Archiv für die Abteilung 'Selbstbespiegelung'

Bleibt erschüttert, widersteht: Piwitt zum 80sten

Mittwoch, 28. Januar 2015 23:51

Piwitt_Mond_80_(c)_Kay_Sokolowsky

Wintermond für HPP

Wieviel ich ihm verdanke, als Leser und als Autor … Was er mir beigebracht hat über die nötige Haltung, im Leben sowohl als auf dem Papier … Welchen Trost ich noch seinen bitteren Notizen abgewinne (hat er sie doch in einer Weise verfaßt, die an Lakonie und tänzerischer Gewandtheit schwerlich zu übertreffen ist) … Und weshalb ich mir viel darauf einbilde, ihn duzen zu dürfen …: Das wäre einen ausgreifenden, für dieses Blog leider zu langen Aufsatz wert.

Hermann Peter Piwitt, der heute 80 Jahre alt wird, ist nicht bloß einer der scharfsinnigsten Chronisten der bundesdeutschen Verhältnisse (etwas Erhellenderes über den Crash sämtlicher 68er-Utopien als Piwitts Roman Die Gärten im März von 1979 wird man in der Hochliteratur kaum finden). Piwitt ist vor allem ein echter Dichter, ein wohlgeratener Sohn seiner schönen Mutter Sprache, und, das kommt auch unter echten Poeten selten vor: eingerader Typ.

Weiterlesen

Abteilung: Litterarische Lustbarkeiten, Selbstbespiegelung | Kommentare (0) | Autor:

Empfehlung des Hauses: Klang, Klug-, Klarheit

Dienstag, 27. Januar 2015 23:35

Wolf_RWW_Nachrichten_aus_der-bewohnten_Welt_(c)_Schöffling_Verlag

(c) Schöffling & Co.

Sollte mich mal einer fragen: „Was haben deine Lieblingsdichter gemeinsam?“ – dann könnte ich wie aus der Pfefferpistole geschossen antworten: Bei allen habe ich den Wunsch, irgendwann genauso schön schreiben zu können wie sie. Den semantischen Geröllhaufen, grammatischen Widerborstigkeiten, stilistischen Fallstricken (Metapher, Metonymie, Masche) ebenso souverän ausweichen zu können. Genauso musikalisch und taktbewußt die Sätze anlegen, ebenso planvoll die Form und den Inhalt in ein fruchtbares Bett legen zu können. Meine drei Heiligen Meister sind (in fremder Sprache) Gustave Flaubert, Vladimir Nabokov und William Shakespeare; die deutscher Zunge heißen Karl Kraus, Arno Schmidt und: Ror Wolf.

Weiterlesen

Abteilung: Litterarische Lustbarkeiten, Selbstbespiegelung | Kommentare (0) | Autor:

Sokolowsky am Boden!

Mittwoch, 21. Januar 2015 1:20

Den ganzen Abend an einer Änderung des Blog-Designs gefummelt – und keinen Nanometer weitergekommen. Das raubt Nerven; außerdem sehr viel Zeit. Deshalb bin ich etwas zu spät für das Dienstags-Posting; ich bitte meine Millionen treuen Leserinnen und Leser in aller Welt um Pardon. Leute, ihr seid die Größten!

Es gibt jetzt aus o. a. Grund auch nicht viel Text zu sehen. Bloß einen Schnappschuß von dem, was ich gestern abend beim Abstellen des Fahrrads vorm Supermarkt entdeckte. Und was man meinetwegen für ein Sinnbild dieses Blogs halten darf:

Abfall_Sinnbild_(c)_Kay_Sokolowsky


Oder einfach für die Photographie eines verlorenen Schnullers, eines Werbe-Buttons sowie einer Zigarettenkippe.

(Sofern es Sie interessiert, woran ich so lange und erfolglos bastelte: Ich wollte dieses Bild in den „Header“ des Weblogs integrieren. Klingt ganz schön aufregend, was? – Wie bitte? Nein, Sie müssen jetzt nicht antworten.)

Abteilung: Bored beyond belief, Selbstbespiegelung, Unerhört nichtig | Kommentare (0) | Autor:

Zeilenschinderei (2)

Montag, 19. Januar 2015 23:45


Sag, lieber Freund, was bist du so politisch,

so streng, so biestig und verbissen,
als seist du dieser Welt Gewissen,
und weshalb, bitte, wirst du gleich so kritisch?

Versteh, mein Freund, die Frage nicht als Angriff!
Ich frage bloß, weil ich dich leiden mag.
Doch stört mich, daß du jeden jungen Tag
zum Anlaß machst für einen schrillen Anpfiff.

Ich bin ja selber manchmal analytisch.
Wenn‘s paßt, wenn‘s sein muß … Muß es sicher sein!
Viel lieber freilich sind mir Sonnenschein
und frische Luft und Lust statt jesuitisch.

„Okay, ich bin dir offenbar zu nölig.
Stimmt aber nicht! Ich bin beim Nörgeln fröhlich.“

Abteilung: Bored beyond belief, Lieder ohne Werte, Selbstbespiegelung, Unerhört nichtig | Kommentare (0) | Autor:

Heiteres Ratespiel für die gebildeten Stände (1)

Sonntag, 4. Januar 2015 19:12

Welchen Aphorismus des österreichischen Dichters und Satirikers Karl Kraus stellt Kay Sokolowsky in folgendem Photo nach?

Schattenmann_(c)_Kay_Sokolowsky

a) Die Welt ist ein Gefängnis, in dem Einzelhaft vorzuziehen ist.

b) Er hatte so eine Art, sich in den Hintergrund zu drängen, daß es allgemein Ärgernis erregte.

c) Gute Ansichten sind wertlos. Es kommt darauf an, wer sie hat.

(Kleiner Tip: Die richtige Antwort lautet natürlich: d). Zu finden ist sie bzw. der gemeinte Aphorismus bspw. hier.)

Abteilung: Bored beyond belief, Selbstbespiegelung, Unerhört nichtig | Kommentare (2) | Autor:

Gute Vorsätze 2015*

Donnerstag, 1. Januar 2015 22:58

Rauchen_(c)_Kay_Sokolowsky


Ich möchte zum Beispiel nicht mehr rauchen.

Weiterlesen

Abteilung: Bored beyond belief, Selbstbespiegelung, Unerhört nichtig | Kommentare (0) | Autor:

Die Zukunft war gestern: Prolog, Phase 1

Freitag, 26. September 2014 1:07

Teaser_Zukunft_(c)_Kay_SokolowskyEin Licht in der Nacht
Alles fängt an mit der Mondlandung. Ich hatte nur noch drei Tage übrig bis zu meinem sechsten Geburtstag und bloß vier (freilich endlose) Wochen bis zur Einschulung. Weil mein Vater sich das welthistorische Ereignis nicht allein ansehen mochte, durfte ich, nachdem ich mich beim majestätischen Start der Saturn V eine knappe Woche zuvor als Bewunderer geoutet hatte, bis in die Morgenstunden bei ihm auf dem alten Sofa sitzen. Eine Nervosität, viel zu groß für einen winzigen Menschen wie mich, wühlte in mir. Ich befürchtete, einerseits, daß mein Vater, ein ausgesprochen launischer Mann, mir unvermittelt den Abmarsch ins Bett befehlen würde, und ich malte mir Verteidigungsstrategien aus, wohl wissend, daß sie gegen die brachialen Erziehungsmethoden meines Alten alle versagen würden.

Weiterlesen

Abteilung: Litterarische Lustbarkeiten, Selbstbespiegelung, Sokolowsky anderswo | Kommentare (2) | Autor:

Sommerfrische (7): Heim vs. Heimat

Freitag, 15. August 2014 23:48

Nordbau_01_(C)_Kay_SokolowskyDie Verwüstungen, die aktuelle Architektur allerorten hinterläßt, fallen in den kleinen Städten schneller auf als in großen.
Wo nicht so viel zum Kaputtmachen da ist, können die CAD
Scheußlichkeiten das Weichbild der Gemeinde viel schneller und mit geradezu gemeinem Nachdruck prägen.
Ich bin ut min ol‘ Hamburch ja Kummer gewohnt … Aber daß ein ehemals schmuckes Städtchen wie Preetz sich der Selbstverhäßlichung in den vergangenen Jahrzehnten mit solchem Ehrgeiz und ohne jede Not hingegeben hat –: füllt mein altes Herz mit frischem Schmerz. (Den Eingeborenen mit Verstand – hallo, Sabine und Ted! – geht‘s seit Jahren ähnlich.) Also merkt der Sommerfrischler hell auf, wenn sich mal einer fürs ästhetische Desaster verantwortlich zeigt.
Weiterlesen

Abteilung: Selbstbespiegelung, Sommerfrische, Unerhört nichtig | Kommentare (3) | Autor: