Kennzeichen D O : Geschichte und Gegenwart
Dienstag, 17. März 2015 23:41
Nenne mir fünf größe Söhne Dortmunds! – „Nur fünf?“ – Wir haben nicht die ganze Nacht Zeit, fünf müssen genügen. – „Darf ich die sympathischen bevorzugen?“ – Meinetwegen. Du könntest übrigens auch fünfzig von der guten Sorte runterleiern – die reichten noch lange nicht aus. – „Wofür?“ – Wogegen. Gegen die Strahlkraft des Einen. Den Schatten des Giganten. – „Jetzt machen Sie mich aber neugierig!“ – Das war Absicht. Leg, bitte, los.
—„In Ordnung. Also. Der vielleicht bedeutendste Dortmunder, der Gründer des nach ihm benannten Verlagshauses: Friedrich Arnold Brockhaus. Dann: Emil Annecke, einer der wahrhaft aufrechten Demokraten bei der Revolution 1848, mußte leider in die USA emigrieren. Drittens: Der Sozialdemokrat Heinrich Hansmann, der den großen Bergarbeiterstreik von 1889 tapfer anführte. Ein leider weithin Vergessener als nächster: der Arbeiterdichter und Proletarierverbündete Erich Grisar. Und zum Schluß ein heimlicher Liebling von mir: der Komödiant Rudolf Platte, ein hinreißender Loser und Schlappschwanz auf der Bühne. Leider auch im Leben: Er paktierte mit den Nazis. Deswegen heimlicher Liebling.“
—Nun, das ist gewißlich eine illustre und teils imposante Schar. Doch sie alle verblassen vor dem größten Sohn Dortmunds, verrauchen vor seinem Licht, seinem Namen in Ewigkeit, Amen! Vor IHM, dem
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Abteilung: Sokolowsky anderswo, Stadtstreicherei | Kommentare (0) | Autor: Kay Sokolowsky


Es fand in Westdeutschland nie eine echte Abrechnung mit den abermillionen Tätern des Dritten Reichs statt; auch in der DDR nicht. In Bonn machten begeisterte Nazis Karriere bis hinauf zu Bundeskanzler und -präsident – gleich zwei höchste Repräsentanten der BRD waren vormals überzeugte Hitlergrüßer und Endsieger. 
