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The real pulse of Europe (2): France

Donnerstag, 8. Juni 2017 0:10

Fundstücke*, den Zustand der
abendländischen Werte betreffend.

Annika Joeres referiert auf Zeit.de, was Amnesty International über die Menschenrechtslage in Frankreich herausgefunden hat. Dort ist bereits seit dem 13. November 2015 der Notstand ausgerufen, obwohl so etwas in einem wahrhaft demokratischen Staat jene Ausnahme sein müßte, die verboten gehört. „Das Außergewöhnliche wird Alltag“ lautet der fast beschwichtigende Titel über Joeres‘ Artikel. Im Text wird allerdings nichts beschönigt. Es ist ein rechtes Gruselkabinett:

Im vergangenen Jahr wurden beispielsweise Demonstrationen verboten, obwohl die Bürger etwa gegen den Bau eines Flughafens oder gegen ein umstrittenes Arbeitsgesetz auf die Straße gehen wollten. Nach einem Bericht von Amnesty hätten die Behörden seit den Pariser Anschlägen 155 Erlasse gegen öffentliche Versammlungen verfügt und 574 Menschen die Teilnahme an Demonstrationen gegen die geplante Arbeitsmarktreform verboten.

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Thema: Aufgelesen, Kaputtalismus, The real pulse of Europe | Kommentare (0) | Autor:

The real pulse of Europe (1): Spain

Samstag, 3. Juni 2017 1:23

Ab jetzt in unregelmäßiger Reihenfolge:

Fundstücke*, den Zustand der
abendländischen Werte betreffend.

Aus einem Artikel von Hans-Christian Rössler über die Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit in jenem Euroschäubleausteritätslabor unter offen korrupter, postfranquistischer, in Brüssel wohlgelittener Führung:

„Es gibt keine Unschuldsvermutung wie im Strafprozess. Alles, was die Polizei angibt, gilt als wahr. Der Beschuldigte muss das Gegenteil beweisen“, sagt der Anwalt David Amelang López. In dem Gesetz, das Geldstrafen bis zu 600.000 Euro vorsieht, geht es nicht nur um den Respekt vor den Beamten: Ohne Erlaubnis dürfen sie nicht während eines Einsatzes fotografiert und diese Bilder im Internet veröffentlicht werden. Es verbietet auch, direkt vor den Parlamenten zu demonstrieren und Protestplakate an Gebäuden anzubringen, wie es Umweltschützer von Greenpeace immer wieder tun. Wer versucht, Zwangsräumungen von Wohnungen zu verhindern, macht sich ebenfalls strafbar. Auch spontane Sitzstreiks und Zeltlager sind verboten, wie es sie monatelang an der Madrider Puerta del Sol gegeben hatte. Zugleich können Polizisten eine Geldstrafe von 601 Euro gegen alle verhängen, die in der Öffentlichkeit Alkohol trinken.
[FAZ.net, 2.6.2017]

Für wen die 600 Euro sind, kann ich mir denken. Aber der alberne Euro obendruff – ist das Schmerzensgeld? Für die armen Büttel, die ganz wund sind vom Bürgerschikanieren?

* Sachdienliche Hinweise nimmt der „Abfall“-Admin gern entgegen.

Photo: „EU flag-map“, by Own [Public domain],
via Wikimedia Commons

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Thema: Aufgelesen, Kaputtalismus, The real pulse of Europe | Kommentare (2) | Autor:

Eure Rede aber sei nein, nein

Sonntag, 5. Juli 2015 16:09

Stimmzettel für das Tsipras-Referendum

Stimmzettel für das Tsipras-Referendum

Kai Pichmann, deriseit einigen Wochen mit ebenso klugen wie angenehm zu lesenden Kommentaren dieses Blog bereichert, schrieb mir zu Beginn der Woche aus dem Auge des Hurrikans, der wahrscheinlich die Europäische Union zerschmettern wird, diese interessanten Zeilen:

Ich bin übrigens immer noch in Athen. Hier wehen inzwischen keine Tränengasschwaden mehr durch die Straßen, wie ich es von früheren Aufenthalten her kenne, und es werden auch keine Bankfilialen-Schaufenster mehr eingeworfen von wütenden jungen Anarchisten. Die Banken sind ja seit eben geschlossen, und die Anarchisten sind wahrscheinlich alle grad im Urlaub oder einfach furchtbar gelangweilt von den Sorgen der kleinen Leute um ihre kargen Euro-Ersparnisse. Und so lümmelt die örtliche Polizei vor ihren blauen Bussen herum, spielt mit ihren Smartphones und langweilt sich auch fast zu Tode. Die kleinen Leute langweilen sich nicht, die vertreiben sich die Zeit mit genervtem Schlangestehn vor den Geldautomaten und heben an Euros ab, was sie haben kriegen können und (derzeit noch) kriegen dürfen.

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Thema: Kaputtalismus, Man schreit deutsh, Qualitätsjournalismus | Kommentare (1) | Autor:

Man schreit deutsh (15): Ganz die Alten

Donnerstag, 12. März 2015 23:59

Die europäische Welt hat keine Angst mehr vor den Deutschen, weil wir 1968 aufgebrochen sind, weil wir das Law-and-Order-Denken herausgeblasen haben aus diesem Land, weil wir, eine andere Generation, diese deutsche Gesellschaft gründlich zivilisiert haben.“
Antje Vollmer

Fahne_(c)_Kay_Sokolowsky

Und so schreiben sie, die von grünen Schleim-, Schaum- und Quatschköpfen wie A. Vollmer gründlich Zivilisierten –; so grölen diese Aufgeblasenen, vor denen halb Europa wieder Angst hat –; so pöbeln sie, weil die griechische Regierung sie daran zu erinnern wagt, daß die Deutschen sich seit 70 Jahren davor drücken, einen erpreßten Großkredit zurückzuzahlen –; so geifern und kreischen und spinnen sie, die gründlichsten aller Zivilisierten –; so halten sie eine Tradition aufrecht, um die uns die Welt beneidete, bestünde sie allein aus schizophrenen, bigotten, selbstgerechten, jede genehme Propagandalüge sofort schluckenden und wiederkäuenden Chauvinisten wie diesen Deutschen –; so trottelschlau, so unterirdisch überheblich, so speienswert führen die unverschämten Kinder und Enkel der viehischsten Verbrecher der Geschichte sich nicht etwa in den Online-Foren von Bild.de auf, sondern als Kommentatoren bei Zeit online [alle Kursivierungen sind von mir]:

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Thema: Kaputtalismus, Man schreit deutsh | Kommentare (4) | Autor:

Der schreckliche Iwan (2): Politik und Reales

Mittwoch, 19. März 2014 23:14

Putin begutachtet die Sanktionen (Symbolphoto)

Völkerrecht ist das eine, Geschäft das andere, und welches Ding schwerer wiegt – nun, einmal dürfen Sie raten. Die große Gelassenheit, mit der Putin und seine Mannschaft auf das Sanktionsgeplärr der EU und der USA reagieren, verdankt sich nicht autokratischer Überheblichkeit, sondern der schlichten Einsicht in die Verhältnisse der Welt. Die Maßgaben westlicher Politik werden ja nicht im EU-Parlament oder im Weißen Haus gesetzt, sondern dort, wo die dicken Parteispenden herkommen.

Mit einiger Belustigung hat der Putin sehr getreue Voice of Russia-Kolumnist Dmitry Babich aufgeschrieben, was die EU sich als Bestrafung für Russland traut, nämlich nichts:

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Thema: Der schreckliche Iwan, Kaputtalismus, Man schreit deutsh | Kommentare (0) | Autor: