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Der schreckliche Iwan (6): Schwatz auf weiß

Sonntag, 27. April 2014 0:33

StadtLandRuss_Detail_(c)_FW-Bernstein_Oktober-VerlagIch könnte jetzt einiges schreiben über „OSZE-Beobachter“, die genau das nicht sind, sondern stinknormale „Kundschafter“. Oder über unsere Medien, die niemand gleichschalten muß, weil sie schon im voraus wissen, was gerade an Propaganda erwünscht ist. Tu ich aber nicht! Sondern oute mich als einer, der bereits vor einigen Jahren wußte, was für Übelfinke und Menschheitsfeinde diese Saurussen da sind.
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Thema: Der schreckliche Iwan, Kaputtalismus, Man schreit deutsh | Kommentare (0) | Autor:

Silvester 2013: Nachlese aus Berlin

Donnerstag, 2. Januar 2014 22:26

Der Jahreswechsel ist traditionell ein Zeitpunkt guter Vorsätze. Vielleicht nehmen Sie sich gerade vor, mit dem Rauchen aufzuhören, mehr Sport zu machen oder mehr Zeit für die Familie zu haben. Ich selbst nehme mir eigentlich immer vor, mehr an die frische Luft zu kommen.

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Thema: Bored beyond belief, Kaputtalismus, Unerhört nichtig | Kommentare (0) | Autor:

Alle Jahre bieder (5)

Samstag, 21. Dezember 2013 20:55

„Was soll denn das, also bitte“: So murrt und möhrt‘s im Publikum (bilde ich mir ein), das zwar meistens meiner Meinung, aber nicht so glücklich ist, wenn ich fiese Dinge verbroite öber dö Hoilige Woihnacht. „Nur die Ruhe“, erwidere ich nun, „ich moin‘s doch gar nicht bös!“ Außerdem geht es immer noch schlimmer.

Den Beweis führt Eric Idle, der sowohl ein sehr großer Komiker ist als auch ein höchst durchtriebener Musikparodist. Schwer vorstellbar, daß er nicht irgendwann auch mal eine Satire auf den Weihnachtsliederdreck eingesungen hätte. Und, siehe!, Idle hat. Aber wie! Sein „Fuck Christmas“ aus dem Jahr 2006 ist gleich allen großen Parodien knapp davor, selbst ein Evergreen zu werden. Also, bitte – sitzen machen und mitsingen, sobald die Eröffnungstakte von „Jingle Bells“ verklungen sind. Denn dann passiert etwas völlig anderes. (Die entzückende Video-Collage hat Humberto Videla angefertigt.)

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Thema: Adventskalender, Unerhört nichtig | Kommentare (1) | Autor:

Alle Jahre bieder (4)

Mittwoch, 18. Dezember 2013 21:11

Élégie du solstice*

Du, Geist der Weihnacht, feuchten blauen Auges
Den Blick gehoben hin zu einem Himmel,
Aus dem man dich gerissen hat, erniedrigt
Und aufgeblasen, schnödes Instrument
Von Krämergier und Abgeschmack, gezwungen,
Dich selbst zur Schau zu stellen,

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Thema: Adventskalender, Bored beyond belief, Lieder ohne Werte | Kommentare (0) | Autor:

Alle Jahre bieder (3)

Dienstag, 17. Dezember 2013 2:26

So wie die Welt mit jedem Jahr globaler Marktwirtschaft immer schöner und gemütlicher wird, so wird auch und erst recht mein Deutschland immer heimeliger, seit es eine Agenda hat sowie einen zuverlässigen Haufen Weihnachtsmänner in Politik und Medien, Wirt- und Wissenschaft.

Denn was wäre die Heilige Nacht, stünden nicht an jeder Eck Leute, die kein Dach über dem Kopf finden? Richtig: traditionsfeindlich – unchristlich wäre sie! Es muß erbärmliche Gestalten geben, damit das Erbarmen nicht ins Leere zielt.

Darum ist die folgende Meldung aus dem MieterJournal 4/2013 mit Abstand das Weihnachtlichste, was ich in diesen Adventstagen zu lesen und zu sehen bekommen habe: „In Deutschland waren im Jahr 2012 rund 284.000 Menschen ohne Wohnung. 2010 lag ihre Zahl noch bei 248.000. Für (…) 2016 prognostiziert die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe einen weiteren Anstieg um circa 30 Prozent auf dann 380.000 Menschen.“

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Thema: Adventskalender, Kaputtalismus | Kommentare (2) | Autor:

Gute Fahrt, Hotte!

Sonntag, 15. Dezember 2013 18:06

Der alte Scheißkerl Tod und sein Lumpenkumpel Krebs haben Horst Tomayer umgebracht. Wenn ich nicht wüßte, daß Hotte ein ziemlich pathosfreies Verhältnis zu den letzten Dingen hatte, würde ich jetzt eine Liste von Namen hinschreiben, die schon seit vielen Jahren auf einen Grabstein gehören, während Horst Tomayer dort noch lange nicht stehen sollte. Sondern Hof hielte in einer Gaststätte seines Vertrauens, ein Freund den Freunden, ein Gerechter unter den Menschen, ein Großer.

Als Schlußreimer, Kolumnist, Komiker, Gelegenheitsphilosoph und Rampensau ebenso begnadet wie als Überlandradler, Mopedcrack, Nacktbader, Halbegläserbierbesteller und Steinpilzexperte, ist mir an Hotte dies besonders bewundernswert erschienen: Er hat nie falsche Rücksicht genommen, sich niemals den Mund verbieten lassen. Und stets die Richtigen beleidigt. Meine Güte, wird er fehlen!

Mir und sehr vielen anderen. Die Redaktion von Konkret gedenkt Horst Tomayers auf ihrer Website sowie im kommenden Heft. Kollege René Martens hat für die Taz einen gleichermaßen warmherzigen wie kenntnisreichen Nachruf verfaßt. Und ich denke, daß ich jetzt weinen sollte, auch wenn das Hotte nicht so gut gefallen hätte. Fare thee well, Horst, gute Fahrt, addio!

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Thema: Per sempre addio | Kommentare (1) | Autor:

Alle Jahre bieder (2)

Sonntag, 8. Dezember 2013 14:51

Die Resonanz aufs Preisausschreiben im Blogpost vom 7. Dezember war überwältigend – Danke, merci, gracias, Bussi: Ihr wart GROSSARTIG!

Bedauerlicherweise hat von abertausend Einsendern nur ein einziger die, zugegeben, höchst anspruchsvollen Gewinnbedingungen erfüllen können. Und zwar sogar mit klassischer Formvollendung und luzidestem Humor. Gratulation an (Gong): Gert Ockert.

Ich weiß nicht viel über diesen Mann, außer daß er hin und wieder im kommunistischen Kampfblatt Konkret knorrig kolumniert. Angeblich lebt Ockert in Riechweite der Deutschen Bucht und besitzt die europaweit größte Sammlung von Pornographie aus dem Fin de siècle. – Nun ja, Gerüchte!

Doch nun will ich Sie nicht länger auf die Streckbank schnallen. Hier ist er, der preiswerte Vierzeiler von (Doppelgong):

Gert Ockert

Adventsregel
Soll Weihnachten sich wirklich lohnen,
besorg zwei Säcke Weinbrandbohnen.
Sodann verbrenne einen Strohstern
und bleib besoffen bis an Ostern.

Photo: Petr Kratochvil (via publicdomainpictures.net) ([1])
[CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

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Auch du heißt Winston Smith

Samstag, 7. Dezember 2013 23:54

Warum ist die Empörung der einheimischen Medien und Politiker über die Globalschnüffelei der NSA so verlogen? Weshalb scheint es, als habe Heribert Prantl von der SZ seit zwanzig Jahren den Kopf im eigenen Arsch stecken? Wieso ist Stern-Singer Hans-Ulrich Jörges ein echter deutscher Journalist? Aus welchen Gründen lohnt es sich, Francis Ford Coppolas Film „The Conversation (Der Dialog)“ von 1974 mal wieder bzw. endlich mal anzusehen? Und was notierte Adorno bereits vor 60 Jahren zu all dem Ungemach?

Die Antworten darauf finden sich in Kay Sokolowskys Glosse „Glasbürgerkunde“. Sie steht auf Seite 15 im Dezember-Heft von Konkret und kann nur auf bzw. gegen Holz gelesen werden.
Ein Trost: Dieser Hinweis ist kostenlos und interessiert die NSA kaum einen Dreck.

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