Archiv für die Abteilung 'Die Spezies hat‘s verkackt'

Aphone Aphorismen (10): Lüttje Lage

Dienstag, 23. Januar 2018 21:08


Dieser Satz ist kein Bonmot, keine Satire. Sondern eine empirisch überprüfbare These.

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Abteilung: Aphone Aphorismen, Die Spezies hat‘s verkackt, Kaputtalismus | Kommentare (2) | Autor:

Die Spezies hat‘s verkackt (9)

Dienstag, 28. November 2017 17:21

Mit jedem Eintrag in diese Abteilung des „Abfall“ bedrängt mich stärker die Frage nach dem Sinn vons Janze. Denn jeder neue Beleg für die Vernichtung der Biosphäre läßt mich weniger hoffen, es könnte sich je was ändern, läßt mich mehr daran zweifeln, es sei der Menschheit gegeben, sich zu besinnen. Ich frage mich, ob ich mit diesen Postings noch warnen oder bloß der Archivar sein soll, ob die Spezies zu retten oder der Appell an ihren Selbsterhaltungstrieb blanker Selbstbetrug ist.

Ich bestreite nicht, daß meine wachsende Skepsis, die Verhinderung des „Ökozids“ (Peter Bertholdbetreffend, auch biographische Motive hat. Ich bin nicht mehr der Jüngste, ich weiß über die flächendeckende Gemeinheit und Torheit des Homo s. mehr, als mir lieb ist, und ich habe leider auch tiefe Einblicke in die Erbärmlichkeit und die Endlichkeit menschlichen Seins nehmen müssen. Neulich las ich irgendwo, daß sich jedes Jahr rund 10.000 Deutsche das Leben nehmen, und mein erster Gedanke war: Wie, nur 10.000?

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Abteilung: Die Spezies hat‘s verkackt, Kaputtalismus | Kommentare (17) | Autor:

Die letzte Instanz

Samstag, 18. November 2017 19:48

Eine „Konferenz der Trippelschritte beim Klimaschutz“ nannte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger die COP23. Der BUND kritisiert, daß die beschlossenen Regeln für die Überprüfung der nationalen Klimaschutzpläne sehr schwammig formuliert sind.
Pressemitteilung des BUND zum Abschluß der UN-Klimakonferenz in Bonn

Heute tagt das Weltgericht!
Angeklagt sind Sie und du
und die Menschheit noch dazu.
Hier kommt unser Live-Bericht.

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Abteilung: Die Spezies hat‘s verkackt, Lieder ohne Werte | Kommentare (1) | Autor:

Nie wieder Frieden

Sonntag, 12. November 2017 22:17

Laß deinen Kanzler, deine Diplomaten
durch dieses Meer von Blut und Tränen waten!
Fluch, Kaiser, dir und Fluch auch deiner Brut,
hinreichend Blut, ertränk sie in der Flut!

Karl Kraus: Die letzte Nacht (1917)


Einerseits.
Am 10. November stellten die Präsidenten Macron und Steinmeier sich hoch über die Gedenkstätte auf dem Hartmannswillerkopf
und weihten ein weiteres Museum jener „Menschheitsschande“ (Karl Kraus) ein, die Erster Weltkrieg heißt. Im Bulletin des Deutschlandfunks lese ich:

Steinmeier sagte […], das massenhafte Sterben an diesem Ort stehe für den Irrsinn des Krieges. Ursache des Übels sei der Irrglaube an die Überlegenheit der eigenen Nation gewesen.

Nein! du Null im Anzug – Ursache des Übels waren Kapitalismus und Imperialismus. Nationalismus diente vor allem der Dekoration.

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Abteilung: Die Spezies hat‘s verkackt, Kaputtalismus, The real pulse of Europe, Zeuge der Geschichte | Kommentare (11) | Autor:

Willkommen im Neo-Pliozän

Montag, 30. Oktober 2017 17:25


Der CO2-Gehalt in der Erdatmosphäre ist so hoch wie seit drei Millionen Jahren nicht mehr. 2016 lag der globale Durchschnittswert der Kohlendioxid-Konzentration bei 403,3 ppm (parts per million), eine Steigerung um 3,3 ppm verglichen mit dem Vorjahr. Diese neueste Schreckensnachricht der World Meteorical Organization (WMO) 
ist keiner einzigen Website der deutschen Qual.medien einen Aufmacher, vielen von ihnen nicht mal eine Meldung wert. Wo die Hiobsbotschaft doch erwähnt wird, garniert der Qual.journalist sie sogleich mit Flüchtigkeitsfehlern, etwa hier bei Tagesschau.de:

Das Kohlendioxid-Niveau ist im Jahr 2016 auf den höchsten Stand seit 800.000 Jahren gestiegen.

Tatsächlich ist der Pressemitteilung der WMO zu entnehmen:

Over the last 800.000 years, pre-industrial atmospheric CO2 content remained below 280 ppm […].

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Abteilung: Die Spezies hat‘s verkackt, Kaputtalismus, Qualitätsjournalismus | Kommentare (3) | Autor:

Die Spezies hat‘s verkackt (8)

Freitag, 27. Oktober 2017 23:59




Kurz vor Sonnenuntergang ein schwefelgelber Himmel. Früher hätte ich die surreale Schönheit dieses Abendlichts bestaunt und mir gewünscht, so was malen zu können. Mittlerweile kommt mir dergleichen eher wie ein kosmisches Menetekel vor, wie Flammenschrift am Firmament, wie die Vorschau auf eine Welt, in der alles vergehen wird, sogar die Vergangenheit.

***

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Abteilung: Die Spezies hat‘s verkackt, Kaputtalismus | Kommentare (9) | Autor:

Die Spezies hat‘s verkackt (7)

Dienstag, 24. Oktober 2017 22:37

Es gibt eine Notiz von Canetti: „Sich ausdenken,
was Tiere an einem zu loben fänden.“
Es ist eine ungeheure Vorstellung, läßt man sich
auch nur wenige Sekunden auf sie ein.

Jürgen Roth u. Thomas Roth: Kritik der Vögel


Nicht vor der Vielfalt der Nachrichten resigniere, nein, kapituliere ich immer öfter. Sondern vor der täglichen Gigatonne närrischer „News“, vor diesem Gebirge aus Promischrott und Politmüll, das alles in den Schatten stellt, was tatsächlich ins Licht gehörte. Mein Posting über die drohende Auslöschung der Insekten hat kaum angedeutet, wie grotesk, wie irrwitzig die „Top-Themen“ der Qual.medien mir erscheinen, gemessen am Weltuntergang, dessen Teilnehmer, nicht Propheten, wir inzwischen sind.

Angesichts einer Presse und eines Publikums, die den größten Teil ihrer Zeit mit sensationellen Nichtigkeiten vergeuden, während das bißchen Zeit davonrennt, in dem noch etwas bewahrt werden könnte vom kosmischen Wunder, das unsere Biosphäre, also das Leben an sich, darstellt –, angesichts einer Menschheit, die in der eigenen Scheiße erstickt und trotzdem immer mehr Scheiße produziert, nicht zum Zyniker und Misanthropen zu werden, fällt sehr schwer. Doch zum Haß auf die eigene Gattung fehlt mir die Bigotterie, zur Hoffnung, ein Killervirus oder dergleichen könnte unserer Art den Garaus machen, bevor wir die ganze Welt veröden, mangelt es mir an Hoffnungslosigkeit. Trotz allem.
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Abteilung: Die Spezies hat‘s verkackt, Kaputtalismus | Kommentare (3) | Autor:

Die Spezies hat‘s verkackt (6)

Freitag, 20. Oktober 2017 13:36

An allen Enden dringen die Gase aus der Welthirnjauche,
kein Atemholen bleibt der Kultur und am Ende
liegt eine tote Menschheit neben ihren Werken,
die zu erfinden ihr so viel Geist gekostet hat,
daß ihr keiner mehr übrig blieb, sie zu nützen.
Karl Kraus: Apokalypse (1908)


Die Biosphäre unseres Planeten geht in einem Tempo zugrunde, das sogar bewährte Schwarzseher, also Leute wie mich, überrascht, vom Entsetzen zu schweigen. Am Mittwoch berichtete u. a. die Website der Süddeutschen Zeitung,
was niederländische, deutsche und britische Forscher kurz zuvor auf dem wissenschaftlichen Internetportal Plos one publiziert hatten:

Seit 1989 ist die Masse der Insekten [in Deutschland] um durchschnittlich 76 Prozent zurückgegangen. „Mitten im Sommer, wenn viele Insekten ihren Höhepunkt erreichen, war sogar ein Rückgang von 82 Prozent in den untersuchten Gebieten zu verzeichnen“, schreiben die Autoren.
SZ.de, 18.10.2017

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