O je, der schon wieder

[Zum Glück sind meine Leser klüger als ich und haben mich auf einen Riesenochsenfehler in meiner Polemik hingewiesen, der sie zwar nicht komplett entwertet, aber etwas blöd aussehen läßt. Ich habe die betreffenden Stellen – wie heißt das? „transparent“? – korrigiert, danke allen, die mich auf mein Versagen hinwiesen und bitte das geehrte Publikum um Entschuldigung. In Sack und Asche, Ihr KS.]

Meine Meinung zur grünen Partei ist, um es freundlich zu sagen, unfreundlich. Jedem Wähler dieser Kongregation bourgeoiser Schleimer gilt meine Verwunderung, in den meisten Fällen Verachtung.

Daß die Grünen das Haupthaßobjekt der AfD-Nazis darstellen, irritiert mich nicht: Beide Parteien buhlen um Stimmen aus der „bürgerlichen Mitte“, und deshalb wird von Seiten der AfDeriten der „versiffte“ Einfluß des Feindes auf die Sitten unserer feinen Gesellschaft höher gebrüllt, als er tatsächlich ist.

Solange Grüne keine Vorbehalte dagegen haben, mit Gestalten wie Volker Bouffier zu koalieren, muß niemand ihnen abkaufen, sie würden nie, nie, nie mit Alternativdeutschen paktieren. Zur Erinnerung: Die Grünen wollten mal, keine 30 Jahre ist es her, den gesamten Militärapparat entsorgen. Kaum durften sie im Bund mitregieren, stimmten sie für den ersten deutschen Kriegseinsatz seit 1945 (und den Bruch des Völkerrechts). Etwas später waren sie mit Leib und ohne Seele dabei, den Sozialstaat zu verschrotten. In meinem privaten Thesaurus gibt es eine breite Schnittmenge zwischen „Grüne“, „Opportunismus“, „Prinzipienlosigkeit“ und „Stiefelleckerei“.

Ein intellektueller Hohlraum wie z. B. Katharina Fegebank, die Zweite Bürgermeisterin meiner Hanselstadt, hat enorm viel Platz für alle denkbaren Alternativen, sofern sie nicht links sind. Trotz ragender Einfalt, Lethargie plus Schmiegsamkeit würde sie in ihrem Landesverband, der aus lauter Bumfiedeln wie der Chefin besteht, nicht mal dann ernsten Widerstand gewärtigen müssen, sollte sie nach der nächsten Wahl verkünden, „ergebnisoffene“ Gespräche mit den „bürgerlichen Kräften der AfD“ führen zu wollen. Das Gesocks hinter ihr, die Multiple-choice-studierten Trottel, die so was Windelweiches wie die Hamburger Grünen immer noch gut und z. B. deren feige Kollaboration während der G20-Polizeistaatsübung nicht weiter schlimm finden – diese Wähler werden sich selbst dann noch als „kritische/engagierte/progressive Bürger*innen“ salben, wenn ihre Spitzenrepräsentanten aus der Rosette des Kapitals nicht mal die Füße mehr hängen lassen. Sie und ihre Parlamentäre sind ein und dieselbe faule (evtl. biologisch abbaubare) Sauce und Kotzbrocken wie W. Kretschmann oder R. Harms das, was ihnen beim Auslöffeln am besten schmeckt. So unappetitlich wie grüne Anführer (und meine Metaphern) sind die Nachläufer auf jeden Fall.

Es ist allerdings nicht einfach, als normalgrüner Philister so abscheulich zu sein wie der Oberbürgermeister der Stadt Freiburg Tübingen Boris Palmer. Ansichten, die seine Anhänger lieber für sich behalten, wenn sie unter Menschen sind, die nicht dumm bzw. selbstgerecht sind wie sie selbst, platzen aus dem Palmer heraus wie der Korken aus dem sauren Sekt. Für diesen Cäsarenmut vor Untertanen wählen die Freiburger Tübinger ihn wieder und wieder, denn Palmer sagt, was sie sich einbilden. Auch der jüngste Zwischenfall wird das Schwarzwälder schwäbische Rumpelstilzchen weder Amt noch Stimmen kosten:

[Ein Student hatte] am 13. November zusammen mit einer Freundin einen Vortrag besucht und war danach gegen 22 Uhr zufällig Boris Palmer begegnet. Der junge Mann soll dann zu seiner Begleiterin eine abfällige Bemerkung wie „Ach nee, der auch noch“ gemacht haben. Der OB habe die Bemerkung gehört und sei zunächst auch weitergegangen. Dann habe sich der Rathauschef aber doch umgedreht und „So geht’s nicht“ gerufen. Er habe den Studenten aufgefordert, sich zu stellen – der lehnte aber eine Diskussion mit Palmer ab. Der OB habe dies auch nach längerem Hin und Her nicht akzeptieren wollen. „Irgendwann habe ich dann sehr laut zu ihm ­gesagt: ‚Lassen Sie uns in Ruhe, wir fühlen uns bedrängt.‘“
In dem Moment habe Palmer seinen Dienstausweis gezückt und mit seinem Mobiltelefon Fotos gemacht. Infolge des dann lautstarken Streits soll der OB dem Paar den Weg versperrt und den Studenten bedrängt haben. Zwei andere Studentinnen, die zufällig Augenzeugen dieser Szenen wurden, sollen dem Bericht zufolge gemeinsam mit der Begleiterin des jungen Mannes versucht haben, den OB zu ­beruhigen – allerdings ohne Erfolg. Im Gegenteil: Palmer habe den Studenten und seine Begleiterin bis zum Holzmarkt verfolgt, wo sich die zwei Männer um einen Martinimarkt-Stand herum eine „slapstickreife Verfolgungsjagd“ geliefert hätten.
Stuttgarter Zeitung, 25.11.2018

Von jedem Katzundhundquark gibt es mittlerweile Youtube-Videos, aber hier, wo es wirklich was zu sehen gäbe, schaun wir in die Röhre: So geht‘s nicht! Sehr wohl aber geht es, daß ein Oberbürgermeister sich in eigener Sache aufführt wie ein Hilfssheriff. Meinen jedenfalls Palmers Deputies:

Rückendeckung erhält Palmer von den Grünen im Tübinger Gemeinderat. „Der OB wurde angepöbelt – was er getan hat, war sein gutes Recht“, sagt der Fraktionsvorsitzende Christoph Joachim. Palmer sei einer, der sich seit Jahren krumm lege für die Bevölkerung, der kommunalpolitisch jede Menge für Tübingen erreiche und erreicht­ habe. „Und dann muß er sich auf dem Nachhauseweg so etwas anhören, das ist widerlich“, urteilt der Grünen-Fraktionschef. Mit seiner Haltung, sich nichts bieten zu lassen, stoße Palmer auf breite Zustimmung. „Die Menschen schätzen so was.“
Stuttgarter Zeitung, 27.11.2018

„Ach nee, der auch noch“ (nach anderen Quellen: „O je, der schon wieder“) ist also eine Pöbelei? Und widerlich? Wie will Christoph Joachim dann erst anprangern, was ich hier schreibe: Vernichtungsversuch? Zivilisationsbruch? Blasphemie?! Freilich glaube ich dem Fraktionsvorschwätzenden gern, daß die Ureinwohner Freiburgs Tübingens so was wie ihren cholerischen Toprepräsentanten schätzen und Palmer breit dabei zustimmen, daß er sich nicht bieten läßt, was Menschen mit Humor und ohne aufgeblasenes Ego kaum bemerkt hätten. Diese Menschen nordöstlich Südwestdeutschlands lachen sich jetzt krumm über den Kerl, der sich seit Jahren krumm legt, und werden auch künftig Freiburg Tübingen und Umgebung nach Möglichkeit meiden.

Beim gerechten Gelächter auf Palmers Kosten hilft u. a. Robert Friedrich v. Cube nach. Für das Blog „Prinzessinnenreporter“ hat er „Sieben Dinge, die Sie noch nicht über Boris Palmers Dienstausweis wußten“, aufgezählt. Mein Favorit steht auf Platz 4:

Die Kanten des Dienstausweises sind rasiermesserscharf. Palmer kann ihn werfen wie ein Shuriken.

Leider ist Palmer nicht bloß eine Witzfigur. Sondern ein autoritärer Charakter, wie er im Buch von Adorno steht, ein legitimer Erbe jener Blut-und-Boden-Grünen um Baldur Springmann und Herbert Gruhl, die einem denkenden Menschen die Partei schon bei ihrer Gründung vergällen konnten. Die Frankfurter Rundschau bezeichnete Boris Palmer treffend als „Anti-Anti-Rassisten“, und nicht nur die traditionell reaktionären Stuttgarter Nachrichten glauben, es sei ein Kompliment, ihn den „grünen Sarrazin“ zu nennen. Sympathie für den badischen schwäbischen Springteufel ist überall zu finden, wo ein unsympathischer Deutscher hockt, und das heißt: überall in Deutschland.

Genau darum ging es in einem Verriß, den ich vor gut einem Jahr im Auftrag von Literatur Konkret verfaßte und der eine groteske Notiz aus der Provinz um einen Blick in Palmers ideologische Heimat erweitern möge. (Außerdem ist das Textlein stilistisch und formal ziemlich nah an dem, was ich bei jedem Text anstrebe, sooo selten erreiche und in diesem Posting erneut verfehle.)

***

Boris Palmer: Wir können nicht allen helfen. Ein Grüner über Integration und die Grenzen der Belastbarkeit. Siedler, München 2017.

So geht es los: „Als Oberbürgermeister einer Stadt mit rund 90.000 Einwohnern habe ich Einblick in die täglichen Nöte vieler Menschen.“ So geht es weiter: „In städtischen Brennpunkten der Kriminalität sind die Straßen sichtbar von Ausländern geprägt.“ Und so fort: „In mir ist aus diesen Beobachtungen die Überzeugung gewachsen, dass Stillhalten nicht mehr die richtige Strategie ist.“ Es hört nicht auf: „Schon die Tatsache (…) war dafür ein untrügliches Indiz.“ Und als es nach 250 aufgeblasenen Seiten doch vorbei ist, entläßt der Autor seine geschafften Leser mit den Worten: „Wenn wir an diesen Grundüberzeugungen festhalten und sie mit der (…) Erkenntnis paaren, daß wir nicht allen helfen können, dann können wir (…) als Land mit Recht sagen: Wir schaffen das.“

Boris Palmer kann als Land sagen, was er will, jedenfalls in diesem Land, er kann es nur nicht in der Sprache des Landes. Dem Oberbürgermeister einer Stadt mit rund 90.000 Einwohnern mögen aus Beobachtungen Überzeugungen wachsen, er mag diese Überzeugungen mit Erkenntnissen paaren, aber wenn er die Züchtungsversuche beschreiben will, hat er seine tägliche Not und das Publikum die reine Qual: „Eine Geschichte, wie sie Sophokles nicht tragischer hätte ausmalen können.“ Der Mann hat auf Lehramt studiert, das läßt er gern raushängen, mit Zitaten von Max Weber und Immanuel Kant. Es ist ein Segen, daß er nie auf Schüler losgelassen wurde. Diese Bildungskatastrophe hätten alle Dichter, die Palmer so wenig gelesen hat wie den Sophokles, als eine tragischste ausgemalt.

„Ich spreche nun mal keine Plastiksprache“, erzählte Palmer anläßlich seines Buchs dem „Spiegel“. Das stimmt. Palmers Sprache ist aus echter Ökopreßpappe und verfault bereits beim Produzieren. Da wird von „Tötungsraten“ gefaselt, von einer „Betroffenenexpertokratie“, und weil er „Mohrenkopf“ nicht mehr grunzen darf – was er beklagt –, kotzt der Weißeuropäer Palmer sich über „Schwarzafrikaner“ aus. „Wer einmal in der rechten Ecke steht, kommt da nicht mehr so leicht heraus“, jammert er, und obwohl er mit seinem hingestammelten Pamphlet nachweisen will, kein Rechter zu sein, belegt es bloß, daß er zu Recht in einer Ecke steht, in der halb Deutschland schon auf ihn wartet.

Photo (Ausschnitt): „Shuriken Shaken Iga“,
by Kaliostro [CC BY-SA 3.0],
via Wikimedia Commons


Mittwoch, 28. November 2018 23:00
Abteilung: Man schreit deutsh

21 Kommentare

  1. 1

    Solli Kay,
    kurz für eine Korrektur:
    „Oberbürgermeister der Stadt Freiburg Boris Palmer“
    falsche Stadt.
    Herzliche Grüße
    Rainer

    Lieber Rainer, danke für die Korrektur! – Wenn ich fragen darf: Was bedeutet „Solli“? Neugierig: KS

  2. 2

    Tübingen, nicht Freiburg.

    Und Schwaben, nicht Baden. Danke für die Berichtigung! KS

  3. 3

    Lieber Herr im hohen Norden,
    es ist ein schöner Verriß der Grünen und Herrn P. !
    Allerdings ist meiner Kenntnis nach Herr P. nicht OB von Freiburg, sondern von Tübingen!
    Freiburg hat vor Kurzem den grünen OB abgewählt.
    Gruß aus München,
    us

    Lieber Herr Strauß, Sie haben selbstverständlich recht. Danke für die Korrektur! KS

  4. 4

    „… Ureinwohner Freiburgs so was wie ihren cholerischen Toprepräsentanten schätzen und Palmer breit dabei zustimmen …“
    Soziologisch vermutlich korrekt, aber geographisch ein wenig ab davon.

    „Ein wenig“ ist sehr höflich von Ihnen formuliert. Bei den Freiburgern habe ich jedenfalls verschissen bis in die Heißzeit. KS

  5. 5

    In Tübingen ist der Palmer Leiter der Ortspolizeibehörde, nicht in Freiburg. Ein allerdings vernachlässigenswerter Flüchtigkeitsfehler; ansonsten wie immer schwer korrekt, was Sie schreiben. Vielleicht aber gut, daß der Palmer nicht auch Leiter der Blogkontrollbehörde ist.

    Da wär ich schon im Knast bei Brackwasser und Schimmelbrot. – Sooo vernachlässigenswert ist der Fehler leider nicht; ich bin mir selten derart dumm vorgekommen wie heute mittag beim Öffnen der Leserpost. Immerhin: solche Blödheiten erinnern den Autor daran, sich selbst nicht allzu ernstzunehmen oder gar für klug zu halten. KS

  6. 6

    Palmer ist nicht Bürgermeister von Freiburg, sondern von Tübingen.

    Da haben Sie recht, und deshalb ist die Glosse inzwischen korrigiert worden. Danke für den Hinweis! KS

  7. 7

    Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, was bei anderen Parteien da besser läuft. Die Neoliberalen und Rechten treiben Politik, Medien und Gesellschaft komplett vor sich her.

    D’accord (obgleich bei der Linken immer noch Reste kritischen Bewußtseins gefunden werden können). Was mir die Grünen besonders widerwärtig macht, ist allerdings der Heiligenschein, mit dem sie durch die Welt wandeln, unterm Beifall ihrer Groupies bei den „liberalen“ Medien. KS

  8. 8

    Sie müssen sich irren oder etwas mißverstehen: Laut Berliner Hauspostille ist der Mann „ein außergewöhnlicher Mix aus Pragmatiker und Intellektuellen (sic), zudem einer der wenigen habituellen und politischen Ökos bei den Grünen“.
    Und auf dem Tübinger Bergfriedhof dreht sich jemand im Grabe um ob dieser widerlichen Interpretation der Steininschrift: Denken heißt Überschreiten
    Add1. Auch wenn die schöne geographische Verbalinjurie vom „Schwarzwälder Rumpelstiltzchen“ dabei drauf geht: Man kann den Freiburgern ja anhängen, was man will („Wo sind die Salmonellen zu Hause?“, Roth/Öde Orte), aber zum OB haben sie ihn dann doch nicht gewählt.
    Es böte sich jedoch die Schwäbische Alb an…
    Add2. Meine besten Wünsche für Sie.

    Vielen Dank für die Wünsche! Die Freiburg-Falschbezichtigung ist inzwischen berichtigt. Ob die „Taz“ sich betr. Palmer jemals berichtigen wird, wage ich zu bezweifeln. KS

  9. 9

    Tach auch,
    Tübingen(!), der unsägliche Boris verpalmert Tübingen,
    am Neckar gelegen. Der Schwarzwald bleibt von diesem Menschen unbehelligt.
    lg

    Ich kann alle Schwarzwälder (außer dem Holländer-Michel) nur um Pardon bitten. KS

  10. 10

    Tübingen! Nicht Freiburg! Sonst natürlich alles richtig.

    Der blamable Fehler ist getilgt. Die Blamage bleibt. KS

  11. 11

    Wunderschön, Shuriken & die Rosette des Kapitals! Liebe deine Texte, incl. der nötigen Verzweiflung. Kleiner Einspruch: gefährlich, unter Palmers zu wandern – der ist allerdings nicht badisch/Freiburg, sondern Ortsbüttel von Tübingen, was die Richtung, in die das Gelächter geht, geografisch nur unwesentlich ändert. ((Noch mal gesendet, weil erster Versuch ohne Skripte (weiß ich, wer der Addtoany ist, Any, get your guns? – ist auch nicht unbedingt zum Veröffentlichen, sondern nur zum Verbessern gedacht, Gruß.))

    Der dumme Fehler ist inzwischen korrigiert. Merci fürs Kompliment. KS
    Beim Absenden eines Kommentars zum „Abfall“ gibt es leider keine Bestätigung; auch Ihr erster Versuch ist hier angekommen. (Wg. Wiederholung werde ich ihn allerdings nicht veröffentlichen.) „Add to any“ ist ein Tool, das zur Weiterempfehlung in asozialen Medien dienen soll. Weil die Software etwas zu neugierig ist, habe ich sie soeben aus meinem WordPress-Werkzeugkasten entfernt. Der Admin

  12. 12

    Nicht Freiburg, sondern Tübingen.
    Ein dankbarer Leser

    Inzwischen korrigiert. Ein dankbarer KS

  13. 13

    Hallo, Herr Sokolowsky, grüße Sie. Ich habe Ihr Blog gerade entdeckt und daraus geschmökert und zitiert (http://blog.herold-binsack.eu/2018/11/abfall-aus-der-warenwelt/). Wie Sie schreiben und was Sie schreiben, gefällt mir sehr gut. Auch dass Sie Jürgen Roth gekannt haben. Mit freundlichen Grüßen
    Herold Binsack

    Lieber Herold Binsack, ich danke für das Lob und die freundliche Erwähnung in Ihrem Weblog! Eines nur muß ich richtigstellen: Ich habe Dr. Roth nicht nur gekannt, sondern kenne ihn immer noch und darf mich sogar der Freundschaft mit ihm rühmen. KS

  14. 14

    Zur Info: Manch ein Idiot kommt aus Tübingen, nicht aus Freiburg.

    Und mancher aus Hamburg, z. B.: KS

  15. 15

    Nochmal zu Jürgen Roth, Herr Sokolowsky: Reden wir von demselben Jürgen Roth? Ich meinte den verstorbenen investigativen Autor Jürgen Roth: http://blog.herold-binsack.eu/2017/09/der-autor-juergen-roth-verstorben/

    Autsch. Nein, den Dr. Roth kenne ich nur vom Lesen. Mein Jürgen Roth ist auf seine Art zwar auch investigativ, doch zum Glück quicklebendig. KS

  16. 16

    Vierzehn Kommentare in weniger als 24 Stunden – ich glaube, das ist „Abfall“-Rekord. Oder? Und dafür musstest du nichts weiter tun als ein deutsches Provinzkaff mit einem andern zu verwechseln … Jedenfalls weißt du nun, wie man ansonsten eher schreibfaule Blogleser zum Kommentieren animiert.
    Einen schönen Gruß aus dem größten deutschen Provinzkaff!

    Lieber Kai, ich seh’s positiv: Wenn die Leser sonst nichts auszusetzen bzw. zu kommentieren haben, sind sie evtl. recht zufrieden mit dem, was sie sonst hier finden. Schöne Grüße retour, KS

  17. 17

    Es hat Freude gemacht, diese Kommentare zu lesen, von denen jeder einzelne die kleine geografische Ungenauigkeit zm Thema hatte. Die wohlerzogenen Antworten des Autors, der mit fast zärtlicher Engelsgeduld wieder und wieder seinen Fehler eingestand, und auf die bereits erfolgte Korrektur hinwies, ohne sich ein einziges Mal zu wiederholen oder gar die Geduld zu verlieren, sind herzerwärmend und vergnüglich. Klasse Text natürlich – wie immer! Danke dafür.

    Sehr gern geschehen – zumal angesichts solch eines schönen Lobs & Kommentars! KS

  18. 18

    Werte/r Pentimento,
    wie ich es sehe, trifft Ihre (durchaus zu lobende) Spitze in diesem Falle nicht ganz des Rauhaardackels Kern. Ich war auch einer dieser „mäkelnden“ Mitleser, die dem Blogautor jederzeit 99,9% jedweder „Ungenauigkeit“ nachsehen. Und schrub ihm lediglich, um frühzeitig evtl. aufkommenden öffentlichen Ansehens/Warenweltsabfallsverlust zu verhindern. Andere waren noch schneller.
    Mir hätte schließlich schon die Erkenntnis ausgereicht, daß eine propere HH-Grüne mit wahrer Landsknechtinnenanmut (?) sauber billigem Baumaterial (www.talu.de/ erklärt auch die Nachteile: sehr schwere Steine, Gefahr gesundheitlicher Schäden, optisch nicht repräsentativ) zugeordnet werden kann. Verbunden mit der Hoffnung, daß dem Schreiber nicht ähnliches Rechtsprechen wie dereinst Th. Gsella ob einer fulminanten Formulierung (wohl bösärtige Gleichsetzung, osä) droht.
    Über die Jahre jedoch den Eindruck gewonnen habend, daß der Seitenbetreiber, wenn’s paßt, sich mit jeder einzelnen Replik auseinander setzt, und nicht 24/7, sondern blockweise, je nach Verfassung und Zeit/Aufmerksamkeitsvolumen „Erwiderungen“ freischaltet, wundert’s mich Ihre Wahrnehmung nicht unbedingt. Kudos jedoch für die Größe, all diese Hinweise nicht lapidar in zwei vor Demut triefenden Sätzen beiseite zu wischen.
    Bewundernswert auch die Contenance, die der Hausherr in der Regel wahrt, wenn er offensichtlichen – wie auch immer gearteten – BS nonchalant abserviert…
    Grüße

    Es freut mich, daß Sie sich um mein bzw. das Ansehen des „Abfall“ sorgen! Ihre Vermutungen, was meinen Umgang mit Leserkommentaren betrifft, kann ich vollauf bestätigen. KS

  19. 19

    Da bekommt man angesichts des Vorsitzenden Robert Habeck langsam wieder Hoffnung für diese Partei (fürs Wahlkreuz reicht es gleichwohl noch lange nicht, da sie ihre Haltung zum mich persönlich betreffenden Thema Familienrecht unwählbar macht), und dann springt einem von der Seite dieser Palmer in die Fresse.
    Ich kann mich da nur in eine ausgelutschte Phrase retten: So viel kann ich gar nicht fressen, wie ich kotzen möchte.
    Bei aller zornigen Polemik trifft dein Text mal wieder den Nagel auf den Kopf, lieber Kay! Grüße an die Gemahlin.

    Danke fürs Lob; die Grüße sind bestellt und werden von Herzen erwidert. – Beim Herrn Habeck solltest Du etwas mißtrauischer sein. Wer sich so gut mit CDU und FDP versteht wie Habeck, ist diesen Unholden näher, fürchte ich, als seine markigen Sprüche glauben machen. KS

  20. 20

    „Anders als bei einer Privatperson hätten der Student und seine Begleiterin sich ihm gegenüber ausweisen müssen, denn er sei Chef des kommunalen Ordnungsdienstes, sagte er der dpa. „Ich hätte sogar körperlichen Zwang einsetzen dürfen, worauf ich natürlich verzichtet habe.“
    Da irrt er gewaltig. Palmer ist Behördenleiter, das heißt, Dienstvorgesetzter mit Weisungsbefugnis, nicht externer Handlungsbefugnis im konkreten Einzelfall. Ferner fehlt ihm die Ausbildung für die ermessengerechte Ausübung unmittelbaren Zwanges, wie ihn die Vollzugsbeamten der Polizei ausüben. Er wäre demnach gar nicht in der Lage, das sogenannte Übermaßverbot bei der Anwendung körperlicher Gewalt einzuhalten.
    Fazit: In meinen Augen ein Wichtigtuer mit Amtsanmaßung.
    Über die Grünen lohnt sich keine inhaltliche Äußerung mehr. Jutta Ditfurth hat in ihren Büchern und Rainer Trampert in seinem Blog alles dazu gesagt.
    PS.: Gestatte mir, werter Kay, noch den Hinweis, dass Du einen 2. Text zur Trägerin des Schwarzen Gürtels in der Disziplin „Infantilisierung des politischen Diskurses“, A. Nahles angekündigt hast. Aber ich will nicht drängeln oder nörgeln.

    Merci für diese gescheite Ergänzung zum Angeber Palmer!
    Die Fortsetzung meiner Nahles-Polemik wird bestimmt mal kommen. Ich habe allerdings z. Zt. kein bißchen Lust, meine Zeit mit der Großen Vorsitzenden zu vertun. Überdies – ich gestehe es ungern – tut Nahles mir mittlerweile sogar ein winzig bißchen leid: Die gewaltige Überforderung durchs Amt gleichwie ihre Unfähigkeit zu begreifen, daß sie nur die Sockenpuppe Scholzens und der Seeheimer-Banditen ist, geben eher Sujets für ein bürgerliches Trauerspiel (oder eine Farce) als für eine Satire ab.
    Aber mein Erbarmen mit der Versagerin wird sich, ich kenn mich, nicht ewiglich halten. KS

  21. 21

    In der FAZ hat sich wieder mal der Geyer aus der Deckung gewagt und dem Palmer auch noch mal ein paar Erziehungswatschen nachgereicht. Doch damit kann er das konservative Publikum nicht wirklich ärgern. So schlussfolgerte ein ihm vermutlich noch freundlich gesinnter Leser: „Alles in diesem Artikel ist etwas weit hergeholt und die Schlussfolgerung schwach.“ In der Tat. Wenn man dem konservativen Publikum in den Arsch kriecht, um einen der ihren von innen heraus sozusagen zu kitzeln, darf man sich nicht wundern, wenn man mit dem ersten Pups wieder draußen ist. Der Arme, seit er als Feuilletonchef zurückgepfiffen wurde, und wie ich glaube, dem Schirrmacher weichen musste, wird er so larmoyant, wie das ihn verachtende konservative Publikum, für das er zu allem Übel noch nett schreiben muss. Da musste ich was draufsetzen:
    http://blog.herold-binsack.eu/2018/12/habitat-der-froemmler-und-gendarmen/

    Ihre Enddarm-Metapher ist – vom inneren Kitzel bis zum Pups – so schön geschmacklos, daß ich sie und auch Sie einfach mal lobe. KS

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