Archiv für die Abteilung 'Kaputtalismus'

2016: Sokolowsky schaut voraus

Dienstag, 5. Januar 2016 22:38

Augen_auf_(c)_Kay_Sokolowsky

Ich weiß natürlich genausowenig wie Sie, liebe Leserin, lieber Leser, was in den nächsten 361 Tagen auf uns zukommt. Aber mit den Jahren – von denen ich inzwischen einen ordentlichen Haufen zusammen habe – lernt der Mensch, die Zeichen zu deuten, die sich zeigen, wenn das Vergangene an der Schwelle zum Zukünftigen hockt, das heißt, so um Silvester herum.

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Abteilung: Bored beyond belief, Kaputtalismus, Selbstbespiegelung, Stadtstreicherei, Unerhört nichtig | Kommentare (0) | Autor:

Director‘s Cut (6): Das System Stefan Raab

Sonntag, 20. Dezember 2015 23:30

DVT-scan-MagoCut-bild4-dvtreconstructedAm Samstagabend beging Deutschlands erfolgreichster TV-Entertainer seinen Abschied aus dem Fernsehprogramm. Mir fehlt der Glaube, daß Stefan Raab das Versprechen halten und uns fortan tatsächlich mit seinem Grinsen verschonen wird. Ich bin jedoch sicher, bereits vor fünf Jahren, in der KONKRET-Ausgabe 7/2010, die Gründe für Raabs Popularität und Erfolg recht gut benannt zu haben. Um das zumindest vorläufige Verschwinden eines Unholds zu feiern, folgt hier eine teils verlängerte, teils gekürzte Version meiner raabiaten (harhar) Anmerkungen.


Live und Leben

Kein Mensch braucht das Fernsehen, und trotzdem will kaum einer darauf verzichten. Niemals wurde so viel in die Röhre geschaut wie heute, wo sie meistens keine ist, sondern ein Bildschirm, so flach wie das, was er zeigt. Aber es guckt ja kein Schwein wirklich hin. Die Bilder und Geräusche, die das Fernsehen produziert, sind einfach da, eine bewegte Tapete, und wenn sie mal fehlt, wundert man sich allenfalls, warum es plötzlich so still ist. Dieser enormen Diskrepanz zwischen Penetranz und Relevanz versucht ein Heer von „Medienjournalisten“ entgegenzuwirken. Sie schreiben zwar sorgfältig auf, was sie sich ansehen und manchmal notieren sie sogar, warum gescheiter handelt, wer den täglichen „TV-Event“ ignoriert. An der Nichtigkeit des Mediums ändern sie damit allerdings so wenig wie an der Gleichgültigkeit der Fernsehmacher gegen das, was der Kritiker treibt. Fernzusehen kostet keine Mühe, bloß Zeit; zeitlos bleibt Raymond Chandlers Metapher vom TV-Glotzer als einer „Fliege am Müllkübel“. Trotzdem sollte niemand sich für was Besseres halten, nur weil er die Scheibe matt läßt; dem Kapitalismus entkommt einer ja auch nicht, indem er darauf verzichtet, die Aktienkurse in der Zeitung zu lesen. Die Sendungen sind in der Welt, sie schaffen sich ihre eigene Welt, und vielleicht gibt es schon gar keine Welt mehr diesseits des Schirmbilds.

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Abteilung: Director's Cut, Kaputtalismus | Kommentare (4) | Autor:

Schlechte Verlierer (eine Revue)

Montag, 30. November 2015 15:42

Olympische_Gummis_(c)_Kay_SokolowskyAch, wie gern wäre ich dabeiigewesen, in der Kreditkartenarena, als den 200 geladenen und „gut verpflegten“ (Mopo.de) Olympia-Promotoren, -Propagandisten und -Glücksrittern die Visagen entgleisten, gegen 19iUhr am Sonntagabend, wie die Larven mit jeder Minute länger oder, je nach Ausgangslage, breiiger wurden! Wie nurzugern hätte ich jedem einzelnen mitleidig die Hand getätschelt und gesagt: „Nehmen Sie‘s sportlich … Dabei sein ist alles!“

Nun muß ich mich begnügen mit den kolportierten Statements der Loser, jedoch nicht verzichten auf die Schadenfreude, die das Gepampe und Geplärre bei einem alten Spielverderber wie mir zuverlässig auslöst. Es ist schon eine Gaudi, wenn solche Lemuren verlieren und dies nicht mal mit einem Firnis von Fairness können:

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Abteilung: Gute Nachrichten, Kaputtalismus, Stadtstreicherei | Kommentare (3) | Autor:

Darum braucht Hamburg Olympia

Samstag, 28. November 2015 19:22

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Abteilung: Kaputtalismus, Stadtstreicherei | Kommentare (1) | Autor:

Die Beste aller Welten (13): A Day in the Life

Freitag, 20. November 2015 1:18

Es gibt Tage, da reicht mir das gallige Wort von den „Charaktermasken“ nicht mehr aus, um die Verwalter der verwalteten Welt zu beleidigen. Dann möchte ich unflätig werden und die ganze Bande bis hinauf zum lieben Gott anbrüllen wie Gunnery Sergeant Hartman seine Rekruten in „Full Metal Jacket“.

Gestern war einer dieser Tage. Zuerst lese ich dies, in der Online-Ausgabe der FAZ über ein verrentetes Mitglied des VW-Vorstands:

Für Personalvorstand Horst Neumann sind Altersbezüge im Wert von 23,7 Millionen Euro vorgesehen. Der Gewerkschaftler (!) will einen Teil davon stiften. (…)
Die Stiftung soll Doktoranden, Forschungsprojekte und wissenschaftliche Publikationen zum Thema Arbeit in Geschichte, Gegenwart und Zukunft fördern und damit einen konkreten Beitrag zur Verbesserung von Arbeit sowie des Arbeitsmarktes leisten. (…)
Neumann wird die Stiftung aus eigenen Mitteln mit einem Kapitalstock von 2 Millionen Euro und mit jährlichen Zustiftungen ausstatten – geplant sind insgesamt rund 10 Millionen Euro Stiftungskapital bis 2022. Neumanns Altersversorgung hat dem Geschäftsbericht zufolge einen Barwert von 23,7 Millionen Euro.

Man kann nur hoffen, daß der Horst mit dem Rest über die Runden kommt! Versteuern muß er jedenfalls kaum was, und der Arbeitsmarkt für Arbeitsmarktforscher wird sich zweifellos verbessern.

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Abteilung: Die beste aller Welten, Kaputtalismus | Kommentare (6) | Autor:

Postdemokratie wird Präfeudalismus

Dienstag, 17. November 2015 0:22

Biedermeier_Fliegende_by_Goerdten_Wikimedia

Idealbürger, Spon-Version


Der Frankreichkorrespondent von Spiegel online, Nils Minkmar, machte sich am Sonntag seine Art Gedanken über die Massaker in Paris und den „Preis der Freiheit“. Ich erspare Ihnen viel, indem ich den Gesinnungsaufsatz zum größten Teil überspringe und mich auf den letzten Absatz beschränke. Darin meditiert Minkmar über den Selbstmord der Demokratie zwecks Abwehr von Selbstmordattentätern (die Hervorhebungen sind von mir):

Nach der Französischen Revolution, nach Napoleon und dem Ende der alten europäischen Ordnung gab sich Europa auf dem Wiener Kongreß eine neue Gestalt. Sie hielt sehr lang, es folgte vielleicht nicht die glanzvollste, aber auch nicht die übelste unserer historischen Epochen. So werden wir einen Ausweg aus diesem Elend suchen müssen: Mit Ausdauer, klaren Werten und flexiblen Mitteln.

Der Druck des Abgabetermins und eine verständliche Ratlosigkeit angesichts des Blutbads vom Freitag reichen nicht aus zur Erklärung, warum Minkmar der Politik und dem Publikum den Überwachungsstaat, die Schlafmützengesellschaft, die Untertanennation wie eine Erlösung empfiehlt. Bei diesem demokratiefeindlichen „Ausweg aus dem Elend“ ist auch Überzeugung am Werk. Die „klaren Werte und flexiblen Mittel“, von denen NilsiMinkmar schwärmt, stammen direkt aus dem Handbuch der feudalen Repression.

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Abteilung: Kaputtalismus, Qualitätsjournalismus, Undichte Denker | Kommentare (3) | Autor:

Heiteres Ratespiel für die gebildeten Stände (5)

Sonntag, 1. November 2015 13:20

Finden Sie den Fehler? (Ein Tip: Er steht gleich zweimal da!)

Thinkfarm_SPON_31-10-15

Spiegel online, 20.10.2015

 

Abteilung: Bored beyond belief, Kaputtalismus | Kommentare (2) | Autor:

Frau Doktor bevorzugt Private

Samstag, 24. Oktober 2015 9:00

Nun verstehe ich, warum die Krankenkassenbeiträge im kommenden Jahr erhöht werden:

Immobiliendoktorin_Elbe-Wochenblatt_21-10-15

Abteilung: Aufgelesen, Die beste aller Welten, Kaputtalismus | Kommentare (0) | Autor: