Archiv für die Abteilung 'Aufgelesen'

Aufgelesen (4): Biermann, Merkel, NSA

Freitag, 17. Februar 2017 3:36


Das Unbelehrte an den albernen, gleichermaßen beleidigten und gestelzten resp. düpierten Gesten der Qualitätsjournalisten, das Publikum, das sie mit ihrer Masche vergrämten, wieder zu vergähnen, läßt sich klar erkennen, wo diese Qualitätsjournalisten eine Schreckschraube schönschreiben, die so plan- und gewissenlos, so opportunistisch usw. ist wie, fälltmirgradein: Kanzlerin Merkel. Sie, die Qualitätsjournalisten, möchten sie, die Schnurzundschönschwaflerin*, unbedingt behalten, weil die und sie im Wesen identisch einfältig sind. Und darum zeichnen die edlen Federn, wenn die Kanzlerin ihre Verachtung für das Amt und die Moral des Amts vor einem Parlamentsausschuß grienend preisgibt, so was Phantasmagorisches:

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Abteilung: Aufgelesen, Kaputtalismus, Qualitätsjournalismus | Kommentare (3) | Autor:

Mit großer Verspätung: Kniefall vor Kirk

Dienstag, 14. Februar 2017 0:10

Eine lebende Legende im März 2011


Als der eminente Schauspieler Kirk Douglas
am 9. Dezember 2016 seinen 100. Geburtstag beging, war unter den ehrenden Gästen auch Steven Spielberg. Der mächtigste Regisseur, der je gelebt hat, verneigte sich vor dem würdigen Greis so tief, wie es nur geht, als er in seiner Laudatio erklärte:

I wanted to come here and say I‘ve been shooting movies and television shows for now 47 years and I‘ve worked with the best of them and you’re the only movie star I ever met.
[The Telegraph, 10.12.2016]

Douglas verdiente die Huldigung vollauf. Als Darsteller und Produzent hat er dem diabolischen Studiosystem des alten Hollywood Spielfilme abgetrotzt, deren Eindringlichkeit Douglas‘ physischer Präsenz vielleicht noch mehr zu verdanken ist als der Integrität der Inszenierung.

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Abteilung: Aufgelesen, Moving Movies, Zeuge der Geschichte | Kommentare (3) | Autor:

Zeuge der Geschichte (6)

Sonntag, 18. September 2016 23:58

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Als ich, etwas verspätet, vom Ableben des römisch-katholischen Exorzistenpaters Gabriele Amorth* las, dachte ich: Na, da hol ihn doch der Teufel!

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Schwammintelligenz (3): À votre santé !

Sonntag, 28. August 2016 0:42


Ich muß erst mal mich selber zitieren, bevor ich zur Sache komme:

Es ist nichts Besonderes, eine Meinung zu haben. Jeder Mensch hat eine, manchmal sogar eine eigene. […]
Daß zum Schreiben mehr gehört als der Besitz einer Tastatur, daß Denken erst beginnt, wo es sich in Frage stellt, daß, drittens, die Angst, sich vor sich selbst zu blamieren, schon kennen sollte, wer den Talmimut der ano- bzw. pseudonymen Meinungsbekundung reklamiert –: ist den gemeinen Online-Schwaflern so egal wie alles, was ihren Kopf dazu anhalten könnte, ihn ernsthaft zu benutzen. Gewiß ist das Meinunghabendürfen ein Menschenrecht. Das Schweigen allerdings auch. Auf ein Wort, das man in die Welt setzt, sollten hundert Sätze kommen, die im Papierkorb landen.

Und nun ein Musterbeispiel schwammiger Intelligenz, wie es sogar in den Foren von Spiegel online nicht oft vorkommt. Ich hab‘s heute nachmittag unter dem Teaser für ein Interview in der neuesten Holzausgabe aufgelesen („Mediziner beklagt Geldgier: ‚Die Ärzte verdienen am Sterben‘“)

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Abteilung: Aufgelesen, Schwammintelligenz | Kommentare (12) | Autor:

Zeuge der Geschichte (5)

Mittwoch, 24. August 2016 21:11

Als ich vom Tod Henning Voscheraus las, war ich wieder einmal froh, niemanden näher zu kennen , der in der „HafenCity“* wohnt oder dort leben möchte oder mit Leuten befreundet ist, die da hausen.

Kurz darauf hat mir Voscherau, über den ich zeit seines Lebens nie lachen konnte, den Lacher des Tages beschert, nämlich mit dieser Schlagzeile auf der Website der „dümmsten Zeitung Europas“ (Hermann L. Gremliza über die Hamburger Morgenpost):

MOPO_Visionaer_24-08-16

Aufmacher bei Mopo.de, 24.8.16

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Abteilung: Aufgelesen, Bored beyond belief, Unerhört nichtig, Zeuge der Geschichte | Kommentare (9) | Autor:

Schwanz schön albern

Freitag, 19. August 2016 22:47

Ich hab‘s zu spät in Hörzu gesehen und darum die Sendung verpaßt. Klar, auch 3Sat hat eine Mediathek. Aber … Welcher Dokumentarfilm könnte einer Ankündigung wie dieser (hüstel:) standhalten?

Wunderwerk_18-08-16_(c)_Hoerzu_32-2016

Ausriß Hörzu 32/2016

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Abteilung: Aufgelesen, Bored beyond belief, Unerhört nichtig | Kommentare (5) | Autor:

Angewandte Legasthenie (1): Schon obszön

Mittwoch, 30. März 2016 22:44

Alle naslang beglückt das Spitzennetzwerkertopnetwork Xing mich mit einem unglaublich interessanten Newsletter. Heute habe ich, während der Mauspfeil schon die Schaltfläche fürs Löschen ansteuerte, zum ersten Mal seit langem etwas genauer hingeguckt. Eine Betreffzeile las ich da, mit der meinetwegen auch einmal das manager magazin titeln darf, damit es endlich seine Eigenwerbung

steht seit 1971 für unabhängigen, erstklassigen Wirtschaftsjournalismus

– mit Leben füllt. Was aber las ich? Dies:

So fickt das deutsche Management

Eine Sekunde später erkannte ich meinen Fehler, und Xing mußte abermals auf mich verzichten (wie das manager magazin schon immer). Denn tatsächlich stand im Betreff:

————XING-Letter_30-03-16

Die Enttäuschung! – Arno Schmidt hätte mir den Verleser gewißlich nicht übelgenommen. Horst Tomayer, denk ich, ebenfalls nicht. Und Sie, liebe Leserin, werter Leser? Sind Sie jetzt enttäuscht von mir? Sehr? Da wären Sie leider nicht der erste Mensch.

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Abteilung: Aufgelesen, Bored beyond belief, Kaputtalismus, Selbstbespiegelung, Unerhört nichtig | Kommentare (2) | Autor:

Round midnight: Cinéma vérité (1)

Mittwoch, 9. März 2016 1:38

Star_Trek_X_(c)_Kay_SokolowskyMarginalien zu Kino & Wirklichkeit.
Heute:

Ein X für ein „Oooh …!“

Warum in phantastischen Filmen die Spezialeffekte regelmäßig besser und authentischer aussehen als die Menschen, die zwischen ihnen herumstehen, hat William Shatner aka Captain Kirk mal erläutert. Amüsiert und zart verzweifelt zugleich berichtete er viele Jahre danach über die Dreharbeiten zu „Star Trek – The Motion Picture“ (1979 – hier geht‘s zum schön zeitgenössischen Trailer):

Let me take a piece of paper … And let‘s say … (Shatner zeichnet auf einen Notizzettel ein großes X und ahmt den Regisseur nach.) Okay: here‘s the monster. Monster is right over here over your right shoulder. Now, when I snap my finger, look at it as though it‘s going to eat you. We don‘t know exactly what it looks like, or how it‘s going to eat you, or what it says, or what it does, or how it looks, nor how it blinks its eyes, nor where it moves its legs and its arms and its ears. And it really doesn‘t have ears, that much we know. So, react! That‘s acting in a science fiction film.

Gewiß, es gibt ein paar phantastische Spielfilme, in denen die Schauspieler sich gegen die visuellen Wunder behaupten können, wo sie das X nicht mehr sehen, sondern etwas zu sehen scheinen, was für sie unsichtbar ist. Aber das sind die Ausnahmen, die die Regel usw. Mir fallen nach langem Überlegen nur „2001“, „Close Encounters of the Third Kind“ und „Blade Runner“ ein. Vielleicht noch „Jurassic Park“ und „Terminator 2“, aber die eher wegen einzelner Szenen.*

The human adventure is just beginning

– verspricht die 37 Jahre alte Kinowerbung (s. o.), und obwohl der große, etwas verkannte Regisseur Robert Wise mit dem ersten Enterprise-Spielfilm keine Ausnahme, sondern eines seiner nicht so runden Stücke abgeliefert und die Verheißung der Reklame kaum zur Hälfte eingelöst hat – ich läse solche kühnen Versprechen gern wieder öfter, nicht allein auf der Leinwand.

* Welche Ausnahmen dieser Art fallen wohl Ihnen, geschätzte Leserin, werter Leser, ein? Das interessiert mich. (Zuschriften bitte auf dem bekannten Weg an den Admin richten. Eine Begründung ist nicht erforderlich, wäre freilich erfreulich.)

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Abteilung: Aufgelesen, Moving Movies, Round midnight | Kommentare (2) | Autor: