Archiv für die Abteilung 'Kaputtalismus'

Vor dem Endspiel: fetter Nachtisch

Donnerstag, 20. Oktober 2016 0:21

Eine ziemlich wichtige Retrospektive der „Town Hall Debate“
zwischen H. Clinton und D. Trump am 9. Oktober 2016.
Von unserem Gastautor Daniel Lüdke.

town-hall-debate_01_09-10-16


Das war ein tolles, an Schmutz und persönlichen Beleidigungen kaum zu überbietendes Ereignis!

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Abteilung: Bored beyond belief, Kaputtalismus, Unerhört nichtig | Kommentare (9) | Autor:

Gottes Wege sind unerforschlich

Mittwoch, 15. Juni 2016 0:52

Abteilung: Kaputtalismus, Unerhört nichtig | Kommentare (4) | Autor:

Die Satire darf … Ehrensache

Montag, 18. April 2016 0:58

Die unge*biept*e Version nur auf Nachfrage, gern gegen Honorar.* – Genießen Sie die schönen Schopenhauer-Zitate! KS
* Leider bereits vergriffen. Admin

Die Mähtresse des Präserdenten

Die Mähtresse des *Biep*

Jetzt, da alles gesagt scheint, was Presse und Mainstream-Publikum zur Staatsakte Böhmermann einfallen könnte, muß auch ich mal etwas sagen. Denn es ist natürlich noch lange nicht alles gesagt, vielmehr ein *biep*gottes, tautologisches Gewürge in Gang gekommen, das zwar gut zu Geistesriesen wie Volker Kauder („Jemand, der sich wie der türkische Staatspräsident persönlich [!] beleidigt fühlt, hat selbstverständlich [!] das Recht, dagegen juristisch vorzugehen“) paßt, aber weder dem Fall noch der Kunst gerecht wird.

Als, sach ich getz ma: maßgeblicher Monograph der beiden Satiriker Michael Moore und Harald Schmidt und zudem als Verfasser satirischer Texte bin ich eventuell geeigneter, das heißt, kundiger denn ein deutscher Richter, um zu der Satire und ihrer Gerichtsbarkeit nicht bloß ein Urteil zu haben. Das wird Platz und Zeit brauchen; deshalb schneide ich den Satansbraten in drei Portionen. Das Kopfstück widmet sich der Ehre und ihrer vermeintlichen Lebenswichtigkeit. —

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Abteilung: Kaputtalismus, Man schreit deutsh, Qualitätsjournalismus, Schwammintelligenz | Kommentare (5) | Autor:

Round midnight: Feelin‘ the Bern

Donnerstag, 7. April 2016 1:00


Wäre ich nicht so müde, würde ich dies unterlassen, aber aus lauter Mattigkeit kopiere ich mich jetzt selbst, mit einem Screenshot aus Facebook, weil ich nach dem Triumph von Wisconsin nicht länger verhehlen kann, daß der „Abfall“ die Hamburger Außenstelle des Wahlkampfbüros von Bernie Sanders ist. This is the momentum!

Sanders-Hymne_Facebook

Abteilung: Kaputtalismus, Round midnight, Zeuge der Geschichte | Kommentare (7) | Autor:

Angewandte Legasthenie (1): Schon obszön

Mittwoch, 30. März 2016 22:44

Alle naslang beglückt das Spitzennetzwerkertopnetwork Xing mich mit einem unglaublich interessanten Newsletter. Heute habe ich, während der Mauspfeil schon die Schaltfläche fürs Löschen ansteuerte, zum ersten Mal seit langem etwas genauer hingeguckt. Eine Betreffzeile las ich da, mit der meinetwegen auch einmal das manager magazin titeln darf, damit es endlich seine Eigenwerbung

steht seit 1971 für unabhängigen, erstklassigen Wirtschaftsjournalismus

– mit Leben füllt. Was aber las ich? Dies:

So fickt das deutsche Management

Eine Sekunde später erkannte ich meinen Fehler, und Xing mußte abermals auf mich verzichten (wie das manager magazin schon immer). Denn tatsächlich stand im Betreff:

————XING-Letter_30-03-16

Die Enttäuschung! – Arno Schmidt hätte mir den Verleser gewißlich nicht übelgenommen. Horst Tomayer, denk ich, ebenfalls nicht. Und Sie, liebe Leserin, werter Leser? Sind Sie jetzt enttäuscht von mir? Sehr? Da wären Sie leider nicht der erste Mensch.

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Round midnight: Was von Westerwelle bleibt

Montag, 21. März 2016 23:56

Beim Kombüsendienst am Abend höre ich das hier in den Nachrichten des Deutschlandfunks:

… Guido Westerwelle im Alter von 54 Jahren verstorben. Er lebte mit seinem Mann in …

„Mit seinem Mann“ –: Diese Formulierung, unbefangen geäußert in einem gewiß nicht gegenkulturellen Medium, zählt zu den wenigen, den echten Fortschritten der neuesten Zeit.

Zur Entspannung beim Umgang mit Homosexualität (jedenfalls in Westeuropa), hat der schwule Vizekanzler Westerwelle, so gut er es verstand, offenbar etwas beigetragen. Nämlich als Inspiration zu einer unverklemmten Radiomeldung; und dafür darf man sich des Menschen gern erinnern.

Ohne je zu vergessen, wie der Politiker – vielleicht zum Ausgleich, vielleicht um die Philister unter den Klienten zu beruhigen – degoutante Kreativität entfesselte, wo es galt, arme Schlucker zu diffamieren („spätrömische Dekadenz“) oder den Förderern seines Wahlvereins Dank zu erstatten auf Kosten der Allgemeinheit („Hotelsteuer“).

Ein Mensch – das nehme ich an, weil ich weiterhin generös gegen den Guidomobilmann gestimmt bin –: Ein Mensch kann in seinem Leben maximal einen einwandfrei idealistischen Kampf führen, und er vergißt, ich kenn mich da aus, darüber viele entscheidende Dinge. Das macht den guten Kampf allerdings nicht schlecht.

PS. Vielleicht bin ich auch deshalb so nachsichtig mit Westerwelle, weil einer wie er, neben Wirsinddasvolksvertreter wie Höcke oder Gauland gestellt, die erste Wahl wäre: ein Liberaler nicht zuletzt im Umgang mit dem politischen Gegner. Und ich werde die Ahnung nicht los, daß wir gelernten Guido-Spötter bald schon alle die alte Westerwelle-FDP vermissen werden; und zwar um so schmerzlicher vermissen, je schamferner und gemeiner deren Nachfolgeorganisation AfD sich spreizt.

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Der Gewissensfall

Samstag, 19. März 2016 19:20

Das objektive Ende der Humanität ist nur ein anderer Ausdruck fürs Gleiche.
Es besagt, daß der Einzelne als Einzelner, wie er das Gattungswesen Mensch
repräsentiert, die Autonomie verloren hat,
durch die er die Gattung verwirklichen könnte
Theodor W. Adorno, Minima Moralia [Reflexion Nr. 17]

Women_and_children_among_Syrian_refugees_striking_at_the_platform_of_Budapest_Keleti_railway_station._Refugee_crisis._Budapest,_Hungary,_Central_Europe,_4_September_2015._(3)_(c)_Mstyslav_Chernov

Syrische Flüchtlinge in Budapest, September 2015: „(Das Leiden) gilt in der arabisch-islamischen Kultur … als ein Wert an sich“ (H. M. Broder)

 

Wie erträgt es ein Mensch, so über Mitmenschen zu denken, ganz gleich wie ungleich sie ihm sind an Wohlstand und bestimmt auch Charakter, wie hält ein Mensch es mit sich selbst aus, wenn der Menschheit ganzer Jammer ihm bloß Anlaß für derlei miese Witze ist –

Gibt es für diese Art der Beharrlichkeit eine halbwegs vernünftige Erklärung? Ja. Anders als im hedonistischen Europa, wo Jugendliche, denen der Einlaß in eine Disko verweigert wurde, wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung behandelt werden müssen, gilt in der arabisch-islamischen Kultur das Leiden als ein Wert an sich

– wie kann dieser Verfasser solche Steinherzigkeit, solchen Hochmut, solche Misanthropie mit dem vereinbaren, was ihm als Gewissen verblieben ist? Und wie weit entfernt von der Befähigung zum Mitgefühl, zur Trauer und vor allem Scham muß einer sein, der den Vorwurf, einem Rassisten gleich zu reden, nicht etwa empört zurückweist, sondern damit kokettiert?

Das festzuhalten grenzt in Zeiten der Political Correctness an „kulturellen Rassismus“, macht die Feststellung aber nicht weniger wahr. Märtyrer zu werden, sich zu opfern ist in der arabisch-islamischen Welt als Lebensziel ebenso weitverbreitet wie unter deutschen Jugendlichen der Wunsch, Eventmanager zu werden. Familien von Märtyrern genießen großes Ansehen. Der Stolz auf ihre Kinder – vor allem Söhne, aber auch immer öfter Töchter – läßt weder Trauer noch Scham aufkommen.

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Abteilung: Kaputtalismus, Man schreit deutsh, Qualitätsjournalismus, Zeuge der Geschichte | Kommentare (2) | Autor:

Round midnight: Minusebene

Mittwoch, 16. März 2016 0:00

Heiner Flassbeck gewidmet

Die Geisterstunde hat soeben begonnen, als ich, um die Wartezeit auf die nächste S-Bahn zu vertreiben, für eine schnelle Kippe aus dem Bahnhof Altona laufe. Und, ein bißchen fröstelnd (daher der Verwackler), dies Leuchtplakat am Durchgang sehe:

Minusebene_Altona_(c)_Kay_Sokolowsky


„Die Geschäfte der Minusebene“ …: Schöner läßt sich, glaube ich, die Austeritätsdiktatur der EU
nicht umschreiben.

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