratie“ nennt.

Bei den langen, zunehmend bangen Stunden am Monitor wurde mir erstmals klar, wie nah die USA daran sind, in eine echte Autokratie transformiert zu werden, und wie leicht die unzähligen Einschränkungen der Bürgerrechte unter Trumps Amtsvorgängern es dem Neonfaschisten bei seiner Mussolini-Nummer machen. Die Vereinigten Staaten durchzieht seit vielen Jahren ein tiefer sozialer und ideologischer Riß, nicht erst seit der Kandidatur des Unholds. Und das einzig Positive, was sich über den Jerk-in-chief sagen läßt, ist dies: Er legt offen, was die glänzende Rhetorik Obamas acht Jahre lang verschleierte. Das System hat schon vor langer Zeit versagt, nicht erst bei der Wahl im Herbst, sonst gäbe es den Unhold am Roten Knopf nicht, sonst wäre auch die korrupte, verlogene und beispiellos verhaßte Kandidatin Clinton nie möglich gewesen.

Einer der witzigsten und gescheitesten Kolumnisten in Spottes eigenem Land heißt Jeffrey St. Clair. Er ist Chefredakteur des On- und Offline-Magazins Counterpunch und veröffentlicht dort Woche für Woche sein politisches Tagebuch „Roaming charges“. In der neuesten Ausgabe widmet er sich ausführlich dem Unhold und liefert ein Porträt des Unterbelichteten, wie ich noch keines las:

As a politician Trump remains an oddity. There’s nothing cool about Donald Trump, nothing smooth, inviting or charming. Trump is not someone you’d like to have a beer with. He doesn’t drink, doesn’t like you or even pretend to like you and he would hit on your date, spouse or daughter right before your eyes, tell you to get lost and stick you with the bar tab. His appeal, such as it is, is in his brutalism, a personality as oversized and overbearing as his buildings, which uniformly exhibit an architecture of dominance and intimidation. Trump desperately craves the prestige he has always been – and will forever be – denied.

***

Der Rolling Stone-Journalist Matt Taibbi hat die Wahlkampagne Trumps ein Jahr lang begleitet und über seine Erfahrungen auf den „Rallys“ das Buch Insane Clown President  verfaßt. Im Gespräch mit Amy Goodman und Juan González von „Democracy Now!“ –


– faßt Taibbi die gleichermaßen primitive wie durchschlagende, auf Zerstörung des alten Komments und sämtlicher Spielregeln ausgerichtete Propagandataktik Trumps so zusammen (im Video ab 6`15):

You know, on the right, they’ve traditionally pointed the fingers at minorities and foreigners. And on the left, we point at corporations, you know, the pharma companies, insurance companies, etc., etc.
Trump did all of those things. He appropriated all of those bogeymen, both the liberal and the conservative bogeymen, but he also made the campaign process itself a villain. He said, „These people, these reporters, these donors, these two entrenched political parties, they are against you.“ And unfortunately for us reporters, we were the only people from that particular group who were actually in the room during these events. So what he would do is he would say, „Look at these people. Look at these bloodsuckers. You know, they’ve never come so far for an event. And they didn’t want to come. They all said I was going to lose,“ etc., etc. And the crowds would physically turn toward us and start, you know, sort of hissing and booing. And he made us part of this kind of WWE [World Wrestling Entertainment] act. And it was – in a way, it was brilliant theater. And I think that the people on the campaign plane didn’t understand the significance of what he was doing.

Und nun kommt der entscheidende Satz:

He was villainizing the process. And it was really effective.

Taibbi spricht auch die engen Beziehungen des Alphamännchens zu jenem Wallstreet-Establishment an, das mit und durch Trump zu beseitigen die Wähler sich von ihm versprachen; um nun von ihrem Idol so dreist betrogen zu werden, wie sie es leider verdient haben (ab 9‘40):

Well, Trump made Goldman Sachs a villain very early in the campaign. He was extremely explicit about it throughout the entire campaign season, dating back to January and February, when he used it as a club to beat on Ted Cruz, because both his wife – Cruz’s wife and Cruz himself had a financial relationship to Goldman Sachs. […] He actually ran a campaign ad, a 30-second campaign ad, very close to the election, that specifically mentioned Goldman and Wall Street banks.
And then he turns around right after the election, and he brings five people from Goldman Sachs, or four ex-Goldmanites and a Goldman lawyer, into the White House. So this is, you know, your immediate, obvious contradiction in his campaign rhetoric. You know, he talked about draining the swamp, and the first thing he did is he filled it with people who were from that very company.

***

Der Unhold inszeniert sich als Freund der „common people“ und Feind der alten Eliten, obwohl er dem Einen Prozent angehört und sich von denselben Kriegs- und Katastrophengewinnlern einflüstern läßt, die bereits die Präsidentschaft „Dubya“ Bushs kaperten. Der Intercept-Journalist Jeremy Scahill, der sich besser mit dem Blackwater-Konzern und dessen Umtrieben im Irak auskennt als sämtliche Alphajournalisten dies- und jenseits des Atlantiks zusammen, beschreibt, gleichfalls in einem „Democray Now!“-Video, wie bruchlos Trump fortsetzt, was sich 2003 etablierte. Eiskalt wird dem Zuschauer, wenn es um Ex-General und seit einer Woche US-Verteidigungsminister James Mattis geht, einen Massenmörder aus Überzeugung (ab 4‘15):

 

General James Mattis, at the time [2004], was in command of the marines that were surrounding Fallujah. And then they went in and just utterly destroyed the city and actually wrote – someone from within that force wrote on the bridge, „This is for the men of Blackwater.“ And, you know, women, children were killed. White phosphorus was used. And Mattis, you know, was the enthusiastic commander of that operation.
Mattis also has really spoken in kind of apocalyptic terms about, you know, the pursuing and killing of the enemies of the United States and at one point even said that it’s, quote, „fun to shoot some people.“ And the „some people“ he was referring to were in Afghanistan. And he basically said, you know, „We can shoot unidentified Afghan men, because they are wife beaters, and it’s fun to shoot those kind of people.“

Ein sadistischer Schlächter ist jetzt also der mächtigste Minister in Trumps Regime. Ihr, die ihr euch einredet, unter dem Unhold würden die USA friedfertiger werden, lasciat‘ogni speranza! Dem Leader und seinen Adjutanten macht es Spaß, bestimmte Leute abzuknallen. Spaß!

***

Und zum Schluß der größte Horror: Präsident Trump im Interview mit dem semifaschistischen Fox- und Fake-news-Star Sean Hannity. Wie ahnungslos und zugleich selbstverliebt der Neue durch seinen Amtssitz plumpsackt –; wie dumm und zugleich dreist er lügt –; wie er über die bloßen Worte seiner Gegner jammert und es zugleich genießt, sie offen zu bedrohen –; wie er sogar den Fan und Speichellecker Hannity bei jedem Stichwort (Fragen sind das nicht mal in der Form) beäugt, als könnte der vielleicht doch einen Hauch von Kritik äußern und somit Strafe verdient haben –!

Diese 50 Minuten purer Propaganda sind so grotesk und grausig, dieser Oberrechthaber wirkt so lächerlich und lumpig, die Beschränktheit jedes seiner Sätze ist so offenbar, daß ich zum ersten Mal seit der Inauguration nicht nur Sorgen, sondern Angst habe vor den kommenden Zeiten. Schauen Sie sich vor allem die letzten 15 Minuten der Hannity-Trump-Show an; etwas vergleichbar Bizarres haben Sie aus dem Oval Office noch nie gesehen und gehört, nicht mal im Kino. Mit einem wie Drumpf als Hauptdarsteller wird sogar das Herzstück der Weltmacht zur Wackelkulisse einer schäbigen Dokusoap. Doch dies hier ist echt, es ist wahr wie der Tod:


Und hülfe es, das stammelnde, soziopathische Monstrum zu verjagen, ich machte gemeinsame Sache sogar mit Josef Joffe oder der Bundesregierung, auch wenn die ganz andere Motive haben als ich. Das da im Weißen Haus ist eine Bedrohung der gesamten Menschheit, nicht weniger. Und im Kampf gegen Ungeheuer darf man sich die Verbündeten nicht mehr aussuchen. Verdammte Scheiße.

***

Nachschrift (aus Facebook):


Photo (Ausschnitt): „Inauguration day protest against Donald Trump“,
by Fibonacci Blue from Minnesota, USA [CC BY 2.0],
via Wikimedia Commons

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17 Kommentare

  1. 1

    http://www.theonion.com/article/fbi-uncovers-al-qaeda-plot-to-just-sit-back-and-en-35788

    Brillantes Stück – danke für die Empfehlung! KS

  2. 2

    John Oliver, der legitime Nachfolger von Jon Stewart, liefert. Nur ein Beispiel, zwar schon etwas älter, aber großartig und immer noch sehenswert:
    https://www.youtube.com/watch?v=-rSDUsMwakI

    Ich kenne das Stück bereits. Ihre Empfehlung kann ich aus Überzeugung unterschreiben. Danke für den Link! KS

  3. 3

    Trump ist ein verachtenswerter Mensch, aber zu dumm um viel kaputt zu machen. Er ist ein Narzißt, der wahrscheinlich sogar Moslem werden würde, um die Liebe seines Papas zu bekommen.
    Viel mehr Sorge macht mir Steve Bannon.
    Dieser Mann ist mittlerweile im National Security Council, hat ungefähr die gleiche Security Clearance wie der Außenminister und nicht zuletzt Trumps Ohr. Solche Männer hat es sicherlich häufig gegeben. Aber gefährlich wurden sie vor allen Dingen dann, wenn sie solche Ansichten hatten:
    https://twitter.com/JessikaJayne/status/825622046453424129/video/1

    Ich teile Ihre und Jessikay Jaynes Sorgen betr. Stephen Bannon. Aber unterschätzen Sie bitte nicht den Dummkopf. Der genießt seine Executive power wie nur je ein Diktator und dazu gehört für ihn zweifellos auch die exzessive Ausübung von Gewalt. Überdies: ein Dummkopf, der an den entsprechenden Knöpfen sitzt, kann ebensoviel kaputtmachen wie ein Schlaumeier. Aber der Dummkopf wird es evtl. nur deshalb tun, um zu sehen, was passiert. Deshalb hat mich die Hannity-Trump-Show aus dem Weißen Haus so entsetzt. KS

  4. 4

    Als Überschrift zu diesem Blog-Eintrag hätte statt „Trumpology“ auch „Die Spezies hat’s verkackt (4)“ gut gepaßt. Denn das Problem liegt ja nicht bloß in der Pathologie eines einzelnen Horrorclowns; viel schlimmer ist, daß es etliche Millionen waren, die freiwillig dafür gestimmt haben, dass der Irre jetzt an einem Ort hockt, von dem aus er nicht bloß selektiv morden, sondern die halbe Welt in die Luft sprengen lassen kann.
    Das Problem ist, „daß die entmündigten, kretinisierten Bürger mit ihrem verballhornten Bewußtsein (…) einen Führer wollen, in dem sie sich wiederfinden.“ Das schrieb ein zorniger Hermann Gremliza im Dezember 1980 im KONKRET. Damals ging’s um den Wahlsieg eines anderen gefährlich Minderbemittelten: Ronald Reagan. Seitdem hat, so scheint es, ein größerer Teil der Spezies noch immer nix dazugelernt. Sie hat’s also wieder mal, nun ja: verkackt.
    Apropos Scheiße: Ein weiterer prominenter Verhaltensauffälliger hat seinem durchgeknallten US-Geistesbruder übrigens jüngst zur „Konsequenz und Geschwindigkeit“ gratuliert, mit denen der seine Pläne in die Tat umsetzt. „Trump ist in einer demokratischen, freien Wahl zum US-Präsidenten gewählt worden. Das muss man respektieren“, hat der Horst S. dann auch noch gesagt.
    Dem Adolf H., dem man mangelnde Konsequenz bei der Umsetzung seiner Planungen auch nicht nachsagen kann, hatten im März 1933 knapp 44 % der deutschen Wähler ihre Stimme gegeben. Wär er schon damals auf der Welt und Führer der Bayerischen Volkspartei gewesen: Ob Horror-Horst dies Ergebnis auch respektiert hätte? Und einen artigen Kratzfuß gemacht? Ganz blöde Fragen, ich weiß. Es sind aber auch bloß rhetorische.

    Und ich antworte auf jede der Fragen gar nicht rhetorisch, sondern zutiefst angeekelt: ja. KS

  5. 5

    Schönen Dank, geehrter Kay Sokolowsky,
    Auf Ihr Anraten hin habe ich mir die Fox-Hannity-Propagandaschau angetan. Nun ist mir speiübel, und in wenigen Stunden wird mich der Orang-Unhold mit grausligem Nachtmahr heimsuchen.
    The horror … the horror …

    Das Schlimmste aber: Wenn Sie aufwachen, ist der Alptraum immer noch da. KS

  6. 6

    Auch schön:
    https://pbs.twimg.com/media/C3W95wfWcAAkJiF.jpg

    So lange solche Genies unter uns sind, stirbt die Hoffnung nicht. Ich danke Ihnen für dieses Juwel, lieber Arno Matthias! KS

    ***

    Weniger schön:
    https://medium.com/@yonatanzunger/trial-balloon-for-a-coup-e024990891d5#.acfdxg93l

    Ich überdenke gerade alles, was meine Vorbehalte gegen die „Die Russkies warns!“-Geschichten der vergangenen Wochen betrifft. Ein ungeheuer interessantes, beunruhigendes Stück über den „Muslim ban“-Putsch (!) vón vorgestern hat Yonatan Zunger da geschrieben. Es liest sich für mich wie der Prolog zu einer Zukunft des globalen Neofaschismus. Und für Sie, lieber Arno Matthias? Oder für SIE? Immer sprachloser: ks

  7. 7

    Prognosen wage ich nicht, dafür wissen wir zuwenig. Seit Mango Mussolini im Amt ist, sind schon 34 Gerichtsverfahren gegen ihn angestrengt worden; vielleicht greift ja mal eines. Dann wird’s Pence, der anscheinend nicht zu Bannons/Trumps engerem Kreis gehört. Der soll weniger kriminell sein; dann wäre er mit zivilisatorischen Mitteln einzuhegen. Sonst ist alles möglich.

    Allerdings darf man sich den abergläubischen Reaktionär Pence nicht zu genau ansehen; sonst schwindet auch noch dieses bißchen Hoffnung. KS

  8. 8

    Die beiden letzten Links habe ich übrigens auf Fefes Blog gefunden. Der ist gut.

    Ich möchte Ihre Meinung zu „Fefe“ nicht denunzieren. Ich schau ja selber regelmäßig dort vorbei, weil er immer wieder hochinteressante Links postet. Die er mehrheitlich jedoch seinen Lesern verdankt. – Was mir echt zu schaffen macht, sind „Fefes“ Kommentare zu den Links: Wer so schlampig und ohne das geringste Gefühl für die armen Wörter vor sich hinschmiert, ist m. E. nicht gut, sondern ein unbedachter, unseriöser Laberhannes. KS

  9. 9

    Der neue US-Präsident (ich gehe mit dem Namen dieses Herren jetzt um wie mit dem Voldemorts) steht exemplarisch und erfreulich unmaskiert für die Unfähigkeit eines sterbenden Systems, sich noch würdig repräsentieren zu lassen. Der Pöbel fläzt sich auf den Kanzlersesseln weltweit und die USA sind wie immer mit dem Niveau der Erscheinungen etwas voraus.
    Der Mann, dessen Namen ich nicht aussprechen mag, ist der letzte Trump(f) der Carbon-Lobby und wird, zusammen mit Russland, versuchen, die Öl- und Gas-Investments noch über eine gewisse Zeit zu retten. Sie werden verlieren, die Vernunft wird aber leider nicht gewinnen, weil sie es nach zwei Weltkriegen und dem Holocaust vorgezogen hat, sich anderes Wirkungsfeld im All zu suchen. Die Spezies hat´s tatsächlich verkackt.
    https://mobile.twitter.com/TrumpDraws/status/826314938872246273/photo/1

    Mit dem Wirkungsfeld im All ist es freilich nicht weit her. Bevor Elon Musk auch nur einen Astronauten ohne Rückfahrkarte zum Mars schießt, wird die halbe Erde abgesoffen sein. Und bevor auch nur ein funktionierendes Habitat durch den Weltraum schwebt, tobt sich der Venus-Effekt hienieden mit einer Macht aus, die jegliche industrielle Infrastruktur für solch ein Habitat zerstört. Die Punks hatten evtl. recht: no future. KS

  10. 10

    „Die schönen Dinge werden zugrunde gehen,
    die tierreichen Gewässer, die für das Jagen bestimmt sind,
    an Fischen und Vögeln übervoll.
    All diese Schönheit wird verschwinden,
    ins Elend wird die Welt kommen durch jene, die sich bereichern … “
    (Neferti, Dichter am Hof Seostris` I, 1956-1910 v. Chr.)

    Gut, daß Sie daran erinnern, wie lange schon apokalyptische Reden sich durch die Geschichte menschlicher Zivilisation ziehen! Und zum Glück haben alle Weltuntergangspropheten bisher geirrt. – Aber angesichts der Verwüstungen, die heute zu besichtigen sind, scheint mir mehr Glück denn je vonnöten zu sein. KS

  11. 11

    Bis ich eben las, daß die US-Sanktionen gegen Rußland bestehen bleiben, hatte ich noch eine einzige kleine Hoffnung. Nämlich die, dass sich der halbdebile neue Oberhäuptling im Weißen Haus wenigstens mit dem auch nicht sonderlich liebreizenden, aber immerhin mit einem akzeptablen IQ ausgestatteten Alpha-Männchen im Kreml irgendwie verständigen würde. Ich war blöd, als ich das hoffte: sich zu verständigen setzt Verstand voraus, auf beiden Seiten.
    Apropos Apokalypse: Die Welt ist ja schon lange im Elend. Und wenn wir nicht wirklich großes Glück haben sollten, dann könnten wir sie schon sehr bald erleben: die letzten Tage der Menschheit. Und die könnten vorbei sein, bevor endlich jemand hinschreibt: Mir fällt zu Trump nichts ein.

    Wir brauchen nicht nur Glück. Wir brauchen endlich globalen Widerstand gegen den Amoklauf der Reaktionäre, Ignoranten und Ausbeuter. Ich habe das Photo mit der wackeren Dame und ihrem „Unite resist“-Schild nicht zufällig über den Blogpost gestellt. Vielleicht ist Trump der Auslöser für einen echten Aufstand gegen Weltverhältnisse, die so etwas wie Trump (oder Putin oder Erdogan oder Duterte oder Orban oder oder oder) erst möglich machten. Es liegt was in der Luft, bilde ich mir ein. KS

  12. 12

    Weil die Situation nur mit Humor zu ertragen ist:
    http://www.newyorker.com/humor/borowitz-report/world-leaders-receive-crank-calls-from-someone-claiming-to-be-president-of-united-states

    Ich hoffe sehr, es möge bald mal eines dieser unverschämten, psychopathischen Telephonate Trumps geleakt werden. Der Neonfaschist hat sich in der eigenen Administration, aber auch bei verbündeten Regierungen schon jetzt so viele Feinde gemacht, daß Whistleblowing dieser Dimension täglich wahrscheinlicher wird. Dann braucht es keine Satire mehr, denn danach muß es ein Impeachment geben. (Oder pfeif ich jetzt im Walde?) KS

  13. 13

    Weil die Situation … (2):
    https://www.youtube.com/watch?v=reuJ8yVCgSM

    Danke, so was zu sehen tut allemal gut! Und all die anderen „Number Two“-Satiren – nicht zuletzt die von „Neo Royale“ – machen gleichfalls Spaß. – Weglachen kann man das Monstrum leider nicht. Aber sich von Trumps „Shock and awe“-Strategie nicht einschüchtern zu lassen, sie auf diese Art zu kontern: Das ist auf jeden Fall hilfreich und ermutigend. Unite resist! KS

  14. 14

    Ich nehme jetzt einfach mal den übelsten White-trash-Wähler von Trump: Selbst wenn man durch Medienkonsum, Drogen, Alkohol, ein marodes Bildungssystem, Fastfood etc. so komplett verblödet ist, daß man schon gar nichts mehr mitkriegt, käme wohl keiner von dieser Leuten auf die Idee, ausgerechnet Donald Trump würde ihre Interessen vertreten. Daß Trump einen an der Klatsche hat, weiß jeder, sogar seine Wähler. Die haben Trump nicht gewählt, damit er ihre Probleme löst, sondern damit er maximalen Schaden anrichtet. Und je mehr sich die Linken aufregen, desto mehr freuen sich die Trump-Wähler.
    Und was fällt den Linken in D so ein, z. B. Martin Schulz (Würselen), SPD?
    „Mir ist wichtig, daß die hart arbeitenden Menschen, die sich an die Regeln halten, die sich um ihre Kinder und oft auch um ihre Eltern kümmern, die manchmal trotz zweier Einkommen nur gerade so über die Runden kommen, daß wir diese Menschen in den Mittelpunkt unserer Politik stellen. Dafür trete ich an!“

    Aber was ist Ihre Lösung, Lebowski? Ich frage das nicht, um Ihnen zu widersprechen; so einig waren Sie und ich uns selten. Ich frage, weil ich nicht mit ansehen will, wie die Zombies den Planeten übernehmen. Da sind eine Menge aufgeweckter Kinder (und eine ganze Biosphäre), denen ich was Besseres wünsche. KS

  15. 15

    „Trump won’t Make America Great Again—but he just might make SNL great again. Here is an instant classic:“
    https://www.youtube.com/watch?v=w839_ngCeEE
    (fb-post by Dennis Trainor jr.)

    Schade – der Link führt zu einer Privacy-Warnung. Hätten Sie vielleicht eine unbedenkliche Alternative? KS

  16. 16

    Jemand wie der Herr Schulz aus W., der voraussetzt, daß sich „die hart arbeitenden Menschen (…) an die Regeln halten“ ist kein Linker, der ist bestenfalls ein rechter Sozialdemokrat. Um ein System wirksam zu bekämpfen, das einen solch argen Schelmen wie Trump hervorbringt, sollte man vor allem eins nicht: sich an dessen Regeln halten. In diesem Sinne: Auf groben Klotz ein grober Keil! Auf einen Schelmen anderthalbe!

    Das ist selbstverständlich alles richtig. Aber sollte es verhindern, daß die Alternativ-Nazis an die Regierung kommen, wäre ich sogar bereit, den Mann mit der gräßlichen Brille zu unterstützen. – Was für Scheißzeiten! KS

  17. 17

    Ich stell es mir grad vor: hinzugehen und SPD zu wählen, um Schlimmeres zu verhüten! Es sind wahrlich gräßliche Zeiten.

    Aber den Linken möcnt ich sehen, der mir erzählt, ihm wäre am Ende die Faschistin Frauke lieber als der Martin Chulz. Dem hau ich glatt aufs naziverharmlosende Maul. KS

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