Archiv für die Abteilung 'Man schreit deutsh'

Der schreckliche Iwan (3): Cosa nostra

Freitag, 21. März 2014 1:26

Putin zeigt sich entsetzt über den Vergleich mit Thaçi (Symbolphoto)

Gregor Gysi wird nicht müde zu bemerken – etwa in seiner Antwort auf Kanzlerin Merkels gestrige Regierungserklärung –, daß Putin sich mit der Krim einfach mal dasselbe Unrecht genehmigt wie Ende der 90er die Nato mit dem Kosovo. Dem erwiderte der bislang eher zurechnungsfähig wirkende SPD-Fraktions-
chef Thomas Oppermann, er finde es „unerträglich“, würde der russische Völkerrechtsbruch auf der Krim durch Hinweise auf „tatsächliche oder angebliche Verstöße durch andere“ relativiert. Wahrscheinlich erträgt Oppermann dies nicht, weil er schwer erklären kann, warum er einst daran mitwirkte, daß Deutsche ohne UN-Mandat (aber mit einer gigantischen Propagandalüge namens „Hufeisenplan“) gegen Jugoslawien Krieg führten und anschließend dessen territoriale Einheit zerschlugen, während er heute dagegen ist, daß die Russen die Ukraine zerstückeln. Obwohl die dafür nicht mal Bomben abwerfen, sondern bloß Reisepässe.

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Der schreckliche Iwan (2): Politik und Reales

Mittwoch, 19. März 2014 23:14

Putin begutachtet die Sanktionen (Symbolphoto)

Völkerrecht ist das eine, Geschäft das andere, und welches Ding schwerer wiegt – nun, einmal dürfen Sie raten. Die große Gelassenheit, mit der Putin und seine Mannschaft auf das Sanktionsgeplärr der EU und der USA reagieren, verdankt sich nicht autokratischer Überheblichkeit, sondern der schlichten Einsicht in die Verhältnisse der Welt. Die Maßgaben westlicher Politik werden ja nicht im EU-Parlament oder im Weißen Haus gesetzt, sondern dort, wo die dicken Parteispenden herkommen.

Mit einiger Belustigung hat der Putin sehr getreue Voice of Russia-Kolumnist Dmitry Babich aufgeschrieben, was die EU sich als Bestrafung für Russland traut, nämlich nichts:

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Der schreckliche Iwan (1): Null-Logik

Dienstag, 18. März 2014 22:49

Putin verleibt sich die Krim ein (Symbolphoto)

Über die Politik der EU und der USA im Umgang mit der Putschistenregierung in Kiew sowie mit Putins Fans auf der Krim kann man vieles sagen und schreiben, bloß nichts Nettes – sofern man noch bei Groschen ist.

Cristina Fernandez de Kirchner, die Präsidentin Argentiniens, hat sich nicht doof machen lassen und die imposante Verlogenheit des Westens heute schön auf den Punkt gebracht. Sie sagte:

Many of the major powers, which have secured the Falklands’ people right to self-determination, do not want to do the same in relation to the Crimea now. How can you call yourselves guarantors of world stability, if you do not apply the same standards for everyone? It looks like the Crimeans cannot express their will, but the residents of the Falklands can. There is zero logic in that.

Stimmt. Ob deshalb die Grünen die momentan ärgsten Russenverhetzer sind? Weil Logik noch nie die Stärke der Grünen war? Ach ja, immer diese rhetorischen Fragen.

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Popanz-Trio (2): Thilos Sprachfehler

Freitag, 14. März 2014 0:12

Sarrazin muß dringend zum Integrationskurs. Denn er kann kein Deutsch. Wie alle Deutsche, die sich dicke damit tun, Deutsche zu sein, kann der Sarrazin die eigene Sprache nicht. Wie alle Erzchauvinisten tut er dem Besten und Kostbarsten, was seine „Na=Zion“ (Arno Schmidt) zu bieten hat, seiner schönen Mutter Sprache, fortwährend Gewalt an. Und damit meine ich nicht Sarrazins Aussprachefehler, dieses Gefnaufe und Geknifpel, mit dem er die Wörter aus sich rausquetscht, wenn er öffentlich auftritt. Dafür kann er eventuell nichts.

Ich meine seine Mißhandlung des geschriebenen Worts. Sarrazins verfaßten Sätzen eignet der feine Takt von Marschstiefeln, der zarte Klang eines Kasernenhofappells, die süße Melodey einer Luftangriffssirene. To give an example (ein x-beliebiges, ist doch in seinem aufgeschäumten Textdreck jeglicher Satz ein Beispiel): „Durch diese Operationen sind die sichtbaren Formen der Ungleichheit zwischen begabten und weniger begabten Schülern abgeschafft worden.“ Die unsichtbaren Formen erklärt uns dieser Fiesosoph demnächst am Beispiel eines Schattens in der Dunkelheit.

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Popanz-Trio (1): Alice in chains

Donnerstag, 27. Februar 2014 23:04

14 Jahre, eine Scheidung, eine Hochzeit, vier Umzüge und sechs Stents ist es mittlerweile her, daß ich versuchte, dem Publikum zu vermitteln, warum es sich vor den An-, Ab- und Einsichten der Schurnalistin Alice Schwarzer in Acht nehmen bzw. einen Scheiß drauf geben sollte, was diese Frau in die Gegend schwafelt. Gebracht hat mein Buch Who the fuck is Alice?
leider bzw. natürlich nix, obwohl sein Untertitel eine wahre Wohltat verspricht: „Was man wissen muß, um Alice Schwarzer vergessen zu können“. Die Feuilleton-Mafia verhängte seinerzeit die Omertá über mein Buch: Die Öffentlichkeit bekam einfach nicht mit, daß da was war, weil die Verwalter der Meinungen zu meinen keine eigenen äußern mochten.

Seither gab Frau Schwarzer sich alle Mühe, weitere Verwüstungen anzurichten; als Pin-up-Girl von Bild zum Beispiel, als Wahlhelferin für Merkel oder als Niedermacherin Jörg Kachelmanns. Jüngst lief sie herum und blökte, weil es so schön in Ohr und Hirnen schmerzt, Prostitution und Päderastie seien ziemlich dasselbe. Beweise für die steile These hatte sie keine, nicht mal Indizien, aber, hallelujah!, es ging ihr, wie schon immer, ja bloß darum, schamloser als alle anderen zu lärmen. Und abermals verklangen abertausend klügere Stimmen neben ihrem Gebrüll, wie schon immer, seit sie beschloß, sich als Krachmaschine durchs Leben zu schlagen.

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Auch du heißt Winston Smith

Samstag, 7. Dezember 2013 23:54

Warum ist die Empörung der einheimischen Medien und Politiker über die Globalschnüffelei der NSA so verlogen? Weshalb scheint es, als habe Heribert Prantl von der SZ seit zwanzig Jahren den Kopf im eigenen Arsch stecken? Wieso ist Stern-Singer Hans-Ulrich Jörges ein echter deutscher Journalist? Aus welchen Gründen lohnt es sich, Francis Ford Coppolas Film „The Conversation (Der Dialog)“ von 1974 mal wieder bzw. endlich mal anzusehen? Und was notierte Adorno bereits vor 60 Jahren zu all dem Ungemach?

Die Antworten darauf finden sich in Kay Sokolowskys Glosse „Glasbürgerkunde“. Sie steht auf Seite 15 im Dezember-Heft von Konkret und kann nur auf bzw. gegen Holz gelesen werden.
Ein Trost: Dieser Hinweis ist kostenlos und interessiert die NSA kaum einen Dreck.

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Alle Jahre bieder (1)

Samstag, 7. Dezember 2013 0:46

Dinge gibt es, da macht uns keiner was vor, da haben wir den Zinken vorn, da können alle anderen gepflegt die Schnauze halten – deutsche Autos, deutsches Bier, deutsche Wurst und natürlich:


Dieses Prachtstück von einem Tonträger aus, vermutlich, den frühen Siebzigern, gepreßt im Auftrag des mittlerweile entschlafenen Labels, Entschuldigung: Musikvertriebs „tt Record“ lachte mich aus dem Grabbelkasten meines Lieblingsramschladens an und war mir selbstverständlich einen vollen Euro wert. Schon der Titel in nordmanntannengrüner Fraktur ist annähernd unbezahlbar und das Photomotiv eine unmöglich zu vergütende Lektion in Kitsch und Kotz.

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Wahlticker Zwanzigdreizehn

Sonntag, 22. September 2013 22:21

Viele professionelle Beobachter der WAHL zeigen sich konsterniert vom Debakel der FDP (Symbolphoto)

 22.21 Uhr.
So, dann packen wir mal zusammen. Vielen Dank nach Berlin an Matthias Geissler für ebenso profunde wie luzide Anmerkungen zur WAHL! Vielen Dank auch an unsere vielen Millionen Leser, die in einem bemerkens-
werten Endspurt noch einmal alles gegeben haben. Es mag nicht gereicht haben für den Sturz der Kanzlerin, aber dafür ist Oliver Bierhoff immer noch Chef der FDP. Wir geben zurück an die Funkhäuser.

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