Vor dem Endspiel: fetter Nachtisch

Eine ziemlich wichtige Retrospektive der „Town Hall Debate“
zwischen H. Clinton und D. Trump am 9. Oktober 2016.
Von unserem Gastautor Daniel Lüdke.

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Das war ein tolles, an Schmutz und persönlichen Beleidigungen kaum zu überbietendes Ereignis!

Man hat hinter der Bühne einen „Querschnitt“ der amerikanischen Bevölkerung angesiedelt, und die Redakteure waren, scheint‘s, penibel damit beschäftigt, eine wohlgefällige Mischung aus alt, jung, männlich, weiblich, schwarz, weiß, asiatisch, muslimisch usw. zu generieren:

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So Durchschnittstypen eben. Leider keine Pamela Anderson oder etwas Ähnliches dabei. Alles ganz normale Leute wie du und ich.

Dabei ist mir allerdings ein unglaublich dicker Mensch aufgefallen:

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Ich meine nicht den im roten Pullover, sondern den dahinter:

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Hui, ist der dick! Der ist so unglaublich dick:

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Nicht, dass ich mich über ihn lustig machen will. Aber der ist echt dick. Mindestens doppelt so breit wie der Typ vor ihm.

Als ich vor 12 Jahren mal auf Dingle – dieser bezaubernden irischen Halbinsel – war, bemerkte ich in der größten Touristenkneipe eine unglaubliche Anzahl von dicksten amerikanischen Touristen. Alles irischstämmige Amis auf der Suche nach ihren Wurzeln, und die meisten davon waren dieses Kalibers. Und sogar noch dicker! Ganz, ganz, ganz viele. Ich konnte es gar nicht glauben, so viele waren das. Ich sah in meinem Leben noch nie so viele dicke Menschen auf einem Haufen.

Stell dir vor, daß du im „Querbeet“ steckst, und dort befinden sich, ich sach mal: sieben voll fette Monstren. So war das da.

Laßt uns einen Moment auf dem Gesicht dieses dicken Monstrums verweilen. Das doppelte Kinn ist fast so groß wie die Stirn des vor ihm sitzenden Mannes. Das Gesicht des fetten Mannes ist sehr gerötet. An einigen Stellen weniger (ich frage mich, warum wohl). Eigentlich müßte dieser Herr in allen Bereichen des oben aus dem Hemd herausragenden Teil seines Körpers gleichmäßig gerötet sein. Trotzdem finden sich dort einige bleichere Passagen.

Noch mal zurück zu Bild No. 4:

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Auch von der Seite ist der doppelt so dick wie der Herr vor ihm. Unglaublich!

Und von hinten sieht der so aus:

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Welch ein Wulst über dem Kragen! Der hat ungefähr die Ausmaße einer 0,3-Literflasche Coca-Cola. So was trägt der im Nacken mit sich rum! (Schade, daß der menschliche Körper nicht auf der Glatze auch noch fett wird, das würde voll lustig aussehen.)

So viel wie der frißt, kackt der auch. Wie oft der wohl am Tag „groß“ muß? Ich schätze: vier mal mindestens!

Aber ich will mich ja nicht lustig machen über ganz dicke Leute, die können bestimmt nix dafür.

Aber meiner Ansicht nach müßten in diesem „Querschnitt“ der amerikanischen Bevölkerung viel mehr Dicke sitzen. Dieser der Welt vorgegaukelte Querschnitt ist nicht realistisch.

Abfall“-Gastautor Daniel Lüdke tritt an diesem Freitag (21.10.) um 19 Uhr gemeinsam mit Ranajit Sengupta auf, um klassische indische Instrumentalmusik mit Sarod und Gitarre zu spielen. Ort der Handlung: „Golden Temple Tea House“, Grindelallee 26, 20146 Hamburg. Der Admin des „Abfall“ läßt sich diese musikalische Kostbarkeit selbstverständlich nicht entgehen. Und Sie? Welche Ausrede haben Sie?!


Donnerstag, 20. Oktober 2016 0:21
Abteilung: Bored beyond belief, Kaputtalismus, Unerhört nichtig

9 Kommentare

  1. 1

    Vielen Dank für die freundliche Werbung!
    Leider steht auf der Webseite vom Golden Tempel Tea House, daß wir „klassische indische Musik“ spielen würden, was natürlich völliger Quatsch ist. Diese Teetrinker glauben wohl, daß, sobald ein Inder dabei ist, es sich nur um indische Klassik handeln kann. Falsch! 5! Nicht aufgepaßt! Setzen!
    Ich würde mir nie anmaßen, als doofer Wessi diese hochgebildete Kunst mal eben so, hopplahopp, mitspielen zu können. Das sind alles hochstudierte Spezialisten, diese indischen Klassikmusikanten! Jahrelange Studien und tägliches Üben von morgens bis abends über viele Jahre hinweg gehen dem indischen Klassischmusizieren voraus!
    Ich habe das nie gamacht und indische Klassik kann ich nicht. Ich begleite bloß (eine meiner Lieblingsbeschäftigungen, wenn es sich um einen Meister handelt) einen der besten Sarodvirtuosen dieser Zeit beim Vortrag unserer gemeinsamen Kompositionen.
    Freundlichste Grüße von
    Daniel Lüdke

    Und nun, liebes Publikum, nach DIESER Ansprache, sehen wir uns doch erst recht im Goldenen Teehaus? Oder?! KS

  2. 2

    Keiner hat`s gemerkt:
    Es ist der nach Genuß des fiesen Flint-Wassers ebenfalls etwas adipös entwickelte Michael Moore in der bereits von Rnld Schwrznggr genutzten „Total Recall“-Babuschka-Verkleidung, allerdings nach techn. Verbesserungen und beim Versuch, die Trumpisten noch lächerlicher zu machen:
    https://www.youtube.com/watch?v=V17duGlHEYY

    Das Wasser in Flint macht leider nicht dick, sondern tot. Und Michael Moore war schon gut im Futter, bevor das neoliberale Lumpenpack trinkbares Wasser im Großraum Flint abschaffte. – Aber sonst finde ich Ihre Hypothese ziemlich interessant. KS

  3. 3

    If kann leider nift kommen. Bin fu dick!

    Fade! KS

  4. 4

    Ich werde wohl leider nicht kommen können, weil ich natürlich ausgerechnet morgen zur Lohnknechterei verabredet bin, die kaum vor 19:00 Uhr beendet sein wird.
    Allerdings kann ich nur jedem empfehlen, sich diese Musik anzuhören.
    Wenn man nämlich nach eines harten Tages anstrengender Maloche solch einen Labsal auf Ohren und Seele bekommt, dann stellt man sehr schnell fest, daß es noch Gutes gibt auf dieser Welt.
    Und wie sich das anfühlt, wenn man NICHT vorher den Tag mit Knochenarbeit verschwendet hat – das rauszufinden hat morgen jeder andere die Chance. Wer sie verpaßt, ist selber Schuld!

    Und ich wollte mit dir das „du“ begießen … Na, dann beim näxten Mal! (Und Genesis 3.3,17-19 liegt schon ganz richtig mit diesem größten Fluch, der je auf die ARBEIT geschleudert worden ist.) KS

  5. 5

    „Genesis 3.3,17-19“?
    Das ist jetzt aber nicht schon wieder einer Deiner Buchtipps?

    Nur wenn die Bibel ein Buchtipp ist. Hier die gemeinte Stelle, zit. n. der Lutherübersetzung in der redigierten Version von 1912:
    „17 Und zu Adam sprach [Gott der HErr]: Dieweil du hast gehorcht der Stimme deines Weibes und hast gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen, verflucht sei der Acker um deinetwillen, mit Kummer sollst du dich darauf nähren dein Leben lang.
    18 Dornen und Disteln soll er dir tragen, und sollst das Kraut auf dem Felde essen.
    19 Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis daß du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.“
    – Das Konzert war übrigens sehr schön! Aber für ein Trinken aufs „du“ gab’s in dem Laden nix Gescheites. KS

  6. 6

    Das war ja eigentlich eine Scherzfrage …
    Gibt es denn überhaupt Teehäuser, in denen man was Gescheites zum Trinken aufs „du“ findet?

    Das ist jetzt auch eine Scherzfrage. Oder? KS

  7. 7

    Es gibt jede Menge Teehäuser mit Saufkram, wenn ich die Herren Wollny und Sokolowsky richtig verstanden habe, z. B. Lühmanns Teestube. Da gibt’s Bier, Wein, Pharisäer, Grog … Da könnten sich andere Teehäuser mal ’ne dicke Scheibe von abschneiden!
    Und das ist nur ein Beispiel von vielen:
    https://www.hamburg.de/cafes-hamburg/2105916/teestuben-in-hamburg/
    Mit frdl. Grüßen, Daniel LÜdke

    Darf man da denn auch rauchen? Und, unter uns Teilzeitabstinenzlern: „Saufkram“ ist kein angemessenes Wort für ein ehrliches Helles oder einen gut abgehangenen Rum! – Im übrigen danke ich für die Aufklärung. KS

  8. 8

    So viel wunderbare Analyse, daß ich keineswegs als Kritik, sondern nur als Ergänzung anmerken möchte, daß es sich bei dem Herrn selbstverständlich um den Sohn von Mr. Creosote handelt.
    https://www.youtube.com/watch?v=aczPDGC3f8U

    Ach, Terry Jones! Terry Jones in seiner gewichtigsten Rolle! Terry Jones, den ich von allen Pythons am meisten mag und der leider heute fast vergessen hat, wer er eigentlich ist, nämlich einer der sympathischsten Komiker aller Zeiten.

  9. 9

    Und hier ist die volle Version der Szene. Man soll halt nicht gleich das erste posten, was man findet …
    https://www.youtube.com/watch?v=GxRnenQYG7I

    Nun, der erste Link war immerhin was für meine Fastfood-Leser … KS

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