Discovery Channel (6): A little bit easier

Donnerstag, 27. April 2017 23:30

We‘re tired of being blamed
for the mistakes that you constantly make
Ndidi O

Screenshot (Ausschnitt): YouTube/Le Live

Ach und ach ja – es gibt viele, es gibt mehr als sieben Milliarden Gründe, an der Menschheit zu verzagen, sich die Welt so trostlos vorzustellen wie Arthur Schopenhauer und gleich ihm alle Hoffnung auf bessere Zustände fahrenzulassen:

Man versetze dies Geschlecht in ein Schlaraffenland, wo Alles von selbst wüchse und die Tauben gebraten herumflögen, auch jeder seine Heiß-Geliebte alsbald fände, und ohne Schwierigkeit erhielte. – Da werden die Menschen zum Theil vor Langerweile sterben, oder sich aufhängen, zum Theil aber einander bekriegen, würgen und morden, und so sich mehr Leiden verursachen, als jetzt die Natur ihnen auflegt. – Also für ein solches Geschlecht paßt kein anderer Schauplatz, kein anderes Daseyn.1

Was aber hält einen am Laufen, weshalb tut man sich jeden Tag aufs neue und zugleich sattsam bekannte eine Wirklichkeit an, die meistens zum Heulen, ja, wie die Machination eines omnipotenten Sadisten erscheint?

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Portrait of the Artist as a Middle-aged Man

Donnerstag, 20. April 2017 1:07


Dies ist, glaube ich, das gelungenste Selbstbildnis, das ich je gezeichnet habe. Und außerdem ein nachdrücklicher Beleg dafür, daß mein Blog wirklich bloß eine Art Notizbuch ist.

Demnächst wird hier wieder was Politisches oder sonstwie Bedeutsames erscheinen, versprochen! Bis dahin danke ich für Ihre Geduld.

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The Happy Eggheads in: Ostergrüße

Sonntag, 16. April 2017 16:31


FRAU EIERMANN. Wo bleibst du denn?

HERR EIERKOPF. Sekunde, bin gleich da.

FRAU EIERMANN. Okay … Fünfsechs Die Sekunde ist um!

HERR EIERKOPF. Bin sofort da!

FRAU EIERMANN. Ja – da. Aber hier bist du nicht.

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Zeuge der Geschichte (11)

Mittwoch, 12. April 2017 23:34


Als der Typ im Radio beiläufig mitteilte, daß Michael Ballhaus
gestorben ist, senkte ich den Blick und sah in eine Leere, für die niemand außer Ballhaus die richtige Brennweite kennt.

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Neues vom Elbvieh

Freitag, 7. April 2017 23:38


Also sprach die Kanzlerin vor drei Monaten:

Eines Tages werden wir alle sehr stolz sein, daß auch zu unseren Zeiten mal etwas gebaut wurde, wo Menschen vielleicht in 50 und 100 Jahren noch sagen: Guck mal, das war damals im Jahr 2017 am 11. Januar.

Und Olaf Scholz, Hamburgs Erster Bürgermeister, flunkerte zur Eröffnung der Elbphilharmonie:

Die Welt wird hierher sehen und immer wieder hören, was heute diesen Saal erfüllt: Freude!

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Die Grenzen des Humors

Sonntag, 2. April 2017 16:15


„Hast du das hier schon gehört?
Ich bin megakraß verstört.“

„Was denn, bitte, ist passiert?
Siehst ja aus wie umgerührt.“

„Daß du das noch gar nicht weißt!
Ahnst du nicht, was das jetzt heißt?“

„Sag‘s mir endlich klipp und klar!
Mensch, ich frag dich: Was geschah?“

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Abteilung: Bored beyond belief, Lieder ohne Werte, Unerhört nichtig | Kommentare (1)

Nachgetragenes zu den Rothkehlchen

Donnerstag, 30. März 2017 23:04



Tief in der Nacht lese ich noch einmal durch, was ich über mein aktuelles Lieblingsbuch geschrieben habe, und finde, natürlich, in jeder dunklen Ecke liegengebliebene Fehler und Wortwiederholungen, Wortwiederholungen, Wortwiederholungen! Vielleicht sollte ich es halten wie der Mainstream und einen Scheiß drauf geben. Aber dann müßte ich auf die Sprache an sich scheißen; so verbittert bin ich noch nicht. Was ich nicht zuletzt Büchern wie der famosen Kritik der Vögel verdanke. – Zurück zur Journalnotiz.

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Rothkehlchen und Verwandte

Dienstag, 28. März 2017 21:35

Vor einigen Tagen auf dem Balkon; die Sonne rollt gen Feierabend. Plötzlich im Nordwesten aus heiterem Himmel ein Mäusebussard, in weiten Kreisen die teils grüne, teils betonierte Gegend inspizierend, fast an den Flatterwolken der Jet-Abgase kratzend, alle Viertelminute nach Gefährten rufend und den verflixten Krähen drohend, im melancholischen Tonfall seiner Art. Zum Glück das passende Buch auf dem Schoß, hineingeblättert und dies gefunden:

Wie er fliegt, wie er fliegt. Wer ihm nicht die Gunst erwiese und ihn schmähte gar, der sündigte. Wer sein Fürsprecher nicht wäre. Wer sich nicht für ihn verwendete. Wer ihm Freunde nicht würbe.

Oder neulich. Lachsrotes Dämmerlicht, abermals auf dem Balkon. Einer Kohlmeise zugesehen und immer respektvoller zugehört. Knapp 15 Meter Luftlinie entfernt sitzt das Tierchen in der kahlen Buchenkrone, mit gehörigem Sicherheitsabstand zu einer Elster (die sich aufplustert im kühlen Wind und vielleicht wie ich bloß lauschen will). Die Meise ruft „Erster erster!“ in die Umgebung, und es scheint, als könnte sie die Grundrechenarten: Der Doppelton erschallt erst zwei-, dann drei-, dann viermal. Anschließend geht es mit zwei Meldungen von vorne los, diesmal aber steigert sich die Serie bis zum fünfmaligen Schlag.

Auf diese Art geht es mehrereiMinuten lang weiter, bis die Kohlmeise sich zu sieben Wiederholungen hinaufgearbeitet hat. Die Rufe sind unfaßlich scharf und stark für ein so winziges Geschöpf (kaum zwölf Zentimeter vom Scheitel bis zur Schwanzspitze, keine 13 Gramm nach dem Frühstück).

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