Archiv für die Abteilung 'Bored beyond belief'

Am Rosenmontag bin ich vergoren

Montag, 16. Februar 2015 8:00

wo bleibb darrr
hummmmmoooooooa
darrr kööönich vonn
hummmmmmmmooooooooooooooooa
rrrrr
Ernst Jandl:
Laut und Luise

Narrenkappe_IMGP8104_wp_(c)_Rainer_Knaepper

Darunter steckt oft so was wie ein Kopf

Karneval – die fünfte Jahreszeit! Rosenmontag – Höhepunkt der tollen Tage! Millionen von Närrinnen und Narrhalesen erobern die Faschingshochburgen, singen, schunkeln, schlucken … Und wer darf nicht dabei sein bei diesen Erzfeiertagen deutschen Humors?

Schon mal alle, die jetzt stocknüchtern vorm Computer hängen und mein Notizbuch lesen, obwohl sie viel lieber stockbesoffen im Rinnstein lägen und den Funkenmariechen unter die Wäsche guckten. Ihr Kölner in Hamburg, ihr Düsseldorfer in Kiel, ihr Badener in Berlin, ihr Bayern auf Rügen – ja, ihr Fassenachtfreunde hier „unten“ in der sssteifen norddeutschen Diaspora, ihr seid nicht vergessen.

Der „Abfall aus der Warenwelt“, das wärmstherzige Weblog der Welt, läßt euch nicht im Stich! Hier kommt das Survival-Set für den darbenden Narren und die nervende Närrin – ein kamellefettes MP3-Package der Sonderbarklasse. Für zunn Runnelade, uf de Quetsche kopiere, aas Bimmäton schpeischän. Freude und Frohsinn ohne einen Gedanken, schon gar nicht an morgen, mit Kay Sokolowskys unentbehrlichem

KARNEVAL HIT KIT

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Bürgerschaftswahl 2015: Die schönsten Bilder

Sonntag, 15. Februar 2015 7:00

Wahl-Moritat_Aufmacher_(c)_Kay_Sokolowsky

Bürger Hamburgs, eure Kraft
stärkt die nächste Bürgerschaft!

Schüttelt ab den Schlaf, ihr Müden,
Vorhang hoch für Febers Iden!

Heute liegt bei euch die Macht,
also, Bürger, aufgewacht!

Eure Stimme, euer Wille
bringt vielleicht das Restpromille

Für die echte Sensation:
Wechsel auf dem Meisterthron.

Denn wie immer bei den Wahlen
Zähl’n am Ende nur die Zahlen.

Zehn der Kreuze dürft ihr setzen,
glücklich solltet ihr euch schätzen.

Anderswo in dieser Welt
herrscht allein das dicke Geld.

Nur in Hamburg sagt der kleine
Mann zum großen: „Mann, zieh Leine!“

Er ward weise durch den Rat*,
den’s in diesen Reimen hat …

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Sunset Boulevard

Samstag, 14. Februar 2015 19:12

Unter den vielen Fehlern meines Charakters sticht einer hoch hervor: Ich bin vorwitzig. Nicht vorlaut, das ist was anderes. Vorwitzigkeit meint Naseweisheit, vulgo: Besserwissen. Dabei hätte ich es aus einem Vierteljahrhundert Berufserfahrung besser wissen sollen: Nach einem Kraftakt wie meiner Sonnenanbeterei von gestern fehlt mir am Folgetag die nötige Lauge. Auch die Laune.

Zwar habe ich Herrn Herpers vor lauter Freude über seinen sehr freundlichen Kommentar großmundig versprochen, heute Bemerkungen zur Technomystik in 2001 zu veröffentlichen. Aber für so was bin ich itzt schlicht zu dumm. Oder zu faul. Beides.

Dies Thema also ein ander Mal. Morgen nämlich stehen meine Anmerkungen zur Hamburger Bürgerschaftswahl auf der Startseite ganz oben. Schon ab 7Uhr in der Früh kann der bislang unentschlossene Bürger sich hier mein Bild machen. (Und diesen Termin halte ich ohne Probleme; der Text ist nämlich schon fertig. Ha!)

Doch heute? Ziehe ich mich mit einer Photoserie aus der Affäre. Sozusagen als Abglanz meiner Epiphanie – der Sonnenuntergang vor ein paar Stunden über der Osdorfer Feldmark.

Feldmark-Dämmerung_14-02-15_01_(c)_Kay_Sokolowsky

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Vanity fair

Mittwoch, 11. Februar 2015 22:09

Grad als ich dachte, ich hätte mich an meine neue Weltberühmtheit gewöhnt und könnte gelassen, ja, lässig mit der scheuen Bewunderung der Hamburger umgehen, geschieht das hier: Ich steige aus der S-Bahn und sehe vor mir das Campact-Plakat, auf dem ich so schöne rote Waschbäraugenringe habe.

Campact-Bahnhofsplakat_(c)_Martina_Sokolowsky

Ehrliches Gesicht, denke ich. Ein gerader Typ. Weiß, wovon er redet. Ernst, wo‘s sein muß, humorvoll, wenn‘s paßt. Keine falsche Bescheidenheit: Ich mach was her als Polit-Ikone!

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Vanitas ementiendae stirpis

Freitag, 6. Februar 2015 23:43

Seit 48 Stunden kennt die Welt nun mein Bild, beherrscht es die Mauern und Leinwände der Stadt. Autogrammjäger und Bewunderer müßten mich, mutmaße ich, bedrängen, sobald ich die Klause verlasse. Doch ob auf der Straße oder im Supermarkt, im Omnibus oder beim Naseputzen – die Leute starren hastig an mir vorbei, ignorieren mich, so gut sie vermögen. Gleichzeitig spüre ich, wie sie mich hinterrücks angaffen, aus den Schatten beobachten.

Ist dies der bittere Lorbeer des Ruhms? Daß der gemeine Mann, die brave Frau sich mir nicht mehr zu nähern wagen? Dies kann, es darf nicht sein. Bin ja einer von euch, Bürger! Einer, der lacht wie ihr, blutet wie ihr, sterblich ist und genauso schnell beleidigt wie ihr! Meine Freunde, nur keine Scheu, faßt euch ein Herz, tretet heran! (Nein, so nah bitte auch wieder nicht.)

Sollten jedoch die Hamburger nur deshalb meinen Blick meiden, weil mein politischer Appell ihr Gewissen aufgewühlt hat, nun, damit kann ich gut schlafen. Was mir echt zu denken gibt … Der Lanz hat sich immer noch nicht gemeldet.

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Vanitas vanitatum

Donnerstag, 5. Februar 2015 22:25

Jetzt bin ich schon seit 24 Stunden weltberühmt, und der Lanz hat immer noch nicht angerufen!

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Le sonnet des souvenirs d’été*

Dienstag, 3. Februar 2015 23:35

Souvenirs_d_ete_01_(c)_Kay_Sokolowsky
Von Wintertages Grauen selbst entfärbt,

so fern den warmen Stunden, kurzen Nächten,
Bewölkung im Gemüt und eingekerbt
im Herzen eine Sorge, diese schlechten

und bleichen Wochen blieben immer hier,
steh ich gebeugt, die Augen ohne Leben.
Doch dann erscheinst du Pappenschüssel mir,
gefüllt mit deinen Wundern und Geweben,

mit vollem Korn und Sommers Sonnenstaub,
mit Grüßen der Vergangenheit, die lohnen
für langes Harren in der Dunkelheit. Das Laub,
so blau wie einst, die Fliegenpharaonen,

die zarten Flügel einer reichen Zeit
erinnern mich an weiche Heiterkeit.


* Beim Putzen der Küchenfensterbank unter einer Sammlung ausrangierter Akkus entdeckt.

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Ich weiß, wassu

Montag, 2. Februar 2015 23:25

Schlimmer-Himmel_(c)_Kay_Sokolowsky

Himmel überm Schwarzen Weg (Symbolbild)

Zweieinhalb Stunden vor Mitternacht; mir gegenüber im Bus, gleich hinterm Fahrer, blökt er pausenlos in sein Telephon: Ein Halbstarker („kaukasischer Typ“, wie es in einem nordamerikanischen Polizeibericht hieße), den Mützenschirm tief im Nacken, mit einem Wortschatz von summa 120_Einzelstücken und einer gewissen Vorliebe für Synaloiphen und weiche Konsonanten – ich werde gleich versuchen, den Sound nachzumachen.

Die jegliche Privatheit verachtende Lautstärke seiner Smartphone-Durchsagen geht mir zunächst so auf die Nerven, daß ich den Inhalt ignoriere. Außerdem ärgert mich, daß der Buspilot, den das Gebölk mindestens so penetrant wie mich heimsucht, nichts unternimmt.

Ich bin knapp davor, den Schreihals zu stopfen, als ich begreife, warum der Chauffeur sich zurückhält – ihn bannt die Geschichte, die er zu hören bekommt und die dank schierer Schallkraft sich nun auch in meine Synapsen bohrt.

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