Bored beyond belief (8): mfG

Sonntagnachmittag beim Radeln durch Hamburg-Nienstedten, gleich neben der Carl-von-Clausewitz-Kaserne, werden wir an der S-Bahn-Unterführung solcherart begrüßt: 

„Scheißwurst“ ist klar: Das paßt auf mindestens jeden Zweiten in diesem Revier der Milliardäre und Obristen. Aber „Brudi“? Wofür steht das? Eine Abkürzung für „Brutaler Dickwanst“? Oder soll‘s die Koseform von „Bruder“ sein? Und zwar „Bruder“ im Sinn des US-amerikanischen „Brother“ bzw. „Bro“, mit dem sich die schwarzen Slum-Einwohner einst gegenseitig der Solidarität versicherten? Ist es schon so weit mit dem Klassenkampf? Daß die Oligarchen einander rauhe Namen geben resp. die „Brudi“-schaft beschwören, weil sie sich zusammenschweißen und geistig härten müssen wider die aufziehenden Stürme der Revolution?

   So viele Fragen, so wenig Klarheit. Vielleicht sieht „Brudi“ sein Graffito auf dieser Seite und klärt mich auf. Sofern es ihm die Sache leichter macht, darf er mich auch als „Scheißwurst“ adressieren. Wäre ja, siehe oben, nicht das erste Mal.


Montag, 10. September 2012 22:30
Abteilung: Bored beyond belief, Kaputtalismus, Unerhört nichtig

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