Monster. Magie. Makel

In der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Konkret wird Kay Sokolowsky schwer nostalgisch bei der Beurteilung des „Godzilla“-Remakes (oder, besser, -Reloads) von Gareth Edwards.

Via Facebook teilt anschließend Leser Christian Bechmann dem Autor folgendes mit:

Bechmann_Facebook_(c)_Kay_Sokolowsky


Sokolowsky hat sich über dieses ungewöhnlich schöne Kompliment gefreut wie nicht gescheit.

Ein paar Minuten später allerdings hat er begonnen, sich Sorgen zu machen: Was, wenn Herr Bechmann diesen „Godzilla“-Quatsch für theuer Geld ansehen geht und hernach stinksauer das Kino verläßt? (Denn um den neuen Big G. mögen zu können, sollte man zunächst die uralten Monsterkisten lieben, was Herr Bechmann ja gar nicht tut.) Muß der Autor dann dem genasführten Leser die Ticketmaut erstatten?

Sokolowsky hat zweifellos noch zu lernen, mit großem Lob umzugehen.

Etwas souveräner kann er mittlerweile Kritik einordnen. Eine Mischung aus Watschn und Streicheleinheiten beschert ihm auf der Leserbriefseite des Juni-Konkret Thomas Sand:

Dank an den Autor für seinen Augenzeugenbericht aus Zonen der be- und umbauten Hamburger Verwahrlosung. Als Flaneur teile ich sein Hobby des umherstreifenden Entdeckens und habe mich an mancher Kuriosität erfreut. Für deutlich weniger gelungen halte ich jedoch Sokolowskys theoretische Bearbeitung und Einordnung. Ausgehend von einem idealistischen Begriff der Stadt (Zivilisation/Polis) und vom Menschen („Bürgertum“ versus „Zombies“), entgeht ihm der wichtigste Aspekt: die freie, unregulierte „Öffentlichkeit“ wurde seit den siebziger Jahren ersetzt durch „inszenierte Öffentlichkeit“ unter bürokratischer und privatwirtschaftlicher Kontrolle. Hier haust, arbeitet und erholt sich der konsumfreudige Citoyen, dessen „gesellige Begegnungen“ dem privaten Raum vorbehalten sind und dessen „Sehnsucht nach Umgang mit Kreaturen seiner Art“ sich ansonsten um Zahlungsvorgänge, Genuß pittoresker Panoramen oder „Ausstaffieren des Soziallebens“ drehen.

Wer sich indes bemüht, der findet auch heute noch Nischen, randständige Biotope in den Städten. Schon Karl Kraus wußte: „Von meiner Stadt verlange ich: Strom, Wasser und Kanalisation. Was die Kultur anbelangt, die besitze ich bereits.“

Sokolowsky will, obgleich es ihn juckt, hier nicht näher eingehen auf die Einwände des Lesers Sand. Der Autor möchte nur so viel anmerken: Die „randständigen Biotope“ bilden genau jene Ausnahmen, die seine Regel bestätigen. Und allein dieser Regel widmet sich Sokolowskys Semi-Essay.


Mittwoch, 18. Juni 2014 15:49
Abteilung: Sokolowsky anderswo

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