Der Blogger ist blockiert (3): Kassiber
Donnerstag, 14. Februar 2013 22:02
Herr G. ist in Zimmer 8 der Chef oder hält sich jedenfalls dafür. Er will, nachdem ich an meinen Fensterplatz gerollt worden bin (kahle Äste vor Schiefer-
himmel), nicht wissen, wie‘s mir geht, sondern ob ich aus einem Zweibettzimmer hierher verlegt worden sei. „Nein, direkt vom OP-Tisch“, sage ich mit etwas Mühe. Das scheint den alten Mann zu verdrießen. Eventuell sammelt er Material für eine Verschwörungstheorie, die sich um seinen zweifellos skandalösen Fall dreht. Jedenfalls ignoriert er mich in den folgenden Stunden.
—Erst als meine Frau mit der Übernachtungstasche erscheint, wird er wieder gesprächig. Wir wundern uns, daß zwischen Herrn G.s und meinem Bett so viel Raum ist. Das bleibe nicht so, der Mann komme bald wieder, rasselt Herr G. (er hat was mit der Lunge). „Ein Türke“, sagt er in einem Tonfall, der alles ausdrückt, wofür Thilo Sarrazin, die Niete, 500 Buchseiten braucht. – „Oh“, sage ich, „kein Problem, ich mag Türken.“ Schlagfertiger kann ich gerade nicht. Für Herrn G. reicht‘s als Provokation. „Na“, sagt er, „ob Sie das auch mögen, wenn hier alles voll ist mit seiner Familie … Bis zur Wand stehen die, überall.“ – „Stört mich nicht“, sage ich, „dann muß ich wenigstens mein eigenes Gejammer nicht hören.“ Martina lacht, Herr G. ist erneut verdrossen. Ich kann nicht behaupten, daß mir das leid tut.
Thema: Man schreit deutsh, Selbstbespiegelung | Kommentare (3) | Autor: Kay Sokolowsky
Erfolgreiche Rekanalisation, 

Das ist wieder typisch Sokolowsky: verspricht vor 3 (drei!) Wochen, er würde „beim nächsten Mal“ von seinen Erlebnissen auf dem 
… heißt ein als Zeitung getarnter Werbeprospekt, den die 