It’s a big club

… and you ain’t in it.
George Carlin

„Dieser Staub!“ (Grandville)


D
ie Partei Die Linke ist, mit Frank Zappa zu scherzen, nicht tot, aber sie riecht ziemlich streng. Dieser ganz spezielle Duft aus heißer Soja-Latte-Luft, Neuköllnisch Wasser und dem Schweiß des Selbstgerechten verdankt sich vor allem den Ex-Vorsitzenden Bernd Riexinger und Katja Kipping. Sie taten was immer sie vermochten, um ihren Verein „regierungsfähig“ zu machen, das heißt, den herrschenden Scheißverhältnissen zu unterwerfen und dem Proletariat kalt lächelnd mitzuteilen, daß es als Stimmvieh gerade noch geduldet werde, als Klientel jedoch nichts zu erwarten habe.

Und so stank diese peinsame, miserable Blind-carbon-copy der Grünen völlig zu Recht bei der Bundestagswahl ab und brockte uns den Cum-Ex-Schlz als Kanzler ein. Kipping aber, der nach dem historischen Debakel nicht mal mehr das Kleben von Plakaten hätte anvertraut werden dürfen, sorgte sich nicht um den Ruin der Partei, sondern wie stets allein um sich selbst. Nach der höchst dubiosen, bananenrepublikreifen Stadtparlamentswahl zu Berlin drängten sie und ihre woken Laptop-class-Lefties sämtliche Bedenken und Opponenten beiseite und gestanden Giffey alles zu, was die Dissertationsfälscherin verlangte, um die kaputten Linken an der Regentschaft über die kaputte Hauptstadt zu beteiligen.

Der erfolgreiche Volksentscheid zwecks Enteignung von Deutsche Wohnen & Co.? Gepfiffen drauf. Das rassistische, durch keinerlei Fakten gedeckte Geplärre der Bürgermeisterin über die Migranten, die schlicht zu doof seien, sich impfen zu lassen? Geht Berliner Linkssimulanten ins eine Ohr rein, aus dem anderen raus. Was für Gestalten wie Kipping zählt, sind die Diäten und Pensionsansprüche, die Spesen, das schöne Büro, der Dienstwagen, die Publicity. Dies wird die frisch gepamperte Senatorin für Arbeit, Soziales und Integration nimmer aufs Spiel setzen, egal was Giffey sonst noch an Seeheimer-Kreis-Parolen aus dem Piepsschnabel purzeln mag. Lieber arbeitet Kipping – deren eminentester Beitrag zur Corona-Voodoopolitik übrigens der Vorschlag war, „Maskenautomaten“ aufzustellen –, daran, sich im sozialen Netzwerk Giffeys zu integrieren.

Anders jedenfalls ist nicht zu erklären, wie Kipping reagierte, als die Arbeitsagentur bekanntgab, Andrea Nahles werde Detlef Scheele ablösen und künftig für das Wohl und vor allem das Wehe von derzeit mehr als sechs Millionen Menschen ohne bezahlte Arbeit sorgen. Daß Nahles, diese Spottgeburt aus Sozenkitsch, Ortsvereinsmief und Dorftrampelei, auch in ihrem neuen, allein durch Beziehungen, garantiert nicht durch Kompetenz ergatterten Amt sich wie einst als Bundesarbeitsministerin ausschließlich der Drangsalierung der „Transferempfänger“ widmen wird – nun, mit einer Wette darauf würde ich keine zwei Cent gewinnen.

Erinnern wir uns nur an einen Fall, in dem Ministerin Nahles eine Sauerei auf den Weg brachte, die höchstrichterlich als „menschenunwürdig“ verurteilt wurde:

Das Bundessozialgericht fand [im September 2017] klare Worte: Verweigert das Sozialamt Menschen Unterstützung, welche zwar keinen Anspruch auf ALG II haben, sich jedoch in einer Notlage befinden, stellt dies einen Verfassungsbruch dar. Es sei menschenunwürdig, Betroffenen in einer existenzgefährdenden Lage die Hilfe zu versagen. […]
§ 7 des zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II) bestimmt, daß „Ausländerinnen und Ausländer, […] deren Aufenthaltsrecht sich allein aus dem Zweck der Arbeitsuche ergibt, […] Leistungen nach diesem Buch [erhalten], wenn sie seit mindestens fünf Jahren ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Bundesgebiet haben.“
Ist die Existenz eines Menschen bedroht, muß das Amt einspringen und Sozialhilfe für den Härtefall leisten. Dieser Passus geht aus einer Änderung des Gesetzes im Jahr 2016 auf Initiative [!] von Bundessozialministerin Andrea Nahles zurück.
Hartz4.org, 19. September 2017

Diese Ex-Asozialministerin kann jeder Linke mit halbwegs intaktem Verstand nur als Ernst-, nein, Katastrophenfall für die Hartz-IV-Almosenempfänger bezeichnen. Nicht so Katja Kipping. Ohne Not, ohne daß irgendjemand – außer vielleicht Giffey – derartiges von ihr erwartet, geschweige verlangt hätte, setzte Kipping am 26. Januar folgenden Tweet ab:

Sie waren nicht immer einer Meinung, aber heute sind sie kein Herz und eine Seele. Kipping freut sich einfach wie Bolle und wünscht Glück, das die liebe Bundesagentur und ihre 96.000 Angestellten unter der kommenden Chefniete beigott brauchen werden. Ich aber lese Kippings durch und durch korrupte Zeilen, diesen Kotau vor den Powers-that-be, dieses Zeugnis eines politischen ebenso wie moralischen Bankrotts und begreife partout nicht, weshalb Sevim Dağdelen und die wenigen verbliebenen echten Linken in der Linken noch das Parteibuch behalten statt es der Kipping-Kamarilla öffentlichkeitswirksam vor die Füße zu schmeißen. Christa Luft ist doch mit gutem Beispiel vorangegangen!

Aber ich verstehe ja auch nicht, warum so viele „Freunde“ sich seit März 2020 als absolute Arschlöcher herausgestellt haben. Und diese Fälle bewegen mich, am Ende, weit mehr als eine Partei, die aus eigenen Stücken absolut am Arsch ist.

Addendum
Was jetzt noch fehlt, sind herzliche Glückwünsche der Berliner Selbstversorgungssenatorin an den scheidenden Agenturchef und Schlz-Buddy Scheele für seinen jüngsten Beitrag zur Diskriminierung und Segregation am Arbeitsmarkt:

Erst wenn es eine allgemeine Impfpflicht gibt und Verstöße auch mit Rechtsfolgen verbunden sind, können Arbeitgeber einen Bewerber ablehnen, weil er nicht geimpft oder genesen ist. Auch wir als Bundesagentur müssen dann prüfen, ob eine fehlende Impfung zu einer Sperrzeit führt.
ZDF.de, 30. Januar 2022

Ich bin sicher, daß Kipping diese neofeudale Ungeheuerlichkeit für „sehr klug“ hält. Und zweifellos wird ihre Kumpanin Nahles sich bemühen, die Entrechtung der Abhängigen mit aller Macht durchzusetzen, denn in dergleichen hat sie reichlich Erfahrung.

It’s a big club, and no decent human being is in it.


Bild [Ausschnitt]:
Quelle poussière!!“,
by J. J. Grandville/British Museum
[Public domain], via Wikimedia Commons


Sonntag, 30. Januar 2022 22:59
Abteilung: Kaputtalismus, SARS-CoV-2

4 Kommentare

  1. 1

    Ja, so siehts wohl leider aus!

    Ich halte es mit Groucho Marx, der in keinem Klub Mitglied sein wollte, der Leute wie ihn aufnähme. KS

  2. 2

    Geschätzter Kay Sokolowsky, das ist mal wieder ein Bubenstück der feineren Art. Ich habe es genossen, zumal mir kein Wort wider den Strich ging. Tatsächlich kann sich das System auf dem Höhepunkt der Krise keine Opposition mehr gefallen lassen und jeder, der zum Gang durch die Institutionen antrat, musste bisher erfahren, dass man im Komposthaufen nicht zum Kürbis wird, sondern mitkompostiert. Ich stelle auch fest, dass ich mich mit etwas Wehmut an Ganoven wie Dr. Barzel, Genscher oder Wehner erinnere, die zwar willfährige Herrschaftsknechte waren, aber auf die eventuelle Frage von F. J. Strauss „sind Sie überhaupt Abitur?“ wenigstens noch mit einem „Jawohl!“ antworten konnten. Heute machen die meisten Gestalten in der Regierungsverantwortung den Limbo unter der Qualifikationsmesslatte, die der Taxifahrer Joseph Martin Fischer gelegt hat. Ich denke, dieser Trend ist ein Verfallsmerkmal und die wahre „spätrömische Dekadenz“ (die der Westerwelle einst den Arbeitslosen attestieren wollte).
    Die Linke ist schon lange nicht mehr links, sondern link. Der Name passt schon.

    Lieber Andreas Schmid, ich danke für die lobenden Worte! – Ihr Hinweis auf die bestenfalls Viertelbildung der akuten Regentschaft ist sehr wichtig. Diese Leute sind aber auch grauenhaft amusisch. Und sie haben nicht den geringsten Ehrgeiz, daran – an der Unwissenheit und der Kunstfremdheit – etwas zu ändern. Sie denken nicht nur, sie leben ausschließlich in Phrasen.
    Wie das kommt und wie lange das schon in der Welt ist, läßt sich – eine gewisse Bildung und eine gewisse Freude an (Sprach)kunst vorausgesetzt – sehr unterhaltsam in Adornos und Horkheimers Essay „Aufklärung als Massenbetrug“ (in „Dialektik der Aufklärung“) nachlesen.
    Was ich gerade erst wieder tat und immer wieder tun werde, u. a. wegen dieses Aphorismus: „Die Schicht der Erfahrung, welche die Worte zu denen der Menschen machte, die sie sprachen, ist abgegraben, und in der prompten Aneignung nimmt die Sprache jene Kälte an, die ihr bislang nur an Litfaßsäulen und im Annoncenteil der Zeitungen eigen war.“ In der Tat – nichts unterscheidet einen Kipping-Tweet von einer Werbedurchsage von Coca-Cola. Hätte diese gräßliche Frau irgendein Verhältnis zur Sprache, zur Kunst, zur WIRKLICHKEIT, sie würde niemals schreiben können, was sie schreibt. Und sie wäre nicht ganz so gräßlich. KS

  3. tut nichts zur Sache
    Freitag, 4. Februar 2022 9:44
    3

    Corona-Voodoopolitik ….
    Ja, ein Kay Sokolowsky ist immer noch viel zu intelligent, als dass er, wie sein Kollege Michael Sailer, covidmässig völlig abdreht ins Jenseits von Gut + Böse.
    Andeutungen müssen genügen.

    Na, was haben wir denn da:
    1. Ein vergiftetes Lob an mich;
    2. die unverschämte, komplett argumentfreie Diffamierung eines hervorragenden Autors (und guten Freundes), der hier gar nicht veröffentlicht;
    3. kein einziges Wort zum Thema des Postings.
    Und dieses Zeugnis intellektueller Absenz, charakterlicher Schäbigkeit und totaler Konformität trägt natürlich keine Unterschrift, denn der Name „tut nichts zur Sache“. Bei Kommentatoren wie diesem hier belasse ich es nicht bei Andeutungen: Er ist ein feiger Schwätzer und wird es bleiben sein erbärmliches Leben lang. KS

  4. tut nichts zur Sache
    Dienstag, 15. Februar 2022 15:17
    4

    Na, na. Würde er den Namen genannt haben, hätten Sie dann 1 Schlägerteam zur geistigen Nachhilfe dem (dann Unfeigen) Schwätzer nach Haus geschickt..Die Soko Lowsky gar ? Haha. Oh. oh. Vorsischt hier !
    Die hochdramatisierte angebl. Seuche fordert doch ihren Tribut, auch bei den Nerven der geschätzten Kollegen Sokol + Sailer.
    Von der Einschätzung des Letzteren rücke ich, Ungenannt, trotz Ihrer Indie-Schanzeschlagung für ihn kein Jota ab. Leider. Leider. Michael Sailer, ein (geistig) vor dem Feinde Gefallener. 1 Opfer der (Nicht)p(l)andemie. Har har.

    Ihr konfuses Geschwalle belegt ohne Zweifel: Sie sind paranoid, Sie spinnen, Sie sind ein Volltrottel. Außerdem schreiben Sie ein Deutsch, das sprachsensiblen Menschen Brechreiz verursacht.
    Es bereitet Ihnen offenkundig Freude, anonym Ihre Hirnjauche dort hinzukippen, wo’s sauber zugeht. Sie wollen einfach nur nerven, stinken, trollen – kurzum: Sie sind eine ganz arme Wurst.
    Ich werde alle weiteren Belästigungen Ihrerseits weder veröffentlichen noch beantworten. (Die Penetranz Ihres Tonfalls und das Möchtegernkomische Ihres Stils erkenne ich wieder, egal welche phantasielosen Phantasie-Mail-Adressen Sie sich ausdenken.)
    Ein freundlicher Ratschlag: Bitte ficken Sie sich selbst. Das wird Ihnen, ich bin sicher, viel mehr Freude bereiten als mir auf den Zwirn zu gehen und als Sie in Ihrer digitalen Höhle ahnen. Einfach mal ausprobieren! KS

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