Archiv für die Abteilung 'Kaputtalismus'

Schlz der Retter (2 von 3)

Samstag, 7. September 2019 17:55


Nachdem er sich in der anarchistischen Partei unmöglich gemacht hatte,
blieb ihm nichts mehr übrig als ein nützliches Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft
zu werden und in die Sozialdemokratie einzutreten.

Karl Kraus (1907)

Sollte O. Schlz mit seiner Komplizin Klara Geywitz den nächsten SPD-Vorsitz stellen, ist die Partei Geschichte; und diese lange Geschichte wird ein Ende finden, so peinlich, dämlich, scheußlich, nicht zu sagen. Denn Schlz steht wie kein anderer Spitzenkader der Sozialdemokratie für ihre Selbstzerstörung, und zwar seit vielen Jahren.

Wie bigott und selbstherrlich der Möchtegern-Bonaparte agiert, seit er politisch handeln darf, skizziert das folgende Stück. Es dürfte vielen „Abfall“-Lesern bereits bekannt sein, denn es ist ziemlich identisch bereits in KONKRET 5/2018 erschienen. „Aber warum“, höre ich rufen, „schreiben Sie nicht mal was neues?“

Nun ja. Die Charaktermaske Schlz kann ich heute nicht besser darstellen als seinerzeit. Tatsächlich halte ich diese Polemik für eine der besten, die ich je verfaßt habe. Ob sie auch gut ist, mögen Sie, liebe Leserin, werter Leser, entscheiden. KS

***

Der Kotzomat
Die SPD ist am Arsch, und er hat einen Namen. So tief sank die Sozialdemokratie bei der vergangenen Bundestagswahl, daß nun ein Mann ganz oben hockt, der am Absturz der Partei maßgeblich mitwirkte, ein autoritäts- und marktgläubiger Betonkopf, den das Soziale und die Demokratie nur als Feindbilder interessieren. Ein Polizeistaatsmann, der bis heute nicht bereut, daß unter seiner Verantwortung ein kleiner Drogendealer nach gewaltsamem Einflößen eines Brechmittels elend verreckte. Seine Verachtung für die Menschenrechte hat dem Kotzbrocken Olaf Schlz keineswegs geschadet – als Bundesfinanzminister, Stellvertreter der Kanzlerin und oberster Parteikommissar hat er den Höhepunkt seiner Laufbahn erreicht. Doch es ist der Zenit einer Mitternachtssonne, der Anfang vom Untergang.

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Abteilung: Kaputtalismus, Man schreit deutsh | Kommentare (7) | Autor:

Schlz der Retter (1 von 3)

Donnerstag, 5. September 2019 22:01


Sozialdemokratie
Sie wissen jeweils die Richtung zu nehmen,
sie sind halb von dem, halb vom anderen Schlage,
und erleiden ihn von beiden Extremen,
indem sie trotzdem je nachdem sich bequemen:
halbschlächtig mit ganzer Niederlage.
Karl Kraus (1930)

Vielleicht sollte ich mein Geld fortan mit Wetten verdienen. Selbstverständlich nicht mit Sportwetten – ich würde sogar beim Toto keinen Cent gewinnen, und meine Vorhersagen etwa bei WM-Tippspielen sind notorisch absurd. Wetteinsätze auf Politiker bzw. politische Entscheidungen könnten sich jedoch – eine ordentliche Quote vorausgesetzt – mehr als günstig auf mein Konto auswirken. Ich behielt in den vergangenen Jahren so oft recht mit meinen Prognosen wie sämtliche Leitartikler des Landes zusammen nicht; und wenn ich mich mal vertat (etwa bei der Stichwahl zwischen Hillary Clinton und Bernie Sanders), lag es daran, daß die siegreiche Truppe massiv (und straffrei) betrogen hatte.

Ich war mir – um nur Beispiele aus diesem Jahr und hiesiger Provenienz zu nennen – schon im Januar sicher, daß Ursula v. d. Leyen für ihre herausragende Inkompetenz und vorsätzliche Verschwendung von öffentlichen Geldern mit einem Spitzenposten belohnt werden würde, auf dem sie wie in allen Ämtern zuvor gar nichts zu suchen, weil nichts verloren hat. Hätte der clevere, mit H. Kohl zu reden: „Friseurkopf“ Macron die Allwetter-Taft-Niete aus Niedersachsen nicht als EU-Kommissionschefin erkiest, sie wäre vermutlich zur Nato-Generalsekretärin befördert worden.

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Abteilung: Kaputtalismus, Man schreit deutsh, Qualitätsjournalismus | Kommentare (6) | Autor:

Im Walde zu pfeifen

Dienstag, 21. Mai 2019 0:07


Wie läßt sich steuern, ohne zu lenken?
Wie wird zur Gabe, was wir uns schenken?
Wie soll das gehn, dies angstfreie Denken?

Das alles ist nur eine Frage der Zeit,
und die Antwort braucht keine Ewigkeit.

Wo schimmert Glanz, wenn alles verwittert?
Wo schmeckt es süß, wenn jeder verbittert?
Wo steckt die Tür, wenn die Welt sich vergittert?

Die Lösung dafür liegt im Laufe der Zeit
und gewiß vor dem Ende der Ewigkeit.

Wann wird das Mensch sich menschlich verhalten?
Wann hört es auf, sich in Klassen zu spalten?
Wann fängt es an, sich gerecht zu verwalten?

Das sind die Fragen unserer Zeit,
und die stellen sich seit einer Ewigkeit.

Was so ist, wie‘s halt ist, wird endlich vergehn.
Was immer uns blendet, wird nimmer gesehn.
Was wir seufzend erträumen, wird schöner geschehen.

Und schon sperrt weit auf, was lange verschlossen,
und aller Verdruß ist verflixt und verflossen,
und Mensch und Natur werden gerne Genossen.

Das alles passiert in der kommenden Zeit
und es hält dann mit Glück eine Ewigkeit!

Abteilung: Kaputtalismus, Lieder ohne Werte | Kommentare (4) | Autor:

Schnipsel: Politur und Kultik

Montag, 8. April 2019 23:22

Anti-Trumputin-Demo, Los Angeles, 21.1.2017

Das Rußlandtor ist geschlossen
Die populärste Verschwörungstheorie des laufenden Jahrzehnts hat sich erledigt. Eine Narretei globalen Ausmaßes, ein auf nichts als Spekulation, Gerücht, Chauvinismus, Idiotie und Fake News beruhendes Komplottmärchen namens „Russiagate“ ist als der Quatsch erwiesen, der es von Beginn an war. Die Riesenhysterie um einen vermeintlichen Deal des Kreml mit Donald Trump zwecks Präsidentenwahl war blanker Wahn. Was nun bleibt, sind die Trümmer der „vierten Gewalt“, die Leichenteile einer Demokratie und zahllose belämmerte Gesichter. Es bleibt aber auch (und das sollte uns alle sorgen) trotz der Blamage der „Russiagater“ eine „Doomsday Clock“, die auf zwei Minuten vor der ewigen Mitternacht steht.

Vor drei Wochen übergab Sonderermittler Robert Mueller dem US-Generalstaatsanwalt William Barr, was er, Mueller, an Erkenntnissen und Dokumenten betreffs einer „Collusion“ des Trump-Teams mit Putin zusammengetragen hatte. Es war so gut wie nichts. Barr teilte am 24. März dem US-Senat und -Kongreß sowie dem Rest der Welt mit:

The Special Counsel’s investigation did not find that the Trump campaign or anyone associated with it conspired or coordinated with Russia in its efforts to influence the 2016 U.S. presidential election.

Das kann nur für jene eine Überraschung sein, die sich die Hose mit der Kneifzange anziehen bzw. glauben, ihre Art Journalismus habe Qualität, bloß weil sie es penetrant behaupten. Die anderen, die leider viel zu wenigen Journalisten, die von Beginn an rochen, daß an „Russiagate“ was faul ist, wurden entweder von der Qual.presse totgeschwiegen oder, wenn sie nicht so leicht zum Schweigen gebracht werden konnten – wie zumal Glenn Greenwald – unter den Verdacht gestellt, ebensolche Kremlsklaven zu sein wie das Mons-Trump (Pardon für den Kalauer).

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Abteilung: Inside "Abfall", Kaputtalismus, Musicalische Ergetzungen, Qualitätsjournalismus, Schnipsel, Sokolowsky anderswo | Kommentare (9) | Autor:

Schnipsel: 21. November 2018

Mittwoch, 21. November 2018 23:30


Nutz und Nullität der EEG-Diagnose
Im Radio erzählt mir ein Neurologe, daß chronische Schlafstörungen oft eine Depression zur Folge hätten und schon deshalb behandelt gehörten.

Was aber, wenn jemand nicht schlafen kann, weil er deprimiert ist?

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Abteilung: Die Spezies hat‘s verkackt, Kaputtalismus, Moving Movies, Musicalische Ergetzungen, Schnipsel | Kommentare (6) | Autor:

Schnipsel: 9. November 2018

Freitag, 9. November 2018 23:30


Schwermut als Chance

Also schon wieder Herbst, schon wieder kurze Tage, schon wieder schwarze Nächte, schon wieder kahle Bäume, schon wieder kalte Füße, schon wieder Tod, wohin du trittst.

Also wieder ein Jahr fast umgebracht, wieder viele schöne Momente verpaßt (von den häßlichen leider keinen).

Also schon wieder älter geworden, ohne es zu wünschen, also: dies Altsein.

Aber nie noch habe ich mehr gestaunt über die Farben, die Maler Herbst über die Welt kippt. Der Ahorn so rot! Der Boden unter den Bäumen so gelb! Die Wolken am Horizont so blau! Und zum ersten Mal in meinen 55 Herbsten denke ich: Hoffentlich darf ich das wiedersehen. (Wo ich sonst dachte: Warum muß ich das denn schon wieder sehen?)

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Abteilung: Aufgelesen, Die Spezies hat‘s verkackt, Kaputtalismus, Lieder ohne Werte, Man schreit deutsh, Per sempre addio, Qualitätsjournalismus, Schnipsel, Selbstbespiegelung | Kommentare (5) | Autor:

Die hohlste der Parteien. Fragment (1)

Donnerstag, 26. April 2018 17:10

Die SPD wird gebraucht.
Bätschi, sage ich dazu nur.
Und das wird ganz schön teuer.
Bätschi, sage ich dazu nur.
Andrea Nahles, 7.12.2017

Die Zustände hier sind entwürdigend!
Ich protestiere im Namen des Sortiments!
Asterix – Die Lorbeeren des Cäsar

Wann wir schreiten in die Pleite

Seit Monaten will ich meinen Ausführungen über die blödeste, obszönste sowie jämmerlichste der Parteien ein Finale mit Andrea Nahles folgen lassen. Über mein langes Zögern & Zagen ist die hohlste aller SPD-Frauen nun eine gernegroße Vorsitzende geworden. Aber das hätte, glaube ich, die stärkste Polemik der Literaturgeschichte nicht verhindern können.

Ein formal und erzählerisch geschlossenes Nahles-Stück, wie ich es mir mal vorstellte, wird niemals erscheinen. Es ist mir schlicht nicht möglich. Ich habe dafür weder die Zeit, die Kraft noch, vor allem, die Lust. Denn jede Stunde, die ich an das Studium der Politiksimulantin Nahles verwende, macht mich verdrossener, sprachloser und: dümmer. Es ist in den Worten und Aktionen, der Ideologie und dem Intrigantentum dieser Frau etwas so unfaßbar Intellektfreies, daß man es nicht packen kann, ohne dabei selbst zu verblöden.

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Abteilung: Kaputtalismus, Qualitätsjournalismus | Kommentare (12) | Autor:

Schnipsel (4): 22. April 2018

Sonntag, 22. April 2018 21:18



Verbrecher und ihre Helfershelfer

Den Vereinten Nationen gehören 193 Staaten an. Um Mitglied der Organisation werden zu können, mußten sie die Charta der UNO ratifizieren. UN-Mitglieder, die gegen die Charta verstoßen, brechen den Vertrag und ebenso die eigene Gesetzgebung, die sich qua Ratifikation den supranationalen Regeln der UN unterworfen hat. Es gibt hier keine Hintertüren, keine Sophisterei, keine Ausreden. Mitglieder, die sich nicht an die Charta der UN halten, verletzen einen Kontrakt, den sie selbst und ohne Zwang gebilligt haben.

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Abteilung: Der schreckliche Iwan, Kaputtalismus, Man schreit deutsh, Qualitätsjournalismus, Schnipsel, The real pulse of Europe | Kommentare (10) | Autor: