Archiv für die Abteilung 'Sokolowsky anderswo'

Prager Frühling (2): Mein Dinner mit Putin

Samstag, 23. Mai 2015 0:15

Dinner_Prag_Putin_01_(c)_Kay_Sokolowsky


„… und dann bin ich also in Prag und setz mich abends auf der Kampa in so einen Touristenbums zum Essen, und dann seh ich, wer da auch schon war – der Dings, der Depardieu, und diese Inzestopfer, der Charles und sein Tampon-Mädel. Und sogar der neue Adolf, der Herr Putin! Irgendwer sonst war da auch schon mal, komm grad nicht auf den Namen. Bin ich natürlich sitzen geblieben. Vielleicht schneien die Herrschaften ja wieder herein? Man weiß es nicht.“

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Abteilung: Der schreckliche Iwan, Selbstbespiegelung, Sokolowsky anderswo, Stadtstreicherei, Unerhört nichtig | Kommentare (0) | Autor:

Prager Frühling (1): Schauerleute

Montag, 18. Mai 2015 0:20

Prague-golem-reproduction_(c)_user_ThanderMit dem Hohen Rabbi Löw ist auch das Geheimnis seiner grusligsten Schöpfung, des Lakaien aus Lehm, des ersten Robots der Geschichte, kurz: des Golem versunken.

Doch während meiner Visite inider verzückendsten, verschnörkeltsten, verwinkeltsten Stadt der Welt, und zwar in einer Bierschwemme namens „Švejk“ – auf der Kleinseite, unweitider Karlsbrücke, wo die Moldau fast so laut braust wie der Verkehr –: Da hab ich, auf dem Weg zum Klo, die Tür gefunden, durch die das künstliche Wesen treten wird, einst, wenn ein anderer Beschwörer des dunklen Munkelns und der strahlenden Zahlen das Mysterium wiederentdeckt, dem Diener der Materie falsches Leben einzuhauchen.

Hörn Sie, bittschön, selbst:


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Abteilung: Man schreit deutsh, Sokolowsky anderswo, Stadtstreicherei | Kommentare (7) | Autor:

Heiteres Ratespiel für die gebildeten Stände (4)

Dienstag, 12. Mai 2015 23:03

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Vor welcher weltberühmten steinernen Brücke macht der Blogger heute abend ein perutztes Gesicht? – Penibel richtige Antworten gefordert! (Mehr Tipps gipps nicht.)

Abteilung: Sokolowsky anderswo, Stadtstreicherei, Unerhört nichtig | Kommentare (2) | Autor:

Wörter zerstören, wo sie nicht hingehören

Freitag, 8. Mai 2015 12:08

Regelmäßigen Besuchern dieses Weblogs wird es nicht entgangen sein, daß der Blogger sich seit einigen Wochen rar macht. Dafür gibt es allerlei Gründe, aber keine gravierenden oder gar besorgniserregenden. Manchmal hat Kay Sokolowsky einfach keine Lust, sich mit den Wörtern abzugeben, manchmal haben die Wörter keine Lust auf ihn, und manchmal, das heißt, ziemlich oft will er die Wörter einfach für sich behalten. Diese Phasen der Unlust bzw. Privatisierung könnten ein Thema für ein Blogpost sein. Aber dazu müßte Sokolowsky sehr viel Lust aufs Wörterstanzen haben undiaußerdem den Antrieb, etwas zu veröffentlichen, was höchstwahrscheinlich kein Aas interessiert. Sowieso sind, meint Sokolowsky, erheblich zu viele Wörter unterwegs, bloß um unterwegs zu sein. Ein Schwallen und Schwafeln und Schwätzen ist in der Welt, das nicht zuletzt den Wörtern schadet: Ein Verstummen und Schweigen von Zeit zu Zeit täte sowohl ihnen als auch den Lesern recht gut.

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Abteilung: Kaputtalismus, Man schreit deutsh, Qualitätsjournalismus, Selbstbespiegelung, Sokolowsky anderswo | Kommentare (5) | Autor:

Krass: der neue Grass!

Donnerstag, 16. April 2015 15:48

In der Donnerstags-Taz führt Kay Sokolowsky den Begriff „Ghostwriter“ auf dessen Kern zurück und leiht die, äh, Feder dem Ersatz-Goethe* und Zwangsschwätzer** Günter Grass für ein finales, öh, Gedicht. (Das Dorthe Landschulz um eine der gelungensten Grass-Karikaturen ever bereichert hat.)

Grassens Abschiedsstück „Mit letzter Finte“ sollte in keiner Werksammlung des Verschiedenen fehlen! Es kann in jedem gut sortierten Kiosk auf edlem Recyclingpapier erworben und anschließend, vorzugsweise in Trauerweide gerahmt, an beliebigen Orten (Kulturstaatsministerium, Keller, Klo etc.) aufgehängt werden.

Verächter der Holzmedien können die Verse übrigen auch online auf den Bildschirm beamen, um so einen idealtypischen Nobelpreisträger in bleibender Erinnerung zu behalten. Sokolowsky warnt allerdings eindringlich davor, die digitale Version einfach so, für lau, zu lesen. Wer keinen lumpigen Euro für „taz. zahl ich“ übrig hat, der sei dazu verflucht, sämtliche, hm, Dichtungen Grassens nicht nur zu lesen, sondern auswendig zu lernen! Die Günter-Grass-Stiftung behält sich eine Überprüfung der Geizhälse vor und droht überführten Schnorrern wahre Hundejahre an.

* „Günter Grass war ein Weltliterat, sein literarisches Vermächtnis wird neben dem von Goethe stehen.“
Monika Grütter, Kulturstaatsministerin
und peinliche Vollnärrin

** Was ja auch mal gesagt werden muß

Abteilung: Sokolowsky anderswo, Undichte Denker | Kommentare (1) | Autor:

Mars in oppositio

Samstag, 4. April 2015 23:59

Kay Sokolowsky hat bereits vor längerer Zeit (ca. Herbst ‘89) die Hoffnung aufgegeben, seine Meinung könne mehrheitsfähig werden. Die allgemeine Einverstandenheit mit dem Status quo erscheint ihm seit dem Fall der Mauer wie eine neue, viel mächtigere, weil unsichtbare Wand, an der er sich beim Versuch, sie einzurennen, nichts als Beulen und Kopfweh holen kann (und geholt hat). Was Sokolowsky allerdings nicht davon abhält, immer wieder dagegenzupoltern.

Ähnlich fest auf dem eisernen Thron wie heute saß der Kaputtalismus seit seiner Gründerzeit nicht; und anders als damals ist keine soziale Bewegung in Sicht, die ihm das Plündern und Verwüsten sauer machen könnte. Syriza? Ach je. Podemos? Schön wär‘s. Der Abgang der Marktwirtschaft ist weiter weg als ein (s.iunten) bemannter Flug zum Mars.

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Abteilung: Kaputtalismus, Litterarische Lustbarkeiten, Man schreit deutsh, Selbstbespiegelung, Sokolowsky anderswo, Undichte Denker | Kommentare (2) | Autor:

Ich adoptiere einen Aphorismus

Sonntag, 29. März 2015 23:59

Über die „Pflicht“ knarzt der Geheime Rat Goethe in den Maximen und Reflexionen:

Pflicht: Wo man liebt, was man sich selbst befiehlt.
No. 1089 in der Hamburger Ausgabe

Als schöne Pflicht galt mir, so lange ich es liebte, jenen Guten Vorsatz vom 1.iJanuar zu erfüllen, in welchem ich mir befohlen hatte, täglich etwas zu verbloggen.

Vorsätzliches Ende, Trümmerdetail

Vorsätzliches Ende, Trümmerdetail

Inzwischen beansprucht die Einlösung des in ziemlich naiver Unbekümmertheit rausgeplatzten Versprechens einen übergroßen Teil meiner Freizeit. Wie sie den Blogposts seit dem 22. März gewiß anmerkten, habe ich die Partien nicht mehr aus Liebe zum Werkstück, sondern unter Schüben der Wut und Frustration verfaßt. Das sollte kein Autor sich auf Dauer antun; gleich gar nicht einer mit Neigung zu Durchblutungsstörungen. Die Pflicht erlischt, Goethe weitergedacht, am Verdruß. (Et hoc: 81 Tage lang habe ich meinen guten Willen bewiesen; das übertrifft die Prinzipienfestigkeit und Kondition der Hamburger Grünen um immerhin 79 Tage!)

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Abteilung: Bored beyond belief, Selbstbespiegelung, Sokolowsky anderswo, Unerhört nichtig | Kommentare (0) | Autor:

Dem Publikum zur gefälligen Beachtung

Dienstag, 24. März 2015 23:37

SW_Testbild_auf_Philips_TD1410U_Ausschnitt_(c)_Eckhard_EtzoldAus Gründen akuten
Konditionsmangels
(der sich in Übermüdung,
Reizbarkeit, Weltekel, aber
auch -untergangsvisionen
äußert) muß und werde ich
die „Abfall“-Entsorgung
für einige Tage einstellen.
Sie dürfen selbstverständlich
weiterhin und gern auf der
Deponie stöbern gehen.

(Der Blogger sagt hastig
Tschüs und Bisbald, bevor die Metapher zu riechen beginnt.)

Photo: „SW_Testbild_auf_Philips_TD1410U“ by Eckhard Etzold,
licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Germany license,
via Wikimedia commons

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