Archiv für die Abteilung 'Kaputtalismus'

Die Spezies hat‘s verkackt (5): Diashow

Mittwoch, 16. August 2017 22:40

Fredric Brown gewidmet

Eine Aufnahme:

Am 8. Juli wurde im Schluchsee (Schwarzwald) ein Wolfsrüde tot aufgefunden. Eine Obduktion durch das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin ergab nun: Der Wolf wurde nachweislich erschossen. Er war vermutlich erst der vierte Wolf, der Baden-Württemberg seit der Ausrottung der Art vor über 150 Jahren besuchte.
Nabu, 8.8.2017

Eine andere:

Pesticides could wipe out bumblebee populations, study shows. […]
The neonicotinoid chemical thiamethoxam dramatically reduces egg-laying by queen bumblebees, say scientists.
Predictions based on a mathematical model suggest this could result in the total collapse of local populations of the wild bees.
The Guardian, 14.8.2017

Und eine dritte:

Mit Eingriffen in das Erbgut von Schweinen kommen US-Wissenschaftler einer Vision näher: daß künftig Tiere Spenderorgane liefern.
SZ.de, 11.8.2017

Ob sie‘s wollen, die armen Schweine, oder nicht.

***

Doch weiterhin diese Illusion, die Vorstellung der besseren Welt.

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Abteilung: Die beste aller Welten, Die Spezies hat‘s verkackt, Kaputtalismus, Lieder ohne Werte | Kommentare (0) | Autor:

Twesten, ein Nachschlag

Donnerstag, 10. August 2017 23:05

Screenshot „Tagesschau“, 10.8.2017, 20.15 Uhr

Daß mir das noch passiert …! Ich guck fern und freue mich über eine Grüne! Nämlich über Anja Piel, die Vorsitzende ihrer Fraktion im niedersächsischen Landtag. Beim großen Hauenundstechen am Wasserloch zückt nun auch Elke Twestens langjährige, haha: Vertraute die Klauen. Piel kommt ab 1 Minute 25 zur Sache:

Das Verhalten der Abgeordneten sei zwar legal, aber moralisch verwerflich. In einem Gastkommentar für eine Zeitung habe Twesten noch im Juni über die Grünen geschrieben, Zitat: „Nie waren diese Ziele wichtiger als jetzt, keine andere Partei wird momentan so sehr gebraucht wie die Grünen.“

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Abteilung: Kaputtalismus | Kommentare (3) | Autor:

Verrat wird Tugend, Lüge Pflicht

Samstag, 5. August 2017 18:37

Der niedersächsischen Landtagsabgeordneten Elke Twesten – vormals Grüne, ab sofort CDUist zu danken für die Klarstellung, was wir im Jahr 2017 unter einer

bürgerlichen Grundstruktur

zu verstehen haben.

Der schwer angefressene Nochminiprä Stephan Weil führt aus, was dieser Struktur zugrunde liegt:

Daß eine Abgeordnete aus eigennützigen Gründen eine Fraktion verläßt und damit die von den Wählerinnen und Wählern gewünschte Mehrheit im niedersächsischen Landtag verändert, betrachte ich als unsäglich und schädlich für die Demokratie. Dies gilt umso mehr, als ohnehin in etwas mehr als fünf Monaten Neuwahlen anstehen würden.
Wenn die CDU sich dieses Verhalten zunutze macht, beteiligt sie sich aktiv an der Mißachtung des Wählerwillens.
Heute.de, 4.8.2017

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Abteilung: Kaputtalismus | Kommentare (5) | Autor:

Eine Schanze für den Polizeistaat

Mittwoch, 19. Juli 2017 16:28

Vorbemerkung: Wegen der ungeheuren Fülle des Materials und der sich täglich mehrenden Berichte über die Ungeheuerlichkeiten während der G20-Tage ist dieses Dossier weit über das geplante Maß hinausgewachsen, hat die Veröffentlichung dieses Blogposts länger gedauert, als ich es mir mal wünschte. Anläßlich der am heutigen Mittwochabend stattfindenden Demonstration wider die „Hetze gegen alles, was links ist“, habe ich mich entschlossen, zumindest die fertigen Passagen des Manuskripts im „Abfall“ zu plazieren und die Sache als Work-in-progress zu behandeln. Abonnenten des Newsletters werden automatisch über die Fortsetzungen informiert.
KS, 19.7.2017

§ 1 – In der Hetze der Nacht


„Hier ist die gesamte Gesellschaft gefragt: Niemand sollte sich mit Linksextremisten gemein machen, auch wenn es um die vermeintlich gleichen Ziele einer besseren Welt geht.“
Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz,
Regierungserklärung, 12.7.2017

„Wer sich unsolidarisch mit seinem eigenen Stadtteil und den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt verhält, der kann nicht immer wieder die Solidarität der Stadt und der Bürgerinnen und Bürger einfordern.
[Frage: War das jetzt an die Autonomen in der Roten Flora gerichtet?]
Ja.“
Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank,
Welt.de
, 9.7.2017


Es läuft eine massive Kampagne, alle und alles links von Scholz und Fegebank als „-extrem“, „-radikal“ und – grotesker Höhepunkt des Revanchismus – „-faschistisch“ zu brandmarken. Diese Kampagne verfängt bei denen, die sowieso immer wußten, warum sie ihre Feinde „Zecken“ nennen, aber auch bei solchen, die das Interesse ihrer Klasse bedroht sehen von z. B. 76.000 Menschen,
die in allem Frieden ihrer Hütten den Palästen den Krieg erklärten.

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Abteilung: Kaputtalismus, Man schreit deutsh | Kommentare (19) | Autor:

1834 = 2017

Mittwoch, 12. Juli 2017 2:54

Der Hessische Landbote, erste Fassung, Ende Juli 1834:

Wer sind denn die, welche diese Ordnung gemacht haben, und die wachen, diese Ordnung zu erhalten? Das ist die Großherzogliche Regierung. Die Regierung wird gebildet von dem Großherzog und seinen obersten Beamten. Die anderen Beamten sind Männer, die von der Regierung berufen werden, um jene Ordnung in kraft zu erhalten. Ihre Anzahl ist Legion: Staatsräte und Regierungsräte, Landräte und Kreisräte, Geistliche Räte und Schulräte, Finanzräte und Forsträte u.s.w. mit allem ihrem Heer von Sekretären u.s.w. Das Volk ist ihre Herde, sie sind seine Hirten, Melker und Schinder; sie haben die Häute der Bauern an, der Raub der Armen ist in ihrem Hause; die Tränen der Witwen und Waisen sind das Schmalz auf ihren Gesichtern; sie herrschen frei und ermahnen das Volk zur Knechtschaft. Ihnen gebt ihr 6,000,000 fl. Abgaben; sie haben dafür die Mühe, euch zu regieren; d.h. sich von euch füttern zu lassen und euch eure Menschen- und Bürgerrechte zu rauben. Sehet was die Ernte eures Schweißes ist.

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Abteilung: Kaputtalismus, Litterarische Lustbarkeiten, Man schreit deutsh | Kommentare (20) | Autor:

G20: Splitter und Kehraus

Montag, 10. Juli 2017 3:25

Da nich für

Das –

und das –

und das –

auch das –

und das –

– all das für das:

Auch inhaltlich hat das G20-Treffen nichts gebracht. Man kann es nicht anders sagen. […] Nicht einmal Donald Trump hat etwas gegen faire Handelsgeschäfte, solange sie nach seinen Bedingungen laufen. Und in Sachen Klimaschutz steht nach dem Gipfel von Hamburg auch nur fest: Alle machen mit, nur Trump verweigert sich. Das wußten wir schon vorher. […]
Welchen Sinn aber haben solche Treffen, wenn es – erstens – nur Scheinkompromisse in wichtigen Fragen gibt und wenn – zweitens – selbst diese dürftigen Ergebnisse noch nicht einmal bindend sind?
Damir Fras: „Fiasko statt Weltshow“, Frankfurter Rundschau, 8.7.2017

Und für dies, natürlich:

Dies alles für dies Nichts? Für dieses Aufsichtsratstreffen ohne Entscheidungsbefugnis, aber mit buntem Programm und nächtlichen Feuerwerken? Ich hab ja nichts, nichts Gutes jedenfalls, vermutet, aber wenn es dann kommt, und so dick vor lauter Nichts: fällt einem doch nichts mehr ein.

***

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Abteilung: Kaputtalismus, Man schreit deutsh, Stadtstreicherei, Zeuge der Geschichte | Kommentare (9) | Autor:

Die Gewaltbereiten, oder: Willkommen in HHell

Donnerstag, 6. Juli 2017 15:05


Eine Revue am Rande des Ausnahmezustands

Alle visuellen Beiträge zu diesem Posting verdanke ich meinem Freund Eberhard Kehrer und seinen hellwachen Augen.


Vorspiel

Der G20-Gipfel wird auch ein Schaufenster moderner Polizeiarbeit sein. Im Prinzip ist das ein Festival der Demokratie.
Innensenator Andy Grote,
Mitglied der SPD sowie des FC St. Pauli, 14.5.2017

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Abteilung: Kaputtalismus, Stadtstreicherei, Zeuge der Geschichte | Kommentare (0) | Autor:

Aufgelesen (5): Kretschmann & Friends

Freitag, 23. Juni 2017 23:45

Screenshot YouTube

Seit ich 2008 für Feindbild Moslem zu recherchieren begann, weiß ich Online-Foren und Instant-Leserbriefe – nein, nicht zu schätzen, aber: ernstzunehmen. Kurz nach Erscheinen meines zu früh erschienenen Buchs donnerte der Erfolg von Sarrazin, Pegida und AfD herein. Mich überraschte dieser völkische Aufruhr nicht, wiewohl er mich bestürzte.

Dank dem Gequatsch und Gehechel der Web-Bierzelte fand und finde ich weit vor jeder soziologischen Erhebung heraus, wieisich die Republik stahlhart Steuerbord bewegt. Daher lese ich bei bestimmten Themen die anonymen Wortmeldungen aufmerksamer als die dpa-Durchsagen, denen sie ankleben. Und werde mit mathematischer Verläßlichkeit daran erinnert, warum mit Deutschen kein vernünftiger Staat zu machen ist.

Es gibt freilich und zum Glück auch Solisten, Stimmen der Vernunft. Eventuell treibe ich mich im Mahlstrom der mediokren Maulfurzer nur deshalb herum, um diese raren KameradInnen des Geistes auszufiltern. Die digitalen Medien mögen asozial sein, aber die Asis, mit denen ich sympathisiere, haben noch immer nicht kapituliert, reden gegen die Dummbeutel an, und ein Satz von ihnen desintegriert tausend Satzkotzbrocken von denen.

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Abteilung: Aufgelesen, Kaputtalismus | Kommentare (4) | Autor: