Die jämmerlichste der Parteien

Es ist ein Unglück, daß die SPD
Sozialdemokratische Partei Deutschlands heißt.
Hieße sie seit dem 1. August 1914
Reformistische Partei oder Partei des kleinern Übels
oder Hier können Familien Kaffee kochen oder so etwas –:
vielen Arbeitern hätte der neue Name
die Augen geöffnet, und sie wären dahingegangen,
wohin sie gehören: zu einer Arbeiterpartei.
So aber macht der Laden seine schlechten Geschäfte
unter einem ehemals guten Namen.
Kurt Tucholsky (1932)


Wie töricht ich im Grunde bin, weiß nur ein Mensch besser als ich, und der ist, zum Glück, meine Frau. Eitel wie alle Autoren verleugne ich gern meine fundamentale Torheit. Um gelegentlich und schmerzhaft auf sie gestoßen zu werden. Zum Beispiel während des Sonderparteitags der SPD am 21. Januar in Bonn – wie gespannt war ich auf das Resultat und wieviel Hoffnung vergeudete ich darauf! Wie (was mir noch weniger schmeichelt), wie vergeßlich, geradezu ignorant benahm ich mich bei meinem Selbstbetrug, wie idiotisch war dies Vertrauen in eine Restintegrität der Sozial-, Achtung: Demokratie!

Was ich vergessen, oder besser: verdrängt hatte, waren die Top-Meldungen vor und unmittelbar nach dem Scheitern der ebenso albernen wie zähen „Jamaika-Sondierung“. Da tönte Martin Schulz Ende Oktober 2017:

„Wenn die schwarze Ampel scheitert, wird es Neuwahlen geben müssen. Die Verantwortung dafür müßten dann Frau Merkel, Herr Seehofer, Herr Lindner und Herr Özdemir tragen.“ Die Entscheidung, in die Opposition zu gehen, sei im vollen Bewußtsein der Konsequenzen getroffen, so Schulz zum Auftakt von „regionalen Dialogveranstaltungen“, bei denen die Parteimitglieder über die künftige Ausrichtung der Partei diskutieren.
Schulz kündigt eine grundlegende Reform an. […] Die Niederlage bei der Bundestagswahl sei „kein Betriebsunfall“ gewesen.
Telepolis, 28.10.2017

Drei Wochen später hatte C. Lindner, der kein Zehntel so smart ist, wie er sich inszeniert, endlich begriffen, daß kein Mensch den Unterschied zwischen ihm und C. Özdemir bemerken würde, säßen sie erst nebeneinander am Kabinettstisch, und daß dies den „Markenkern“ seiner Partei mehr bedrohte als die strahlende Nichtigkeit solcher Pappkameradinnen wie K. Suding. Die FDP beendete den Verkehr, und die SPD beschloß, sich abermals, Pardon, ficken zu lassen.

Es gab eine Zeit, eine kurze, da empfand ich Mitleid für Martin Schulz, für diesen nicht eben klugen Mann, den die Quadratschädel des Seeheimer-Kreises so leicht hin- und herschoben, als wär er aus Stroh. Dieses Interludium der Sympathie für einen armen Teufel kam auf am Tag, als wider den Tagesbefehl sämtlicher Qual.medien der SPD-Scheff meldete, seine Partei wolle weiterhin nicht der Unerträglichen das Amt retten. Der Vorstand schloß sich geschlossen an. Das war am 20. November 2017 und lautete Wort für Wort so:

Wir halten es für wichtig, daß die Bürgerinnen und Bürger die Lage neu bewerten können. Wir scheuen Neuwahlen unverändert nicht. Wir stehen angesichts des Wahlergebnisses vom 24. September für den Eintritt in eine Große Koalition nicht zur Verfügung.

Am nächsten Tag aber verkündeten die echten Machthaber des Landes, das heißt, der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sowie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), was sie nun von den Sozen erwarten:

Die deutsche Wirtschaft hat vor einer zu langen Hängepartie bei der Regierungsbildung gewarnt. „Aktuell geht es der deutschen Wirtschaft erfreulicherweise gut“, sagte der Präsident des [DIHK] Eric Schweitzer […]. „Angesichts der schnellen wirtschaftlichen Entwicklung weltweit ist es aber wichtig, daß wir nicht lange ohne handlungsfähige Regierung bleiben.“ […]
Der Präsident des Industrieverbandes BDI, Dieter Kempf, warnte: „Der Unwille zu gemeinschaftlichem Regieren führt auf vielen Politikfeldern zu einem politischen Vakuum, das andere schnell füllen werden.“ Er mahnte rasche Fortschritte an. „Je länger die Regierungsbildung nun dauert, desto größer wird die Ungeduld unserer Unternehmen.“ Die gute Wirtschaftslage sei kein Freifahrtschein zum Ausruhen auf Erreichtem.
Stern.de, 22.11.2017

Und was, liebe Kinder, geschah wohl dann? Wie wohl hat unser Kaschperle dem bösen Krokodil geantwortet? Hat unser Kaschperle die Pritsche aus dem Gürtel gezogen und dem gierigen Schuppentier eins auf die lange Nase gegeben?

Jaaa, liebe Kinder, davon tät ich euch gern erzählen! Und wie gern auch tät ich erzählen, daß unser Kaschperle hernach zu seiner Rasselbande sagte: „Wenn wir diesmal wieder aufs Krokodil hören täten, tät uns nicht mal mehr die Oma glauben. Wir haben der Oma ein paar Mal zu oft was versprochen und das Gegenteil getan. Nein, diesmal soll das Krokodil die Oma nicht beißen!“

So hätte unser Kaschperle zu seiner Rasselbande gesprochen! Wenn er am Ende nicht mehr wär, ach, als wie so ein buntes Stück Stoff und ein luschtiger Kopf aus Holz. Denn da kann ein jeder hineingreifen, und dann macht das Kaschperle die artigsten Verbeugungen und es spricht, was es halt sprechen soll.

Und also sprach der Riesenpolitiker und -erneuerer, dieses exemplarische Endprodukt der Postdemokratie vor ihrem Übergang in den offenen Autoritarismus, also wimmerte das elende Häuflein, nachdem „Bundespräsident Schleimscheißer“ (H. L. Gremliza) zum Tee gebeten hatte:

Wir haben mit der Aufnahme der Sondierungsgespräche keine Festlegung auf eine bestimmte Form der Regierungsbildung getroffen – im Gegenteil.
BR.de, 15.12.2017

Und tat auch noch so, als wäre sein Wortbruch ein Akt der Vernunft und nicht des Kuschens vor der wahren Macht:

Wir wollen unseren Beitrag leisten, daß das, was die Jamaika-Parteien verdaddelt haben, repariert wird und Deutschland in absehbarer Zeit stabil regiert wird.
a. a. O.

Und schon war‘s wieder vorbei mit meinem Gefühl für Schulz. Diese Jämmerlichkeit in Gestus und Vokabular, diese Haltung ohne Haltung … Künftige Historiker (sollte es welche geben), mögen sich diese Null genau ansehen, wenn sie verstehen wollen, warum es die neuen Nazis so leicht hatten im dreizehnten Jahr der Merkel-Regentschaft. Sie müssen diesem Heuchler bloß in die schlaffen Augen gucken, um zu begreifen, weshalb 24,4iProzent aller Stimmberechtigten die Bundestagswahl geschwänzt hatten, wieso die SPD sich lieber selbst zertrümmerte, als den Weisungen des Kapitals einmal, zum ersten Mal seit 20 Jahren, wenigstens zaghaft, zu widersprechen.

„Was für eine Flasche!“ könnten die kommenden Historiker denken und vielleicht auch dies: „Jetzt habe ich diese antike Redewendung verstanden – der steht echt da wie ein geprügelter Hund!“ Nicht mal drei Wochen hielt mein Mitleid; und für diese drei Wochen Blödheit werde ich mich schämen, so lange ich mich zu schämen vermag.

***

Schulz verpaßte den einen, einzigen Moment in dem er mal Charakter hätte demonstrieren können. Leider fand er in sich nicht, was für die Demonstration nötig gewesen wäre. Also entschied unser Kaschperle, den Knecht Merkels zu spielen, eh daß er dahin kommt, wo Figuren wie er sonst aufbewahrt werden, in die Rumpelkammer des Betriebs. In den ZDF-Fernsehrat etwa. „Zeit“-Herausgeber wäre auch noch drin.

Die albernste Rechtfertigung für den dreisten Wortbruch der SPD-Führung lautet, die Partei verlöre das letzte Fünkchen Vertrauen bei der Wählerschaft, hölfe sie dem Vaterlande in der verzwickten Lage nicht aus, nähme sie nicht das Chicken-nugget vom Grill statt den Taubenscheiß vom Dach. Aber wie, um alles in der Welt, wie soll irgendjemand dieser SPD, diesem Vorsitzenden, diesem Parteivorstand jemals wieder egalwas glauben? Nach dieser 180-Grad-Schraube im Enddarm von BDI und DIHK? Nach diesem Musterbeispiel für Würde- und Schamlosigkeit? Nach solch einem verlogenen Gezappel reklamieren die Gestalten, die die SPD gegen den Baum lenken, „Glaubwürdigkeit“ für ihren Opportunismus? Die Seeheimer sind wahrlich noch einfältiger als die Ideologie, der sie anhängen. Und das ist gar nicht so einfach. Der einfältigste aber ist der Scheff. Aktuelle Demoskopien verorten die SPD bei 18 Prozent. Und die Genossen auf dem Weg zum Abgrund singen: Vorwärts immer, rückwärts nimmer!

Die Sozialdemokratie ist, man kann es anders nicht sagen, total am Arsch, an welchem zu lecken der Vorstand als seine Hauptaufgabe versteht. Welch ein kläglicher Haufen, was für ein ruinierter Laden, wieviel Angst, Opportunismus und Eitelkeit! Kein Wunder, daß die Schwarzfüße sich vor Freude kaum einkriegen über die Waschlappen, die sich abermals einseifen lassen.

Kein Wunder aber auch, daß die übelste Passage des „Sondierungspapiers“ so gut wie gar nicht diskutiert wird. Unsere fabelhaften Qual.medien haben den Absatz genauso ignoriert wie alles, was am neuen Anlauf zu einer schwarzroten Koalition demokratieverachtend, sogar verfassungsfeindlich ist. Und Leute, die so was unterschreiben bzw. ignorieren, mokieren sich über Putin oder Erdoğan oder Trump:

Die Tagesordnung der Kabinettsitzungen soll den Fraktionen vorab mitgeteilt werden. Im Bundestag und in allen von ihm beschickten Gremien stimmen die Koalitionsfraktionen einheitlich ab. Das gilt auch für Fragen, die nicht Gegenstand der vereinbarten Politik sind. Wechselnde Mehrheiten sind ausgeschlossen.
Ergebnisse der Sondierungsgespräche von CDU, CSU und SPD, 12.1.2018

Diese Verachtung und Entmachtung der parlamentarischen Demokratie ist keinen Leitartikel wert; diese Steilvorlage für die neue Nazipartei wird behandelt, als wäre alles ganz normal. Na ja – ist es mittlerweile auch, und zwar dank energischer Hilfe durch die SPD.

Deren oberster Funktionär am 25. September noch gekräht hatte:

Ganz klar. In eine Regierung von Angela Merkel werde ich
nie–cht eintreten.

Wenn Sie das falsche Versprechen in Bild und Ton begutachten wollen, finden Sie es im folgenden Video bei 1‘10“:


Und derselbe, freundlich zu schwätzen: Schwätzer legt nun alle Leidenschaft (oder wie man das nennen mag bei solch einem Langweiler) darein, einer Merkel-Regierung anzugehören. Erst als sogar einige Vorstandsgenossen murrten, er solle sich besser nicht jetzt schon für einen Kabinettsposten andienen, gab Schulz ein halbgares Dementi ab, aufrichtig wie alles, was er sonst so in die Gegend und die Mikrophone märt:

SPD-Chef Martin Schulz will erst nach einem Ja der Parteimitglieder zu einer neuen großen Koalition endgültig entscheiden, ob er als Minister in ein schwarz-rotes Kabinett geht. „Über Personalfragen redet man am Ende von erfolgreichen Verhandlungen“, sagte Schulz am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“.
Auf mehrfache Nachfragen der Moderatorin Tina Hassel ergänzte Schulz: Nach erfolgreichen Koalitionsverhandlungen [müsse er] „die SPD-Basis überzeugen, daß das ein gutes Ergebnis war. […] Und wenn wir alles abgeschlossen haben, dann reden wir in der SPD über Personen.“
Tagesspiegel.de, 28.1.2018

Natürlich glauben ihm das nicht mal jene Parteisoldaten, die Schulz am 21.iJanuar mit Ach und Krach eine Mehrheit für den Wortbruch verschafften. Doch dieselben Knechtsseelen schwallen zur Zeit herum, die SPD verlöre den letzten Kredit, nähme sie nicht die „Chance“ wahr, die in dem schlechten Witz von „Sondierungspapier“ angeblich steckt. Als genösse die Sozialdemokratie noch Vertrauen bei irgendwem, nach all den plan-, mut- und ehrlosen Aktionen nicht zuletzt des Vorsitzenden!

***

Allein Superhirne und Megadurchblicker wie der „Spiegel online“-Topschwafler Veit Medick sind der Wirklichkeit so weit entrückt wie die Strategen der SPD und verkaufen einen Scheiß als Stein der Weisen:

Wer als Genosse meint, seine Partei glaubwürdiger zu machen, indem er den Vorsitzenden präventiv in die Sphäre der Morallosigkeit rückt, kann auch gleich einen Mitgliedsantrag bei der Linkspartei ausfüllen. […]
Aber unglaubwürdig wird ein Politiker nicht, wenn er unter neuen Voraussetzungen seine beruflichen Pläne ändert. Unglaubwürdig wird ein Politiker dann, wenn er in der Regierung nicht das umsetzt, was er vor der Wahl versprochen hat. Nur daran sollte Schulz gemessen werden. […]
Schulz kann Europapolitik, er ist erfahren und hat mit der Kanzlerin schon viele Gipfelnächte verbracht. Das ist eine gute Voraussetzung.
Spiegel online, 27.1.2018

Wie kann einer derart schwurbeln, ohne dabei das Selbstankotzen zu kriegen? Warum wird ein Autor, der sich derart arschoffen der kommenden Regierung als PR-Berater anbiedert, nicht vom Hof gelacht? Mit welchem Dung zieht man solche, ich sach ma, Früchtchen? – Eines der berühmtesten Bonmots Albert Einsteins lautet:

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

Ein Weltall, in dem solch gigantischer Quatsch wie der Veit Medicks einen Platz findet, muß freilich unendlich sein.

Der Schlauberger von „Spon“ hat selbstverständlich keinen Ton verloren, den grundgesetzzersetzenden Vorbehalt des „Sondierungspapiers“ betreffend. Er kapiert vermutlich gar nicht, was daran so schlimm sein soll, er begreift im Ansatz nicht, daß Politiker, die so was aushecken, eine größere Gefahr für die Demokratie sind als zwanzigtausend Kremltrolle oder eine Million Fake News. Wie, das frage ich mich ernsthaft, kann einer so jung (37) sein und solchen Altersschwachsinn verzapfen? Medicks Biographie erklärt nicht alles, aber vieles:

[Studierte] Politikwissenschaften und Internationale Beziehungen in Göttingen, Kairo und Berlin. Ab 2007 Volontariat bei der „Tageszeitung“ in Berlin, anschließend Redakteur im Ressort Innenpolitik.
Spiegel online, Impressum

Die geplante Entmachtung des Parlaments war nicht nur bei „Spon“, sondern auch auf dem gespenstischen Sozi-Sonderparteitag kein Thema. Darüber hätte Kevin Kühnert auf dem Podium reden sollen, statt eine Sonntagsrede zu halten, so brav und lahm wie nur je ein Maulheld, wenn es denn ernst wird. Moritz Hürtgen hat dem Versager Kühnert Verse angedichtet, die den Fall erklären:

Der Martin mag den Juso sehr,
die Malu will ihn loben.
Der Juso stellt sich auch mal quer
auf seinem Weg nach oben.
Titanic.de, 22.1.2018

Kühnert hat alles für sich behalten, was dem Vorstand und dem Vorsitzenden hätte zusetzen können. Er fragte nicht mal nach, warum das neue Generalsekret Lars Klingbeil auf der Facebook-Seite der SPD in den sechs Tagen zwischen Abschluß der „Sondierung“ und Sonderkonvent ausschließlich Propaganda-Postings im Sinne der Koalitionsbefürworter plazierte – eine so plumpe und dumme Reklame, daß sich hunderte Facebook-Genossen schlicht verscheißert fühlten (von wegen „ergebnisoffen“). Kühnert selbst hatte noch zwei Tage vor dem Parteitag im SPD-Forum bei Facebook die dreiste Manipulation kritisiert.

In Bonn aber, beim „Sonder-PT“? Kein Wort darüber, bloß pathetisches Gelalle vom Knappen Kevin. Viele bewundernde Worte über die „Leistungen“ des „Sondierungsteams“ und gerührtes Gerede über die Gnade der Anführer, eine Debatte überhaupt zu erlauben, auch wenn die ernsthaft nichts wert war. Denn in der Nacht zuvor hatten die Strippenzieher der Partei eine Mehrheit für die schwarz-doofe Koalition organisiert, was Kühnert sehr wahrscheinlich wußte; und als integrer Mensch hätte er nur eine Wahl treffen können: diesem Ramschladen unter Lärm den Rücken kehren. Kühnert aber beschloß, auf seinem Weg nach oben den Taschenspielern nicht länger in die Quere zu geraten, Ich wäre wenig überrascht, sollte der Pseudorenegat demnächst in irgendeinem Ministerium als parlamentarischer Staatssekretär rumfuchteln. Drogenbeauftragter paßte auch nicht schlecht.

Meine abfällige Meinung über diesen „Hoffnungsträger“ habe ich nicht exklusiv. Der Jugendforscher und Marktberater Bernhard Heinzlmaier bemerkte jüngst im Deutschlandfunk:

Ich würde sagen, wenn man den Kevin Kühnert in eine Zeitmaschine setzen würde und nach 40 Jahren öffnet man die Tür, würde einem Martin Schulz entgegenkommen.

Denn:

Ich meine, an der SPD ist ja gar nichts links. Insofern kann auch Kevin Kühnert nicht links sein, und am Ende des Tages gehen sie alle denselben Weg – das ist jetzt auch ein Stereotyp, aber es ist doch so – von links unten nach Mitte oben.

Und warum der Kevin auch nichts anderes ist als eine Fertigware der Bewußtseinsindustrie, sagt Heinzlmaier zum Glück ohne jede Diplomatie:

Ich muß jetzt wieder dieses Wort verwenden, das ein wenig abgeschmackt klingt, aber es hat schon etwas mit dieser neoliberalen Kultur zu tun, mit der Ökonomisierung, mit der Inwertsetzung aller menschlichen Beziehungen, und es geht in Wirklichkeit darum, daß sich das Individuum neoliberalistisch selbst managt. Das bedeutet, man achtet nur mehr auf den Vorteil. Es geht nicht mehr um die Sache selbst, sondern es geht letztendlich darum, einen Ertrag zu erwirtschaften.

Und den hat Kevin K. auf jeden Fall auf sein Konto geschaufelt – zur Zeit hält alle Welt diesen Eiertänzer ja für das, was er nie war noch sein wird, für einen „Rebellen“ und die „Zukunft der SPD“.

Falls Sie nun annehmen, ich wäre unter die Verschwörungsspinner gefallen und schmierte der SPD bzw. dem Parteivorstand was an, das aus üblen trüben Quellen stammt, lesen Sie bitte dies, erschienen auf der Website der „FAZ“, bis heute von keinem Sozen dementiert (allerdings auch komplett ignoriert von all den Medicks in all den anderen Qual.medien):

„Martin muß morgen die Rede seines Lebens halten.“ Immer wieder war dieser Satz bei einem informellen Abend der Parteiführung mit Pressevertretern in der Skylobby eines Hotels zu hören. Nach einer langen Sitzung des Parteivorstandes am Samstagnachmittag setzten sich führende Genossen aus Nordrhein-Westfalen und Hessen noch einmal zusammen, um ihre Anträge, die substantielle Verbesserungen des Sondierungsergebnisses forderten, zu konsolidieren und zu entschärfen. Um 21 Uhr meldete ein Landesvorsitzender einem anderen: „It’s safe.“ Kurz danach tauchte ein demonstrativ grinsender Olaf Scholz in der Bar auf: Er ist als Vorsitzender der Antragskommission in Bonn wie immer einer der zentralen Parteitagsregisseure.
FAZ.net, 21.1.2018

Das siegesgewisse Grinsen hatte der Polizeistaatsmann Scholz auch am folgenden Nachmittag auf seine Visage gestempelt; der „Sprecher der Antragskommission“ hatte die Gegner der Dreckspolitik im Sack und eine knappe Mehrheit für das Desaster namens Merkel zurechtgebastelt, also konnte er sich ein paar gönnerhafte Sätze in Richtung Kühnerts erlauben. Wie der Scholzomat sich schier was aus der Hose freute über den genarrten Parteitag, wie der Reaktionär über die Harmlosigkeit, die Anbiederung des gezähmten Junggenossen feixte! Das war ein scheußlicher Anblick, den ich gern vermieden hätte, doch zur souveränen Ignoranz fehlt es mir einfach an den Qualitäten eines Qualitätsjournalisten:

Screenshot (Ausschnitt): Phoenix/YouTube

Das da ist das Gesicht der zeitgenössischen Sozialdemokratie – eine Fratze, die fühlende Menschen bis in die Gesichte des Schlafs hinein verfolgt. Das da ist die SPD geworden seit Schröders Abkehr von allem Sozialen, seit der Hinwendung zu einer Macht, die stets das Böse will und stets das Böse schafft. Das da ist der Grund, in dem die Partei sich selbst verscharrt:

Scholz’ Arbeit begann am Sonntagmorgen mit der Aufnahme des neuen, abgemilderten Textes in den Leitantrag: keine roten Linien mehr, stattdessen eine leichte Ausweitung des Verhandlungskorridors. So floß die vermeintliche Revolte von unten in den Hauptstrom des Parteitages. Rückkopplungen mit Angela Merkel und Horst Seehofer soll es gegeben haben, ein Drehbuch allerdings nicht.
FAZ.net, a. a. O.

Diesem sauberen Herrn Scholz hat die SPD furchtbar viel zu verdanken. Leider nichts Rühmliches. Daß der Kerl, der im Juli 2017 eine Millionenstadt zur Geisel seiner Großmannssucht nahm, daß ein, „mal sagen“ (Dittsche): Mensch, an dem nichts, gar nichts echt ist außer seinem Haß auf alles authentisch Linke, daß dieser Nachgänger Noskes, dieser widerliche Technokrat nicht mit gellendem Pfeifkonzert empfangen wurde am 21. Januar –: Das zu wissen reicht schon, um der SPD ein schreckliches Ende zu wünschen. (Aber ich wünsch ihr gar nicht das Ende, weil ich, zugegeben, ein sentimentaler Esel bin.)

Die Häuptlinge der Jusos kuschten, als es drauf ankam, und sie folgten den Wünschen der Parteidirektion, wie nur Sozialdemokraten es können: ohne Verstand. Kühnert nahm Dampf aus einem Kessel, in dem es ihm plötzlich zu heiß geworden war, und ergab sich, der Aufrührer, den Leuten, die der Partei eine Suppe einbrockten, die sie nie auslöffeln kann, an der sie final ersticken wird.

Ein junger Mitarbeiter des WDR hat – durchaus wohlwollend – mit angesehen, wie die #NoGroKo-Jusos durch den Sonderparteisonntag turnten bzw. stolperten, und er hat dabei Stimmen dokumentiert, die der Juso-Vorstand überhaupt nicht hören mag. Die Reportage Florian Gregorzyks ist makellos nach allen Regeln des guten Journalismus, fair und fern jeder Polemik. Gregorzyk will keinen Bescheid erteilen, sondern bescheid wissen.

Das aber schmeckte dem Juso-Vorstand überhaupt nicht, und er spielte Hotel Lux im H0-Maßstab. Stefan Winterbauer hat für Meedia.de den peinlichen Vorgang detailliert aufgeschrieben; es lohnt sich, den kompletten Artikel zu lesen:

„Der Juso-Bundesgeschäftsführer hat bei mir im Schnitt angerufen und wollte, daß wir einige Szenen, die wir auf dem SPD-Bundesparteitag gedreht hatten, nicht in den Beitrag reinnehmen.“ Das sagt Reporter Florian Gregorzyk gleich zu Beginn des knapp zehnminütigen Films, der bei YouTube zu sehen ist. Eigentlich habe er die stellvertretende Juso-Vorsitzende auf dem GroKo-Parteitag der SPD begleiten wollen, aber dann sei alles ganz anders gekommen.
Die stellvertretende Juso-Bundesvorsitzende Katharina Andres erfährt in dem Film nämlich, daß sie ihr Parteitags-Mandat wieder abgeben muß. Die Sache ist die: Einige Delegierte reichen offenbar regelmäßig ihre Parteitags-Mandate an Jusos weiter. Sollte es aber zu einer wichtigen Abstimmung kommen, die knapp zu werden droht, fordern sie dann ihr Mandat zurück. […]
Kurz darauf erzählt eine Mitarbeiterin des Juso-Bundesbüros dem WDR-Reporter noch, daß dies häufiger vorkomme. Bei dem aktuellen Parteitag allein für den Bezirk Hannover achtmal. Welche Passage wollte der Juso-Geschäftsführer nun aber nicht in dem Beitrag haben? Der WDR gegenüber MEEDIA: „Die Jusos wollten, daß wir nur die Interviews mit Katharina Andres, stellvertretende Bundesvorsitzende Jusos, und Micha Heitkamp, Jusos Ostwestfalen-Lippe, benutzen.
Die Passage mit der Bundesbüro-Mitarbeiterin hätte man von Seiten der Jusos gerne draußen gesehen.
Meedia.de, 26.1.2018

Von allen Reportagen, die der Sonderparteitag der SPD am 21. Januar abwarf, ist diese die lehrreichste. Der Autor ist ein Könner, der Kameramann ein As, und der Cutter hat einen Kußmund verdient. Das ist ein vorbildliches Fernsehstück; und es ist nicht zu fassen, wie die Jusos, die so kritisch tun, bei seriöser Kritik sogleich den inneren Stalin entfesseln. Und ich sah und ich hörte mir den pausbackigen Nachwuchsfunktionärsrobot an (ab 5‘10“), und ich weiß nun: Die SPD ist nicht zu retten und ihr Tod – leider, leider – kein Grund zur Trauer:


***

Was aus der organisierten Arbeiterbewegung abseits der stärksten der Parteien mittlerweile geworden ist, konnte auch besichtigt werden. Und zwar, als jene „GroKo“-Sympathisanten sprachen, die meine Gewerkschaftsbosse sind. Der DGB-Pate Hoffmann: ein Abwickler des Proletariats wie aus dem Agitpropstück. Sowie Frank Bsirske, der Ver.di-Diktator, der frech wie Sau in meinem Namen sprach und mir eigentlich keine Wahl läßt, als nach ewigen solidarischen Jahren einen Verein zu verlassen, dem so was Mieses vorsteht:

In Anspielung auf die Groko-Gegner in der SPD spricht Bsirske davon, wie sich auf dem Bonner Parteitag am Sonntag manche in „Selbstsuggestion besoffen geredet“ hätten. Aus Gewerkschaftsperspektive sage er, die SPD habe in den Sondierungsverhandlungen eine Menge erreicht.
Nordbayerischer Kurier, 23.1.2018

Meine Perspektive als Gewerkschafter ist das bestimmt nicht. Und dieser Feind der Klasse, die er angeblich vertritt, der Kümmerling Bsirske sollte einfach mal das Maul halten und die Basis befragen, bevor er so tut, als hätte er das Recht, in ihrem Namen die SPD zu loben.

Und Schulz? Redete eine endlose Stunde lang über Pläne ohne Plan, eine Mission ohne Ziel, und der Beifall fiel dermaßen dürftig aus, daß ein nordkoreanischer Diktator umgehend 300 exemplarische Erschießungen angeordnet hätte. (In diesem Punkt hat Olaf Scholz versagt; doch das wird schon noch werden, und er wird dann wieder feixen, der Festivaldirektor der Demokratie.)

Ich bin kein Befürworter des Harakiri. Aber Martin Schulz läßt mich in meinen moralischen Prinzipien schwanken. Bevor er nur mehr als Tölpel und Tropf wahrgenommen wird und in die Fußtrittnoten der Geschichte eingeht, kann er ja eigentlich nix andres tun als … Ach, Chulz damit! Er hatte die Chance, kein Opportunist zu sein, und er hat sie ausgeschlagen: Das wird von ihm bleiben, sonst nix. Auch für ihn ist die Basis bloß ein Dreck, den man untern Teppich kehrt. Ein Alibi für ausgemachte Sauereien, die noch vor 20 Jahren kein Schwein der SPD zugetraut hätte.

Daß man oder frau mich bitte nicht mißverstehe! Daß bloß niemand glaube, ich erwartete von der SPD eine Absage an den Neoliberalismus! So töricht bin selbst ich nicht. Aber ich konnte mir bis vor zwölf Tagen nicht vorstellen, daß die Partei derart auf den Hund gekommen ist, daß sie dermaßen Schiß in der Hose hat und sich von Mindergeistigen wie Alexander Dobrindt so tief beeindrucken läßt.

Damals, vor zwölf Tagen, bin ich allerdings noch ein richtig tumber Tor gewesen. Habe mir fast so viel vorgemacht wie irgendein Parsifal, der spontan zum jungen Sozialisten wird, um die SPD vor sich selbst zu retten. Machte mir weis, die SPD wäre fähig, die SPD zu überwinden.

Echten Ekel empfand ich und einige Wut, als Schulz die unsichtbaren „Erfolge“ beim „Sondieren“ vorm Sonderparteitag damit verkaufte, daß der französische Semidiktator Macron ihn, Schulz, zu weiterer Kollaboration ermuntert habe:

„Macron hat mich gestern angerufen und hofft auf eine GroKo”, rief Schulz den Genossen zu. Statt dem wohl erwarteten Jubel erntete der SPD-Chef allerdings nur ein müdes Aufstöhnen und vereinzeltes Gelächter.
Dennoch wartete Schulz etwa fünf Sekunden auf ein Klatschen – doch es blieb aus.
Huffingtonpost.de, 21.1.2018

Denn der starke Alliierte, mit dem Martin, der „überzeugte Europäer“, sich brüstete, ist ein antidemokratischer, aalglatter Agent des Kapitals, ein erklärter und energischer Feind aller Arbeiter und Armen, ein begeisterter Zerstörer der Linken und der Volksherrschaft (das weiß sogar ein bürgerliches Blatt wie „Le Monde“) – und Schulz freut sich, daß ein Hedgefonds-Ultron wie dieser Macron ihm auf die schlappen Schultern klopft! Der jämmerliche Vorbeter der jämmerlichsten der Parteien kriegt rote Ohren, weil solch ein schneidiger Schwätzer, ein geschworener Expopriateur der Expropriierten, ihn lobt: Kotz und Doppel- und Tripelkotz.

Kein Linker, keine Linke, die noch bei Trost sind, sollten sich von Schulz und der SPD, Kühnert inkl., irgendwas Linkes erwarten. Die SPD, um ein weltberühmtes Wort T. S. Eliots zu variieren, geht nicht mit einem Knall unter, sondern einem Wimmern. Und es quillt aus dem Wendehals:

Schulz betonte, er strebe keine Große Koalition an, keine Minderheitsregierung, kein Kenia-Bündnis und keine Neuwahlen. „Ich strebe gar nix an. Wißt ihr, was ich anstrebe?“, fragte er.
Tagesschau.de, 24.11.2017

***

Über Stunden und Stunden und weitere Stunden, halb angewidert, halb fasziniert den Jämmerlichkeiten und Verrenkungen Schulz‘ und seiner Partei hinterher zu „sondieren“ und das beobachtete Gehampel ordentlich aufzuschreibren: Das kann sogar einen altgedienten Polemiker schwermütig machen, mürrisch, auch menschenscheu. Ich bin Kronzeuge.

Wozu denn, habe ich mich in den vergangenen zwölf Tagen oft gefragt, wozu tu ich mir diese Strafarbeit an? Wie heruntergekommen die deutsche Sozialdemokratie ist, weiß doch alle Welt, ist doch klar seit G. Schröder! Und wer, mal im Ernst, nicht spätestens 1914 (s. o.) eingesehen hat, worin der Kern der SPD besteht, der dürfte auch sonst so ‘ne Marke sein.

Doch ich hab‘s mir angetan, und das war gut so, weil man nicht alles schweigend in sich hineinfressen sollte. Ein Monsterunternehmen wie diese Polemik hat etwas von einer Brechkur und kostet gräßlich viel Kraft (von der Zeit nicht zu reden). Doch sie säubert den Geist und bietet eine literarische Herausforderung, die mich sogar das Schlafen vergessen ließ. – Ich freue mich durchaus nicht darauf, dieselbe Strapaze abermals auf mich zu nehmen, nämlich um A. Nahles einzuordnen. Aber das wird passieren. Ich werde mir für diese Horrorstory allerdings noch ein paar Wochen Zeit lassen.

Vorher muß ich – wie heißt das? – die Batterien neu aufladen. Nach all diesem korrupten Elend einen Trost suchen. – Trost ward mir zwischendurch, als ich die Brocken bloß noch hinschmeißen wollte, übrigens und unerwartet zuteil. Und zwar wieder mal durchs „Zeitzeichen“ auf NDR Info. Am vergangenen Sonntagabend, kurz nach sieben, erzählte Andrea Kath – eine Kollegin, die kein bißchen Medick in sich hat –, von einem der erstaunlichsten und staunenswürdigsten Menschen der letzten Jahrhunderte, von Se­ñor José Martí, der vor 165 Jahren in eine Welt kam, die zu verändern seine Mission wurde, und der diese Welt so glorreich verließ wie nur je ein Freund des Volkes.

Andrea Kath kann ihre Bewunderung für Martí nicht verbergen und zitiert ihn voller Respekt und sogar Sympathie:

Es ist besser, im Kampf gegen diese Ungeheuer und Tyrannen zu fallen, als unter ihrer Herrschaft zu leben.

José Martí war ein Held im besten Sinne, ein Mann wie aus Stahl und Diamant. Und heißem Blut. Bereit, sein Leben zu geben für eine Gesellschaft, in der niemand mehr das Leben für irgendwas opfern muß. Der Staat, den dieser Tapfere erträumte, kennt keine Ausbeutung und Not. Martí war ein Mann des schönen Worts und der noblen Tat, einer der raren Edlen der Menschheitsgeschichte – ein Bruder der Leidenden, ein Kämpfer für die Wehrlosen und deshalb: ein Poet. Das ideale Gegenstück zu Martin Schulz.

Ich habe aus Kaths vorzüglichem 15-Minüter außerdem gelernt, daß Fidel Castro, der sich jeden Kult um seine Person testamentarisch verbat, eine Bestattung auf demselben Friedhof wünschte, der José Martís sterbliche Reste bewahrt. Fidel wollte nah an Martís Stelle liegen. Doch so, wie es sich für einen Schüler gehört, der dem Lehrer alles verdankt – in zweiter Reihe:

Staatsbesuche, die Blumen vorbeibringen wollen, gehen erst zu José Martí und dann auf dem Rückweg an Fidel Castro vorbei.

In der akuten SPD hätte einer wie Castros Idol nichts zu suchen und nichts verloren. Es gibt nämlich Klassenkämpfer und Klassenkasper, scharfe Köpfe und Quarkschädel. Wenn Sie das anrührende Stück über Martí gehört haben, wissen Sie, zu welcher Sorte der Martin zählt. Sowie der Kevin, der Olaf, die Malu, die Manuela und all die anderen Lappen. Die von Glück reden können, wenn einer sich in 100 Jahren die Mühe gibt, auf ihre Gräber auch bloß zu pissen. Blumen sind definitiv nicht drin. Bestenfalls Stilblüten.

Photos:
2017-06-25 Martin Schulz by Olaf Kosinsky-66“,
by Olaf Kosinsky [CC BY-SA 3.0 de],
via Wikimedia Commons

Copia al creyón de Federico Edelman y Pintó
de un retrato de José Martí, 1896“,
by Cuba. Secretaría de Instrucción Pública y Bellas Artes [CCO],
via Wikimedia Commons

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Freitag, 2. Februar 2018 21:09
Abteilung: Kaputtalismus, Qualitätsjournalismus

17 Kommentare

  1. 1

    „Kühnert nahm Dampf aus einem Kessel, in dem es ihm plötzlich zu heiß geworden war“ (in dem Rahmen kann er das) erinnerte mich an diese Stelle aus Wiktor Wawitsch von Boris Schitkow, ein Roman, den ich hier mal empfehlen möchte – also das Zitat in bezug auf Sozialdemokraten: „Die werden erst rot, wenn sie im Kessel der Revolution gekocht werden.“
    Ansonsten als Teaser zum Buch der erste und der letzte Satz: „Der Sonnentag wälzte sich durch die Stadt. Gegen Mittag hatten die leeren Straßen schlappgemacht. (…) Am neunzehnten Mai schon war Tanja in Wjatka.“ – und dazwischen in der Taschenbuchausgabe 916 Seiten – lesen!
    Ansonsten danke für die Tirade, ich schäme mich manchmal noch heute dafür, jemals für 2 jahre Mitglied dieser Partei gewesen zu sein – Jugendsünde und über 40 Jahre her. Karl Kraus hatte ganz recht, nationalistisch und sozialistisch, national und sozial oder heutdeutsch (Gabriel) sozial und patriotisch, das ging bei dieser Partei schon immer gut zusammen, wobei das Nationale immer wichtiger war als alles andere. Mit Emanzipation im marxschen Sinne war da nie etwas, die Kasernenhofsozialisten opferten ihre Arbeiterbataillone (sic) im nationalen Kapitalinteresse. Daran hat sich nichts geändert, nur heißt das heute Hartz IV oder demnächst Rente mit 70, für die, die durchkommen.

    Leute wie Schulz, Gabriel oder Nahles kommen auf jeden Fall durch. Mit allem. Dafür werden Leute wie Veit Medick und Kevin Kühnert schon sorgen. – Vielen Dank für die Buchempfehlung! KS

  2. 2

    Das Markenzeichen der SPD: Versprechen ist das Gegenteil von Halten.
    Ich erlaube mir eine Ergänzung: Die Mainstream-Medien stürzten sich vor einigen Tagen kritisch auf die Personalien der AfD, die als Vorsitzende von 3 Bundestagsausschüssen gewählt wurden, unter anderem auch von Abgeordneten der SPD.
    Der wahre Skandal dahinter ist jedoch, daß Martin Schulz und seine Genossen als Wegbereiter für einen institutionellen Rechtsextremismus auf Bundesebene in die deutsche Geschichte eingehen werden.
    Es existiert keine Rechtsquelle in Gestalt eines Gesetzes, einer Rechtsverordnung oder Geschäftsordnungsnorm des Bundestages, die die Besetzung der Bundestagsausschüsse regelt. Es ist -so das Ergebnis meiner Recherche- nur eine Tradition, z. B. den Vorsitz des Innenausschusses mit einem Kandidaten der größten Oppositionspartei zu besetzen. Die CDU hat schün früh signalisiert, daß sie mit dieser Tradition nicht brechen wird.
    Da eine GroKo noch nicht existiert, ist nach dem Wahlergebnis vom 24. September 2017 immer noch die SPD die größte Oppositionspartei, wenngleich auch die außerparlamentarischen Aktivitäten darauf hinweisen, daß sie schon jetzt nicht bereit ist, diese Funktion zu übernehmen. Durch ihren faktischen Verzicht auf ihre Rolle als größte Oppositionspartei ist nun die AfD an der Reihe, die für dieses Geschenk sicher dankbar ist. Und die Medien spielen mit – tun so, als sei bereits alles in (legalen) trockenen Tüchern.
    Im Ergebnis werden nun 3 Ausschüsse von Vorsitzenden der AfD geleitet, zusäzlich hat die AfD ein Mitglied im Geheimdienst-Kontrollgremium, was der eigentlich größte Skandal sein dürfte. Es kann doch nicht der Wille der SPD-Wähler gewesen sein, daß eine rechte Partei durch die Machtgier der SPD in die parlamentarischen Strukturen dieser Republik einsickert.
    Hinterher will es wieder keiner gewußt haben.

    Lieber altautonomer, ich danke für diese kluge Ergänzung zu meinem Wut- und Ekelausbruch. – Das ist es, was gerade passiert: Die SPD-Kader helfen den Nazis in die Ämter. Aber – da muß ich Ihnen widersprechen – die Kader wissen das. Es stört sie aber nicht besonders. Denn diese Typen sind allesamt keine Linken, nicht mal zum Schein. Sondern Seeheimer. KS

  3. 3

    Ich weiß nicht, ob ich das hier früher schon einmal geschildert habe; wenn ja, sorry.
    Ich habe meine große Desillusionierung, was die SPD angeht, schon früh erhalten, Anfang der Achtziger, als es um den NATO-Doppelbeschluß ging. In der Stadthalle zu Marburg/Lahn fand eine Podiumsdiskussion zum Thema statt, an ihr beteiligt u.a. der damalige dortige OB und angeblich mal links gewesene SPD-Chef Hanno Drechsler. Bei der Fragerunde am Ende der Diskussion erzählte einer aus dem Publikum, von seinem Dialekt her klar erkennbar aus dem sog. „Hinterland“ stammend, der westlichen Ecke des Landkreises, die so schwarz ist, daß man manchmal die Krähen für Möwen hält, sehr emotional, wie er als einziger seiner Familie ein Roter geworden war, und jetzt, angesichts des Nachrüstungsbeschlusses nicht mehr wüßte, ob das noch seine Partei wäre. Drechsler, knapp, trocken: Dann solle er doch bitte gleich zum Podium kommen und sein Parteibuch abgeben. Johlendes Gelächter der versammelten lokalen SPD-Granden. Seitdem gab es nur noch ganz vereinzelte, schwache Anflüge von Illusion. Der schlimmste war 1998, wo ich tatsächlich kurz hoffte, Rot-Grün könnte was Gutes bedeuten. Man weiß ja, was sie dann ’99 gemacht haben. Seitdem habe ich wirklich nur noch gaanz selten ein winziges Fünkchen Hoffnung gehegt.
    Danke an den Abfallsammler, daß er so gründlich diesen Haufen durchgearbeitet hat. Ich hätte nicht Nase noch Magen dafür. Respekt!

    Und Ihnen ebensoviel Dank und Respekt für diese Anekdote! Sie ist hier noch nie vorgekommen, aber ich würde sie auch zwei oder fünf Mal bringen. Denn sie faßt alles in Prägnanz zusammen, wofür ich heute 30.000 Zeichen verbraucht habe. Höchst eindrücklich erzählt! KS

  4. Der rote Runkelrübenräuber
    Freitag, 2. Februar 2018 23:27
    4

    Verstehe ich nicht. Ihnen war nicht klar das es so kommen wird wie es kommen musste? Warum schreiben Sie dann noch über dieses Thema?
    Diese Partei ist auch keine Verräterpartei. Ein jeder weiß womit er es zu tun hat und das nicht erst seit gestern. Seit Noske und die Kriegskrediten sind nun mal etwas länger her.
    Sie spielt genau den Part den Sie zu spielen hat. Wie es auch „Linke“, „Grüne“, „Liberale“ etc. tun und tun würden wenn sich „das Kapital“ bei der Herstellung von genehmen Regierungen mal verschätzt.
    Die neue im Berliner Reichstag ist da keine Ausnahme. Sie wurde nicht umsonst von Mr. Schareholder value persönlich gegründet. Schon vergessen?

    Bitte noch mal lesen, was ich geschrieben habe.
    Und ich bin in Ihrem Fall so gemein, wie ich bei Kommentaren sonst nicht bin: Ich laß all die Schlampigkeiten in Orthographie, Interpunktion, Grammatik und Semantik einfach mal drin. Wird so ein roter Runkelrübenräuber gewiß aushalten können. KS

  5. 5

    Kleine Ergänzung:
    Das verlinkte Heinzlmaier-Interview im DLF hörte ich seinerzeit zufällig selber mit. Interviewerin Heuers subtile Geringschätzung/Verachtung war relativ gut herauszuhören, so daß sie sich die Frage –
    „Ich habe den Eindruck, Sie mögen das Objekt Ihrer Forschung nicht besonders. Hat sich das entwickelt oder war das von Anfang an so?“
    – nicht verkneifen konnte.
    Lediglich verschriftlicht geht es, wohlwollend betrachtet, vlt. noch als flapsig durch.
    Jedenfalls danke für die sehr aufwendige Aufbereitung!
    Gregorzyks Sonderparteitag-Reportage ist bezeichnend.
    Interessant auch, daß ein Juso-Funktionär dieses Delegierten-Geschiebe noch als „demokratisch legitimiert“ bezeichnet. Das rundet das Gesamtbild ab.
    Und die Jusos sind noch stolz über „Erreichtes“ und die „erlangte Aufmerksamkeit“.
    Heinzlmaier läßt grüßen …

    Und Frau Heuer wird auch jetzt nix kapieren. Sie hat doch schon so viel damit zu tun, alles für die Hörer „einzuordnen“. KS

  6. 6

    Grandiose Beschreibung zur Lage. Sowas muß Pflichtstoff werden für den Lügenpresse-Nachwuchs. SPD? Nunja 5-%-wertig. Leider ist die Linke auch schon „eingetütet“. 10:0, sag ich mal.

    Danke fürs Lob! Aber das Wort „Lügenpresse“ sollten Sie meiden, das ist seit Pegida völlig vergiftet. Und ich habe nicht das Gefühl, daß Sie mit diesem braunen Mob was zu tun haben wollen. KS

  7. Stefan Zimmermann
    Sonntag, 4. Februar 2018 3:07
    7

    Ach, Herr Sokolowsky, schon wieder muß ich Ihnen schreiben und danken. Mein „Nein“ bei der Mitgliederbefragung werde ich noch abgeben. Das Austrittsschreiben für danach ist schon fertig entworfen; es enthält einige Gedanken von Ihnen.

    Lieber Herr Zimmermann, Ihres ist eines jener Komplimente, die ich mir am liebsten an die Wand hinge. Aber die ist leider schon voll mit Bücherregalen. – Jedenfalls: vielen Dank! KS

  8. 8

    Den sehr brillanten Text oben könnte man auch in einem Satz zusammenfassen:
    https://belgarathblog.files.wordpress.com/2014/08/spd-wir-pissen.jpg
    Danke, Kay, für diesen Lesegenuß.

    Und ich danke für Ihr Lob! – Allerdings möchte ich die „Abfall“-Leser warnen – das im Link zu sehende Bild ist von äußerster Obszönität und wirklich nicht appetitlich. Und, nein: es zeigt nicht Olaf Scholz. KS

  9. 9

    „Die Entmachtung und Verachtung der parlamentarischen Demokratie“ – ja, die schleichende Abschaffung derselben scheint wirklich niemanden mehr zu interessieren. Der ganze Artikel, insbesondere dieser Teil!, gehört eigentlich in den Schulunterricht.
    Was das obszöne Foto in dem Link des altautonomen betrifft, so finde ich die Porträts von Schulz & Scholz angesichts dessen, was sie seit Jahren anrichten, ungleich obszöner. Schulz wirkt so armselig und Mitleid erregend wie ein gerade aus dem Ei geschlüpfter Vogel, doch da darf man sich nicht täuschen lassen. Das Bild von Scholz zeigt, was für ein Gauner er ist. Danke, lieber Kay Sokolowsky, für die brillante Recherche und die trefflich formulierte Zusammenfassung all der Widerwârtigkeiten, die zu Lasten dieser Partei gehen.

    Und der Blogger dankt für dieses freundliche Feedback! Er hat sich die Mühe am Ende nur gemacht, um den Gleichgesinnten mitzuteilen, daß sie nicht allein sind, bzw., von Gleichgesinnten zu erfahren, daß er selbst nicht allein ist. – Die Hoffnung, irgendwas mit seiner Polemik bewirken zu können, hat er schon lange verloren.
    Aber nein, das stimmt nicht: Ich hoffe schon, daß subkutan die Empörung, die ich und meine Kommentatoren äußern, in den Mainstream sickert. Sonst könnte ich echt alles sein lassen. KS

  10. 10

    Generalsekret – wie gemein. 😉 Jedenfalls prima zusammengefaßt, was sich da zuletzt unter den Sozen tat.
    Ich bin mir als in einem sozialdemokratischen Haushalt aufgewachsener und im Grunde meines Herzens stets Sozialdemokrat gebliebener Bürger schon lange nicht mehr darüber im Klaren, ob ich über den Zustand der SPD traurig oder wütend sein soll. Beides ist angebracht.

    Da sind wir ja schon mal zwei, lieber Volker. Entwurzelte Sprößlinge des Arbeiterparteiurschlamms, sozusagen. (Für die Metapher darfst Du, darf jeder mich gern hauen, tut nicht weher als dieser Chulz oder der Kühnert.) KS

  11. 11

    Meine These zu den aktuellen Entwicklungen:
    Als Rheinmetall und Krauss-Maffey in den letzten 5 Monaten mitansehen mußten, wie ein Wackelkandidat, der 3 Mal am Tag seine Meinung wechselt, das für den Waffenexport zentrale Außenministerium erobern wollte, wurde die Reißleine gezogen und über den Seeheimer-Kreis der verläßliche und bewährte Waffenexporteur mit Goldedaille, CETA-Siggi, wieder in den Ring geschickt.
    Da wurde nichts dem Zufall überlassen. Ein Schmierenstück erster Güte.

    Die Spekulation hat viel für sich. – Jedenfalls gäbe solch ein Motiv der miesen Posse einen Sinn über das nur peinlich Dumme hinaus. KS

  12. 12

    Vorab: meine Reverenz ihrem selbstlosen, „törichten“ Tun
    Nicht ganz sicher, ob dieser Beitrag in „Die Spezies hat’s verkackt“, oder in der bis dato noch nicht existenten, aber eigentlich notwendigen Abteilung „Artensterben“ einzuordnen wäre.
    Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn –
    So nehmet auch mich zum Genossen an:
    Ich sei, gewährt mir die Bitte,
    In eurem Bunde der Dritte!
    Sehr treffend, diese sentimentale Metapher vom entwurzelten Urschlamm-Sprößling, der auch ich, im sozialdemokratisch-„Weiße Jahrgänge“-Haushalt mit der 70er-Troika Sozialisierter mich nur schwer entziehen kann. So richtig weh tut`s aber trotzdem nicht mehr. Allzulang schon wußte ich nicht mehr, ob das öffentliche Siechen dieses sich als Gerechtigkeitswahrer inszenierender Parteisoldaten überhaupt noch interessiert und eine Rolle spielt. In Zeiten, die keiner Inhalte mehr bedürfen, genügt schließlich mittlerweile ein „cooler“ Juso-Hype a la „Schulz-Zug“ für die vermeintlich meritenbehafteten Altvorderen, um auch mal „swag“ zu sein und der Realität besoffen-jubilierend zu entfliehen.
    Jetzt aber hat sich der Dramaturg anscheinend doch mal für ein großes Finale fortissimo entschieden; ein letztes Mal alles raushauen! Sage niemand, man bekäme nichts geboten – zugegeben, den medialen Möglichkeiten/Zwängen angepaßt. Übriggebliebene Reste einer ehemals ehrwürdigen, historischen Bewegung werden schnell noch bei „Bares für Rares“ verramscht, bevor dümmlich mit leeren Händen dasteht. Ehrlich und authentisch wie im Dschungel-TV. 24/7 live aus dem Hospiz: Die versammelten Kondolierenden um Friede Springer, Bertelsmann und Augsteins Mitarbeiter KG sprechen den zutiefst betroffenen Seeheimern inklusive fetter Kranzspende ihr tiefstes Mitgefühl aus und halten den geneigten Betrachter rund um die Uhr über neueste Errungenschaften der Palliativ-Medizin auf dem laufenden. Auch die Vorzüge lebenserhaltender Maßnahmen werden dem interessierten Leichenzug eindringlich nahegebracht … Läuft!
    „Wenn’s halt ned so weh du dät“, wie der Hesse sagt …
    Reiner Zufall, daß ich heute mal wieder „Die Bürgschaft“ las – sehr empfehlenswert.
    Glückauf!

    Liebe/r HF Schenk, die Vorstellung gefällt mir: die heroischen Andenken der Sozialdemokratie, von Horst Lichter im Kaffeeprogramm versteigert. Mit mies bezahlten Komparsen, die angeblich keine sind, im Hintergrund. KS

  13. 13

    Mein Vater, seitdem er wählen durfte, SPD-Mitglied, würde sich im Grab umdrehen, wenn das ginge.

    All die ECHTEN Sozialdemokraten, die von der korrupten Nachkommenschaft um die schwer und blutig erkämpften Siege betrogen werden für und für, sollten sich nicht im Grab umdrehen, sondern diesen miesen opportunistischen Koofmichs im Traum erscheinen. Ich möchte Scholz, Oppenheimer, Nahles usw. schreiend vor Entsetzen durch die Straßen rennen sehen, verfolgt von den Geistern der Partei. (Schlingensief hätte einen hübschen Film draus machen können, glaube ich.) KS

  14. 14

    Sehr schöner Nahles-Verriß:
    http://taz.de/Die-Wahrheit/!5481304/

    Stimmt, das ist ein feines Stück. Nicht zuletzt, weil es an eine der gewaltigsten Fehleinschätzungen im politischen Leben O. Lafontaines erinnert. Danke für den Hinweis! KS

  15. 15

    Die Seifenblasen des aufgeschäumten Sondierungspapiers:

    1. Paritätische Beteiligung der Arbeitgeber an den Beiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung.
    Das ist nur eine Wiederherstellung des früheren, gerechteren, von rot-grün abgeschafften Zustandes, den es seit Jahrzehnten gab.

    2. Garantie der Rentenhöhe von 48 %.
    Das ist nichts anderes als die Festschreibung von Armutsrenten bis zum Jahr 2025.

    3. 8.000 neue Stellen in der Pflege.
    Was für eine Verarsche. Bei 23.500 stationären Pflegeinrichtungen käme auf jedes 3 Pflegeheim eine neue Pflegekraft.

    Ich weiß nicht, was Sie wollen – die SPD wollte verhandeln, daß „es quietscht“ (A. Nahles). Und nun quietscht es in jeder Zeile, jedem WORT des Koalitionspapiers – und Sie beklagen sich. Bitte! KS

  16. 16

    Die Wikipedia zitiert Gustav Landauer (mit Umweg über Haffner): „In der ganzen Naturgeschichte kenne ich kein ekelhafteres Lebewesen als die Sozialdemokratische Partei.“ Hundert Jahre her, und das Viech quietscht immer noch.

    Da kann mal sehen, wie lange das Übel sich hält, wie schnell das Gute vergeht. Heute schwer philosophisch: KS

  17. 17

    Wenn Machhaberin Merkel in ihrer unverschämten, dumm-bräsigen Art von der „Verantwortung“ spricht, die ihr übertragen wurde, und die sie trotz dem schlechten Wahlergebnis und den armseligen Koalitionsverhandlungen auf jeden Fall übernehmen will, frage ich mich, wer ihr diese Verantwortung eigentlich übertragen hat. Die Bürger sind es nicht! Ein anständiger Mensch wäre längst zurückgetreten. Mein Eindruck ist, daß es vielmehr ihre transatlantischen Freunde sind, denen sie sich verpflichtet fühlt. Schon 2003 wäre sie gern mit denen in den Irak-Krieg gezogen. Das ging leider nicht. Doch zum Glück gibt es ja – außer Syrien und Afghanistan – noch den Iran.
    Ihre Kriegsministerin, die Barbiepuppe vom Dienst, hat sie schon mal vorausgeschickt, damit diese im Irak die gute Nachricht von der neuen teutschen Verantwortung verkünden möge. Ein Nato-Hauptquartier auf deutschem Boden ist im Gespräch, der Etat für Rüstungsausgaben wurde erhöht. Die Unerträgliche wird erst zufrieden sein, wenn sie diesen Staat zerstört hat, wenn Zentraleuropa in einem unvorstellbaren Inferno verglüht ist. Das ist ihr Ziel.
    Und dies hat Andrea Nahles bisher geleistet:
    http://www.rume.de/2017/09/28/die-neue-hoffnung-der-spd-andrea-nahles/#more-375

    Danke für diesen Hinweis! Und jede/r SPDler/in, der/die das liest und TROTZDEM für die neue Koalition mit der Unerträglichen stimmt: wei0, was sie bzw. er tut. KS

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